Der Bereich der Hausarbeit stellt den weltweit größten Arbeitsmarkt dar. So wird die Relevanz der Untersuchung und Thematisierung dieses Sektors deutlich. Auch breiten sich im 21. Jahrhundert weltweite feministische und emanzipatorische Bewegungen und Diskurse immer weiter aus. Hier bietet sich auch ein Blick auf weibliche Migrationsbewegungen an: Es fällt auf, dass der Anteil allein migrierender Frauen in den vergangenen Jahren gestiegen
ist. Dabei spielen in diesem Kontext die drei Tätigkeitsfelder Haushaltsarbeit, Gastronomie und die Unterhaltungsindustrie eine zentrale Rolle, da MigrantInnen hier schnell und einfach eine Anstellung finden. Der Sektor der Haushaltsarbeit ist auch hier der wichtigste und größte Sektor.
In dieser Arbeit wird sich die Frage gestellt, inwieweit das einflussreiche Medium Film und Fernsehen die Realität des Bereiches der Hausarbeit widerspiegelt und ob es einen Wahrheitsgehalt in sich hat. Um dieser Frage nachzugehen und zu untersuchen, wie groß der Wahrheitsgehalt tatsächlich ist, werden in dieser Arbeit die Darstellung lateinamerikanischer Dienstmädchen in der US-amerikanischen Serie "Devious Maids" genauer beleuchtet und diskutiert. Das Hauptziel dieser
Arbeit ist herauszukristallisieren, inwieweit die US-Serie "Devious Maids" die Realität und die US-amerikanische
Gesellschaft widerspiegelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Realität in den USA
2.1 Heterogenität und Intersektionalität
2.2 Lateinamerikanische Dienstmädchen in den USA und ihre Aufgaben
3. Die US-Serie Devious Maids
3.1 Inhalt
3.2 Darstellung der Protagonistinnen
3.3 Intention
4. Analyse der ersten Folge als Beispiel für die Realität lateinamerikanischer Dienstmädchen in den USA
5. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen der Publikation
Die vorliegende Arbeit untersucht die mediale Repräsentation lateinamerikanischer Dienstmädchen in den USA anhand der US-amerikanischen Fernsehserie "Devious Maids". Dabei steht im Zentrum, inwieweit die Serie die soziale Realität und die Arbeitsbedingungen dieser Migrantengruppe widerspiegelt oder durch Klischees und Stereotypen verzerrt darstellt.
- Analyse der aktuellen sozioökonomischen Situation lateinamerikanischer Frauen in der US-amerikanischen Hausarbeitsbranche
- Anwendung des Intersektionalitätskonzepts zur Untersuchung von Diskriminierungsformen
- Inhaltliche und charakterliche Analyse der Serie "Devious Maids"
- Vergleich der fiktiven Darstellung mit wissenschaftlich fundierten Daten über den Hausarbeitssektor
Auszug aus dem Buch
3.2 Darstellung der Protagonistinnen
Die US-amerikanische Schauspielerin mexikanischer Abstammung Ana Ortiz, 1971 in New York geboren, spielt das Dienstmädchen Marisol Suarez. Marisol ist Englisch-Professorin an einer Universität, arbeitet jedoch verdeckt als Dienstmädchen bei den Familien Stappord und Powell, um in einem Mordfall zu ermitteln, für welcher ihr Adoptivsohn fälschlicherweise angeklagt wird.
Das Dienstmädchen Carmen Luna, welche von der Schauspielerin und Sängerin Roselyn Sanchez aus New York, 1973 in Puerto Rico geboren, gespielt wird, arbeitet in dem Haus von dem lateinamerikanischen Popstar Alejandro Rubio. Eines ihrer Ziele ist es, mit Hilfe ihres Arbeitgebers eine berühmte Sängerin zu werden.
Zoila Díaz arbeitet gemeinsam mit ihrer Tochter Valentina für Genevieve Delatour. Die Rolle Zoilas wird von der Schauspielerin dominikanischer Abstammung Judy Reyes, 1967 in New York geboren, gespielt. Judy Reyes' Mutter selbst war Dienstmädchen, über deren Tätigkeit Judy berichtet: „My mother was a very hard-working maid, and their stories are worth telling“ (Zitat: Reyes). So zeigen sich biographische Erfahrungen der Schauspielerin bezüglich des in dieser Arbeit thematisierten Sektors.
Die Rolle des Dienstmädchens Rosie Falta wird von der Schauspielerin Dania Ramírez, 1979 in der Dominikanischen Republik geboren, verkörpert. Ramírez selbst ist im Alter von zehn Jahren mit ihren Eltern und ihrer Schwester in die USA migriert, worüber sie offen spricht: „America was built by immigrants. Immigrants come here for work - to contribute and to get to a better place. That’s my story. It’s a story of hope.“ (Zitat: Ramírez). Hier spricht sie die Geschichte von Immigranten in die USA an und erklärt, dass sie ebenfalls, wie der Charakter Rosie Falta, aus Lateinamerika in die USA ausgewandert ist. Das Dienstmädchen Rosie arbeitet in dem Haus der Familie Westmore, um Geld für sich und ihren Sohn zu verdienen, welcher noch in Mexiko lebt. Rosie ist das einzige Dienstmädchen, welches nicht akzentfrei spricht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, stellt die Relevanz der Untersuchung des Hausarbeitssektors dar und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2. Die Realität in den USA: Hier werden die theoretischen Grundlagen wie Heterogenität und Intersektionalität definiert sowie der aktuelle Stand der Hausarbeitsbranche für Migrantinnen in den USA dargelegt.
3. Die US-Serie Devious Maids: Dieses Kapitel umfasst die Vorstellung der Serie, beschreibt deren inhaltliche Ausrichtung, die Charakterisierung der Protagonistinnen sowie die Intention der Produzenten.
4. Analyse der ersten Folge als Beispiel für die Realität lateinamerikanischer Dienstmädchen in den USA: In diesem Kapitel wird die Auftaktepisode hinsichtlich ihrer Darstellung der Aufgaben und Lebensrealitäten von Dienstmädchen detailliert analysiert und bewertet.
5. Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und reflektiert, inwieweit die Serie Diskurse über Intersektionalität und Migration in der US-Gesellschaft beeinflusst.
Schlüsselwörter
Devious Maids, Hausarbeit, lateinamerikanische Migrantinnen, USA, Mediale Darstellung, Klischees, Stereotypen, Intersektionalität, Heterogenität, Migration, Arbeitsbedingungen, Soziale Konstrukte, Empowerment, Dienstmädchen, Fernsehserie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie lateinamerikanische Dienstmädchen in der US-Serie "Devious Maids" dargestellt werden und ob diese Darstellung die reale sozioökonomische Lebenssituation dieser Bevölkerungsgruppe in den USA reflektiert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themenfelder sind die Hausarbeitsbranche als Arbeitsmarkt für Migrantinnen, die Konstruktion ethnischer und sozialer Identität in den Medien sowie der Einfluss von Stereotypen und Intersektionalität auf das Gesellschaftsbild.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, herauszuarbeiten, ob die Serie eine rein klischeebehaftete Inszenierung bietet oder ob sie die Realität lateinamerikanischer Dienstmädchen in der US-amerikanischen Gesellschaft angemessen spiegeln kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Fundierung durch das Intersektionalitätskonzept und eine medienanalytische Betrachtung der Serie, ergänzt durch einen Vergleich mit soziologischen Studien zur Hausarbeitsmigration.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Lebensrealität von Migrantinnen in den USA, die Vorstellung der Serie sowie eine tiefgehende Analyse der ersten Folge, um konkrete Darstellungsweisen mit der Realität abzugleichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind "Devious Maids", "intersektionale Diskriminierung", "Hausarbeitssektor" und "mediale Stereotypisierung".
Wie unterscheidet sich die Darstellung in "Devious Maids" von der öffentlichen Wahrnehmung?
Die Serie nutzt zwar oft überspitzte Klischees zur Unterhaltung, bricht diese jedoch teilweise durch die individuellen Biographien und die zielstrebige Charakterisierung der vier Protagonistinnen auf.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Serie?
Die Serie wird als gesellschaftliches Konstrukt bewertet: Sie dient primär der Unterhaltung, bietet aber gleichzeitig einen Ansatzpunkt, um über die Lebensbedingungen und das Schicksal lateinamerikanischer Migrantinnen kritisch nachzudenken.
- Arbeit zitieren
- Allegra Goltz (Autor:in), 2020, Die Darstellung von lateinamerikanischen Dienstmädchen in der US-Serie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1276218