Neuer Institutionalismus und der Property-Rights-Ansatz in der Wirtschaftstheorie [Seminararbeit plus Präsentation]


Seminararbeit, 2003
32 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Neuer Institutionalismus
2.1 Zum Institutionsbegriff in der Ökonomie
2.2 Entstehung von Institutionen
2.3 Entstehung des Neuen Institutionalismus
2.4 Forschungszweige des Neuen Institutionalismus

3. Die Property-Rights-Theorie
3.1 Property Rights
3.2 Annahmen der Property-Rights-Theorie
3.2.1 Individuelle Nutzenfunktion
3.2.2 Begrenzte Rationalität
3.2.3 Opportunismus
3.2.4 Schutz von Verfügungsrechten
3.2.5 Existenz von Transaktionskosten
3.3 Merkmale von Verfügungsrechten
3.3.1 Arten der Nutzungsmöglichkeit
3.3.2 Verteilung und weitere Ausgestaltung von Property Rights
3.3.3 Exklusive Verfügungsrechte
3.3.4 Verfügungsrechte und Haftung
3.3.5 Verfügungsmacht
3.4 Transaktionskosten und Transaktionskostentheorie
3.4.1 Wichtige Zusammenhänge in Verbindung mit Transaktionskosten

4. Anwendungsbereiche der Property-Rights-Theorie
4.1 Property Rights und öffentliche Güter

5. Schlussbetrachtung

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Arbeit hat zur Aufgabe, das Thema Property Rights zu umreißen und die Beziehung der Wirtschaftswissenschaft mit diesem zu den Rechtswissenschaften tendierenden Thema herzustellen.

Hauptgegenstand meiner hier vorliegenden Arbeit ist der Property-Rights-Ansatz.

Jeder von uns hat täglich und ständig etwas mit diesen so genannten „Property Rights“ zu tun, denn gerade in einer Marktwirtschaft, wie die unsere, spielen die Rechte an einem materiellen oder immateriellen Gut eine sehr große Rolle.

Kauft man sich auf dem Weg zur Uni eine Zeitung, hat man soeben das Recht der Nutzung erworben, aber ein Recht zur Vervielfältigung für gewerbliche Zwecke hat man nicht bekommen.

Somit ist es wichtig zu wissen, welche Rechte man an einem Gut besitzt und welche nicht, wenn man eine Weiterverwertung beabsichtigt.

Mit dem Begriff an sich, den Grundannahmen, der Verteilung, den verschiedenen Ausgestaltungen von Property Rights und dessen Missbrauch, beschäftige ich mich im 3. Kapitel dieses Proseminars.

Diese Rechte müssen allerdings erst einmal auf die Wirtschaftsubjekte einer Volkswirtschaft verteilt werden, nicht immer ist es so einfach wie bei einem Zeitungskauf. Man stelle sich einmal die Produktion von einem Musikstück vor, an dem mehrere Menschen und eventuell auch Firmen beteiligt sind.

So muss im Vorfeld bereits geklärt werden, wer welchen Anteil vom Gewinn – fest oder variabel erhält, wer das Recht an der Vermarktung hat und wie lang das gelten soll.

Dies wird alles durch Verträge festgelegt und von so genannten Institutionen überwacht.

Mitte der sechziger Jahre entwickelte Ronald H. Coase die neoklassische Theorie zum „Neuen Institutionalismus“ weiter. Coase stellt die Zusammenhänge und Abhängigkeiten zwischen ökonomischen Handelns und den gesetzten Rechtsnormen, sowie den institutionellen Vorraussetzungen dar.

Auf den „Neuen Institutionalismus“ werde ich im Folgenden Kapitel kurz eingehen, um die Einordnung der Property Rights Theorie als Teilgebiet des „Neuen Institutionalismus“ zu ermöglichen.

Im dritten Kapitel möchte ich die Anwendung der Property-Rights-Theorie kurz berühren. Eine ausführlichere Darstellung dieses Gebietes würde den Rahmen dieser Arbeit deutlich sprengen. Die Property-Rights-Theorie spielt nicht nur bei öffentlichen Gütern und externen Effekten eine große Rolle, sondern auch in der Unternehmenstheorie. Auf letzteres werde ich nicht mehr eingehen, ebenso nicht auf die sehr aktuelle und momentan immer wieder diskutierte Bedeutung der Property-Rights-Theorie auf bezüglich Urheberrechte der elektronischen Informationsprodukte. Dies sind zwar zwei sehr interessante Themen, doch würde jedes von ihnen eigenständige Arbeiten erfordern.

2. Neuer Institutionalismus

Das Forschungsgebietes der Neuen Institutionenökonomik beschäftigt sich mit der Entstehung, der Funktion und dem Wandel im Zeitablauf und mit den Wirkungen der Institutionen auf die Wirtschaftsubjekte. Sie spielen eine besondere Rolle für effiziente Tauschvorgänge, aber auch für andere Bereiche, wie Politik, Kunst und Familie.[1]

2.1 Zum Institutionsbegriff in der Ökonomie

Institutionen sind stabile, relativ dauerhaft strukturierte Muster und Berührungsgeflechte einer Gesellschaft. Sie bilden die Basis für Produktion, Gütertausch und Distribution und somit die Richtlinien des menschlichen Verhaltens.

Ihre Hauptziele sind es, eine stabile Ordnung zu schaffen und aus einem unendlich großen Pool möglicher Handlungsalternativen die gesellschaftlich akzeptierten auszuwählen.[2]

Spricht man von Organisationen, sind Institutionen und die mit ihnen verbundenen Personen gemeint z.B. ein Gemeinderat, Unternehmen oder eine Marktgemeinschaft.[3]

2.2 Entstehung von Institutionen

Institutionen entstehen entweder „spontan“, ausgelöst durch das Eigeninteresse der daran beteiligten Wirtschaftssubjekte, und zwar ohne legislativen Zwang und Berücksichtigung des öffentlichen Interesses.

Die andere Möglichkeit besteht aus einer konstruierten Institution, entworfen von einer völlig rational handelnden Instanz (z.B. einem Parlament, Diktator oder Unternehmer).

Die Funktionsfähigkeit einer Institution ist jedoch nur so gut, wie die Wirtschaftsubjekte die sich ihrer bedienen. Somit gibt es keine makellosen Institution.[4] [5]

2.3 Entstehung des Neuen Institutionalismus

Der Neue Institutionalismus versteht sich als eine Weiterentwicklung der Neoklassik.

Es wurden einige Grundannahmen revidiert und der Realität angenährt. Diese finden sich in Kapitel 2.2.

Als Gründungsvater dieses neuen Teilgebietes der Ökonomie ist wohl in erster Linie Ronald H. Coase zu nennen, der mit seinem Aufsatz „The nature of the firm“ 1937 die Frage untersucht, warum es trotz der stets betonten Überlegenheit des Marktes überhaupt Unternehmungen oder hierarchische Organisationsformen gibt.[6]

2.4 Forschungszweige des Neuen Institutionalismus

Neuer Institutionalismus wird in eine Reihe von Forschungsansätzen aufgeteilt. Zu nennen sind die

- Property-Rights-Theorie
- Principal-Agent-Theorie, in der Anreizstrukturen in Organisationen auf ihre Wirksamkeit hin analysiert werden. Es soll sichergestellt werden, dass aufgrund von Anreizen Verträge fair abgeschlossen werden und nicht zum Nachteil von schlechter informierten Parteien (z.B. Aktionäre) agiert wird.
- Transaktionskostenökonomik
- Public-Choice-Theorie (untersucht wird die Wirkung institutioneller Rahmenbedingungen (z.B. Wahlverhalten) auf das Verhalten von Gruppen. Der Public-Choice-Theorie werden die Neue Politische Ökonomie sowie die Constitutional Economics zugeordnet).
- Law and Economics (hat die ökonomische Analyse des Rechtes zum Inhalt
- und die Forschungsrichtung New Economic History, die sich mit dem historischen Wandel von Institutionen beschäftigt).

Die Forschungszweige haben sich relativ isoliert von einander entwickelt. Sie stehen in einem komplementären Verhältnis zu einander und überschneiden sich teilweise inhaltlich.

Für die Property-Rights-Theorie ist die Transaktionskostenökonomik von großer Bedeutung, da bei jedem Tausch von Verfügungsrechten so genannte Transaktionskosten anfallen, wird in Kapitel 2.4 näher erläutert.[7]

3. Die Property-Rights-Theorie

Die Property Rights Theorie versteht sich als Erweiterung der traditionellen

Mikroökonomie. Die systematische Entwicklung dieser Theorie leisteten Armen A. Alchian und Harold Demsetz, aufbauend auf einem Beitrag von Ronald H. Coase (The problems of Social Cost), Mitte der sechziger Jahre.

Bei der internationalen Verbreitung dieses Gedankengutes haben sich insbesondere Eirik G. Furubotn und Steve Pejovich Verdienste erworben[8].

3.1 Property Rights

Der Begriff „Property Rights“ ist nicht ganz eindeutig definiert. Die wörtliche Übersetzung (=Eigentumsrechte) trifft den Sinn nicht. Oft wird der Begriff „Property Rights“ in der Fachliteratur beibehalten.

Weitere Bezeichnungen für Property Rights sind Handlungs-, Vermögens-, Eigentums-, Besitz- und Nutzungsrechte.[9] Am Treffendsten wird Property Rights in der deutschen Literatur mit „Verfügungsrechten“ gleichgesetzt.

[...]


[1] Vgl. Gabler (2001), „Neue Institutionsökonomik“.

[2] Vgl. Gabler (2001),„Neue Institutionsökonomik“.

[3] Vgl. Richter (1999), S. 8f.

[4] Vgl. Richter (1999), S. 8ff.

[5] Vgl. Kobler (2000), S.9-20.

[6] Vgl. Richter (1999), S. 7f.

[7] Vgl. Gabler (2001),„Neue Institutionsökonomik“.

[8] Vgl. Fuchs, (1994), S.14.

[9] Vgl. Schüller (1983), S.VIII.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Neuer Institutionalismus und der Property-Rights-Ansatz in der Wirtschaftstheorie [Seminararbeit plus Präsentation]
Hochschule
Universität Hamburg  (Wirtschaftswissenschaften)
Veranstaltung
VWL Proseminar
Note
2,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
32
Katalognummer
V12751
ISBN (eBook)
9783638185585
Dateigröße
806 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Downloaddatei enthält zusätzlich eine Powerpoint-Präsentation im PDF-Format mit 14 Folien.
Schlagworte
Neuer, Institutionalismus, Property-Rights-Ansatz, Wirtschaftstheorie, Präsentation], Proseminar
Arbeit zitieren
Dirk Backen (Autor), 2003, Neuer Institutionalismus und der Property-Rights-Ansatz in der Wirtschaftstheorie [Seminararbeit plus Präsentation], München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12751

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