Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die verschiedenen Sichtweisen des Pilgertattoos zu geben. Die Arbeit gliedert sich in drei Teile. Zu Beginn werde ich die allgemeine Geschichte des Tattoos kurz erläutern. Angefangen von der Steinzeit, über Ägypten, dem alten Orient, die drei großen Religion miteinschließend bis hin zum Mittelalter versuche ich den Weg des Tattoos nachvollziehbar zu machen.
Später im zweiten Teil, und damit im Hauptteil, die Funktion, die Geschichte und Technik des Pilgertattoos herauszuarbeiten. Ich versuche den Ursprung aus Jerusalem darzulegen und den Weg des Pilgertattoos nach Europa zu konkretisieren. In diesem Kapitell werde ich versuchen Belege für Pilgertattoos vorzuführen und zu erläutern, denn zu dieser Zeit gibt es besonders detaillierte Reiseberichte.
Abschließend, mit der zuvor erhaltenden Information, thematisiere ich das Pilgertattoo in der heutigen Zeit. Ich führe hier die Familie Razzouk an, die eine lange Tradition des Tätowierens hat und auf Pilgertätowierungen in Jerusalem bis zum heutigen Tag spezialisiert ist. Dies führt mich unwiderruflich zu dem Konflikt, der heute besteht, wie Christentum und Tattoos zu vereinigen sind.
Im Fazit wird die herausgearbeitete Information kurz zusammengefasst und weiter interpretiert und die Ergebnisse in einen Diskurs gebracht.
Inhaltsverzeichnis
1.EINLEITUNG
2.EINE KURZE GESCHICHTE DES TATTOOS
3.DER URSPRUNG DES PILGERTATTOOS AUS JERUSALEM UND SEIN WEG NACH EUROPA
4.DAS PILGERTATTOO IN DER HEUTIGEN ZEIT
5.FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die religiöse Bedeutung des Pilgertattoos, ausgehend von seinen Ursprüngen bis hin zur zeitgenössischen Praxis. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie sich das christliche Verständnis von Tätowierungen zwischen dem Verbot durch alttestamentliche Traditionen und der Akzeptanz als Ausdruck religiöser Identifikation gewandelt hat.
- Historische Genese der Tätowierung von der Steinzeit bis zum Mittelalter
- Ursprung und Verbreitung der Jerusalemer Pilgertätowierung in Europa
- Techniken und Ikonographie der traditionellen Pilgermotive
- Die Kontinuität religiöser Tattoo-Traditionen am Beispiel der Familie Razzouk
- Diskurs über das Spannungsfeld zwischen christlicher Identität und Körperveränderung
Auszug aus dem Buch
3. Der Ursprung des Pilgertattoos aus Jerusalem und sein Weg nach Europa
„Es kam ein Christ von Bethlehem / der einen gantzen Sack voll Formen hatte / in Holz geschnitten / aus welchem ich mir die hierbey gebildeten Zeichen erwehlet und ausgelesen (...) / Er wusch mir aber erstlich den Arm mit wein rein abe / netztete die Form ein wenig / und besprengte sie mit gestossenen Kohlen / hernach drucktete er sie mir auf den Arm / da solches nun geschehen hat er in einem Glase Büchsen-Pulver mit Eßig / fast wie Dinte temperiert und zugerichtet / auch zwey subtile Neh-Nadeln in einen Stecken gestossen / die er wie eine Feder in das temperirte Pulver eintauchte / nahm meinen Arm in eine Hand / und stach mit der anderen Stich bey Stich in die abgezeichnete Figuren / so tieff / daß nach jedem Stich das Blut folgete / und einen ziemlichen Schmerz verursachte.
Da er nun mit etlichen tausend Stichen eine Figur geendet / wusch er mir die Haut sauber ab / und sahe / wo noch nicht genug gestochen war / welches er denn mit neuen Stichen verbesserte / und mir nachmahls den Arm mit seinen Händen so druckete / daß sich alle Löcher öffnet / und das Bllut wie aus einer Sprützen heraus gesprützet. Wie nun solches geschehen / rieb er mir zum Überfluß das temperierte Pulber gar starck in den Arm hinein / und machete mir den arm so weit / als das Zeichen ging / gantz schwartz / worauff ich den Arm zwey Tage lang im Bande tragen muste / nach verflossenen zweyen Tagen / wusch er mir den Arm reine abe / mit starckem Wein und fing mir an das andere zeichen zu stechen / welches er wie das vorige endigte / verfuhr auch also mit dem Dritten Vierdten und Fünfften.“
Zusammenfassung der Kapitel
1.EINLEITUNG: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach Ursprung und Sinn des Pilgertattoos im Kontext des Christentums vor und skizziert den methodischen Aufbau der Arbeit.
2.EINE KURZE GESCHICHTE DES TATTOOS: Dieses Kapitel erläutert die allgemeine Geschichte der Tätowierung von der Steinzeit über Ägypten und den alten Orient bis hin zur Antike und dem Mittelalter.
3.DER URSPRUNG DES PILGERTATTOOS AUS JERUSALEM UND SEIN WEG NACH EUROPA: Der Fokus liegt auf der Entwicklung des Pilgertattoos als Identifikationszeichen, der Technik unter Verwendung von Holzmatrizen sowie historischen Reiseberichten.
4.DAS PILGERTATTOO IN DER HEUTIGEN ZEIT: Das Kapitel thematisiert die jahrhundertealte Tradition der Tätowierer-Familie Razzouk in Jerusalem und reflektiert das heutige Verständnis von Tattoos im Christentum.
5.FAZIT: Im Fazit werden die gewonnenen Erkenntnisse über die Entwicklung des Pilgertattoos synthetisiert und die Bedeutung als Ausdruck persönlicher Religiosität betont.
Schlüsselwörter
Pilgertattoo, Christentum, Jerusalemkreuz, Religionswissenschaft, Tätowierung, Identifikation, Tradition, Familie Razzouk, Mittelalter, Hautzeichen, Körperstigma, Wallfahrt, Ikonographie, Bibel, Heilsgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht die Geschichte und Bedeutung von Pilgertätowierungen, insbesondere mit religiösem Bezug zum Jerusalembesuch, sowie deren Bewertung im christlichen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Tätowierkunst, dem spezifischen Jerusalemer Pilgertattoo und der theologischen Auseinandersetzung mit Tattoos im Christentum.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über die verschiedenen Sichtweisen auf das Pilgertattoo zu geben und den Wandel von der stigmatisierten Kennzeichnung zur bewussten religiösen Identifikation aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse, der Auswertung historischer Reiseberichte sowie der Untersuchung bildlicher Quellen und ikonographischer Traditionen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der allgemeinen Tattoo-Geschichte, der technischen Umsetzung der Pilgertattoos mittels Holzmatrizen und der langlebigen Tradition der Familie Razzouk in Jerusalem.
Wie lässt sich die Haltung der Kirche zu Tattoos zusammenfassen?
In der Arbeit wird deutlich, dass sich die Haltung über die Zeit gewandelt hat: von alttestamentlichen Verboten hin zu einem Verständnis, bei dem die Motivation – das „Tun zu Gottes Ehren“ – entscheidend für die Bewertung ist.
Was unterscheidet das Jerusalemer Pilgertattoo von anderen Tätowierungen?
Die Einzigartigkeit liegt in der Verwendung einer speziellen Tinte aus Ochsengalle und Ruß sowie dem gezielten Einsatz von Holzmatrizen, die christliche Symbole druckten, um Dokumentationscharakter zu erzielen.
Welche Rolle spielt die Familie Razzouk?
Die Familie Razzouk ist ein zentrales Fallbeispiel, da sie seit 700 Jahren in Jerusalem Pilgertattoos tätowiert und damit eine lebendige Brücke zwischen historischer Tradition und zeitgenössischer christlicher Praxis bildet.
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- Kristina Melnik (Author), 2020, Das Pilgertattoo. Von seinem Ursprung bis zur heutigen Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1275812