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Buddhistische Krankenbegleitung in Wien

Title: Buddhistische Krankenbegleitung in Wien

Seminar Paper , 2022 , 18 Pages , Grade: 3

Autor:in: Dr. Beatrix Schwaiger (Author)

Theology - Comparative Religion Studies
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Da es im Buddhismus kein Konzept einer persönlichen Seele gibt, stellte sich die Frage, wie „Seelsorge ohne Seele“ funktionieren kann. Was geschieht, wenn Buddhisten/innen Kranke und Sterbende besuchen? Welche Intention haben sie? Diesen Fragen widmet sich diese Arbeit.

Der Buddhismus entwickelte sich als Reformbewegung aus den hinduistischen, vedischen Religionen. Im Veda hat der Mensch eine Seele, athman. Erlösung, moksha, erreicht, wer erkennt, dass atman und brahman eins sind. In der An-Athman Lehre (Lehre vom Nicht-Selbst) Buddhas wird im Gegensatz dazu gelehrt, dass der Mensch kein Selbst, keine Seele, besitzt. Erlösung, also den Ausstieg aus dem Rad der Wiedergeburten (samsara) wird jenen zuteil, die sich aus allen Verstrickungen dieser Welt, die als Schein betrachtet wird, lösen und erkennen (im Sinne von innerem wahrhaftigen Erleben), dass dem Menschen kein athman zukommt. Daher wird im Buddhismus nicht von Seelsorge, sondern von Krankenbegleitung bzw. Sterbebegleitung gesprochen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Seele im Buddhismus

3. Die drei Götterboten

3.1. Der Götterbote Alter

3.2. Der Götterbote Krankheit

3.3. Der Götterbote Tod

3.4. Der Bardo-thödol

4. Buddhistische Kranken- und Sterbebegleitung in Wien

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Seminararbeit untersucht, wie buddhistische Kranken- und Sterbebegleitung in einem Kontext praktiziert wird, in dem das Konzept einer bleibenden, persönlichen Seele fehlt. Die Forschungsfrage widmet sich der Intention und Funktionsweise dieser Form der Begleitung, insbesondere im Hinblick auf Patienten im AKH Wien.

  • Die buddhistische Lehre vom Nicht-Selbst (An-Athman) im Kontext der Seelsorge.
  • Die symbolische Bedeutung der drei Götterboten: Alter, Krankheit und Tod.
  • Die Anwendung des tibetischen Totenbuchs (Bardo-thödol) in der Sterbephase.
  • Die praktische Umsetzung durch den Verein Jivaka in der Wiener Krankenhauslandschaft.
  • Der Übergang von der rein buddhistischen Sichtweise hin zur integrativen Lebensbegleitung.

Auszug aus dem Buch

3.1. Der Götterbote Alter

Wenn sich Menschen im Altersheim oder ganz allgemein mit den Problemen des Älter-Werdens bzw Altwerdens auseinandersetzen, regt ein buddhistischer Begleiter an, die eigene Perspektive zum Altwerden zu überdenken. Wird damit Negatives verbunden? Das könnten Begriffe wie „alt und krank“ , „alt und gebrechlich“ „alt und wertlos“ (im Sinne von „altes Eisen“) „alt und hässlich“ sein. Viele Menschen haben Angst abhängig zu werden, nicht mehr für sich allein sorgen zu können, pflegebedürftig zu werden. Diese negativen Gefühle schaden der spirituellen Entwicklung. Der/die buddhistische Krankenbegleiter/in wird eine mögliche neue Perspektive aufzeigen. Was will der Götterbote Alter dem Menschen zeigen? Eine mögliche Antwort ist: Der Mensch ist viel mehr als sein Körper. Buddha lehrte, dass der menschliche Körper sehr wertvoll ist, denn er ist ein Mittel zur Einsicht zu erlangen. In dem der Körper altert begegnen wir dem Götterboten und wir können Vergänglichkeit am eigenen Leib erfahren.

Der Mensch kann erfahren, dass er nicht der Körper ist sondern einen Körper für eine Zeit lang bekommen hat. Das Nachlassen der Sinne und das Abnehmen der körperlichen Fähigkeiten sollen die Verbindungen zum Körper lockern und den Menschen aus der Selbstbegrenzung der Identifikation mit dem Körper befreien.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Etablierung des Buddhismus als Religionsgemeinschaft in Österreich und skizziert die Fragestellung nach der buddhistischen „Seelsorge“, bei der „Seelsorge ohne Seele“ im Vordergrund steht.

2. Seele im Buddhismus: Dieses Kapitel erläutert die An-Athman-Lehre des Buddha, welche negiert, dass der Mensch ein dauerhaftes Selbst besitzt, und stellt den Zusammenhang zwischen Weltanschauung und Erlösung dar.

3. Die drei Götterboten: Es wird die historische Begegnung Buddhas mit Alter, Krankheit und Tod als Katalysatoren für den spirituellen Erkenntnisweg beschrieben und wie diese Ereignisse als Lehrer verstanden werden können.

3.1. Der Götterbote Alter: Das Kapitel thematisiert den Perspektivenwechsel auf den Alterungsprozess, weg von der rein negativen Sichtweise hin zur Nutzung des Körpers als Mittel zur Einsicht.

3.2. Der Götterbote Krankheit: Hier wird der Umgang mit Schmerz und Diagnose behandelt, wobei die Transformation von „Warum-Fragen“ hin zu „Wozu-Fragen“ zentral ist, um spirituelle Erstarrung zu lösen.

3.3. Der Götterbote Tod: Dieser Abschnitt beschreibt den Tod als integralen Bestandteil des Lebens und betont die Bedeutung eines bewussten Abschiednehmens und Sterbeprozesses zur Vermeidung von Wiedergeburt aus negativen Verstrickungen.

3.4. Der Bardo-thödol: Das Kapitel führt in das Tibetische Totenbuch ein und erklärt, wie Kenntnisse über den Sterbeprozess und die Bewusstseinsübertragung bereits zu Lebzeiten den Tod aktiv gestalten können.

4. Buddhistische Kranken- und Sterbebegleitung in Wien: Die Arbeit schließt mit einer Darstellung des Vereins Jivaka, der unter dem Dach der Österreichischen buddhistischen Religionsgesellschaft praktische Begleitung in Wiener Spitälern anbietet.

Schlüsselwörter

Buddhistische Krankenbegleitung, Sterbebegleitung, Seele, Nicht-Selbst, An-Athman, Drei Götterboten, Bardo-thödol, Jivaka, Dharma, Erleuchtung, Lebensbegleitung, Wien, Meditation, Bewusstseinsstrom, Geist-Natur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit exploriert, wie buddhistische Praktizierende Kranke und Sterbende begleiten, ohne dabei von einem tradierten Seelenbegriff auszugehen, und wie dieser Prozess in Wien organisiert ist.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Die zentralen Themen umfassen die buddhistische Philosophie des Nicht-Selbst, die symbolische Einordnung von Alter, Krankheit und Tod als „Götterboten“ sowie die praktische Umsetzung spiritueller Begleitung in Krankenhäusern.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie „Seelsorge ohne Seele“ funktionieren kann und welche Intentionen Buddhisten bei der Begleitung von Kranken oder Sterbenden verfolgen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse buddhistischer Schriften sowie auf Beobachtungen und Gesprächen aus der Praxis, insbesondere im Rahmen der Aktivitäten des Vereins Jivaka.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Lehren Buddhas zu Vergänglichkeit und Leid vertieft, die Bedeutung des Bardo-thödol erläutert und die konkrete Arbeit des Vereins Jivaka im Wiener AKH beschrieben.

Wodurch zeichnet sich die Arbeit aus?

Sie besticht durch die Verknüpfung historisch-philosophischer Grundlagen des Buddhismus mit einer sehr konkreten, lokalen Beobachtung der spirituellen Betreuung in modernen wienerischen Krankenhausstrukturen.

Wie unterscheidet sich die buddhistische Sterbebegleitung von klassischer Seelsorge?

Während klassische Seelsorge oft auf ein persönliches Heil oder eine Seele abzielt, fokussiert die buddhistische Begleitung auf das Loslassen von Identifikation und die bewusste Erfahrung von Auflösungsprozessen.

Welche Bedeutung hat das tibetische Totenbuch im Kontext der Arbeit?

Das Bardo-thödol dient als wichtige Anleitung, um den Sterbeprozess als bewussten aktiven Akt zu gestalten, anstatt ihn als passives Ende zu erleiden.

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Details

Title
Buddhistische Krankenbegleitung in Wien
College
University of Vienna  (Religionswissenschaft)
Course
Exkursionsseminar
Grade
3
Author
Dr. Beatrix Schwaiger (Author)
Publication Year
2022
Pages
18
Catalog Number
V1275292
ISBN (PDF)
9783346725653
ISBN (Book)
9783346725660
Language
German
Tags
Buddha Buddhismus Seelsorge Krankenbegleitung Jivanka Drei Juwelen athman anathman An-Athman Samsara Götterboten Buddha Sakyamuni Siddharta Gautama Veda Tripitaka Dreikorb Karma Reinkarnation duhkha Amithaba Amida Tibetisches Totenbuch Bardo-thödol Lama
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Beatrix Schwaiger (Author), 2022, Buddhistische Krankenbegleitung in Wien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1275292
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