In der Finanzkrise 2008 sind Banken unter Druck geraten. Sie sind auf viel Kritik gestoßen. Die Menschen haben sich Gedanken darüber gemacht, wo sie ihr Geld anlegen und wie sie es investieren. Dies war der Moment in dem Sozialbanken mit ihrem alternativen Geschäftsmodell das erste Mal an Aufmerksamkeit gewonnen haben.
Auch die Forschung beschäftigt sich seither intensiver mit diesem Thema. Die ausführlichen Studien von Roland Benedikter (2011), Remer und Weber (2011) und De Maetelaere & Scheire (2009) zeigen die Relevanz dieses Forschungsfeldes auf.
Ziel dieser Arbeit ist es herauszufinden, ob das Geschäftsmodell von Sozialbanken dem von traditionellen Banken überlegen ist und ob sie eine potenzielle Gefahr für diese darstellen. Anhand einer systematischen Literaturrecherche gebe ich zuerst einen Überblick über Sozialbanken. Dabei beschreibe ich ihre Ziele und Prinzipien und gehe auf die wichtigsten Organisationen von Sozialbanken ein. In Kapitel 3 werden Unterschiede zu den traditionellen Bankinstitutionen aufgezeigt. Folglich wird die Stellung im Markt untersucht, bei dem verschiedene Kennzahlen von Sozialbanken und klassischen Banken gegenübergestellt und analysiert werden. Abschließend wird daraus ein Fazit gezogen und die Forschungsfrage beantwortet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sozialbanken
2.1 Werte & Prinzipien
2.2 Organisationen
2.3 Unterschiede zu klassischen Banken
3. Stellung im Markt
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Geschäftsmodell von Sozialbanken und analysiert, ob diese eine ernstzunehmende Konkurrenz oder potenzielle Gefahr für traditionelle Bankinstitute darstellen. Hierzu werden die theoretischen Grundlagen des "Social Banking" sowie deren Performance und Marktstellung anhand aktueller Kennzahlen gegenübergestellt.
- Analyse der Definition, Ziele und Prinzipien von Sozialbanken
- Vergleich des "Triple-Bottom-Line"-Ansatzes mit klassischen Bankmodellen
- Untersuchung der institutionellen Vernetzung und Marktbedeutung
- Bewertung der Stabilität und Wachstumsraten im Kontext der Finanzkrise
- Gegenüberstellung von Profitabilitätskennzahlen (ROE und ROA)
Auszug aus dem Buch
2. Sozialbanken
Der Begriff Sozialbanken wir in verschiedenen Kontexten benutzt und es gibt verschiedene Ausrichtungen von Sozialbanken (Benedikter, 2011). Dennoch haben Cornée et al. versucht eine einheitliche Definition zu bestimmen:“ We define SBs [Social banks] as SEs [social enterprises] that finance other SEs [social enterprises] through banking activities.“ (Cornée et al., 2020) Es werden auch unterschiedliche Bezeichnungen für diese speziellen Banken verwendet. So gehören die Bezeichnungen „Ethikbanken“, „Kooperative Banken“, „Microfinance-Banken“ und „Genossenschaftsbanken“ alle zum Oberbegriff Sozialbanken (Benedikter, 2011). Außerdem gibt es noch die Bezeichnung „Alternativbank“ (De Maetelaere & Scheire, 2009). Das Kerngeschäft von Sozialbanken ist laut De Maetelaere & Scheire (2009) das Vergeben von Krediten.
Es gibt mehrere Gründe für die verschiedenen Ausrichtungen der Institutionen, wie beispielsweise ihre Herkunft oder wie sie sich im Laufe der Zeit entwickelt haben (De Maetelaere & Scheire, 2009). Zum Beispiel sind Ethikbanken mehr in westlichen Ländern verbreitet, während Microfinance-Banken eher in Entwicklungsländern vorzufinden sind (Remer & Weber, 2011). Die Banken unterscheiden sich in ihren Schwerpunkten. Diese liegen bei Sozialbanken auf ethischen, ökologischen, sozialen Aspekten oder auf der Bekämpfung von Armut (Mayr 2014).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik nach der Finanzkrise 2008 ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Wettbewerbsfähigkeit von Sozialbanken gegenüber traditionellen Instituten.
2. Sozialbanken: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Begrifflichkeiten und Definitionen des Social Bankings, stellt die Triple-Bottom-Line-Prinzipien vor und beleuchtet die Rolle wichtiger Organisationen.
3. Stellung im Markt: Hier werden die Bilanzen und Kennzahlen wie ROE und ROA analysiert, um die Performance von Sozialbanken im Vergleich zu global systemrelevanten Banken zu bewerten.
4. Fazit: Das Fazit fasst die krisenbeständigen Eigenschaften von Sozialbanken zusammen und bewertet ihr Gefahrenpotenzial für den traditionellen Bankensektor.
Schlüsselwörter
Sozialbanken, Social Banking, Triple-Bottom-Line, Finanzkrise, Bankperformance, Ethikbanken, Nachhaltigkeit, Finanzinnovation, Return on Equity, Return on Assets, Transparenz, Mikrofinanzierung, Marktstellung, Kreditwachstum, Genossenschaftsbanken
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Geschäftsmodell von Sozialbanken und deren Rolle als alternative Akteure im Finanzsystem im Vergleich zu klassischen Bankinstitutionen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen ethisches Banking, nachhaltige Anlagestrategien, die Triple-Bottom-Line-Philosophie sowie die wirtschaftliche Performance in Krisenzeiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob Sozialbanken eine potenzielle Gefahr für traditionelle Banken darstellen oder ob sie diesen in ihrer Stabilität überlegen sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine systematische Literaturrecherche und eine quantitative Gegenüberstellung von Finanzkennzahlen, um die Performance von Sozialbanken und traditionellen Großbanken zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition des Social Bankings und eine empirische Marktbetrachtung, in der Wachstumsraten und Rentabilitätskennzahlen (ROE/ROA) ausgewertet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Sozialbanken, Triple-Bottom-Line, Nachhaltigkeit, Finanzkrise und Bankperformance.
Warum sind Sozialbanken laut der Analyse krisenbeständiger?
Sie weisen eine deutlich geringere Volatilität bei ihren Profitabilitätskennzahlen auf und konnten nach der Finanzkrise 2008 ein überdurchschnittliches Vermögenswachstum verzeichnen.
Welche Rolle spielt die "Triple-Bottom-Line"?
Sie ist das Kernprinzip der Sozialbanken, bei dem die drei Dimensionen "People, Planet & Profit" gleichwertig in Kredit- und Investitionsentscheidungen einbezogen werden.
- Arbeit zitieren
- Fabio La Marca (Autor:in), 2022, Sozialbanken. Gefahr für traditionelle Bankinstitutionen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1276223