Von der Ausländerpädagogik zur interkulturellen Pädagogik


Studienarbeit, 2009
17 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Phase Eins: Ausländerpädagogik
2.1 Zur Entstehung des „Ausländer-Problems“
2.2 Von der Assimilationspädagogik zur Ausländerpädagogik
2.3 Konzepte ausländerpädagogischer Ansätze

3 Phase Zwei: Kritik der Ausländerpädagogik und der Assimilationspädagogik

4 Phase Drei: Interkulturelle Pädagogik
4.1 Allgemein
4.2 Interkulturelle Erziehung
4.3 Zielvorstellungen der Interkulturellen Pädagogik

5 Defizite des Drei-Phasen-Modells

6 Forschungsfrage: Welche Auswirkungen hat die Geschichte von der Ausländerpädagogik zur Interkulturellen Pädagogik auf den schulischen Unterricht?

7 Reflexion
7.1 Bezug zu den Inhalten der Lehrveranstaltungen „Schule als lernende Organisation“ und „Regionale Bildungslandschaften und Netzwerke“
7.2 Persönliche Reflexion der Thematik

8 Literaturangaben

1 Einleitung

Ein stets diskutiertes Thema in Deutschland ist der Umgang mit Migranten. Da dieses Thema seit Jahren aktuell ist und in Zukunft vermutlich auch aktuell bleiben wird, schreibe ich diese Arbeit über das Thema „Von der Ausländerpädagogik zur Interkulturellen Pädagogik“.

Ich habe mich entschieden, über dieses Thema meine Hausarbeit zu schreiben, da durch das an der PH Weingarten von mir besuchte Seminar „Einführung in die Interkulturelle Pädagogik“ mein Interesse für diese Thematik geweckt wurde. In der Schulpraxis ist die Arbeit mit Migrantenkinder von großer Bedeutung. Jeder Lehrer macht Erfahrungen mit den Kindern, aber auch mit deren Eltern. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, sich mit der Thematik und der Geschichte der Interkulturellen Pädagogik auseinanderzusetzen. Ferner interessiere und beschäftige ich mich auch privat mit Pädagogik und Migration.

Inhaltlich stelle ich den historischen Verlauf von der Ausländerpädagogik bis zur heute weit verbreiteten Interkulturellen Pädagogik in den bekannten drei Phasen dar.

Bei der Ausländerpädagogik werde ich die Entstehung des Ausländerproblems, die Assimilationspädagogik, Konzepte für die Pädagogik sowie letztlich die Defizite und die Gründe für das Scheitern dieser Pädagogik erläutern.

In meiner Arbeit und auch historisch folgt chronologisch die Kritik an der Ausländerpädagogik und der Assimilationspädagogik. Anschließend stelle ich die Interkulturelle Pädagogik allgemein, Interkulturelle Erziehung und die Zielvorstellungen dar.

Um die gesamte Thematik objektiv zu betrachten, werde ich die Defizite des Drei-Phasen-Modells erläutern.

In meiner Funktion als Student an der PH Weingarten und der anschließenden Zeit als Lehrer in einer Grund- und Hauptschule ist mir die Anwendung der Interkulturellen Pädagogik in der Schule äußerst wichtig. Hierfür habe ich folgende Forschungsfrage gewählt: „Welche Auswirkungen hat die Geschichte von der Ausländerpädagogik zur Interkulturellen Pädagogik auf den schulischen Unterricht?“

In meiner Reflexion werde ich zuerst einen Bezug herstellen zu den beiden von mir besuchten Veranstaltungen außer der Interkulturellen Pädagogik im Wintersemester 2008/2009. Abschließend werde ich in einer persönlichen Reflexion die Inhalte dieser Arbeit kritisch betrachten und meine subjektive Wahrnehmung und Meinung zu der Thematik äußern.

Das Ziel dieser Arbeit soll sein, dass der Leser einen objektiven und informativen Einblick in das Thema erhält. Meine zum Schluss anstehende persönliche und subjektive Reflexion soll zum Nachdenken über den Inhalt anregen.

2 Phase Eins: Ausländerpädagogik

2.1 Zur Entstehung des „Ausländer-Problems“

Der Ursprung der Ausländerpädagogik liegt ca. 40 Jahre zurück. Die deutsche Industrie erlebte in den 60er Jahren einen großen Aufschwung, woraufhin man Gastarbeiter aus anderen Ländern anwarb. Die Anwerbung dieser Gastarbeiter beschäftigte die Pädagogik zunächst nicht, da diese Migranten jung und unverheiratet waren. Diejenigen Unternehmen, welche jene Gastarbeiter nach Deutschland „lockten“ waren der Auffassung, dass die Arbeiter schnellstmöglich wieder zurück in ihr Heimatland gehen sollten. Auch die Arbeiter hatten nicht vor, in Deutschland zu bleiben. Sie stellten sich vor, in möglichst kurzer Zeit viel Geld zu verdienen, um anschließend wieder in ihre Heimat zurückzukehren, um dort eine gesicherte Existenz zu haben. Doch schnell merkten die Gastarbeiter, dass die Lebenshaltungskosten in Deutschland deutlich teurer waren als in ihrer Heimat. So verlängerte sich ihr Aufenthalt und sie holten Freunde und Angehörige aus ihrem Heimatland nach Deutschland nach. (Vgl. Holzbrecher 2004, S. 51)

2.2 Von der Assimilationspädagogik zur Ausländerpädagogik

Rasch tauchten in den Schulen Migrantenkinder auf, welche die Schulen vor neuen Herausforderungen stellten. Diese Kinder wurden in der Schule nicht als „normale“ Kinder behandelt, sondern als „Gastarbeiterkinder“. Von Anfang an hatten die Migrantenkinder eine gesonderte Rolle in den Schulen. Vor allem die sprachlichen Defizite wurden für die Schulen zur Belastung. Den Kindern sollte durch Sprachförderung ein Schulbesuch ermöglicht werden und die Integration dadurch vorantreiben. Diese Integration war im politischen Sinne eher eine Assimilation, d.h. die Kinder mussten sich an die vorhandenen Verhältnisse anpassen.

(Vgl. Holzbrecher 2004, S. 51)

Diese Phase wird in der Erziehungswissenschaft auch oft als Assimilationspädagogik charakterisiert. Wolfang Nieke beschreibt diese Phase wie folgt: „Naheliegenderweise dominierte anfangs das Problem kaum vorhandener Deutschkenntnisse bei den ausländischen Schülern, die von den Eltern aus den Heimatländern nachgeholt wurden, als erkennbar wurde, dass sie nicht nur für kurze Zeit in Deutschland bleiben würden. Es galt, den ausländischen Schülern möglichst schnell so viel Deutsch beizubringen, dass sie dem Unterricht folgen konnten. Dies war eine Aufgabe, der sich die deutsche Schule bisher nicht zu stellen hatte. Dabei machte man zunächst Anleihen bei Konzepten der Didaktik des Deutschen als Fremdsprache, also einer Fremdsprachendidaktik. Je mehr jedoch die Schüler ausländischer Herkunft bei längerem Aufenthalt in der Bundesrepublik außerhalb der Schule in ungesteuerter Weise Deutsch gelernt hatten, desto stärker musste an die Stelle der Fremdsprachendidaktik eine spezielle Didaktik des Deutschen als Zweitsprache treten.“ (Vgl. Nieke 1986, S. 14)

Die eintretende „Ausländerpädagogik“ stellte die Schulen vor neue Herausforderungen. Zu Beginn wurden nur in Grund- und Hauptschulen Klassen eingerichtet, die speziell auf die Migrantenkinder abgestimmt waren, die sog. Vorbereitungsklassen. Andere Schularten folgten später. Der Schwerpunkt lag auf dem Fach Deutsch, aber auch andere Fächer wurden unterrichtet.

Bildungspolitisch verfolgte die Bundesrepublik Deutschland das Ziel, dass Deutschland kein Einwanderungsland werden sollte. Man formulierte die Doppelaufgabe, „... eine Integration in die deutsche Gesellschaft für die Dauer des Aufenthalts zu ermöglichen und zugleich die Rückkehrfähigkeit zu erhalten...“ (Vgl. Krüger-Potratz 2005, S. 39)

Diese Rückkehrfähigkeit wollte man dadurch fördern, indem man muttersprachlichen Ergänzungsunterricht anbot. Dies war für die Pädagogen jedoch ein sehr großes Ziel, welchem viele Lehrer nicht gewachsen waren. Man wusste nicht, wie man dieses doppelte Ziel erreichen sollte. Hilfe suchend richtete man sich an die Erziehungswissenschaften mit der Klage, dass man nicht wisse, wie man mit der neuen und noch nie da gewesenen Situation umzugehen habe. Da dieses Phänomen der Ausländerpädagogik neu war und man auf kein Wissen, bzw. diverse empirische Forschungen zurückgreifen konnte, hatten auch die Erziehungswissenschaftler keine rezeptartigen Lösungen. (Vgl. Schmidtke 2005, S. 145 f)

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Von der Ausländerpädagogik zur interkulturellen Pädagogik
Hochschule
Pädagogische Hochschule Weingarten
Veranstaltung
Interkulturelle Pädagogik
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
17
Katalognummer
V127523
ISBN (eBook)
9783640340101
ISBN (Buch)
9783640337392
Dateigröße
397 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Studium, Schule, MIgration, Ausländerpädagogik, Pädagogik, Interkulturelle Pädagogik, Erziehungswissenschaft
Arbeit zitieren
Simeon Handte (Autor), 2009, Von der Ausländerpädagogik zur interkulturellen Pädagogik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127523

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