Die Themenzentrierte Interaktion (TZI) ist ein Gruppenverfahren, das im Jahre 1955 von Ruth C. Cohn auf der Grundlage von Erkenntnissen der Psychoanalyse und durch Einflüsse der Gruppentherapie entwickelt worden ist (vgl. Löhmer/Standhardt 2006, 15; vgl. Langmaack 2001, 16). In den letzten vier Jahrzehnten hat es eine weite Verbreitung in Mitteleuropa erfahren, gegenwärtig ist die TZI eines der meistangewandten Gruppenverfahren in den Bereichen der Humanistischen Psychologie und Pädagogik (vgl. Löhmer/Standhardt 2006, 9). Die TZI richtet sich insbesondere an Menschen, die Arbeits- und Lernbereiche strukturieren, unter anderem auch an Lehrkräfte.
In der Ausarbeitung wird aufgezeigt, wie die Grundlagen der TZI an einer Fachschule für Sozialpädagogik im Unterrichtsfach Deutsch zur Thematik "Märchen" umgesetzt werden können.
Zur Einführung ist der Ausarbeitung zunächst eine theoretische Auseinandersetzung mit der TZI und dem Unterrichtsgegenstand "Märchen" zu entnehmen. Es folgt eine detaillierte Vorstellung der ersten Unterrichtsstunde (Doppelstunde) sowie die Darstellung der gesamten Unterrichtsreihe, die insgesamt 20 Unterrichtsstunden umfasst.
Didaktisch-methodisch aufgearbeitet werden u.a. folgende Themen: Begrifflichkeit, Geschichte und Abgrenzung des Märchens zu anderen Gattungen; Unterscheidung von Volks-, Kunst- und modernen Märchen; Analyse von Volksmärchen; Bedeutung des Märchens für die kindliche Entwicklung; Grausamkeit im Märchen; Gestaltendes Vorlesen von Märchen. Des Weiteren werden Anregungen zur Gestaltung einer Projektarbeit gegeben.
In übersichtlicher Tabellenform werden jeweils Angaben zur vorgesehenen Zeit, zur jeweiligen Unterrichtsphase, zu den verfolgten Zielen, zum inhaltlichen Vorgehen bzw. Ablauf der Unterrichtsstunde, zu der Sozialform und dem methodischen Vorgehen, zu den benötigten Materialien und Medien gemacht. Ferner wird das jeweilige Vorgehen auf der Grundlage der TZI begründet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. TZI als Grundlage für den Entwurf einer Unterrichtseinheit
3. Konkrete Lernsituation
4. Lernziele
5. Exemplarische Vorstellung der ersten Unterrichtsstunde
6. Vorstellung der Unterrichtseinheit
7. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, auf Basis der Themenzentrierten Interaktion (TZI) nach Ruth C. Cohn eine didaktisch fundierte Unterrichtseinheit zum Thema „Märchen“ für die 11. Klasse einer Fachschule für Sozialpädagogik zu konzipieren. Die Arbeit reflektiert dabei, wie durch eine bewusste Balance zwischen den Dimensionen ICH, WIR, ES und GLOBE ein motivierender und reflektierter Lernprozess gestaltet werden kann.
- Theoretische Fundierung der TZI als Gruppenverfahren
- Analyse der Rahmenbedingungen und Lernsituation in einer sozialpädagogischen Fachschule
- Formulierung von Lernzielen im Kontext von Sach-, Selbst- und Sozialkompetenz
- Exemplarische Planung und methodische Detaillierung von Unterrichtsstunden
- Praxisorientierte Verknüpfung von Fachwissen und Erzieherausbildung
Auszug aus dem Buch
Hänsel und Gretel auf Türkisch
Murat und Aishe gehen dursch Wald, auf Suche nach korrekte Feuerholz. Aishe fragt Murat: „Alder, hast du Kettensäge?“
Murat: „Normal! Hab isch in meinen Tasche, oder was!?“
Auf der Suche nach korrekte Baum, verirrten sie sie krass in den Wald.
Murat: „Ey scheiße, oder was!? Hast du konkrete Plan, wo wir sind, oder was?!“
Aishe: „Nee scheißßßßßßßße, aber isch riesche Dönerbude!“
Murat: „Ja fäääääääät!“
Aishe: „Normaaal, da vorn an den Ecke!“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung der TZI als Gruppenverfahren und begründet die Wahl des Märchen-Themas für die Ausbildung angehender Erzieher.
2. TZI als Grundlage für den Entwurf einer Unterrichtseinheit: Dieses Kapitel beschreibt die vier TZI-Dimensionen (ICH, WIR, ES, GLOBE) und deren Bedeutung für die Unterrichtsplanung sowie die Reflexion der Lehrpersönlichkeit.
3. Konkrete Lernsituation: Hier werden die Rahmenbedingungen der Fachschule für Sozialpädagogik beleuchtet und die Relevanz des Märchens als Unterrichtsgegenstand herausgearbeitet.
4. Lernziele: Dieses Kapitel gliedert die angestrebten Lernziele in das Anliegen der Lehrperson sowie spezifische Ziele für die ICH-, WIR- und ES-Erfahrung der Schüler.
5. Exemplarische Vorstellung der ersten Unterrichtsstunde: Eine detaillierte Darstellung einer Doppelstunde mit konkretem Ablauf, methodischem Vorgehen und pädagogischer Begründung nach TZI-Prinzipien.
6. Vorstellung der Unterrichtseinheit: Dieses Kapitel skizziert den weiteren geplanten Verlauf der Unterrichtsreihe mit verschiedenen Unterrichtsphasen wie Analysen, Expertenlernen und Projektarbeit.
7. Schlussbetrachtung: Ein Resümee über die Eignung der TZI für die Unterrichtsplanung und die persönliche Reflexion des Lernzuwachses durch dieses Modell.
Schlüsselwörter
Themenzentrierte Interaktion, TZI, Märchen, Deutschunterricht, Sozialpädagogik, Erzieherausbildung, Unterrichtsplanung, Gruppenverfahren, ICH, WIR, ES, GLOBE, Kompetenzförderung, Didaktik, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit entwickelt ein didaktisches Konzept für eine Unterrichtseinheit zum Thema „Märchen“, basierend auf dem Modell der Themenzentrierten Interaktion (TZI) nach Ruth C. Cohn.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Anwendung der TZI-Dimensionen auf den Schulunterricht, die inhaltliche Auseinandersetzung mit Märchen als Kulturgut sowie die berufsbezogene Vorbereitung angehender Erzieher.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Ziel ist es, den Schülern durch eine bewusste Steuerung von Selbst-, Sozial- und Sachkompetenz eine tiefgehende Auseinandersetzung mit Märchen zu ermöglichen, die gleichzeitig deren berufliche Kompetenzen stärkt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird die Methode der Themenzentrierten Interaktion (TZI) angewendet, die den Unterricht als Balanceakt zwischen dem Individuum, der Gruppe, dem Thema und dem Umfeld (GLOBE) begreift.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Planung der Unterrichtseinheit, von der Reflexion der Lernvoraussetzungen und Lernziele bis hin zur konkreten methodischen Ausgestaltung einzelner Unterrichtsstunden.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie TZI-Balance, Märchenanalyse, berufsorientierter Deutschunterricht, Partizipation und pädagogische Professionalisierung beschreiben.
Warum wird als Einstieg ein „modernes Märchen“ gewählt?
Das moderne Märchen „Hänsel und Gretel auf Türkisch“ dient als motivierender und provokativer Anker, um das Interesse der Lernenden zu wecken und eine Verbindung zwischen traditioneller Literatur und ihrer heutigen Lebenswelt herzustellen.
Welche Rolle spielt der „GLOBE“ in der Planung?
Der GLOBE umfasst die Rahmenbedingungen, wie den Erzieherberuf und die Fachschule, und stellt sicher, dass der Unterricht für die Schüler in Bezug auf ihre zukünftige berufliche Praxis einen hohen Stellenwert behält.
- Quote paper
- Corinna Kühn (Author), Caroline Knaup (Author), 2009, Unterrichtseinheit auf Basis der Themenzentrierten Interaktion nach Ruth C. Cohn: "Märchen im Deutschunterricht an sozialpädagogischen Fachschulen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127548