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Operation Gomorrha. Einfluss auf die Kriegsmoral und die kollektive Erinnerung der deutschen Zivilbevölkerung am Beispiel Hamburg

Título: Operation Gomorrha. Einfluss auf die Kriegsmoral und die kollektive Erinnerung der deutschen Zivilbevölkerung am Beispiel Hamburg

Trabajo Escrito , 2021 , 19 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Tim Szczygiel (Autor)

Historia de Alemania - Historia contemporánea
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Der Zweite Weltkrieg war die größte Zäsur in der deutschen Geschichte – die Folgen reichen bis weit in die Gegenwart hinein. Neben den Gräueltaten, die im Namen des Deutschen Reiches und der nationalsozialistischen Führung verübt wurden, stellt der Luftkrieg und dessen direkte und indirekte Folgen auf die Zivilbevölkerung in allen beteiligten Bevölkerungen einen Bezugspunkt in der persönlichen, aber auch kommunalen Geschichte dar.

Diese neuartige Kriegsführung, die sich direkt gegen die Heimatfront, gegen die Zivilbevölkerung, richtete, war ein Novum in der Kriegsgeschichte. Die dazu eigens ausgearbeiteten Strategien des Flächenbombardements hatten dabei zum Ziel, eine größtmögliche Zerstörung von Industrieanlagen, aber auch von Wohnraum, herbeizuführen, um – unter anderem – die Moral der Bevölkerung zu erschüttern. Dadurch wurde der Krieg, mit all seinen tödlichen Folgen, in die Küchen und Stuben der Gegner:innen getragen. Diese expliziten und impliziten Gewalterfahrungen am eignen Körper und der Verlust von Wohnung, Hab und Gut, zeichneten und zeichnen die Betroffenen über den Angriff hinaus – bis ihr Lebensende. Die daraus entstehenden Narrative, welche die individuellen, aber auch kollektiven Erinnerungen verarbeiten, sind Gegenstand zahlreicher Forschungsarbeiten.

Besonders herauszustellen ist dabei der durchgeführte Vergleich der britischen und deutschen Kriegsgesellschaft im Luftkrieg von Dietmar Süß (2011) sowie die Analyse der sich wandelnden Erinnerungskultur in Bezug auf den Bombenkrieg in Hamburg von Malte Thießen (2007). Primär ausgehend von diesen beiden Werken soll in der vorliegenden Arbeit der Frage nachgegangen werden, inwiefern das morale bombing der Alliierten einen Verlust der Kriegsmoral erzielen konnte und inwiefern sich dies auf die kollektiven Erinnerungen der Zivilgesellschaft ausgewirkt hat. Als regionale Eingrenzung wird dem Beispiel Thießens gefolgt und der Angriff auf die Hansestadt Hamburg im Rahmen der sogenannten Operation Gomorrha – einer der größten Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg – in den Fokus der Arbeit genommen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Kontext des Bombenkriegs

2.1 Die Zivilbevölkerung als militärisches Ziel – morale bombing

2.2 Operation Gomorrha – Luftangriff auf Hamburg

3. Erinnerung und Aufarbeitung des Luftkriegs

3.1 Nationalsozialistisches framing der Angriffe während des Krieges

3.1.1 Strategien nationalsozialistischer Deutungen

3.1.2 Wirkung der NS-Propaganda

3.2 „Stunde Null“? Erinnerungen an den Bombenkrieg nach Kriegsende

3.2.1 Periodisierung der Zeitgeschichte in Hamburg

3.2.2 Opfernarrative

4. Kriegsmoral und Erinnerung – ein Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss des alliierten "morale bombing" auf die Kriegsmoral der Zivilbevölkerung und deren kollektive Erinnerungsverarbeitung am Beispiel der Operation Gomorrha in Hamburg sowie die Rolle der nationalsozialistischen Propagandanarrative in diesem Prozess.

  • Strategien des alliierten Luftkriegs gegen die Zivilbevölkerung
  • Nationalsozialistische Deutungsmuster und Propaganda ("Hanseatischer Geist", "Schmiedefeuer")
  • Analyse der Resilienz der Stadtbevölkerung und des "Durchhaltenarrativs"
  • Erinnerungskulturelle Aufarbeitung und das Konstrukt der "Stunde Null"
  • Die Entwicklung von Opfernarrativen über das Kriegsende hinaus

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Zivilbevölkerung als militärisches Ziel – morale bombing

Die Luftschlacht um England wurde im Frühjahr 1941 von Hitler abgebrochen, da eine siegreiche Fortführung aufgrund der großen Verluste der Luftwaffe nicht mehr möglich schien. Darüberhinaus erforderte der geplante Ostfeldzug eine Verlegung großer Teile der Luftflotte zur Unterstützung des Heeres. Diese Ausgangslage führte dazu, dass die Verteidigungsfähigkeit gegen britische Luftangriffe stark vermindert war. Somit konnten alliierte Bombergeschwader bis tief in das Reichsgebiet vordringen und Städte angreifen. Seit Beginn des Jahres 1942 führte das britische Bomber Command präzise Angriffe auf deutsche Großstädte durch, mit dem erklären Ziel, die Moral und den Kriegswillen der Zivilbevölkerung zur brechen; die sogenannte Area Bombing Directive hatte – im Gegensatz zu früheren Strategien – das explizite Ziel, den Wohnraum in den Städten zu zerstören. Dabei folgte die Direktive der sogenannten TRENCHARD-Doktrin – deren zugrundeliegender Gedanke ist, dass die Zerstörung feindlicher Produktionsstätten und Nachschubwege mittels Fernangriffe einer direkten Konfrontation im Felde vorzuziehen sei.

In Anlehnung an diese Prämisse rückte die Zivilbevölkerung in den Fokus der strategischen Überlegungen des Bomber Command, da bisherige Präzisionsangriffe auf Rüstungs- und Versorgungsbetriebe nicht den erwünschten Effekt gezeigt hatten. Durch das gezielte Bombardieren von Wohnquartieren sollte der Kriegswillen gebrochen und somit der Rückhalt der Wehrmacht und – vor allem des Regimes – in der Zivilbevölkerung gemindert werden. Zugespitzt formuliert, wurde die Moral der Bevölkerung als kriegswichtige Ressource angesehen, deren ‚Nachschub‘ es zu vermindert galt. In einem entsprechenden Manual der AirForce wurde die „will-power, or national moral“ als erste – und damit grundlegende – militärische Ressource für kriegerische Auseinandersetzungen definiert. Der Verlust von Moral beeinträchtigt die gesamte nationale Kriegsfähigkeit, da moderne Kriege weniger vordergründig im Feld als in den Fabriken eines Staates gewonnen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet die Zäsur des Bombenkriegs in der deutschen Geschichte und benennt die Fragestellung nach der Auswirkung des "morale bombing" auf Kriegsmoral und kollektive Erinnerung am Beispiel Hamburgs.

2. Historischer Kontext des Bombenkriegs: Dieses Kapitel erläutert das militärische Kalkül der alliierten Luftkriegsstrategie und beschreibt die Operation Gomorrha als Wendepunkt für die Hamburger Stadtgesellschaft.

3. Erinnerung und Aufarbeitung des Luftkriegs: Der Hauptteil analysiert die nationalsozialistische Propaganda und die gezielte Konstruktion von Identitätsnarrativen zur Aufrechterhaltung der Kriegsmoral sowie das Fortbestehen von Erinnerungsmustern nach 1945.

4. Kriegsmoral und Erinnerung – ein Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die alliierten Ziele hinsichtlich der Zerschlagung des Kriegswillens nicht wie erhofft erreicht wurden und die NS-Propaganda durch die Etablierung spezifischer Narrative eine signifikante Kontinuität in der Verarbeitung sowie im "Weiterleben" der Bevölkerung erzeugte.

Schlüsselwörter

Bombenkrieg, Operation Gomorrha, morale bombing, Kriegsmoral, Nationalsozialismus, Propaganda, Erinnerungskultur, Hamburg, Volksgemeinschaft, Durchhaltenarrativ, Stunde Null, Luftkrieg, Zivilbevölkerung, Opfernarrativ, Widerstand

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht, wie das alliierte "morale bombing" (gezielte Angriffe auf die Zivilbevölkerung) die Kriegsmoral der deutschen Bevölkerung während des Zweiten Weltkriegs beeinflusste und wie dies die kollektive Erinnerung an den Krieg prägte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die Strategien des Luftkriegs gegen Wohnviertel, die NS-Propaganda zur Bewältigung der Bombenangriffe, die Konstruktion von Mythen wie dem "Hanseatischen Geist" sowie die erinnerungspolitische Nachkriegsaufarbeitung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, inwiefern das morale bombing einen Verlust der Kriegsmoral erzielen konnte und wie sich die nationalsozialistischen Deutungsangebote auf das Denken, Handeln und die kollektiven Erinnerungen der Stadtbevölkerung auswirkten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse historischer Kontexte sowie der Auswertung von zeitgenössischen Berichten und wissenschaftlicher Fachliteratur (u.a. von Historikern wie Dietmar Süß), um die Wirksamkeit der NS-Narrative zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der nationalsozialistischen Reaktionsweise auf die Bombardierungen, der Etablierung des "Schmiedefeuer"-Narrativs, der Normalisierungsstrategien des Regimes und der Analyse der Legende von der "Stunde Null" nach dem Krieg.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wesentliche Begriffe sind Operation Gomorrha, morale bombing, Erinnerungskultur, Volksgemeinschaft, Propaganda, Zivilbevölkerung und die Kontinuität von Narrativen über das Kriegsende hinaus.

Welche Rolle spielte der "hanseatische Geist" in der NS-Propaganda?

Er wurde genutzt, um die massive Zerstörung Hamburgs in eine historische Kontinuität von städtischen Katastrophen einzuordnen und der Bevölkerung ein Gefühl der gemeinsamen Identität sowie eine Motivation zum Wiederaufbau während des Krieges zu geben.

Warum wird im Dokument die Idee einer "Stunde Null" kritisiert?

Der Autor argumentiert, dass der Begriff eine falsche Vorstellung von einem voraussetzungslosen Neuanfang suggeriert, während in Wahrheit zahlreiche NS-Erzählmuster und psychologische Deutungsschemata im Denken der Menschen über 1945 hinaus Bestand hatten.

Inwiefern hat das "morale bombing" die Hamburger Bevölkerung beeinflusst?

Obwohl es zu immenser Zerstörung und Leid führte, konnte das Ziel, die Bevölkerung kriegsunwillig zu machen, nicht in der erhofften Weise erreicht werden, da sich die Menschen zwischen staatlichem Terror und der Fortsetzung der Angriffe in einem "Weiterleben" einrichteten.

Final del extracto de 19 páginas  - subir

Detalles

Título
Operation Gomorrha. Einfluss auf die Kriegsmoral und die kollektive Erinnerung der deutschen Zivilbevölkerung am Beispiel Hamburg
Universidad
University of Kassel
Calificación
1,7
Autor
Tim Szczygiel (Autor)
Año de publicación
2021
Páginas
19
No. de catálogo
V1274449
ISBN (PDF)
9783346719607
ISBN (Libro)
9783346719614
Idioma
Alemán
Etiqueta
Luftkrieg Operation Gomorrha Zweiter Weltkrieg Bombemkrieg Nationalsozialismus Volksgemeinschaft Mythos Nachkriegsgeschichte Opernarrative
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Tim Szczygiel (Autor), 2021, Operation Gomorrha. Einfluss auf die Kriegsmoral und die kollektive Erinnerung der deutschen Zivilbevölkerung am Beispiel Hamburg, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1274449
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