Diese Projektarbeit geht der Frage nach, inwiefern sich der Klimawandel auf die passive Rückversicherung eines Versicherungsunternehmens auswirkt. Zudem ergibt sich die Frage, welche Arten des Risikotransfers Versicherungsunternehmen hinsichtlich der steigenden Katastrophenrisiken wählen sollten. Im folgenden Kapitel werden die Besonderheiten der Rückversicherung beschrieben. Dabei wird zunächst allgemein auf den Begriff der Rückversicherung und deren Funktion eingegangen. Im Nachgang werden aktive und passive Rückversicherung
voneinander abgegrenzt. Die Formen der Rückversicherungen werden einzeln betrachtet, und Vor- und Nachteile der Rückversicherungsformen werden herausgearbeitet. Am Ende des zweiten Kapitels werden die verschiedenen Arten
der Rückversicherung unterschieden und nochmal jeweils in verschiedene Vertragsarten unterteilt.
In einem weiteren Kapitel werden die Risiken im Bereich der Sachversicherung thematisiert. Hierzu wird zunächst einmal die Sachversicherung von anderen Versicherungssparten abgegrenzt und die der Sachversicherung unterstellten
Versicherungen näher betrachtet. Das versicherungstechnische Risiko spielt vor allem in Bezug auf den Klimawandel eine große Rolle, da sich das Klima auf dieses Risiko auswirkt. Deshalb wird das versicherungstechnische Risiko und
dessen drei Bestandteile definiert. Zudem wird das Katastrophenrisiko näher betrachtet und Möglichkeiten der Begrenzung des versicherungstechnischen Risikos aufgegriffen.
Das vierte Kapitel beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Klimawandel. Dabei wird die Entwicklung des Klimas und dessen Auswirkungen in den letzten Jahren analysiert. Zudem werden die Folgen für die Versicherungswirtschaft und somit auch für die Rückversicherung betrachtet. Im gleichen Zug werden alternative Risikotransfers thematisiert, da diese größtenteils bei Katastrophenrisiken eingesetzt werden. Zuletzt wird auf Basis der in den vorhergehenden Kapiteln bearbeiteten Themen die oben genannte Forschungsfrage beantwortet und ein kurzer Ausblick in die Zukunft gewährleistet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Ziel und Gang der Untersuchung
2 Besonderheiten der Rückversicherung
2.1 Begriff und Funktionen der Rückversicherung
2.2 Abgrenzung der aktiven von der passiven Rückversicherung
2.3 Formen der Rückversicherung
2.3.1 Obligatorische Rückversicherung
2.3.2 Fakultative Rückversicherung
2.3.3 Mischformen
2.4 Rückversicherungsarten
2.4.1 Proportionale Rückversicherung
2.4.2 Nichtproportionale Rückversicherung
3 Risiken im Bereich der Sachversicherung
3.1 Die zugehörigen Versicherungen der Sachversicherung
3.2 Das versicherungstechnische Risiko
3.2.1 Definition des versicherungstechnischen Risikos
3.2.2 Irrtumsrisiko
3.2.3 Änderungsrisiko
3.2.4 Zufallsrisiko
3.3 Katastrophenrisiko
3.3.1 Begrenzung des versicherungstechnischen Risikos
4 Die Rolle des Klimawandels für die Versicherungswirtschaft
4.1 Veränderung des Klimas in den letzten Jahren
4.2 Einfluss des Klimawandels auf die Versicherungswirtschaft
4.3 Alternativer Risikotransfers als Alternative zu Rückversicherungsverträgen
4.3.1 Allgemeines zu Alternativen Risikotransfers
4.3.2 Instrumentenklassen der Alternativen Risikotransfers
4.3.3 Cat-Bonds zur Absicherung gegen Risiken durch den Klimawandel
5 Fazit
5.1 Beantwortung der Forschungsfragen
5.2 Persönliches Fazit und Ausblick für die Zukunft
Zielsetzung & Themen
Diese Projektarbeit untersucht, inwiefern der Klimawandel das Geschäftsmodell und die passive Rückversicherung von Sachversicherern beeinflusst und welche Risikotransfer-Strategien für Versicherungsunternehmen angesichts zunehmender Katastrophenrisiken am effizientesten sind.
- Grundlagen und Funktionen der klassischen Rückversicherung
- Analyse versicherungstechnischer Risiken in der Sachversicherung
- Auswirkungen des Klimawandels auf Naturkatastrophen und die Assekuranz
- Vergleich der klassischen Rückversicherung mit alternativen Mechanismen (ART)
- Bewertung von Katastrophenanleihen (Cat-Bonds) als Risikoinstrument
Auszug aus dem Buch
3.3 Katastrophenrisiko
Das Wort Katastrophe leitet sich aus den griechischen Wörtern kata, welches mit herab oder nieder, und strephein, was mit wenden übersetzt wird, ab. Folglich bedeutet Katstrophe soviel wie Umwendung und bezeichnet ein Unglücksereignis, welches schwere Folgen mit sich bringt (vgl. DWDS).
Als Katastrophenrisiko wird in der Versicherungswirtschaft ein Katastrophenereignis bezeichnet, welches mehrere Personen- und Sachschänden gleichzeitig zur Folge hat. Es handelt sich demnach um eine ähnliche Definition wie beim Kumulrisiko, jedoch ist die Eintrittswahrscheinlichkeit des Katastrophenereignisses sehr gering. Wenn das Schadenereignis jedoch eintritt, ist dies oft mit außergewöhnlich hohen Schadensummen verbunden (vgl. Derk 2012, Seite 7). Unter das Katastrophenrisiko fallen sogenannte Man-Made Katastrophen, deren Ursache Handlungen von Menschen sind. Beispiele hierfür sind Bürger-/Kriege oder Terrorismus. Des Weiteren fallen Epidemien und Pandemien in den Bereich des Katastrophenrisikos, wobei das wohl bekannteste Beispiel momentan die Corona-Krise ist. Zuletzt gibt es die Naturkatastrophen, welche nochmals unterteilt werden. Beispielsweise unterscheidet die Münchner Rückversicherungsgesellschaft zwischen geophysikalischen-, meteorologischen-, hydrologischen- und klimatologischen Gefahren. Unter die geophysikalischen Gefahren fallen Vulkanausbrüche, Erdbeben oder Erdsenkungen. Als meteorologische Gefahren werden Phänomene bezeichnet, die das Wetter betreffen wie Stürme, Unwetter, Hagel oder Tornados. Dem Namen nach handelt es sich bei hydrologischen Gefahren um Gefahren, die etwas mit Wasser zu tun haben. Beispiele hierfür sind Überschwemmungen, Hochwasser oder Sturmfluten. Klimatologische Gefahren schließen Gefahren ein, die aufgrund von Extremtemperaturen entstehen, zum Beispiel Dürren, Hitzewellen oder auch Waldbrände in Folge von Trockenheit (vgl. Munich Re).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Klimawandels für die Assekuranz ein und definiert Ziel sowie Gang der Untersuchung.
2 Besonderheiten der Rückversicherung: Hier werden Definitionen, Funktionen und verschiedene Formen der Rückversicherung sowie die Abgrenzung zwischen aktiver und passiver Rückversicherung erläutert.
3 Risiken im Bereich der Sachversicherung: Dieses Kapitel behandelt die spezifischen Risiken der Sachversicherungssparten, definiert versicherungstechnische Risiken und erörtert das Katastrophenrisiko sowie Methoden zur Risikobegrenzung.
4 Die Rolle des Klimawandels für die Versicherungswirtschaft: Das Hauptkapitel analysiert die klimatischen Entwicklungen, deren Auswirkungen auf die Versicherungswirtschaft und untersucht Alternativen Risikotransfers wie Cat-Bonds.
5 Fazit: Das abschließende Kapitel beantwortet die Forschungsfragen und bietet ein persönliches Resümee sowie einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.
Schlüsselwörter
Klimawandel, Rückversicherung, Sachversicherung, Katastrophenrisiko, Risikotransfer, Naturkatastrophen, passive Rückversicherung, versicherungstechnisches Risiko, Cat-Bonds, Versicherungswirtschaft, Kumulrisiko, Instrumentenklassen, Risikokapazität, Schadenhöhe, Versicherungsderivate.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des Klimawandels auf das Geschäftsmodell von Sachversicherern, insbesondere mit Blick auf die Notwendigkeit einer passiven Rückversicherung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf den Formen der Rückversicherung, der Klassifizierung von Risiken in der Sachversicherung sowie der Bedeutung von innovativen, alternativen Risikotransfermechanismen als Antwort auf den Klimawandel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, darzulegen, wie Versicherungsunternehmen auf die steigenden, klimawandelbedingten Katastrophenrisiken reagieren können und ob klassische Rückversicherungsverträge langfristig ausreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Projektarbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung bestehender Literatur, Branchenberichte und versicherungsökonomische Konzepte, um die Wirkungsweisen von Risikotransfers zu analysieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Rückversicherung, die Analyse versicherungstechnischer und klimatischer Risiken sowie eine detaillierte Betrachtung alternativer Risikotransfers wie Katastrophenanleihen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Klimawandel, Rückversicherung, Naturkatastrophen, Risikotransfer, Sachversicherung, Katastrophenanleihen und versicherungstechnisches Risiko.
Warum spielt die passive Rückversicherung eine so wichtige Rolle für Erstversicherer?
Sie ermöglicht es Versicherungsunternehmen, ihre Zeichnungskapazitäten zu erhöhen, Risiken finanziell zu begrenzen und ihre Solvabilität gegenüber den Versicherten sicherzustellen.
Was sind Cat-Bonds und wie funktionieren sie?
Cat-Bonds (Katastrophenanleihen) sind strukturierte Finanzinstrumente, bei denen das versicherungstechnische Risiko bei Eintritt eines ex ante definierten Katastrophenereignisses auf den Kapitalmarkt übertragen wird.
Welches Fazit zieht der Autor bezüglich der Wahl zwischen klassischer Rückversicherung und Alternativen Risikotransfers?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die klassische Rückversicherung aktuell aufgrund des spezifischen Know-hows der Rückversicherer die überlegene Alternative bleibt, während ART-Instrumente zwar Potenzial haben, aber noch Informationsasymmetrien überwinden müssen.
- Arbeit zitieren
- S. Fußer (Autor:in), 2020, Auswirkungen ausgewählter Aspekte des Klimawandels auf das Geschäftsmodell eines Sachversicherers, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1276098