Probleme der wirtschaftlichen Globalisierung

Umwelt und ökologische Nachhaltigkeit


Hausarbeit, 2005

33 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Globalisierung
2. 1 Grundzüge der Globalisierung
2. 1. 1 Definition des Begriffs Globalisierung
2. 1. 2 Ursachen und Triebkräfte der wirtschaftlichen Globalisierung
2. 1. 3 Relativierung des Globalisierungsphänomens
2. 2 Auswirkungen der wirtschaftlichen Globalisierung
2. 2. 1 Auswirkungen der wirtschaftlichen Globalisierung auf die Umwelt: Umweltbelastungen und daraus entstehende Umweltprobleme

3. Nachhaltige Entwicklung
3. 1 Definition des Begriffes „nachhaltige Entwicklung“_
3. 2 Konkretisierung des Konzeptes einer nachhaltigen Entwicklung
3. 3 Geschichte und die Verwirklichung der nachhaltigen Entwicklung auf internationaler Ebene
3. 3. 1 Die Stockholmer Konferenz
3. 3. 2 Der Brundtlandbericht
3. 3. 3 Die Rio-Konferenz von 1992
3. 3. 4 Der Weltgipfel „Rio + 10“ in Johannesburg 2002

4. Ökologische Nachhaltigkeitsaspekte der wirtschaftlichen Globalisierung
4. 1 Die Institutionen des Welthandels
4. 1. 1 Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen und Welthandelsorganisation

5. Herausforderungen und Handlungsansätze für eine Politik der ökologischen Nachhaltigkeit
5. 1 Nationale Handlungsspielräume für eine Politik der ökologischen Nachhaltigkeit
5. 2 Internationale Handlungsspielräume für eine Politik der ökologischen Nachhaltigkeit
5. 3 Konzepte für eine zukünftige globale Umweltpolitik_

6. Umweltbildung: Bildungs- und Unterrichtsrelevanz

7. Ergebnis

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Begriff Globalisierung ist seit Anfang der 90er Jahre national und international vor allem in der wirtschaftspolitischen Diskussion zu einem viel zitierten Schlagwort aufgestiegen und hat sogar nach Auffassung vieler Autoren ein neues Zeitalter eingeleitet (z.B. Rennings/Hohmeyer 1997:110). Der Prozess der Globalisierung, der alle Lebensbereiche erfasst, wird u.a. auch häufig als Hauptursache der Umweltprobleme unserer Zeit, wie z.B. Treibhauseffekt, Zerstörung der Ozonschicht oder Ausbeutung der Ressourcen angesehen. Die Umweltprobleme haben eine globale Dimension angenommen und berauben als solche die Menschen langfristig ihrer Lebensgrundlage, verursachen globale Schäden in nicht messbaren finanziellen Dimensionen, haben bereits zu Konflikten um knappe Ressourcen geführt (z.B. Öl: Irakkrieg; Wasser: Israel / Palästina, Türkei / Syrien) und werden auch zukünftig weltweit weitere Konflikte schaffen, die unsere Welt nicht sicherer machen.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie zukunftsfähig die aktuellen Globalisierungsprozesse sind, und wie die Globalisierung zukunftsfähig gestaltet werden kann. Deshalb hat im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit die Idee einer „nachhaltigen Entwicklung“ in den letzten Jahren zunehmende Beachtung gefunden. Ihr Ziel ist nämlich die „langfristige Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen, wirtschaftliche Stabilität und soziale Verträglichkeit“ miteinander zu vereinbaren (Petschow 1998).

Vor diesem Hintergrund ist das Ziel dieser Arbeit nun herauszufinden, ob nachhaltige Entwicklung im Umweltbereich und ökonomische Globalisierung überhaupt vereinbar sind. Es soll untersucht werden, ob und wenn ja inwieweit die Ideen einer nachhaltigen Entwicklung in der gegenwärtigen Globalisierung berücksichtigt werden.

Es sollen zunächst das Phänomen der Globalisierung sowie deren Auswirkungen speziell auf die Umwelt (Kapitel 2) und das Konzept einer nachhaltigen Entwicklung sowie deren bisherige Verwirklichung auf internationaler Ebene getrennt dargestellt werden (Kapitel 3). In einem weiteren Teil werde ich untersuchen, inwieweit ökologische Nachhaltigkeitsaspekte in der wirtschaftlichen Globalisierung berücksichtigt werden (Kapitel 4). Dabei gilt es, sich insbesondere mit den Regeln der Welthandelsorganisation bzw. des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen (GATT) auseinander zu setzen. In Kapitel 5 werden schließlich die Handlungsspielräume einer nationalen und internationalen Politik der ökologischen Nachhaltigkeit unter den Bedingungen einer sich globalisierenden Ökonomie aufgezeigt und Kapitel 6 wird abschließend auf die Bildungs- und Unterrichtsrelevanz dieses Themas im Biologieunterricht eingehen.

2. Globalisierung

2. 1 Grundzüge der Globalisierung

2. 1. 1 Definition des Begriffs Globalisierung

Für den Begriff der Globalisierung gibt es eine Vielzahl von Definitionsansätzen. Diesen ist gemeinsam, dass sie Globalisierung allgemein als Prozess einer Intensivierung von internationalen oder globalen wechselseitigen Verflechtungen verstehen, „die die Grenzen nationaler Gesellschaften überschreiten“ (Rennings/Hohmeyer 1997:171). Dieses komplexe Phänomen lässt weiterhin drei verschiedene Hauptdimensionen erkennen, in denen die globalen Vernetzungen in den letzten Jahren verstärkt zugenommen haben: Ökonomie, Ökologie und Kultur (Hey/Schleicher-Tappeser 1998:15). Es gibt andere Autoren (z.B. Beck 1999:42), die eine weitere Differenzierung vornehmen. Diese ist aber für meine Themenstellung nicht von Bedeutung.

Der Grund dafür, dass Globalisierung in der öffentlichen Diskussion oftmals nur eindimensional als ökonomischer Sachverhalt definiert wird, besteht laut G. Fuchs (Flath/Fuchs 1998:67) darin, dass die wirtschaftliche Dimension der „Motor der Veränderung“ sei und daher die beiden anderen Dimensionen bedinge. H. Reimann (2002:109) sieht dagegen keine führende Rolle der wirtschaftlichen Dimension. Nach ihr stehen alle Dimensionen der Globalisierung gleichwertig nebeneinander.

H. Nuhn (1998:51) unterscheidet folgende drei Aspekte der wirtschaftlichen Globalisierung: Die Zunahme des internationalen Handels, durch den „globale Gütermärkte“ entstehen, die Vergrößerung der internationalen Kapitalströme, wodurch „globale Finanzmärkte“ entstehen, und die grenzüberschreitende Organisation der Produktion durch Direktinvestitionen. Diese Merkmale werden auch von einer Definition der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Organization for Economic Cooperation and Development - OECD) gestützt. Sie beschreibt die wirtschaftliche Globalisierung als einen „Prozess, durch den Märkte und Produktion in verschiedenen Ländern immer mehr voneinander abhängig werden, als Folge der Dynamik des Handelns mit Gütern und Dienstleistungen und durch die Bewegung von Kapital und Technologie“ (zitiert nach Fuchs 1998:67f).

Auch ich bin der Meinung von G. Fuchs, dass die wirtschaftliche Dimension im gesamten Globalisierungsprozess die treibende Kraft ist und die anderen Bereiche des multidimensionalen Globalisierungsbegriffes (Ökologie, Kultur bzw. Soziales) beeinflusst. Deshalb werde ich in dieser Arbeit auch die ökonomische Dimension der Globalisierung besonders darstellen, denn ein Großteil der Umweltprobleme hat ihren Ursprung in der wirtschaftlichen Globalisierung.

Der Soziologe U. Beck (1999) grenzt die Begriffe „Globalität“ und „Globalismus“ noch von Globalisierung ab. In dieser Arbeit halte ich eine solche Unterscheidung jedoch nicht für erforderlich.

2. 1. 2 Ursachen und Triebkräfte der wirtschaftlichen Globalisierung

Die Ursachen für die wachsende globale Vernetzung des Wirtschaftslebens sind laut M. Pflüger (2002:6ff) insbesondere auf die folgenden zwei Faktoren zurückzuführen: Zum einen habe der politisch motivierte Abbau von künstlichen Handelshemmnissen (wie z.B. Zollabbau durch das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen - GATT) zu einer Liberalisierung des Welthandels und Deregulierung der Wirtschaft geführt. Zum anderen seien technologische Innovationen im Transport-, Informations- und Telekommunikationsbereich zu nennen, die eine Verringerung von Transport- und Kommunikationskosten zur Folge gehabt hätten. Eine weitere treibende Kraft der Globalisierung sieht der Autor in der dynamischen Entwicklung der ausländischen Direktinvestitionen. Außerdem ist nach Graf (2002:50) mit der Nachfolgeorganisation des GATT, nämlich der Welthandelsorganisation (WTO), ein „System zur globalen Regulierung des Handels und einer Instanz zu dessen Durchsetzung“ geschaffen worden, das die rasante Entwicklung wirtschaftlicher Verflechtungen noch weiter beschleunigt hat. Damit weist die Autorin darauf hin, dass es sich bei der Globalisierung nicht nur um einen natürlichen Vorgang, sondern insbesondere um einen politisch induzierten Prozess handelt.

Das große Interesse der Liberalisierung der Märkte sieht die OECD (2000:204f) in der neoliberalen Theorie begründet, in der es um die „Verwirtschaftlichung des Lebens, Massenkonsum und Massenunterhaltung“ geht. Damit kann der Neoliberalismus auch als Triebkraft der Globalisierung angesehen werden.

2. 1. 3 Relativierung des Globalisierungsphänomens

Nach Auffassung vieler Autoren muss das Globalisierungsphänomen unserer Zeit relativiert werden. Pflüger (2002:18ff) unterscheidet die folgenden drei Dimensionen, in denen eine Relativierung der beschriebenen Erscheinung vorgenommen werden muss: historisch, räumlich und faktisch. Diese Einteilung erscheint mir ebenfalls sinnvoll.

Historische Relativierung:

An dieser Stelle soll der Frage nachgegangen werden, ob die Globalisierung tatsächlich eine neue Erscheinung der 90er Jahre darstellt, wie in der öffentlichen Debatte häufig behauptet wird.

Das Einsetzen der Globalisierung wird in der Literatur ganz unterschiedlich datiert. Diese Feststellung wurde auch von U. Beck (1999:44) gemacht. Der Begriff der Globalisierung als solcher kam zwar erst Ende der 80er Jahre auf (Teusch 2004:21), so dass man daraus schließen könnte, dass es sich dabei um ein relativ neues Phänomen handelt. Das ist aber nicht der Fall. Einige Autoren sehen den Beginn der Globalisierungsprozesse Anfang der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts (Petschow 1998:45), andere datieren sie auf die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg (Nuhn 1998:51), wiederum andere sehen erste Anfänge einer internationalen wirtschaftlichen Verflechtung bereits im 16. Jahrhundert mit Beginn des Kolonialismus. Einen detaillierten historischen Überblick über die Entwicklung wirtschaftlicher Verflechtungen wie er u.a. ausführlich in dem Buch von Osterhammel/Petersson (2003) und in dem Heft von der Bundeszentrale für politische Bildung (2003:13ff) gegeben wird, halte ich im Hinblick auf die Themenstellung für nicht erforderlich.

Welchen zeitlichen Beginn der Globalisierung man nun auch immer annimmt, es lässt sich trotzdem feststellen, dass die gegenwärtige Globalisierungsphase, wenn man von einem weiten Globalisierungsbegriff ausgeht, schon an Entwicklungen zunehmender internationaler Verflechtungen in der Vergangenheit anknüpft, das Globalisierungsphänomen als solches also nicht als neu angesehen werden kann. Zu diesem Schluss kommen u.a. auch U. Petschow (1998:8) oder F. Nuscheler (2000:240).

Allerdings unterscheidet sich die gegenwärtige Globalisierung in mehreren Punkten von den bisherigen Globalisierungserscheinungen. Neu ist u.a., dass der politische Handlungsspielraum der Nationalstaaten wegen der globalen Handels- und Finanzströme und der politischen Zusammenschlüsse zunehmend eingeschränkt wird, und damit ihre Einwirkungsmöglichkeiten bisweilen begrenzt sind. Neu sind auch „Veränderungen im technologischen und im Produktionsbereich“ (Parnreiter et al. 1999:30) und die Tatsache, dass viele Güter in mehreren Schritten an unterschiedlichen Standorten hergestellt werden (Pflüger 2002:20). U. Teusch (2004:74) schlägt deshalb vor, von zwei Globalisierungsphasen zu sprechen: von einer „historischen“ und einer „aktuellen“. Die Letztere hat inzwischen im Hinblick auf die Umweltprobleme eine solche Dynamik erreicht, dass ein unmittelbarer Handlungsbedarf besteht.

Räumliche Relativierung:

Nach Auffassung vieler Autoren (z.B. Beck 1999:199; Hey/Schleicher-Tappeser 1997:9) kann eigentlich von einer Globalisierung der Weltwirtschaft nicht gesprochen werden, da sie eben noch nicht die ganze Welt umfasst. Es sei nach U. Beck (1999:199) vielmehr eine „Internationalisierung“. Einige Autoren (z.B. Hey/Schleicher-Tappeser 1998:1) sprechen im Zusammenhang mit der wachsenden internationalen Verflechtung auch von einer „Kontinentalisierung“.

Betrachtet man die weltweiten wirtschaftlichen Handels- und Produktionsverflechtungen genauer, so fällt auf, dass sie vorwiegend innerhalb und zwischen bestimmten Weltregionen bestehen, nämlich Nordamerika, Europa und Asien. Der Handel und die Auslandsinvestitionen werden primär zwischen den industrialisierten bzw. ähnlich entwickelten Ländern innerhalb dieser drei großen Wirtschaftsräume der Welt abgewickelt, weshalb man auch von einer „Triadisierung der Weltwirtschaft“ sprechen kann (Beck 1999:199).

Während sich der Handel zwischen diesen drei Wirtschaftsblöcken steigert und knapp drei Viertel des gesamten Welthandels ausmacht, nehmen andere Regionen der Welt, die sogenannten Entwicklungsländer, gar nicht oder nur sehr wenig an dem sich ständig beschleunigenden Vorgang teil (Petschow 1998:56). Diese Länder dienen fast ausschließlich als „Ressourcenlieferanten“. Diese Entwicklung hat auch besondere Auswirkungen im Hinblick auf die Umweltprobleme in den so unterschiedlichen Regionen.

Faktische Relativierung:

Auch in faktischer Hinsicht hat nach Auffassung von M. Pflüger (2002:18) eine Relativierung des Begriffs zu erfolgen, da es noch „beträchtliche Mobilitäts- und Handelsbarrieren“ gebe.

2. 2 Auswirkungen der wirtschaftlichen Globalisierung

Es lassen sich sowohl positive als auch negative Auswirkungen der Globalisierung feststellen, die die wirtschaftliche Vernetzung zu einem ambivalenten Vorgang machen, dessen Bewertung von der persönlichen Wahrnehmung und von individuellen Wertmaßstäben abhängig ist (vgl. Teusch 2004:25).

Auffällig ist, dass in der Fachliteratur häufig, wie ich bereits erwähnt habe, die wirtschaftliche Dimension als Hauptursache der vielfältigen Auswirkungen angesehen, und der Schwerpunkt auf die negativen Folgen gelegt wird. Ich werde mich in dieser Arbeit angesichts der Themenstellung in Kapitel 2. 2. 1 auf die Umweltfolgewirkungen beschränken. Einige andere Folgewirkungen positiver und negativer Art sollen hier nur der Vollständigkeit halber ganz kurz genannt werden.

Globalisierungsbefürworter betonen bei den positiven Folgen häufig die „Wohlfahrts- und Einkommenseffekte“ (Graf 2002:57) des internationalen Handels. Globalisierungskritiker (z.B. Mander/Goldsmith 2002) setzen diesem Argument die Tatsache entgegen, dass sich durch die Globalisierung die Kluft zwischen Arm und Reich fast überall auf der Welt in den letzten Jahren vergrößert habe, dass es also nur wenige Gewinner und viele Verlierer gebe. Als weitere negative Auswirkungen werden u.a. die „globale Homogenisierung der Kultur“ (Mander 2002:11) genannt.

2. 2. 1 Auswirkungen der wirtschaftlichen Globalisierung auf die Umwelt:
Umweltbelastungen und daraus entstehende Umweltprobleme

Innerhalb der bereits oben genannten negativen Folgewirkungen der Globalisierung nimmt die Umwelt als Problembereich eine besondere Stellung ein. Denn durch die zunehmende globale Vernetzung der Wirtschaft haben sich die bereits bestehenden internationalen und globalen Umweltprobleme nicht nur verschärft, es sind sogar weitere hinzugekommen (vgl. Hey/Schleicher-Tappeser 1998:16).

Da Handlungsstrategien zur Beseitigung dieser Probleme auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen ansetzen müssen, und um hinterher in Kapitel 5 Handlungsspielräume auf den unterschiedlichen politischen Ebenen diskutieren zu können, ist es auch notwendig, die Umweltprobleme zu kategorisieren. B. Weber (1998:12) unterscheidet zwischen „national begrenzten“, „grenzüberschreitenden“ und „globalen Umweltproblemen“. Unter „grenzüberschreitenden Umweltproblemen“ versteht sie ökologische Phänomene zwischen zwei oder mehreren Staaten. Als Beispiel führt die Autorin die Verschmutzung des Rheins an. „Globale Umweltbelastungen“ werden als Phänomene globalen Ausmaßes definiert.

Zu den globalen Umweltproblemen zählt U. Teusch (2004:59) u.a. den Treibhauseffekt mit der einhergehenden Erwärmung der Erdatmosphäre, verursacht durch den steigenden industrie- und verkehrsbedingten CO2-Ausstoß, die Zerstörung der Ozonschicht durch FCKW, die Gefährdung der genetischen Vielfalt u.a. durch Artensterben, die Belastung und Ausbeutung der Weltmeere, sowie die Gefährdung großer ökologischer Systeme (z.B. der Regenwald), die eine große Bedeutung für das globale ökologische Gleichgewicht haben. Der Autor weist darauf hin, dass auch lokale oder grenzüberschreitende Umweltprobleme, wie z.B. Desertifikation oder Süßwasserverknappung durch Wiederholung bzw. Summierung eine globale Dimension annehmen können, und dass die globalen Umweltprobleme eng miteinander zusammenhängen und sich gegenseitig verstärken können. Als weiteres globales Umweltproblem kann die Ausbeutung natürlicher Ressourcen genannt werden, die ebenfalls infolge der Intensivierung der internationalen Verflechtungen stark zugenommen hat und damit die natürliche Lebensgrundlage des Menschen gefährdet.

3. Nachhaltige Entwicklung

3. 1 Definition des Begriffes „nachhaltige Entwicklung“

Der Begriff der „nachhaltigen Entwicklung“ ist direkt aus dem Englischen „sustainable development“ übersetzt worden. Obwohl „sustainable“ soviel wie anhaltend bzw. dauerhaft heißt, hat sich in den Fachkreisen die Übersetzung „nachhaltig“ durchgesetzt. Bei diesem Adjektiv handelt es sich um einen Begriff der Forstwirtschaft. In nachhaltig bewirtschafteten Wäldern überschreitet die Holzernte nicht die Regenerationsfähigkeit des Waldes, so dass der Bestand folglich erhalten bleibt (Heidorn 1997:6).

Der Begriff geht auf die Konzeption des Brundtlandberichtes „Our Common Future“ der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (WCED) im Jahre 1987 zurück. Sie definiert nachhaltige Entwicklung ganz allgemein als eine Entwicklung, „die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren eigenen Lebensstil zu wählen“ (Brundtlandbericht 1987, zitiert nach Heidorn 1997:6). Dabei geht es der WCED nicht allein um die Gerechtigkeit zwischen Generationen (intergenerationell), sondern auch um die Gerechtigkeit innerhalb jeder Generation (intragenerationell). Die intergenerationelle Gerechtigkeit bezieht sich nach Brand (1997:14) auf die Forderung, „das ,Naturkapital’ auch für zukünftige Generationen zu erhalten“, während die intragenerationelle Gerechtigkeit darauf abzielt, „allen Menschen ähnliche Chancen zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse zu bieten“. Letztere spielt damit u.a. auf die bestehende Ungleichheit im Umweltverbrauch zwischen den Industrie- und Entwicklungsländern an. Das „umweltbelastende, material-, energie- und ressourcenintensive Wachstum einer Minderheit der Weltbevölkerung im Norden steht einer großen Mehrheit im Süden gegenüber“ (Brand 1997:14).

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Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Probleme der wirtschaftlichen Globalisierung
Untertitel
Umwelt und ökologische Nachhaltigkeit
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Didaktik der Biologie)
Veranstaltung
Bildung für eine nachhaltige Entwicklung - Geschichte, Inhalt, Umsetzung, Perspektiven
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
33
Katalognummer
V127535
ISBN (eBook)
9783640340149
ISBN (Buch)
9783640522811
Dateigröße
471 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Probleme, Globalisierung, Umwelt, Nachhaltigkeit
Arbeit zitieren
Alice Sievers (Autor), 2005, Probleme der wirtschaftlichen Globalisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127535

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