Die Kommunikation mit Tieren ist alltäglich und begegnet uns überall. Allerdings ist sie ebenso einseitig, wie auch weit verbreitet. Jeder Haustierbesitzer redet mit seinem Liebling und ist auch der festen Überzeugung eine Antwort zu erhalten, wenn auch non-verbal. Sprechen gelernt haben Tiere in der Realität noch nicht, in Film und Literatur jedoch haben wir es sie lernen lassen. Über das „Warum“ kann man lange philosophieren. Sicher haben Tiere in unserm Leben einen speziellen Stellungswert. Dienen sie doch dazu den Mensch als Mensch zu definieren. Denn erst das was uns vom Tier unterscheidet, macht uns zum Menschen. Umso interessanter ist es, dass der Mensch anscheinend das Bedürfnis hat, eines der Merkmale, die uns vom Tier unterscheiden, nämlich die Sprache, auf Hunde, Katzen und Co zu übertragen. Das „Warum“ ist in dieser Arbeit aber eher nebensächlich, viel wichtiger ist das „Wie“. Wie also lassen wir Tiere sprechen? Mit dieser Frage werde ich mich im Laufe dieser Arbeit näher beschäftigen und zwar im Hinblick auf verschiedene Literaturtypen und auch sprechende Tiere in Filmen werden näher untersucht werden, auch im Hinblick auf fremdsprachliche Unterschiede.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sprechende Tiere – reine Fiktion?
3. Sprechende Tiere in der Literatur
3.1 Kinderbücher
3.3 Erwachsenenliteratur
4. Sprechende Tiere im Film
4.1. Findet Nemo
4.2. Shrek
4.3 Zurück nach Hause – Die unglaubliche Reise
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie Tiere in Literatur und Film dazu gebracht werden zu sprechen, und analysiert, welche sprachlichen Mittel und dramaturgischen Funktionen diese anthropomorphe Gestaltung erfüllt.
- Kommunikationsformen in Kinder- und Erwachsenenliteratur
- Analyse der Sprachgestaltung in Animationsfilmen
- Vergleichende Untersuchung von Originalversionen und Synchronisationen
- Darstellung von Charakteren durch spezifische Sprachstile und Dialekte
- Funktion von Tiersprache als Mittel der Unterhaltung und Identitätsbildung
Auszug aus dem Buch
3.3 Erwachsenenliteratur
„Felidae“ und „Unten am Fluss“ haben eines gemeinsam: die Protagonisten sind Tiere und der Mensch tritt nur als Randerscheinung auf. In Akif Pirinçcis „Felidae“ (1989) löst der Kater Francis eine grausame Mordserie auf. Die Tiere sprechen untereinander wie man es von Menschen kennt. Akif Pirinçi hat seinen Protagonisten allerdings nicht einfach nur menschliche Sprache in den Mund gelegt. Die Kommunikation zwischen Mensch und Tier wird an einigen Stellen des Buches selbst zum Thema.
„Weil Gustav mit mir nur in einer skurrilen Babysprache redet, was mich kaum stört, da auch ich dieselbe Primitivlinguistik bei ihm anwenden würde, wenn ich mit ihm sprechen wollte, stieß er gutturale Begeisterungslaute aus, als wir endlich vor dem Haus stoppten.“ (Pirinçci, S. 14)
„«(...) Als er dann endgültig überschnappte, sprach ich mit ihm.» «Du hast mit ihm gesprochen? Aber das ist ein Sakrileg! Wir dürfen nicht mit den Menschen sprechen. Die Unberührbaren dürfen mit den Unreinen kein einziges Wort wechseln, auch wenn sie in Lebensgefahr sind.»“( Pirinçci, S. 258).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Omnipräsenz sprechender Tiere in Medien ein und formuliert die Leitfrage nach dem „Wie“ der sprachlichen Darstellung von Tieren.
2. Sprechende Tiere – reine Fiktion?: Dieses Kapitel beleuchtet wissenschaftliche Versuche zur Sprachfähigkeit bei Primaten und grenzt diese von der fiktionalen Darstellung sprechender Tiere ab.
3. Sprechende Tiere in der Literatur: Hier werden Kinderbücher wie „Pu der Bär“ und der „Der kleine Prinz“ sowie Romane für Erwachsene hinsichtlich ihrer Sprachkonzepte und der Abgrenzung von Realität und Fiktion analysiert.
4. Sprechende Tiere im Film: Untersucht wird die Rolle von Tieren in Filmen anhand von Fallbeispielen wie „Findet Nemo“, „Shrek“ und „Zurück nach Hause“, wobei besonders auf Synchronisation und Soziolekte eingegangen wird.
5. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass sprechende Tiere primär der Unterhaltung dienen und die Sprachgestaltung zur Festigung von Charakteren genutzt wird.
Schlüsselwörter
Sprechende Tiere, Literatur, Film, Anthropomorphismus, Kommunikation, Spracherwerb, Kinderliteratur, Felidae, Unten am Fluss, Findet Nemo, Shrek, Synchronisation, Soziolekte, Fiktion, Sprachanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die fiktionale Darstellung von Tieren, die in Literatur und Film über menschliche Sprache verfügen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die Untersuchung der Kommunikationsstile bei Tieren in verschiedenen literarischen Genres sowie die filmische Umsetzung inklusive der Verwendung von Dialekten und Akzenten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, auf welche Weise Tiere in Literatur und Film „sprechen lernen“ und welche erzählerischen Funktionen diese Versprachlichung einnimmt.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit nutzt einen analytisch-vergleichenden Ansatz, der auf der Auswertung primärliterarischer Werke und einschlägiger filmischer Beispiele sowie der Einbeziehung wissenschaftlicher Sekundärliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung der Sprachfähigkeit, eine detaillierte Analyse spezifischer Kinderbücher und Erwachsenenromane sowie eine Untersuchung von Animations- und Spielfilmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie Anthropomorphismus, fiktionale Kommunikation, Sprachgestaltung und die Analyse spezifischer Werke wie „Pu der Bär“ oder „Findet Nemo“.
Warum spielt die Kommunikation zwischen Mensch und Tier in „Felidae“ eine so geringe Rolle?
In „Felidae“ ist der Grund dafür ein innerhalb der Romanwelt religiös begründetes Tabu: Katzen dürfen unter keinen Umständen mit Menschen kommunizieren.
Wie unterscheidet sich „Zurück nach Hause – Die unglaubliche Reise“ von den anderen untersuchten Filmen?
Im Gegensatz zu den anderen Filmen behalten die Tiere in diesem Film weitgehend ihre Rolle als Tier bei, während die Versprachlichung der Gedanken lediglich zur Charakterisierung dient, statt eine menschliche Welt zu imitieren.
- Citation du texte
- Anne Huch (Auteur), 2006, Sprechende Tiere in Literatur und Film, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127518