Ein stets diskutiertes Thema in Deutschland ist der Umgang mit Migranten. Da dieses Thema seit Jahren aktuell ist und in Zukunft vermutlich auch aktuell bleiben wird, schreibe ich diese Arbeit über das Thema „Von der Ausländerpädagogik zur Interkulturellen Pädagogik“.
Ich habe mich entschieden, über dieses Thema meine Hausarbeit zu schreiben, da durch das an der PH Weingarten von mir besuchte Seminar „Einführung in die Interkulturelle Pädagogik“ mein Interesse für diese Thematik geweckt wurde. In der Schulpraxis ist die Arbeit mit Migrantenkinder von großer Bedeutung. Jeder Lehrer macht Erfahrungen mit den Kindern, aber auch mit deren Eltern. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, sich mit der Thematik und der Geschichte der Interkulturellen Pädagogik auseinanderzusetzen. Ferner interessiere und beschäftige ich mich auch privat mit Pädagogik und Migration.
Inhaltlich stelle ich den historischen Verlauf von der Ausländerpädagogik bis zur heute weit verbreiteten Interkulturellen Pädagogik in den bekannten drei Phasen dar.
Bei der Ausländerpädagogik werde ich die Entstehung des Ausländerproblems, die Assimilationspädagogik, Konzepte für die Pädagogik sowie letztlich die Defizite und die Gründe für das Scheitern dieser Pädagogik erläutern.
In meiner Arbeit und auch historisch folgt chronologisch die Kritik an der Ausländerpädagogik und der Assimilationspädagogik. Anschließend stelle ich die Interkulturelle Pädagogik allgemein, Interkulturelle Erziehung und die Zielvorstellungen dar.
Um die gesamte Thematik objektiv zu betrachten, werde ich die Defizite des Drei-Phasen-Modells erläutern.
In meiner Funktion als Student an der PH Weingarten und der anschließenden Zeit als Lehrer in einer Grund- und Hauptschule ist mir die Anwendung der Interkulturellen Pädagogik in der Schule äußerst wichtig. Hierfür habe ich folgende Forschungsfrage gewählt: „Welche Auswirkungen hat die Geschichte von der Ausländerpädagogik zur Interkulturellen Pädagogik auf den schulischen Unterricht?“
Abschließend werde ich in einer persönlichen Reflexion die Inhalte dieser Arbeit kritisch betrachten und meine subjektive Wahrnehmung und Meinung zu der Thematik äußern.
Das Ziel dieser Arbeit soll sein, dass der Leser einen objektiven und informativen Einblick in das Thema erhält. Meine zum Schluss anstehende persönliche und subjektive Reflexion soll zum Nachdenken über den Inhalt anregen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Phase Eins: Ausländerpädagogik
2.1 Zur Entstehung des „Ausländer-Problems“
2.2 Von der Assimilationspädagogik zur Ausländerpädagogik
2.3 Konzepte ausländerpädagogischer Ansätze
3 Phase Zwei: Kritik der Ausländerpädagogik und der Assimilationspädagogik
4 Phase Drei: Interkulturelle Pädagogik
4.1 Allgemein
4.2 Interkulturelle Erziehung
4.3 Zielvorstellungen der Interkulturellen Pädagogik
5 Defizite des Drei-Phasen-Modells
6 Forschungsfrage: Welche Auswirkungen hat die Geschichte von der Ausländerpädagogik zur Interkulturellen Pädagogik auf den schulischen Unterricht?
7 Reflexion
7.1 Bezug zu den Inhalten der Lehrveranstaltungen „Schule als lernende Organisation“ und „Regionale Bildungslandschaften und Netzwerke“
7.2 Persönliche Reflexion der Thematik
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Wandel von der Ausländerpädagogik hin zur heutigen Interkulturellen Pädagogik und analysiert die daraus resultierenden Auswirkungen auf den schulischen Alltag sowie die Herausforderungen für Lehrkräfte.
- Historische Entwicklung der Ausländerpädagogik und ihrer Defizite
- Kritik an der Assimilationspädagogik
- Grundlagen und Ziele der Interkulturellen Erziehung
- Analyse des Drei-Phasen-Modells
- Implikationen für den Unterricht im Kontext der Migrationsgesellschaft
Auszug aus dem Buch
2.3 Konzepte ausländerpädagogischer Ansätze
Gegen Ende der 60er- Jahre erschienen aus der Schulpraxis Beschreibungen solcher Schulen, an denen die Anzahl der Migrationskinder immer stärker zunahm. Dadurch erkannten die Wissenschaftler ihre geringe Kenntnis zur Thematik, woraufhin sie Immigration und deren Auswirkungen nach wissenschaftlichen Kriterien untersuchten.
Mit Hilfe der Politik gelang es das erste große zu diesem Thema verankerten Projekt zu starten, das sog. ALFA-Projekt. ALFA bedeutete dabei „Ausbildung von Lehrern für Ausländerkinder“. Dieses Projekt trug einen großen Beitrag zu der Ausländerpädagogik bei. In dem Projekt arbeiteten Sozial-, Sprach- und Erziehungswissenschaftler.
Die Sozialwissenschaftler hatten die Aufgaben, Ursachen und Folgen der Migration für die aufnehmende Gesellschaft zu erforschen. Sie sollten zudem Informationen über die sozialen Strukturen in den Herkunftsländern liefern. Dies sollte den Pädagogen helfen, mehr Verständnis für die Migrantenkinder aufzubringen.
Da viele Lehrer das größte Problem in der Sprache der Kinder sahen, beschäftigten sich die Sprachwissenschaftler mit dem Problem Deutsch als Zweitsprache. Unterrichtsmaterialien mussten neu erstellt und gestaltet werden. Zudem beschäftigten sie sich mit der Frage, ob die Muttersprache beim Erlernen der deutschen Sprache sinnvoll ist oder nicht.
Die Schulen erwarteten von den Erziehungswissenschaftlern Hilfestellung bei der Doppelaufgabe der Integration sowie der Offenhaltung der Rückkehrfähigkeit. Ebenso erhoffte man sich Hinweise, in welcher Form sich die Schulstruktur zu verändern hatte.
Die Hauptaufgabe der gesamten ALFA-Gruppe war jedoch, ein Modell für Lehrerfortbildungen zu entwerfen, damit diese so schnell wie möglich mit den Ergebnissen der Forschung die schulische Arbeit erleichtern können. Diese vielschichtige Arbeit der deutschen Lehrer wurde schon bald als Ausländerpädagogik bezeichnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Migration und Pädagogik ein und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der schulischen Auswirkungen des historischen Wandels.
2 Phase Eins: Ausländerpädagogik: Dieses Kapitel beschreibt die Entstehung des „Ausländer-Problems“ sowie die Versuche der Integration durch eine assimilatorisch geprägte Pädagogik.
3 Phase Zwei: Kritik der Ausländerpädagogik und der Assimilationspädagogik: Hier wird der fachwissenschaftliche Widerstand gegen die Ausländerpädagogik thematisiert, da sie gesellschaftliche Ursachen der Migration vernachlässigte.
4 Phase Drei: Interkulturelle Pädagogik: Dieses Kapitel definiert die Interkulturelle Pädagogik als Antwort auf die multikulturelle Gesellschaft und erläutert deren Ziele und erzieherische Ansätze.
5 Defizite des Drei-Phasen-Modells: Eine kritische Auseinandersetzung mit der Einteilung der historischen Entwicklung in die drei genannten Phasen durch verschiedene Erziehungswissenschaftler.
6 Forschungsfrage: Welche Auswirkungen hat die Geschichte von der Ausländerpädagogik zur Interkulturellen Pädagogik auf den schulischen Unterricht?: Das Kapitel untersucht konkret, vor welche Herausforderungen die heutigen Lehrkräfte durch Identitätskonflikte von Migrantenkindern und Sprachbarrieren gestellt werden.
7 Reflexion: Der Autor verknüpft die Arbeit mit anderen Studieninhalten und zieht eine persönliche Bilanz zur aktuellen Bedeutung der Interkulturellen Pädagogik.
Schlüsselwörter
Ausländerpädagogik, Interkulturelle Pädagogik, Migration, Assimilation, Schule, Migrationshintergrund, Interkulturelle Erziehung, Bildungslandschaft, Schulpraxis, Sprachförderung, Integration, Identitätsentwicklung, Multikulturelle Gesellschaft, Pädagogik der Vielfalt, Lehrerfortbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die historische Entwicklung der pädagogischen Ansätze im Umgang mit Migrantenkindern in Deutschland, von der ursprünglichen Ausländerpädagogik bis hin zur heutigen Interkulturellen Pädagogik.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Phasen der Ausländerpädagogik, die Kritik an den frühen Assimilationsbemühungen sowie die Konzepte und Zielvorstellungen einer interkulturellen Ausrichtung des Bildungswesens.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den historischen Prozess zu beleuchten und daraus die konkreten Auswirkungen auf den schulischen Alltag für angehende Lehrkräfte abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und historischen Betrachtung sowie einer daran anknüpfenden Reflexion der schulischen Praxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die drei Phasen der historischen Entwicklung, diskutiert Defizite und beleuchtet die Herausforderungen, die sich für Lehrer durch Migration in der Schule ergeben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Ausländerpädagogik, Interkulturelle Pädagogik, Migration, Assimilation und Integration.
Welchen Einfluss hat die Herkunft auf den schulischen Erfolg laut Autor?
Der Autor weist darauf hin, dass kulturelle Unterschiede, Sprachbarrieren und Identitätskonflikte die schulische Leistung negativ beeinflussen können, wenn sie nicht durch professionelle pädagogische Konzepte aufgefangen werden.
Warum wird das Drei-Phasen-Modell kritisiert?
Kritiker bemängeln, dass es sich um eine unlineare Rekonstruktion handelt, die komplexe Kontroversen innerhalb der Phasen sowie deren tatsächliche Entstehung aus der Hilflosigkeit heraus ignoriert.
Welche Rolle spielt die Kommunikation mit den Eltern?
Die Einbeziehung der Eltern ist laut Arbeit zentral, um Isolation zu vermeiden, jedoch stellt die Sprachbarriere für viele Lehrer eine große Herausforderung bei der Kommunikation dar.
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- Simeon Handte (Author), 2009, Von der Ausländerpädagogik zur interkulturellen Pädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127523