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Der russisch-ukrainische Gasstreit 2005-06 - Ökonomisches Kalkül oder politische Instrumentalisierung

Title: Der russisch-ukrainische Gasstreit 2005-06 - Ökonomisches Kalkül oder politische Instrumentalisierung

Seminar Paper , 2009 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Steffen Radtke (Author)

Politics - Region: Russia
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Summary Excerpt Details

Die internationale Politik wird in zunehmendem Maße von Fragen der Energiesicherheit dominiert werden. In einem derartigen Strukturgefüge sind die Staaten begünstigt, welche über große Quantitäten an Energieressourcen verfügen.
Der Vorwurf der politischen Instrumentalisierung von seinem Gas wurde Anfang 2006 an Russland adressiert, als es der Ukraine im Streit über Preiserhöhungen für einige Zeit die Lieferung verweigerte.
Um evaluieren zu können, ob für die europäischen Abnehmerländer eine Diversifizierung der Energieimporte notwendig ist, stellt sich die Frage, ob der russisch-ukrainische Gasstreit 2005/2006 auf ökonomisches Kalkül oder eine politische Instrumentalisierung der Ressourcen zurückgeht, als sehr relevant heraus. Aus diesem Grunde ist es das Anliegen der Arbeit, die Motive für den Stopp der russischen Gaslieferung zu analysieren.
Zu Beginn wird die Orangene Revolution im Überblick skizziert und anschließend auf ihre außenpolitischen Konsequenzen eingegangen. Auch die kurze Darstellung des Gasstreits soll in diesem Zusammenhang nicht fehlen, um eine Übersicht über die Ereignisse zu haben. Im folgenden Punkt wird den für eine politische Instrumentalisierung der Energieressourcen sprechenden Faktoren nachgegangen. Dazu werden im ersten Unterpunkt die außenpolitischen Motive sowie die Handlungsbedingungen Russlands für eine führende Rolle auf der Weltbühne beleuchtet. Des Weiteren soll Gasprom als politisches Instrument des Kremls dargestellt werden. Danach werden die Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine analysiert, um anschließend auf die konkreten politischen Motive der Instrumentalisierung der Energieressourcen einzugehen. Der nächste Gliederungspunkt beschäftigt sich mit der konträren Sichtweise, hier werden Argumente aufgezeigt, die gegen eine politische Komponente, dafür jedoch umso mehr für eine ökonomische sprechen. Danach muss noch auf die Implikationen des jüngsten Gasstreits vom Januar 2009 eingegangen werden, weil dessen Hintergründe weitere Aspekte zur Evaluation der Ausgangsfrage beitragen können. Auch wenn der jüngste Gasstreit wesentlich gravierender für die Angst um die europäische Energiesicherheit war, soll er in der Betrachtung gegenüber dem Streit zur Jahreswende 2005/2006 nur eine inferiore Rolle einnehmen, da letztgenannter die Frage nach der Energiesicherheit zuerst aufwarf, wobei zudem für eine detaillierte Analyse des Streites vom Januar 2009 eine größere temporale Distanz vonnöten scheint.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Heißer Herbst, kalter Winter

2. Die Orangene Revolution und der Gasstreit

2.1 Chronologie der Orangenen Revolution

2.2 Außenpolitische Resultate der Orangenen Revolution

2.3 Der Gasstreit

3. Die politische Instrumentalisierung der Energieressourcen

3.1 Russlands Wille zur Weltmacht

3.2 „Kreml Incorporated“

3.3 Die Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine

3.4 Politische Motive des Gasstreits

4. Ökonomische Kalkulationen

4.1 Gasprom und die Marktlogik

4.2 Gewinnmaximierung als Leitprinzip

5. Die Implikationen des Gasstreits vom Januar 2009

6. Politische Instrumentalisierung oder ökonomisches Kalkül?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Hintergründe der russisch-ukrainischen Gasstreitigkeiten, insbesondere in den Jahren 2005/2006 und 2009, um zu klären, ob diese Konflikte primär auf politischer Instrumentalisierung durch den Kreml oder auf rationalen ökonomischen Kalkulationen basieren.

  • Politische Instrumentalisierung von Energieressourcen als Machtmittel
  • Einfluss der Orangenen Revolution auf die russisch-ukrainischen Beziehungen
  • Die Rolle des Energiekonzerns Gasprom im staatlichen Machtgefüge
  • Ökonomische Marktlogik versus politische Zielsetzungen
  • Auswirkungen der Gasstreitigkeiten auf die europäische Energiesicherheit

Auszug aus dem Buch

3.1 Russlands Wille zur Weltmacht

Russlands Außenpolitik unterlag im Laufe der Jahre unter Putin einem profunden Wandel. Anno 2000 dachte er noch über Integration und Kooperation mit der EU und NATO nach. 2001 schien sich im Zuge des gemeinsamen Antiterrorkampfes eine Annäherung an die USA abzuzeichnen. Doch in den jüngsten Jahren zeigte sich die russische Führung aggressiver; einen vorläufigen Kulminationspunkt fand diese Haltung im Kaukasus-Konflikt vom August letzten Jahres. Der Wandel zu einer ambitionierteren Außenpolitik fand wohl im Herbst des Jahres 2004 statt, als die Entscheidung zur Beeinflussung der ukrainischen Präsidentschaftswahl fiel. Der Machtverlust der USA durch den Irakkrieg in Bezug auf Image und Handlungsfähigkeit sowie die erste Farbenrevolution in Georgien gaben der politischen Elite Russlands einen gewissen Auftrieb, auf der anderen Seite wurde eben jene Elite aufgeschreckt – dies waren zwei wichtige Rahmenbedingungen, um das Interesse am globalen Machtspiel seitens der russischen Führung neu zu beleben. Vor diesem Hintergrund lassen sich die neuen vom Kreml benutzten Begriffe verstehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Heißer Herbst, kalter Winter: Einführung in die Thematik der Energieabhängigkeit und die Relevanz der russisch-ukrainischen Gasstreitigkeiten für die internationale Sicherheit.

2. Die Orangene Revolution und der Gasstreit: Skizzierung der politischen Umbrüche in der Ukraine ab 2004 und der chronologische Ablauf des Gasstreits 2005/2006.

3. Die politische Instrumentalisierung der Energieressourcen: Analyse des russischen Strebens nach Weltmacht und der Rolle Gasproms als politisches Instrument zur Einflussnahme im postsowjetischen Raum.

4. Ökonomische Kalkulationen: Untersuchung alternativer Hypothesen, die die Gasstreitigkeiten als rein ökonomisch motivierte Entscheidungen zur Gewinnmaximierung interpretieren.

5. Die Implikationen des Gasstreits vom Januar 2009: Betrachtung neuerer Entwicklungen unter Einbeziehung veränderter globaler Rahmenbedingungen wie der Finanzkrise.

6. Politische Instrumentalisierung oder ökonomisches Kalkül?: Synthese der Ergebnisse und Bewertung, inwieweit politische Motive und ökonomische Logik in den Konflikten miteinander verwoben sind.

Schlüsselwörter

Russland, Ukraine, Gasstreit, Gasprom, Energiesicherheit, politische Instrumentalisierung, Außenpolitik, Weltmachtstellung, Energiepolitik, ökonomisches Kalkül, Orangene Revolution, Postsowjetischer Raum, Abhängigkeit, Pipeline, Ressourcenpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Motive hinter den russischen Gaslieferstopps gegenüber der Ukraine in den Jahren 2005/2006 sowie 2009.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die Verflechtung von Energiepolitik und Außenpolitik, die Machtstruktur des russischen Staates und die Auswirkungen auf die europäische Versorgungssicherheit.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob der Gasstreit als politische Bestrafung der Ukraine für ihre Westorientierung oder als ökonomisch rationales Handeln zur Durchsetzung von Marktpreisen zu bewerten ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die den Diskurs über Machtpolitik und ökonomische Marktlogik anhand historischer Ereignisse und aktueller politischer Rahmenbedingungen evaluiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Analyse der russischen Ambitionen, die Rolle des Staatskonzerns Gasprom sowie die Prüfung ökonomischer Argumentationsmuster für die Preiserhöhungen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen "Kreml Incorporated", "Energie-Supermacht", "Einflusssphäre" und "Diversifizierung der Energieimporte".

Welche Rolle spielt Gasprom als Akteur in dieser Analyse?

Gasprom wird als Akteur betrachtet, dessen Handlungen eng mit den strategischen Zielen des Kremls verknüpft sind und der durch staatliche Kontrolle oft eher politischen als rein marktlogischen Kriterien folgt.

Was ist das Ergebnis der Untersuchung bezüglich der "politischen Waffe"?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Gasstreit eine Kombination aus beiden Faktoren darstellt, wobei die politische Komponente – die Demonstration von Macht und Abhängigkeit – gegenüber rein ökonomischen Erwägungen oft dominierte.

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Details

Title
Der russisch-ukrainische Gasstreit 2005-06 - Ökonomisches Kalkül oder politische Instrumentalisierung
College
University of Rostock  (Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften)
Course
Russlands Energiewirtschaft - Garant der neuen Weltmachtstellung?
Grade
2,0
Author
Steffen Radtke (Author)
Publication Year
2009
Pages
20
Catalog Number
V127456
ISBN (eBook)
9783640351428
ISBN (Book)
9783640351077
Language
German
Tags
Russland Ukraine Gasstreit ökonomisches Kalkül politische Instrumentalisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Steffen Radtke (Author), 2009, Der russisch-ukrainische Gasstreit 2005-06 - Ökonomisches Kalkül oder politische Instrumentalisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127456
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