Die Unterrichtsstunde ist für eine 6. Klasse an einem allgemeinbildenden Gymnasium in Sachsen konzipiert.
Die 16 SuS (neun Mädchen, sieben Jungen) haben gemeinsam ohne Vorkenntnisse in der 6. Klasse mit dem Russischunterricht (Russisch als zweite Fremdsprache) am Gymnasium begonnen. Durch die Homogenität kann gezielt ein gemeinsamer Sprachstand aufgebaut werden. Die SuS werden gemäß dem Lehrplan vier UE in der Woche im Fach Russisch unterrichtet.
Die Unterrichtszeit bietet gute Voraussetzungen für aufmerksamen und motivierten Unterricht, da die SuS weder Unterricht in der letzten Stunde erhalten, in der häufig bereits Erschöpfung vorherrscht, noch in der 1. Stunde, in welcher viele Schüler und Schülerinnen mitunter noch müde sind. Am Dienstag, Mittwoch und Freitag findet kein Russischunterricht statt. Die freien Tage bieten die Möglichkeiten, vertiefende Hausaufgaben zu geben. Dadurch, dass die Unterrichtstage abwechslungsreich am Montag und Donnerstag stattfinden, kann gewahrt werden, dass eine hohe Progression stattfinden kann. Dies wäre bei Unterrichtstagen, die sehr kurz aufeinanderfolgen, mitunter weniger der Fall.
Die SuS werden in ihrem Klassenraum, in ihrer vertrauten Unterrichtsumgebung, unterrichtet. Der Klassenraum bietet die Möglichkeit, eigene erstellte Materialien (Zeichnungen, Steckbriefe, Karten) an Pinnwände zu hängen. Im Raum finden sich eine Tafel, ein Beamer, ein Overheadprojektor und ein Radio. Mit dem Radio können Audio-CDs abgespielt werden.
Die Schülerinnen und Schüler haben im Unterricht bereits die Lektionen Урок старт Россия sowie Урок 1 Мой день bearbeitet. Die Kyrillica wird beherrscht.
Inhaltsverzeichnis
1. Bedingungsanalyse
2. Sachanalyse
3. Einordnung der Stunde
4. Didaktische Analyse
5. Lernziele
6. Methodisch-mediale Überlegungen
7. Verlaufsskizze
8. Material
9. Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit konzipiert einen ausführlichen Unterrichtsentwurf für den Russischunterricht in einer 6. Klasse, mit dem Ziel, die Schülerinnen und Schüler zur beschreibenden Darstellung ihrer eigenen Wohnsituation zu befähigen.
- Kompetenzorientierte Planung im Russischunterricht
- Entwicklung der Teilkompetenz Schreiben im Fremdsprachenunterricht
- Thematischer Schwerpunkt: Wohnen und Wohnumfeld
- Integration handlungsorientierter Lehr- und Lernmethoden
Auszug aus dem Buch
2. Sachanalyse
Der vorliegende Unterrichtsverlauf widmet sich der kommunikativen Teilkompetenz Schreiben, welche in diesem Kapitel näher erläutert wird.
Schreiben als eine Fertigkeit (neben dem Leseverstehen) „bilde[t] die Voraussetzung für die Teilnahme am sozialen, kulturellen und beruflichen Leben […]“ Schreiben ist „die Basis für die erfolgreiche Bewältigung von vielfältigen Situationen in der zielsprachlichen alltags- und berufsweltlichen Lebenspraxis.“ Dabei sollen Schreibaktivitäten im Unterricht geschaffen werden, die auf reale Kommunikationssituationen basieren bzw. authentisch wirkende Schreibanlässe schaffen. Der Lebensweltbezug und die kommunikative Handlungsfähigkeit finden sich sowohl in den Lehrplänen als auch bei der Teilkompetenz Schreiben im Fremdsprachenunterricht. Schreiben benötigt „lexikalische, grammatische und pragmatische Fertigkeiten, um Texte produzieren zu können und einen Output generieren zu können.“
Die Relevanz dieser Fertigkeit zeigt sich nicht nur in der alltäglichen Verständigung, sondern wird von Anka Bergmann auch als „Mittlerfertigkeit“ bezeichnet. Das bedeutet, dass die steigende Schreibkompetenz neben den Schreibsituationen im Unterricht auch als „Mittel zum Zweck“ verwendet wird. So kann man nur Vokabeln in sein Vokabelheft schreiben, wenn die kyrillische Schrift beherrscht. Ohne die Wörter im Vokabelheft können unbekannte Wörter auch nicht gelernt und gefestigt werden. Hinzu kommt, dass Noten und Leistungsbewertungen meist über schriftliche Leistungen (Klausuren und Leistungskontrollen) erfolgen. Die Kompetenz Schreiben ist also für den Lernerfolg von großer Bedeutung, obgleich in außerschulischen Kontexten ihre Bedeutung zurückgegangen zu sein scheint. Der Stellenwert schriftlicher Produktion zeigt sich auch noch einmal bei Untersuchungen. Die DESI-Studie beurteilte und evaluierte die Fähigkeit der Schreibkompetenz im Fach Englisch und konstataierte, dass ein großer Mangel besteht. Aufgrund dieser Untersuchung wurde die Kritik aufgeworfen, dass im Unterricht möglicherweise generell zu wenig geschrieben wird, was weiterhin für eine Vertiefung und einen besonderen Fokus für diese Kompetenz spricht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bedingungsanalyse: Dieses Kapitel beschreibt die Rahmenbedingungen der Lerngruppe, inklusive Klassenstärke, Vorkenntnisse und die technische Ausstattung des Klassenzimmers.
2. Sachanalyse: Hier wird der theoretische Stellenwert der Schreibkompetenz als Basis für den Fremdsprachenerwerb und deren Funktion im Russischunterricht erörtert.
3. Einordnung der Stunde: Dieses Kapitel visualisiert die Einbettung der analysierten Unterrichtsstunde in die übergeordnete Unterrichtssequenz und deren spezifische Zielsetzungen.
4. Didaktische Analyse: Die Analyse reflektiert die Anforderungen des sächsischen Lehrplans und die pädagogische Bedeutung der Themenwahl im Hinblick auf interkulturelle Kommunikation.
5. Lernziele: In diesem Kapitel werden die angestrebten Kompetenzzuwächse der Schüler durch die Unterrichtsstunde nach dem Modell von Bimmel/Kast/Neuner konkretisiert.
6. Methodisch-mediale Überlegungen: Die didaktische Gestaltung der Stunde wird hier erläutert, insbesondere die Wahl der kleinschrittigen Übungen und die Förderung der aktiven Lernzeit.
7. Verlaufsskizze: Die tabellarische Aufarbeitung stellt minutiös den Ablauf, die Lehrer-Schüler-Aktivitäten und die eingesetzten Methoden dar.
8. Material: Dieses Kapitel listet die verwendeten Lehrwerke, Arbeitsblätter und zusätzlichen Medien auf, die im Unterricht zum Einsatz kommen.
9. Reflexion: Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der Unterrichtssimulation, den eigenen didaktischen Entscheidungen und der Lehrerrolle.
Schlüsselwörter
Russischunterricht, Fremdsprachenerwerb, Schreibkompetenz, 6. Klasse, Unterrichtsentwurf, Mittlerfertigkeit, Wortschatz, Wohnsituation, Handlungsorientierung, Gymnasialunterricht, Lehrplan Sachsen, Kommunikation, Satzbau, Grammatik, Unterrichtssimulation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen detaillierten Unterrichtsentwurf für das Fach Russisch in einer 6. Klasse am Gymnasium dar, der sich auf das Thema "Die eigene Wohnung und das Wohnumfeld" konzentriert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Förderung der Schreibkompetenz im Fremdsprachenunterricht, die Vermittlung von fachspezifischem Wortschatz zum Thema Wohnen sowie die Anwendung grammatikalischer Strukturen wie der Adjektiv-Substantiv-Kongruenz.
Welches primäre Ziel wird verfolgt?
Das primäre Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, ihre Wohnsituation in einfachen russischen Sätzen schriftlich zu beschreiben und in einem interaktiven Rahmen vorzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt das Modell der didaktischen Analyse nach Bimmel, Kast und Neuner, um die Lernziele zu strukturieren und den kompetenzorientierten Unterricht methodisch zu begründen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bedingungs- und Sachanalyse, die didaktische Einordnung, methodische Überlegungen sowie eine ausführliche tabellarische Verlaufsskizze des Unterrichtsgeschehens.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Kompetenzorientierung, Lehrerreflexion, Schreibfertigkeit und Handlungsorientierung im Fremdsprachenunterricht gekennzeichnet.
Warum wird im Unterricht ein besonderer Fokus auf die Schreibkompetenz gelegt?
Die Autorin hebt die "Schreibkompetenz" als notwendige "Mittlerfertigkeit" hervor, die essenziell für das Erlernen und Festigen von Wortschatz und Grammatik ist.
Wie reflektiert die Autorin über ihre eigene Unterrichtssimulation?
Sie reflektiert kritisch über Schwierigkeiten bei der Zeitplanung und der hypothetischen Unterrichtssituation sowie über die Herausforderung, als angehende Lehrkraft eine adäquate und motivierende Unterrichtsgestaltung für eine 6. Klasse zu wählen.
Welche Bedeutung kommt der Partnerarbeit in diesem Entwurf zu?
Die Partnerarbeit dient der interaktiven Anwendung des gelernten Wortschatzes, wobei die Schüler sich gegenseitig ihre Wohnungen vorstellen und so ihre kommunikativen Fähigkeiten trainieren.
- Quote paper
- Julia Lauenroth (Author), 2021, Die eigene Wohnung und das Wohnumfeld beschreiben (Russisch, 6. Klasse), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1274316