Die Edelsteine in der Johannes Offenbarung


Hausarbeit, 2009
17 Seiten

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Offenbarung des Johannes - Forschungsergebnisse
2.1 Verfasser, Ort und Zeit der Abfassung
2.2 Anlass und Zweck
2.3 Gliederung

3. Begriffs- und Motivgeschichte

4. Edelsteine in der Antike
4.1 Ägypten
4.2 Griechisch-Römisch
4.3 Indien
4.4 Israel

5. Die Edelsteine in Kapitel 21, 19-21
5.1 Besondere Eigenschaften der Edelsteine
5.2 Inschriften auf den Grundsteinen

6. Zusammenfassung der Untersuchung der Edelsteine in Offb. 21

7. Edelsteine als Schmuck des Brustschilds der Hohepriester

8. Inschriften auf den Steinen des Brustpanzers

9. Zusammenfassung

10. Literatur

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1. Einleitung

Im Rahmen einer motivgeschichtlichen Exegese soll in dieser Arbeit das Motiv der Edelsteine in der Johannes Offenbarung untersucht werden.

Zunächst werden einige als gesichert anzusehenden Ergebnisse aus der Forschung über die Offenbarung des Johannes dargestellt. Die zu untersuchenden Bibelstellen werden in den Rahmen der Offenbarung eingeordnet. Im Anschluss wird versucht zu klären, welche Edelsteine in Offenbarung 21, 18-21 tatsächlich gemeint sind. Als nächstes wird die exegetische Methode der Begriffs- und Motivgeschichte erläutert. Dann werden verschiedene Quellen aus dem zeitlichen Umfeld der Entstehung der Offenbarung dargestellt, anhand derer überprüft werden soll, ob der in der Antike weit verbreitete Glaube an Edelsteinen innewohnende Heilkraft und Magie ein Grund für die Erwähnung der Edelsteine gewesen sein könnte.

Die bekannte Parallele zu Ex. 28, 15-21 und die Textstelle selbst sollen kurz untersucht werden. Im Anschluss daran wird abgewogen, ob der Einfluss von Ex. 28 oder der Glaube an magische Eigenschaften von Edelsteinen stärker zum Tragen gekommen ist.

Wenn im folgenden von Edelsteinen die Rede ist, sind, dem Verständnis der Antike folgend, auch Halbedelsteine in der Bezeichnung inbegriffen.

2. Die Offenbarung des Johannes - Forschungsergebnisse

2.1 Verfasser, Ort und Zeit der Abfassung

„Die Verfasser der Offenbarung und der anderen joh. Schriften sind nicht identisch“ (Schnelle, 2007, S. 550). Schnelle stellt fest, dass der Verfasser ein „judenchristlicher Wanderprophet“ sei (ebd.). Pockorný & Heckel (2007) beschreiben den Autor als einen kleinasiatischen, christlichen Propheten. Übereinstimmung herrscht über den Ort der Niederschrift, die Insel Patmos in der Ägäis. Dies gibt der Autor auch selbst in Offb. 1, 9 an. Als Grund des Aufenthaltes wird gemeinhin eine Verbannung aufgrund der Kritik am Kaiserkult des Domitian angenommen.

Den Zeitraum der Abfassung zu bestimmen ist wichtig, um Berichte über eventuelle Heilkräfte von Edelsteinen zeitlich zuordnen zu können. Pockorný & Heckel (2007) datieren die Entstehung der Offenbarung ungefähr auf das Jahr 95 n. Chr., Schnelle (2007) gibt die Jahre 90-95 n. Chr. an. Witulski (2007) zufolge ist eine Entstehung um 95 n. Chr. nicht wahrscheinlich. Er gibt mit 132 – 135 n.Chr. einen anderen Zeitraum an.

2.2 Anlass und Zweck

Zur Zeit der Verfassung wurden die Christen in den sieben Gemeinden von vielen Seiten bedrängt (Schnelle, 2007). Aus dem Inneren drohte der Gemeindeidentität Gefahr von Irrlehrern (vgl. Offb 2, 2; 2, 6; 2, 14; 2, 20ff.), Lauheit im Glauben (Offb. 2, 4f.; 3, 15) und Kraftlosigkeit der Gemeinden (Offb. 3, 8) wird angesprochen (a. a. O.).

Von außen droht z. B. Krieg (Offb. 6, 2-4), außerdem herrscht das Tier (Offb. 12, 18 – 13, 10), der römische Imperator (Schnelle, 2007). Die kaiserliche Priesterschaft, das zweite Tier, propagiert den Kaiserkult als für alle Bürger des Reiches verpflichtende Loyalitätserklärung an Domitian[1] (a. a. O.).

Pockorný & Heckel (2007) gehen davon aus, dass die Offenbarung für den Gebrauch im Gottes-dienst vorgesehen war. Dies lässt sich an den Seligpreisungen im Prolog erkennen (a. a. O.).

Die Offenbarung soll das Festhalten der Gemeindemitglieder an der Glaubenstreue (2, 10.13.19; 3, 8), der Geduld (2,2f. 19) und der Liebe fördern (2, 4f. 19) (a. a. O.).

2.3 Gliederung

Die Offenbarung des Johannes ist ein „brieflich stilisierter Visionsbericht“, sie kann in zwei Teile gegliedert werden (Schnelle, 2007, S. 588). Diese Sichtweise wird auch an anderer Stelle vertreten Conzelmann, H. & Lindemann, A., 2000) Im Ersten Teil finden wir die sog. Sendschreiben (1, 9-3, 22), sieben Briefe, die an die sieben Gemeinden in Kleinasien gerichtet sind (a. a. O.). Im zweiten Teil, dem Hauptteil, (4, 1 - 22, 5) finden sich die Visionen. Die literarische Rahmung wird durch eine Einleitung (1, 1-8) und den Schlussabschnitt von 22, 6-21 gegeben. Der hier untersuchte Abschnitt ist Teil des Endes des Haupteils.

Nach Giesen (1986) handelt es sich um ein prophetisches Buch, in dem vom Verfasser viele apokalyptische Bilder benutzt werden. Auch Conzelmann & Lindemann (2000) schreiben, dass der Verfasser sich selbst vermutlich in der „Tradition der Propheten“ stehen sah (S. 391).

3. Begriffs- und Motivgeschichte

Schnelle (2008) gibt eine Definition der Begriffs- und Motivgeschichte.

„Die Begriffs- und Motivgeschichte fragt nach Herkunft, Geschichte, Wandel, Bedeutung und Anwendung der im Text vorkommenden Begriffe und Motive. Dabei sollen durch den Vergleich mit literarisch nicht abhängigen Texten theologie- und geistesgeschichtliche Zusammenhänge aufgezeigt werden.

Bei einem Motiv handelt es sich um ein Wort, ein Bild, eine Metapher oder ein Thema mit relativ feststehender Bedeutung, auf die ein Autor zurückgreifen kann, um einen bestimmten Sachverhalt auszudrücken.

Die Begriffsanalyse hat das Ziel, sowohl den geprägten Bedeutungsgehalt eines Begriffes als auch seine konkrete Verwendung im Kontext herauszuarbeiten. Die dia-chrone und die synchrone Betrachtungsweise ergänzen sich somit bei der Begriffs-analyse“ (S. 137).

4. Edelsteine in der Antike

In der Antike war der Glaube an eine Edelsteinen innewohnende Kraft weit verbreitet. Auch im alten Testament findet sich z.B. in Weish. 18,24 ein Hinweis auf den Glauben an die Kraft von Edelsteinamuletten (Satake, 2008). Allerdings spielt hier, wie bei allen Amuletten, die in der Antike getragen wurden, die Inschrift eine mindestens gleichwertige Rolle wie der verwendete Stein (Hasenfratz, 2004).

Im Altertum zählte man auch die Halbedelsteine und Perlen zu den Edelsteinen (RAC). Man ging davon aus, dass Edelsteine Wachstum, Leben und Seele besäßen (ebd.). Man sprach von ihrem Atem und unterschied, innerhalb der Sorten, je nach Färbung weibliche und männliche (ebd.). Besonders als magische Amulette fanden Edelsteine in der Antike Verwendung (Michel, 2004). Diese hatten ihren Ursprung im römischen Ägypten und waren besonders im 2. und 3. Jh. nach Chr. im ganzen römischen Reich beliebt (ebd.). Wichtig war neben dem Material auch die Inschrift bzw. das Bild, das in den Edelstein eingeritzt war (ebd.). Man spicht hierbei von Wort- bzw. Bildmagie (Hasenfratz, 2004). Drei große Wirkungsbereiche werden unterschieden: der Bereich der jenseitigen und religiösen Vorstellungen, der Bereich der Medizin und Magie und der Bereich der Liebes- und Schadenszauber (Michel, 2004). Busch (2006) geht davon aus, dass auch die frühen Christen magische Amulette getragen haben.

4.1 Ägypten

Halbedelsteine wurden in Ägypten gerne als magische Amulette verwendet (RAC). Interessant ist hierbei, dass die Ägypter den Edelsteinen Wirkungen entsprechend ihrer Farbe zugeschrieben haben. So bedeutet das ägyptische Wort für Karneol („Rotstein“) auch Zorn, Wut. Der Name des Türkis („Grünstein“) bedeutet in etwa Gedeihen, Frische. Neben der individuellen Wirkung der Steine wurde der Form der Amulette Wirkungskraft zugesprochen. So wird zum Beispiel von Amuletten aus blaugrünem Feldspat in Herzform berichtet (RAC).

4.2 Griechisch-Römisch

Während früher für Siegel und Amulette einfachere Steine bevorzugt wurden, wurden im Hellenismus vermehrt Halb-Edelsteine verwendet (RAC). In Rom dann wurde eine unüberschau-bare Vielzahl von Steinen benutzt (ebd.). Edelsteine wurden besonders gerne als Amulette ver-wendet (ebd.). So hat z. B. der Arzt Archigenes zu Zeit Trajans seinen Patienten häufig Wunder wirkende Amulette verschrieben (Fühner, 1956). Wenn der Gebrauch von Edelsteinen im antiken Rom untersucht werden soll, ist es besonders wichtig, einen Blick auf das Land zu werfen, aus dem eine Großzahl von Edelsteinen kam: Indien.

[...]


[1] Witulski (2007) datiert die Entstehungszeit in die Jahre 132 – 135 n. Chr. Da zu dieser Zeit Kaiser Hadrian, nicht Domitian herrschte, würde sich die Bezeichnung auf ihn beziehen.

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Details

Titel
Die Edelsteine in der Johannes Offenbarung
Autor
Jahr
2009
Seiten
17
Katalognummer
V127454
Dateigröße
599 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
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Schlagworte
Edelsteine, Johannes, Offenbarung
Arbeit zitieren
Matthias Giepen (Autor), 2009, Die Edelsteine in der Johannes Offenbarung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127454

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