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Die Bergpredigt als friedensethisches Programm

Titel: Die Bergpredigt als friedensethisches Programm

Seminararbeit , 2022 , 20 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Alexander Berghaus (Autor:in)

Ethik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Bergpredigt Jesu (Mt 5,1-7,29) stellt, trotz ihrer häufigen und intensiven Rezeption und der Beschäftigung mit ihren Kernaussagen, nach wie vor zentrale Fragen an die Christenheit und darüber hinaus an die Menschheit als solche. Insbesondere in Kriegs- und Krisenzeiten stellen sich friedensethische Fragen an die Bergpredigt mit größerem Druck und besonderem Interesse. Dabei stellt sich immer wieder die Frage nach der tatsächlichen Realisierbarkeit der Lehren Jesu in der Bergpredigt.

Im Jahr 2022 wurde die Menschheit mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine erneut mit einer Lage konfrontiert, in der die Bergpredigt als Ratgeber oder sogar als politisches Programm herhalten soll, wobei sich stets die Frage eröffnet, ob die Bergpredigt überhaupt Regierungsprogramm in einer solchen Lage sein kann. An diese Frage soll auch die Leitfrage dieser Arbeit anschließen. So steht die Frage im Mittelpunkt, ob und unter welchen Umständen die Bergpredigt als friedensethische Perspektive gelten kann. Dabei wird vornehmlich das Friedensverständnis der Bergpredigt auf die Kompatibilität mit friedensethischen Konzepten hin überprüft. Dies geschieht nach dem ethischen Dreischritt des Sehens, Urteilens und Handelns.

Diese Arbeit kann explizit einen Beitrag zum Verständnis des Umfangs der Bergpredigt aus friedensethischer Perspektive liefern, wobei auf vergleichbare ethische Konzepte zurückgegriffen wird und diese schlussendlich auch empirisch in aktuellen friedenspolitischen Diskursen dargestellt werden. In Abgrenzung dieser Funktion, kann diese Arbeit hingegen keinen theologisch-exegetischen Beitrag leisten, da dies im Rahmen des religionswissenschaftlichen und speziell im theologischen Diskurs zu verorten wäre und die ethischen Fragen nach dem rechten Handeln entsprechend verdrängen würde.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Bergpredigt als realisierbares Programm?

2. Verantwortung und friedensethische Bestandteile

3. Bergpredigt als allumfassendes Verhaltenskonzept

4. Handlungsaufrufe auf Basis der Bergpredigt

5. Handlungsleitende Funktion und friedensethische Kontextualisierung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwiefern die Bergpredigt als friedensethisches Programm dienen kann und ob ihre Lehren im Kontext menschlichen Handelns realisierbar sind, wobei insbesondere die Forschungsfrage nach der friedensethischen Perspektive und dem Friedensverständnis der Bergpredigt im Zentrum steht.

  • Friedensethische Einordnung und Analyse der Bergpredigt
  • Untersuchung der persönlichen und institutionellen Verantwortung für den Frieden
  • Dialektik der Seligpreisungen und Antithesen im Matthäusevangelium
  • Rezeption der Bergpredigt in Friedensbotschaften und Militärseelsorge
  • Abgrenzung der Bergpredigt zum wissenschaftlichen Friedensethik-Begriff

Auszug aus dem Buch

3. Bergpredigt als allumfassendes Verhaltenskonzept

Um die tatsächliche Perspektivität der Bergpredigt für den friedensethischen Prozess beurteilen zu können, bedarf es zunächst der Darstellung und Analyse der Intention der Bergpredigt, sowie der Klärung der Frage, an wen sich die Bergpredigt konkret richtet. Des Weiteren ist zu untersuchen, ob die Intentionen der Bergpredigt im struktur- oder gesinnungsethischen Spektrum zu verorten sind. Dies ist relevant, um beurteilen zu können, wie und ob die Lehren der Bergpredigt tatsächlich umsetzbar sind.

Die Intention der Bergpredigt zu beleuchten ist trotz des regen Diskurses um die Botschaften dergleichen nach wie vor fruchtbar. Es liegen zahlreiche Interpretationen der Worte Jesu vor, die im Kontext exegetischer Kommentare verfasst wurden. Dabei unterliegen Interpretationen stets auch den persönlichen oder strukturell-gesellschaftlichen Vorlieben. So fand insbesondere während des Ersten Weltkrieges eine Umdeutung der Bergpredigt in einem Maße statt, dass sie sogar als Legitimationsfaktor zur Kriegsführung nutzbar gemacht wurde. Es hieß dabei, man könne den Feind aus der Liebe heraus, im Sinne eines „erziehenden Krieges“ bekämpfen und dabei die zentralen Leitlinien der Bergpredigt achten.

Des Weiteren sind jegliche Formen der Vereinfachung der Lehre der Bergpredigt zumeist wenig stichhaltig. Ragaz spricht sich in diesem Zusammenhang deutlich gegen Vereinfachungen in zwei Richtungen aus. Zum Einen sei die Umdeutung der Bergpredigt in eine Art säkularer bürgerlicher Moral unzulässig. Ragaz Aussage ist insofern zuzustimmen, dass die ursprüngliche Intention Jesu in der Bergpredigt schlicht nicht ohne den Bezug auf das Reich Gottes auskommt. Eine Säkularisierung im Sinne bürgerlicher Moral würde letztlich eine Sinnentleerung bedeuten, die die ursprüngliche Ausrichtung der Bergpredigt auf alle Menschen in ihrer Fehlbarkeit und in ihrer Position als „Kinder Gottes“ ad absurdum führen würde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Bergpredigt als realisierbares Programm?: Einleitung in die Problematik der Bergpredigt als politisches oder ethisches Programm in Krisenzeiten unter Anwendung des Drei-Schritts Sehen, Urteilen, Handeln.

2. Verantwortung und friedensethische Bestandteile: Untersuchung des erweiterten Friedensbegriffs und der persönlichen sowie institutionellen Verantwortung im Kontext christlicher Ethik.

3. Bergpredigt als allumfassendes Verhaltenskonzept: Analyse der Intention der Bergpredigt im Spannungsfeld von Gesinnungs- und Struktur-ethik sowie deren konkrete Umsetzbarkeit.

4. Handlungsaufrufe auf Basis der Bergpredigt: Darstellung der Verwendung der Bergpredigt in päpstlichen Friedensbotschaften und der evangelischen Militärseelsorge zur Motivation aktiven Handelns.

5. Handlungsleitende Funktion und friedensethische Kontextualisierung: Fazit zur Frage, ob die Bergpredigt eine rein friedensethische Perspektive bildet, und Abschlussbetrachtung ihrer Rolle als handlungsleitende Norm.

Schlüsselwörter

Bergpredigt, Friedensethik, Frieden, Verantwortung, Matthäusevangelium, Seligpreisungen, Antithesen, Gewaltlosigkeit, Friedensstifter, Nächstenliebe, Goldene Regel, Gesinnungsethik, Reich Gottes, Politische Ethik, Friedensbotschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Bergpredigt im Kontext der Friedensethik und untersucht, wie ihre lehramtlichen Aussagen auf aktuelle gesellschaftliche und politische Herausforderungen angewendet werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition eines erweiterten Friedensbegriffs, der Bedeutung von individueller und institutioneller Verantwortung sowie der kritischen Auseinandersetzung mit der Realisierbarkeit der Lehren Jesu.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Untersuchung, ob und unter welchen Bedingungen die Bergpredigt als friedensethische Perspektive fungieren kann, ohne dabei ihren theologischen Kern einer „Einheit mit Gott“ zu verlieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt dem analytischen ethischen Dreischritt aus Sehen, Urteilen und Handeln, ergänzt durch eine literaturbasierte Analyse und die Auswertung von Fallbeispielen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Dort werden primär die Seligpreisungen und Antithesen theologisch und ethisch untersucht sowie deren konkrete Anwendung in Friedensbotschaften und der seelsorgerischen Praxis analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Friedensethik, Bergpredigt, Verantwortung, Gewaltlosigkeit und Goldene Regel maßgeblich geprägt.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von "Frieden" in der Bergpredigt von anderen Konzepten?

Die Autorin hebt hervor, dass die Bergpredigt über eine rein negative Definition von Frieden (Abwesenheit von Krieg) hinausgeht und einen ganzheitlichen Zustand der Integration fordert.

Welche Rolle spielen die Seligpreisungen für politische Akteure?

Sie dienen laut der Analyse als ethisches Profil für Entscheidungsträger, um durch eine aktive Haltung – etwa als „Friedensstifter“ statt nur „Friedfertige“ – den Friedensprozess aktiv zu gestalten.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Bergpredigt als friedensethisches Programm
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg  (Institut für Theologie und Ethik)
Veranstaltung
Grundlagen der Friedensethik
Note
1,0
Autor
Alexander Berghaus (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
20
Katalognummer
V1276109
ISBN (eBook)
9783346728227
ISBN (Buch)
9783346728234
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bergpredigt Friedensethik Ethik Religion und Ethik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Berghaus (Autor:in), 2022, Die Bergpredigt als friedensethisches Programm, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1276109
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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