In der bullierten Ordensregel findet Franziskus Ursprungsgedanke ein Leben in radikaler Armut und Spiritualität zu führen keinen Niederschlag

Franziskus von Assisi


Seminararbeit, 2009

13 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung:

1. Franziskus’Ordensregel von 1221
1.1. Das Armutsverständnis des Franziskanerordens in der Frühzeit
1.2. Armut in Verantwortung vor Gott und den Brüdern

2. Die bullierte Regel von 1223
2.1. Was wollte Franziskus regeln?
2.2. Was hat der Klerus dieser Regel hinzugefügt und was weg gelassen?
2.3. In wie weit sind Franziskus’ Ursprungsideen noch in der Regel enthalten?

3. Fazit:

Literatur:

Quellen:

Sekundärliteratur

Einleitung:

Franziskus von Assisi, einer der größten Heiligen des Mittelalters lebte von 1181/82 bis 1226. Sein Wirken war ganz der i mitatio christi gewidmet: und einem Leben in strengster Armut und Demut.

In seiner Radikalität fand er viele Anhänger, die sich aus allen sozialen Schichten zusammenfanden. Franziskus erwartete von jedem ein Leben nach dem Evangelium in aller Radikalität. Dem zunächst auf brüderlichem Miteinander basierendem Zusammenleben, folgte die erste Regel, sie war auf das Jahr 1221 datiert. Die Regel wurde vom apostolischen Stuhl, durch Papst Innozenz III. nur mündlich anerkannt- vermutlich konnte Franziskus die Zweifel des Papstes nicht zerstreuen, denn Innozenz hatte Zweifel der allerhöchsten Armut wegen. Er wollte später hinzukommenden Mitgliedern der Gemeinschaft ein allzu hartes Leben ersparen. Es liegt die Vermutung nahe, dass der Papst die innere Reform der Kirche vor Augen hatte und nur aus diesem Grunde Franziskus überhaupt erst empfing. Denn er musste erkannt haben, dass häretische Strömungen, die sich in der Gesellschaft häuften, nicht länger mit Gewalt zu unterdrücken waren. Offenbar erschienen ihm die Brüder auch eher den Häretikern zugeneigt, er bezeichnete ein Leben nach dem „purem Evangelium als Wahnsinn“.1

Schriftlich bestätigt wurde die Ordensregel 1223 nach deutlicher Überarbeitung, seitens der Kirche, insbesondere durch Kardinal Hugolino von Ostia- dem späteren Papst, Gregor IX.

Der französische Mediävist Jacques Le Goff, stellte in seiner 2006 erschienenen Biografie über Franz von Assisi2 die eklatanten Unterschiede zwischen der bullierten und der unbullierten Regel heraus. Wesentliche Punkte sind radikal zusammengefasst worden Der Armutsgedanke den Franziskus, entsprechend dem Evangelium in seiner ganzen Radikalität - mitunter auch über die heilige Schrift hinaus - praktizierte, wurde in seiner Schärfe deutlich abgeschwächt und in kurzen Sätzen zusammengefasst. Bibelzitate, aus denen Franziskus seine Armutsinterpretation bezog, fielen ersatzlos weg.

Die vorliegende Arbeit will zeigen, dass der Ursprungsgedanke des Franziskus, ein Leben in allerhöchster Armut, Demut und Spiritualität zu führen, in der päpstlich approbierten Ordensregel keinen Niederschlag findet. Ein allgemeiner Überblick über das frühe Armutsverständnis der Franziskaner eröffnet das Thema. Im Anschluss werden beide Ordensregeln, insbesondere zum Armutsideal Franziskus ‘untersucht.

1. Franziskus’Ordensregel von 1221

Einleitung:

Franziskus von Assisi, einer der größten Heiligen des Mittelalters lebte von 1181/82 bis 1226. Sein Wirken war ganz der i mitatio christi gewidmet: und einem Leben in strengster Armut und Demut.

In seiner Radikalität fand er viele Anhänger, die sich aus allen sozialen Schichten zusammenfanden. Franziskus erwartete von jedem ein Leben nach dem Evangelium in aller Radikalität. Dem zunächst auf brüderlichem Miteinander basierendem Zusammenleben, folgte die erste Regel, sie war auf das Jahr 1221 datiert. Die Regel wurde vom apostolischen Stuhl, durch Papst Innozenz III. nur mündlich anerkannt- vermutlich konnte Franziskus die Zweifel des Papstes nicht zerstreuen, denn Innozenz hatte Zweifel der allerhöchsten Armut wegen. Er wollte später hinzukommenden Mitgliedern der Gemeinschaft ein allzu hartes Leben ersparen. Es liegt die Vermutung nahe, dass der Papst die innere Reform der Kirche vor Augen hatte und nur aus diesem Grunde Franziskus überhaupt erst empfing. Denn er musste erkannt haben, dass häretische Strömungen, die sich in der Gesellschaft häuften, nicht länger mit Gewalt zu unterdrücken waren. Offenbar erschienen ihm die Brüder auch eher den Häretikern zugeneigt, er bezeichnete ein Leben nach dem „purem Evangelium als Wahnsinn“.1

Schriftlich bestätigt wurde die Ordensregel 1223 nach deutlicher Überarbeitung, seitens der Kirche, insbesondere durch Kardinal Hugolino von Ostia- dem späteren Papst, Gregor IX.

Der französische Mediävist Jacques Le Goff, stellte in seiner 2006 erschienenen Biografie über Franz von Assisi2 die eklatanten Unterschiede zwischen der bullierten und der unbullierten Regel heraus. Wesentliche Punkte sind radikal zusammengefasst worden Der Armutsgedanke den Franziskus, entsprechend dem Evangelium in seiner ganzen Radikalität - mitunter auch über die heilige Schrift hinaus - praktizierte, wurde in seiner Schärfe deutlich abgeschwächt und in kurzen Sätzen zusammengefasst. Bibelzitate, aus denen Franziskus seine Armutsinterpretation bezog, fielen ersatzlos weg.

Die vorliegende Arbeit will zeigen, dass der Ursprungsgedanke des Franziskus, ein Leben in allerhöchster Armut, Demut und Spiritualität zu führen, in der päpstlich approbierten Ordensregel keinen Niederschlag findet. Ein allgemeiner Überblick über das frühe Armutsverständnis der Franziskaner eröffnet das Thema. Im Anschluss werden beide Ordensregeln, insbesondere zum Armutsideal Franziskus ‘untersucht.

1.1. Das Armutsverständnis des Franziskanerordens in der Frühzeit

Franziskus‘ Grundidee, ein Leben in Armut zu führen war in ihrer Radikalität neu. Sie umfasste nicht nur den einzelnen Bruder, sondern die gesamte Gemeinschaft.3 Jeder Anwärter sollte sich, entsprechend dem Matthäus Evangelium 10,5-10,104, freimachen von seinem Besitz, ihn verkaufen und das Geld an die Armen verteilen. War er dazu nicht in der Lage, durfte er seinen Besitz verlassen, denn Hilfe oder Anregungen an wenn er sein irdisches Gut verteilen durfte, bekam er weder von den Ministern noch von seinen Mitbrüdern. So sieht und so sah es die unbullierte Regel der Franziskaner vor.

In Kapitel acht konkretisierte Franziskus das Armutsgebot mit dem Verbot- der Annahme von Geld - weder durch die Brüder noch durch Mittelsmänner - und vollzog damit die Idee des Armutsgedanken innerhalb der gesamten Gemeinschaft .5 Die Brüder durften sich weder Niederlassungen aneignen, noch Geld dafür sammeln.6 Franziskus untermauerte das Verbot mit dem Lukas Evangelium 12,15 „ Habt acht und hütet euch vor jeder Bosheit und Habsucht“.

Wenn es notwendig erschien, sollten sie um Almosen gehen. Einzig- wenn ein Aussätziger in offenkundige Not geraten war, erlaubte die Regel, unter besonderer Ermahnung des Franziskus‘ für diese Brüder Geld zu erbetteln.7 Franziskus warnte seine Brüder sehr eindringlich vor diesem Geld. Die Regel ermutigte zur Arbeit, sofern es mit der Lebensweise und mit dem Seelenheil der Brüder zu vereinbaren war. Gestützt wurde das Arbeitsgebot mit einem Bibelzitat des Apostel Paulus8 „wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen“

Für ihre Arbeit durften sie lebensnotwendige Güter annehmen, mit Ausnahme von Geld.9

[...]


1 Le Goff, Jacques: Franz von Assisi. Stuttgart, Klett-Cotta, 2007. S. 65

2 Ders.: S.7

1 Le Goff, Jacques: Franz von Assisi. Stuttgart, Klett-Cotta, 2007. S. 65

2 Ders.: S.7

3 Feld, Helmut : Franziskus von Assisi und seine Bewegung. Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft. 2007. S. 190

4 Le Goff, Jacques: Franz von Assisi. Stuttgart, Klett-Cotta. S. 59

5 Die großen Ordensregeln. Hrsg. von Hans U. Balthasar. Einsiedeln 7. Auflage. 1994 Regula non bullata. Kap 8, Sp., 295

6 Regula non bullata. Kap 7, Sp. 293

7 Regula non bullata. Kap. 8, Sp. 296

8 2 Thess.: zitiert nach Regula non bullata

9 Regula non bullata. Kap. 7, Sp. 294

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
In der bullierten Ordensregel findet Franziskus Ursprungsgedanke ein Leben in radikaler Armut und Spiritualität zu führen keinen Niederschlag
Untertitel
Franziskus von Assisi
Hochschule
Universität Potsdam  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Die großen Ordensregeln
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
13
Katalognummer
V127617
ISBN (eBook)
9783640340422
ISBN (Buch)
9783640338979
Dateigröße
407 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die vorliegende Arbeit will zeigen, dass der Ursprungsgedanke des Franziskus, ein Leben in allerhöchster Armut, Demut und Spiritualität zu führen, in der päpstlich approbierten Ordensregel keinen Niederschlag findet. Ein allgemeiner Überblick über das frühe Armutsverständnis der Franziskaner eröffnet das Thema. Im Anschluss werden beide Ordensregeln, insbesondere zum Armutsideal Franziskus ‘untersucht.
Schlagworte
Mittelalterliche Ordensgeschichte
Arbeit zitieren
Andrea von Wittken (Autor), 2009, In der bullierten Ordensregel findet Franziskus Ursprungsgedanke ein Leben in radikaler Armut und Spiritualität zu führen keinen Niederschlag, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127617

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: In der bullierten Ordensregel findet Franziskus Ursprungsgedanke ein Leben in radikaler Armut und Spiritualität zu führen keinen Niederschlag



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden