In der vorliegenden Hausarbeit zum Thema Maßregelvollzug, im Modul Strafrecht und Kriminologie, wird die Autorin den Maßregelvollzug beschreiben, um den Leser_innen transparent den Maßregelvollzug näherzubringen und das Vorgehen in den forensischen Kliniken zu erklären. Der Fokus dieser Hausarbeit wird auf den Paragraphen (§) 63 Strafgesetzbuch (StGB) gelegt.
Durch die Gesellschaft und die Medien steht der Maßregelvollzug oft in der Kritik. Menschen, die im Maßregelvollzug untergebracht sind, haben in der Regel schwere Delikte begangen. Die meisten Menschen in der Gesellschaft haben
Angst und Misstrauen vor den Einrichtungen und ihren Patienten. Sie verstehen nicht, warum die Patienten nicht in die normale Justizvollzugsanstalt gesperrt werden. Um diesen Vorurteilen und Missverständnissen entgegenzuwirken, soll in der vorliegenden Hausarbeit die Aufgaben und die Ziele des Maßregelvollzugs beschrieben werden und auf die Leitfrage: Was ist der Maßregelvollzug und wie wird die Sicherheit und der Schutz der Allgemeinheit vor weiteren erheblichen rechtswidrigen Taten durch die Patienten_innen gewährleistet?
Um ein klares Bild über den Maßregelvollzug zu schaffen, wird er in den folgenden Kapiteln beschrieben, die Ziele und relevante Straftaten erläutert sowie die typischen Störungsbilder genannt. Folgend werden die rechtlichen Rahmenbedingungen erläutert und die auszuführenden Aufgaben im Maßregelvollzug dargestellt. Letztlich wird die Autorin erklären, wie die Maßnahmen beendigt werden und die Leitfrage beantwortet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition
2.1. Beschreibung
2.2. Ziele des Maßregelvollzugs
2.3 relevante Störungsbilder und Straftaten
3 Rechtliche Rahmenbedingungen
4 Therapieverfahren
5 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Hausarbeit setzt sich zum Ziel, den Maßregelvollzug transparent zu beschreiben, Vorurteile durch Aufklärung abzubauen und das praktische Vorgehen forensischer Kliniken zu erläutern, wobei insbesondere nach der Gewährleistung des Schutzes der Allgemeinheit bei gleichzeitiger Besserung der Patienten gefragt wird.
- Grundlagen und Definition des Maßregelvollzugs
- Ziele, rechtliche Rahmenbedingungen und Störungsbilder
- Multidisziplinäre therapeutische Verfahren und Behandlungsplanung
- Sicherungsaspekte und Prozesse der Entlassung sowie Bewährung
- Die Rolle der forensischen Psychiatrie im Lichte des Schuldprinzips
Auszug aus dem Buch
2.1. Beschreibung
Der Maßregelvollzug ist ein Tätigkeitsfeld der forensischen Psychologie. Der Maßregelvollzug findet in Abteilungen von psychatrischen Kliniken oder in psychatrisch-forensischen Fachkrankenhäusern statt. In der Regel leben im Maßregelvollzug schuldunfähige oder vermindert schuldfähige Straftäter_innen (gemäß §63 StGB). Sie sitzen aufgrund von psychischen Erkrankungen ein, durch die sie eine schwere Straftat begangen haben. Es ist davon auszugehen, dass sie nach einer Entlassung aus einer normalen Justizvollzugsanstalt weitere erhebliche Straftaten erwarten zu sind. Das bedeutet für die Betroffenen, dass sie nicht für ihre Taten zur Verantwortung gezogen werden können und werden daher durch ein Gericht in eine forensisch-psychatrische Klinik eingewiesen.
Während der Therapie werden den Betroffenen angepasste Therapiemaßnahmen angeboten (vgl. Trost/ Rogge 2016: 8ff). Adäquate personelle Ressourcen sin die wichtigste Voraussetzung für eine gerechte Behandlung der Patienten. Die Patienten werden durch multiprofessionelle Teams betreut mit multidisziplinären Strategien. Sie werden unter anderem psychotherapeutisch, medikamentös, ergo- und sozio-/milieutherapeutisch behanndelt. Die räumliche Ausstattung ist ebenso auf die Bedürfnisse der zu behandelnen Patienten angepasst. Dadurch ist eine professionelle und fachgerechte Behandlung sowie eine sichere Unterbringung zur Besserung und Sicherung der Patienten_innen gewährleistet. Der psychiatrische Maßregelvollzug orientiert sich bei der Arbeit mit den Patienten_innen an den Grundlagen der forensischen Psychatrie und der Psychotherapie (vgl. Müller et al. 2018: 6ff). Genau gesehen ist der Maßregelvollzug im Gegensatz zu einer Justizvollzugsanstalt eine ärztlich geleitetes, strafrechtlich geleitete Zwangsmaßnahme (vgl. Stolpmann 2010: o.S.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Kritik am Maßregelvollzug ein und definiert Leitfragen sowie methodische Schwerpunkte der Arbeit hinsichtlich § 63 StGB.
2 Definition: Hier werden grundlegende Begrifflichkeiten, die Ziele des Vollzugs sowie relevante Störungsbilder erläutert, um ein fachliches Verständnis zu etablieren.
3 Rechtliche Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel erläutert die Einbettung des Maßregelvollzugs in das Strafrecht, insbesondere das Schuldfähigkeitsprinzip nach § 20 und § 63 StGB.
4 Therapieverfahren: Es wird der Prozess der therapeutischen Behandlung, die Rolle der Prognose und die Vorbereitung auf die bedingte Entlassung beschrieben.
5 Fazit: Das Fazit stellt die Doppelfunktion von Besserung und Sicherung heraus und plädiert für mehr Transparenz, um den negativen gesellschaftlichen Blick zu verändern.
Schlüsselwörter
Maßregelvollzug, § 63 StGB, forensische Psychiatrie, Schuldprinzip, psychiatrische Kliniken, Straftäter, Therapieverfahren, Sicherung, Besserung, Resozialisierung, psychische Erkrankungen, forensische Psychologie, Unterbringung, Vollzugslockerung, Bewährung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Funktionsweise und den Zielen des Maßregelvollzugs im Rahmen des § 63 StGB in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit behandelt die rechtlichen Grundlagen, die therapeutische Versorgung forensischer Patienten sowie das Spannungsfeld zwischen Sicherung der Allgemeinheit und der Besserung des Einzelnen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Maßregelvollzug verständlich zu erklären und zu beantworten, wie die Sicherheit der Allgemeinheit vor weiteren erheblichen Straftaten durch psychisch kranke Täter gewährleistet wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachliche Ausarbeitung auf Basis von Literaturrecherche und der Analyse relevanter Gesetzestexte wie des Strafgesetzbuches (StGB).
Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil analysiert die Definitionen des Vollzugs, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Unterbringung sowie die diversen therapeutischen Verfahren und Entlassungsstrategien.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit kennzeichnen?
Maßregelvollzug, forensische Psychiatrie, § 63 StGB, Schuldprinzip, Besserung und Sicherung.
Warum erfolgt die Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus und nicht in eine Justizvollzugsanstalt?
Betroffene sind aufgrund psychischer Erkrankungen schuldunfähig oder vermindert schuldfähig, weshalb sie nicht im Sinne des Schuldprinzips für ihre Taten bestraft werden können, sondern therapeutischer Behandlung bedürfen.
Wie werden Lockerungen und die Entlassung für Patienten gehandhabt?
Lockerungen sind stufenweise vorgesehen und dienen der Resozialisierung, wobei eine endgültige Entlassung an eine positive Prognose hinsichtlich der Rückfallgefahr sowie an die Etablierung eines Hilfenetzwerkes gebunden ist.
- Quote paper
- Celine Heldt (Author), 2019, Maßregelvollzug in forensischen Kliniken. Beschreibung, Ziele und Rahmenbedingungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1275571