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Migrationsprozesse und soziale Transformation in Südasien

Title: Migrationsprozesse und soziale Transformation in Südasien

Thesis (M.A.) , 2008 , 92 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Sabrina Lasar (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Summary Excerpt Details

Laut einer Schätzung der Vereinten Nationen gab es im Jahre 2005 etwa 191 Millionen Migranten, was etwa 3 Prozent der gesamten Weltbevölkerung ausmacht (UN World Migrant Stock). Migration ist nicht auf ein bestimmtes Land oder einen bestimmten Kontinent beschränkt, sondern bezeichnet ein Phänomen, das weltweit verbreitet ist und sich über alle sozialen Klassen hinweg erstreckt. Auch ist es kein neues Phänomen. Wanderungen, teilweise von ganzen Bevölkerungsgruppen, finden bereits seit Jahrtausenden statt. Auf der Flucht vor Krankheit, Hunger oder Verfolgung, ziehen Menschen in andere Gebiete und Länder als ihre eigentlichen. Dennoch lassen sich qualitative sowie auch quantitative Unterschiede zwischen früheren und heutigen Migrationsbewegungen feststellen. Das Zeitalter der Moderne ist gekennzeichnet durch Globalisierung, fortschreitender Technologisierung und Mobilität. Besonders die Entwicklungen im Bereich der Kommunikation und dem Transportwesen geben den Menschen das Gefühl, dass die Welt kleiner wird. Durch das Internet und Telefon entstehen Kontakte zu Menschen aus anderen Ländern und Freundschaften werden aufrechterhalten mit Menschen auf der anderen Seite der Welt. Durch Nutzung von Autos, Zügen und Flugzeugen ist es möglich, jeden Flecken der Erde in kürzester Zeit zu erreichen. Die Auflösung der Grenzen, wie es z.B. innerhalb der EU der Fall ist, erleichtert zudem das Überqueren eines Staatsgebietes. Die Folge ist ein Austausch von Menschen, Ideen und Gütern zwischen verschiedenen Ländern und Kontinenten. Internationale Beziehungen politischer, wirtschaftlicher und sozialer Art entstehen und werden ausgebaut. Da Migration auf viele Bereiche des Lebens Auswirkungen hat und diese beeinflusst, beschäftigen sich viele Wissenschaften mit diesem Thema. Die Politikwissenschaft, die Wirtschaftswissenschaften, ebenso die Geographie, die Geschichtswissenschaften, auch die Soziologie und verstärkt die Ethnologie. Sie alle untersuchen Migration unter verschiedenen Gesichtspunkten und tragen damit dazu bei, dass das Thema in seiner Komplexität erfasst wird. Entsprechend den Veränderungen im Migrationsverhalten, die sich in den letzten Jahrzehnten ergeben haben, war auch eine Veränderung und Erweiterung der bestehenden Theorien vonnöten. Die frühere Migrationsforschung ging bezüglich der Wanderung von Menschen von einer „one-way“-Bewegung aus.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Migrationsprozesse

2.1 Migration – Definition und Begriffsklärung

2.2 Formen von Migration

2.2.1 Der zeitliche Aspekt

2.2.2 Der räumliche Aspekt

2.2.3 Der Aspekt der Wanderungsentscheidung und –ursache

2.2.4 Der Aspekt des Umfangs

2.3 Gründe für eine Migration

2.3.1 Fluchtbewegungen

2.3.2 Soziale Gründe

2.3.3 Individuelle Gründe

2.3.4 Wirtschaftliche Gründe

2.4 Migration in der Ethnologie

2.4.1 Ethnologie und Migration

2.4.2 Neuere ethnologische Migrationsforschung

2.4.3 Transnationalismus

2.4.4 Methodische Zugänge

2.5 Migrationsprozesse in Südasien

2.5.1 Fluchtbewegungen

2.5.2 Arbeitsmigration

3 Soziale Transformation

3.1 Einführung

3.2 Veränderungen in der Familienstruktur

3.2.1 Das traditionelle Familienbild

3.2.2 Probleme der Definition einer joint family

3.2.3 Auswirkung von Migration auf die Familienstruktur

3.2.4 Die Rolle der Familie im Migrationsprozess

3.3 Gender

3.3.1 Rollenverständnis

3.3.2 Symbole der Weiblichkeit

3.3.3 Veränderungen durch Migration

3.3.4 Probleme

3.3.5 Frauen und Migration

3.4 Veränderungen im religiösen Bereich

3.4.1 Neuerfindung der Tradition und neues religiöses Selbstverständnis

3.4.2 Sozialer Aufstieg durch Erneuerung

3.4.3 Migrantinnen, Religion und sozialer Status

3.5 Veränderungen im wirtschaftlichen Bereich

3.5.1 Remittances

3.5.2 Sozialer Status nach einer Migration

3.5.3 Frauen, Geld und sozialer Status

4 Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen von Migrationsprozessen auf die Herkunftsländer in Südasien, wobei der Fokus insbesondere auf den daraus resultierenden sozialen Transformationen in familiären, ökonomischen und religiösen Bereichen liegt.

  • Migration als vielschichtiger Prozess und seine verschiedenen Erscheinungsformen.
  • Die Rolle der Familie als wirtschaftliche Einheit und Akteur im Migrationsprozess.
  • Gender-spezifische Auswirkungen und Veränderungen der Rollenbilder durch Migration.
  • Der Einfluss von Rücküberweisungen (Remittances) auf den sozialen Status und die ökonomische Struktur im Heimatdorf.
  • Die ethnologische Perspektive auf Transnationalismus und die Neudefinition von Identität und Tradition.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Das traditionelle Familienbild

Das Familienleben und die Familienstrukturen sind in Südasien sehr unterschiedlich. Allein in Indien leben etwa 1,1 Milliarde Menschen, die sich in 22 Sprachgemeinschaften aufteilen (Census India 2001) und fast allen ‚großen’ Religionsgemeinschaften angehören. Hinzu kommen weitere soziale Differenzierungen, die sich z.B. in der Zugehörigkeit zu einer Kaste zeigen. Diese Vielzahl allein an Sprachen, Religionen und Kasten, die in sich ebenfalls keine homogene Gruppe bilden, zeigt die Vielfalt Indiens und macht es schwierig, generalisierende Aussagen über einzelne Bereiche, wie z.B. die Familien- und Sozialstruktur zu machen. Dennoch sprechen Ethnologen und Sozialforscher von der „traditionellen indischen Familie“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen der globalen Migration ein und umreißt die theoretische Erweiterung der Migrationsforschung von einer einseitigen "one-way"-Bewegung hin zu transnationalen Perspektiven mit Fokus auf Südasien.

2 Migrationsprozesse: Dieses Kapitel definiert Migration als komplexen Bewegungsprozess, klassifiziert verschiedene Wanderungsformen und untersucht die spezifischen Migrationsbewegungen und deren Gründe in Südasien.

3 Soziale Transformation: Dieses Kapitel analysiert, wie Migration tiefgreifende Veränderungen in der Familienstruktur, den Geschlechterrollen sowie den religiösen und wirtschaftlichen Praktiken innerhalb der südasiatischen Herkunftsgesellschaften bewirkt.

4 Zusammenfassung: Diese Zusammenfassung resümiert, dass Migration einen flexiblen, langjährigen Prozess darstellt, der nicht nur die Migranten betrifft, sondern weitreichende soziale Transformationsprozesse in den Herkunftsländern induziert.

Schlüsselwörter

Migration, Südasien, Soziale Transformation, Transnationalismus, joint family, Remittances, Ethnologie, Gender, Rollenverteilung, Identität, Sozialer Status, Familienstruktur, Indien, Sri Lanka, Arbeitsmigration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Migrationsprozesse die soziale Struktur, kulturelle Werte und wirtschaftliche Bedingungen in den Herkunftsländern der Migranten in Südasien verändern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf Veränderungen in der Familienstruktur, der Transformation von Geschlechterrollen, der Bedeutung von Religion für den sozialen Status und der wirtschaftlichen Auswirkung von Geldüberweisungen (Remittances).

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird analysiert, inwieweit eine Migration das Leben, die kulturellen Werte und die sozialen Hierarchien im Herkunftsland während der Abwesenheit der Migranten und nach deren Rückkehr beeinflusst und verändert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf einen ethnologischen Ansatz, der qualitative Forschung, die Auswertung von Fallbeispielen und die Einbindung transnationaler Theorien kombiniert, um den sozialen Wandel zu erfassen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Annäherung an Migrationsprozesse, eine Analyse der spezifischen Situation in Südasien und eine detaillierte Betrachtung der sozialen Transformation in den Bereichen Familie, Gender, Religion und Wirtschaft.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Transnationalismus, Remittances, joint family, soziale Transformation, Gender-Vorstellungen und Identitätsbildung im Kontext von Migration.

Welche Rolle spielt die Familie im Migrationsprozess?

Die Familie fungiert als wichtige ökonomische Einheit, die den Migrationsprozess finanziert und steuert, wodurch der Migrant in ein enges Geflecht aus wechselseitigen Erwartungen und Unterstützungssystemen eingebunden bleibt.

Wie verändert Migration das Bild der "joint family"?

Die traditionelle "joint family" wird durch Migration nicht zwangsläufig aufgelöst, sondern erfährt eine Umstrukturierung und flexible Anpassung an die neuen, transnationalen Gegebenheiten.

Inwieweit verändert Migration das Geschlechterverhältnis?

Die Abwesenheit des Mannes zwingt Frauen oft in die Rolle des Haushaltsvorstands, was zu mehr Selbstständigkeit führt, während die Migration von Frauen als Hausmädchen wiederum Machtverhältnisse innerhalb der Ehe verschieben kann.

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Details

Title
Migrationsprozesse und soziale Transformation in Südasien
College
University of Münster  (Institut für Ethnologie)
Grade
1,5
Author
Sabrina Lasar (Author)
Publication Year
2008
Pages
92
Catalog Number
V127443
ISBN (eBook)
9783640340019
ISBN (Book)
9783640338733
Language
German
Tags
Migrationsprozesse Transformation Südasien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabrina Lasar (Author), 2008, Migrationsprozesse und soziale Transformation in Südasien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127443
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