Ein Blick in die Praxis zeigt, dass Ökologie auf sehr unterschiedliche Art und Weise wettbewerbsrelevant wird: so stellen Banken fest, dass sich aufgrund von Altlasten auf Grundstücken vermeintliche Sicherheiten als Unsicherheiten entpuppen und suchen nach Lösungen, um ökologische Kredit-, aber auch Bonitätskrisen zu bewältigen. Die Farbenchemie sieht sich mit der Forderung nach schadstoff- und lösungsmittelfreien Produkten konfrontiert, weil ihre Kunden aus der Automobil – und Textilindustrie ökologische Probleme haben. So werden ökologische Probleme der Kunden zu ökonomischen Problemen der Lieferanten.
Vielfach wird die wettbewerbsstrategische Relevanz der Ökologie unterschätzt oder verkannt. Die Gründe dafür sind sowohl in der Praxis als auch in der Theorie zu suchen. [...] Eine Darstellung des Konflikts zwischen Ökologie und Ökonomie in der modernen Betriebswirtschaft, auch am Beispiel Henkel.
Inhaltsverzeichnis
1. Der schematische Charakter des Konflikts
1.1 Die Deutungsaufgabe:
1.2 Die Analyseaufgabe:
1.3 Die Evaluationsaufgabe:
2. Die Ökologische Offenheit des Homo oeconomicus
3. Gibt es die ökonomisch optimal ökologische Katastrophe?
3.1 Beispiel am Unternehmen Henkel: Der Vormarsch der phosphatfreien Waschmittel
3.2 Lenkungssystem Öffentlichkeit:
3.3 Lenkungssystem Politik:
3.4 Lenkungssystem Markt:
4. Zwischen Frosch- und Vogelperspektive:
4.1 Ökologische Wettbewerbsfelder:
4.2 Ökologisches Transformationsmuster:
4.3 Logik der ökologischen Transformation
4.4 „Ökologische Probleme“:
4.5 „Deren Lösung“:
4.6 „Wettbewerbsvorteile“:
4.7 Das Verhältnis in gemeinwirtschaftlicher Sicht:
4.8 Das Verhältnis in einzelwirtschaftlicher Sicht:
5. Externe Effekte als Begründung von Umweltökonomie und –Politik
5.1 Problem externe Effekte:
5.2. Verhandlungen – die Coase Lösung:
5.3 Das Principal Agent Problem
6. Kosten – und Nutzenanalyse
6.1 Kosten des Umweltschutzes
6.2 Bewertung ökologischer Kostenstrategien
6.3 Die Ökobilanz
7. Ressourcen Ökonomie
8. Ausblick: Fazit – Ökologische Schranken für den Markt
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen ökonomischen Systemen und ökologischen Anforderungen. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, wie ökologische Herausforderungen in unternehmerische Strategien integriert werden können, um Wettbewerbsvorteile zu generieren, ohne die notwendigen ökologischen Schranken zu ignorieren.
- Analyse der Wechselwirkungen zwischen Ökologie und Ökonomie
- Untersuchung von Lenkungssystemen wie Markt, Politik und Öffentlichkeit
- Strategien für den Umgang mit externen Effekten und Ressourcenknappheit
- Bedeutung des ökologischen Kostenmanagements und der Ökobilanz
- Transformation von ökologischen Belastungen in Wettbewerbsvorteile
Auszug aus dem Buch
3.1 Beispiel am Unternehmen Henkel: Der Vormarsch der phosphatfreien Waschmittel
Anfang der 70er Jahre beschloss das dt. Unternehmen Henkel, ein phosphatfreies Waschmittel zu entwickeln. Henkel ist ein Unternehmen der angewandten Chemie, das in weiten Teilen der Bevölkerung als Hersteller von Markenartikeln bekannt ist. Das wichtigste Produkt ist „Persil“, die unbestreitbare Nr. 1 im Deutschen Markt. Hintergrund für die Entscheidung waren Anzeigen einer politischen Verknappung der Phosphatreserven, aber auch deren Diskussion in Deutschland. Hierzu muss gesagt, werden das zu viele Mengen an Phosphat für das „umkippen“ von stehen Gewässern verantwortlich sind, sowie, dass große Mengen durchaus einen neg. Einfluss auf die Umwelt haben, neben der Landwirtschaft sind vor allem Waschmittel für die Eutrophierung der Gewässer verantwortlich. Im Jahr 1973 lies Henkel einen Ersatzstoff (Salsil) patentieren, der 1976 erstmals in einem Grossversuch getestet wurde. 1977 folgte dann "Dixan“ als phosphatarmes Universalwaschmittel auf den Markt, 1983 dann in einer phosphatfreien Version. 1986 wurde „Persil“ auch phosphatfrei eingeführt. Drei Jahre später, 1989, nahm Henkel die letzten phosphathaltigen Produkte vom Markt. Lag im deutschen Vollwaschmittelmarkt insg.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der schematische Charakter des Konflikts: Dieses Kapitel führt in die drei grundlegenden Aufgabenstellungen der Theorie ein: Deutung, Analyse und Evaluation der Wechselbeziehung zwischen ökologischen und ökonomischen Systemen.
2. Die Ökologische Offenheit des Homo oeconomicus: Hier wird diskutiert, inwiefern die ökonomische Kunstfigur des Homo oeconomicus trotz seiner rationalen Ausrichtung Raum für ökologische Präferenzen bietet.
3. Gibt es die ökonomisch optimal ökologische Katastrophe?: Dieses Kapitel analysiert anhand des Beispiels Henkel, wie Unternehmen durch externe Lenkungssysteme auf ökologische Probleme reagieren.
4. Zwischen Frosch- und Vogelperspektive: Es wird die Logik der ökologischen Transformation dargestellt, bei der ökologische Belastungen über verschiedene gesellschaftliche Instanzen in Wettbewerbsvorteile übersetzt werden.
5. Externe Effekte als Begründung von Umweltökonomie und –Politik: Dieses Kapitel erläutert, warum externe Effekte staatliche Eingriffe rechtfertigen und wie das Coase-Theorem sowie die Principal-Agent-Theorie hierbei als Erklärungsmodelle dienen.
6. Kosten – und Nutzenanalyse: Es wird erörtert, wie Umweltqualitätsstandards durch Kosten-Nutzen-Analysen festgelegt werden können und welche Rolle Kostenstrategien sowie Ökobilanzen für Unternehmen spielen.
7. Ressourcen Ökonomie: Hier wird der Fokus von externen Effekten hin zur Problematik der Knappheit endlicher natürlicher Ressourcen verschoben.
8. Ausblick: Fazit – Ökologische Schranken für den Markt: Das Fazit fordert die Abkehr von der Verabsolutierung heutiger Preissysteme und die Akzeptanz ökologischer Schranken als notwendige Konsequenz.
Schlüsselwörter
Umweltökonomie, Ökologische Transformation, Wettbewerbsvorteile, Externe Effekte, Nachhaltigkeit, Kostenmanagement, Ressourcenökonomie, Henkel, Lenkungssysteme, Ökobilanz, Marktversagen, Umweltschutz, Ökosoziale Marktwirtschaft, Homo oeconomicus, Transformationsmuster.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die komplexe Schnittstelle zwischen ökologischen Erfordernissen und ökonomischem Handeln, insbesondere wie Unternehmen ökologische Herausforderungen in ihre Strategien integrieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören externe Effekte, Lenkungssysteme wie Politik und Markt, die Ressourcenökonomie sowie die strategische Bewertung von Umweltschutzmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ökologische Restriktionen nicht nur als Kostenfaktor verstanden, sondern durch geschicktes Management in Wettbewerbsvorteile transformiert werden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf theoretische Modelle der Umweltökonomie, wie das Coase-Theorem und die Principal-Agent-Theorie, sowie auf praxisorientierte Fallstudien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert den Transformationsprozess von ökologischen Problemen hin zu marktfähigen Lösungen sowie Instrumente wie die Ökobilanz und das ökologische Kostenmanagement.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ökologische Transformation, Wettbewerbsvorteile, Umweltökonomie und Ressourcenknappheit geprägt.
Welche Rolle spielt das Unternehmen Henkel in der Untersuchung?
Henkel dient als konkretes Beispiel für den erfolgreichen Wandel zu phosphatfreien Waschmitteln unter dem Einfluss politischer und öffentlicher Lenkungssysteme.
Was ist die Schlussfolgerung des Autors bezüglich der Marktwirtschaft?
Der Autor argumentiert, dass eine reine Ausrichtung auf kurzfristige individuelle Kosten-Nutzen-Kalküle nicht ausreicht und die Akzeptanz ökologischer Schranken in allen Wirtschaftsbereichen zwingend erforderlich ist.
- Quote paper
- Nadin Peters (Author), 2008, Ökologie und Ökonomie: Ein Konflikt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127448