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Die utilitaristische Bewertung der Nutzung von Tieren

Titel: Die utilitaristische Bewertung der Nutzung von Tieren

Essay , 2022 , 12 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Jeannette Pfeiffer (Autor:in)

Philosophie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Kants Annahme, dass Tiere nicht in die Moralvorstellungen mit einbezogen werden müssten und sie lediglich dann zu schützen seien, wenn ihr Nutzen für den Menschen Schaden nehmen könne, wurde lange Zeit weder beseitigt noch hinterfragt. Die Rechtfertigung für diese asymmetrische moralische Hierarchie wird mit dem Verweis auf bestimmte Fähigkeiten begründet. Dazu zählen Sprachvermögen, Selbstbewusstsein, Werkzeuggebrauch, die Fähigkeit zu moralischem Handeln sowie Rationalität, die der Mensch dem Tier voraushabe. Die Annahme dieser anthropologischen Differenz führte aus zweierlei Gründen zu einer Kontroverse. Erstens konnte festgestellt werden, dass Tiere auf unterschiedliche Weisen einige dieser benannten Fähigkeiten besaßen und der zweite deutlich kritischere Grund für die aufkommende Kritik war das Nichtvorhandensein eben dieser Fähigkeiten bei Säuglingen, Kleinkindern oder mancher geistig schwerbehinderter Menschen.

An dieser Stelle wird der australische Philosoph Peter Singer herangezogen. Er gehört sicherlich zu den bekanntesten und umstrittensten Denkern der Gegenwart. Verantwortlich hierfür ist sein ethisches Konzept, der sogenannte Präferenzutilitarismus, den er in zahlreichen Publikationen seit den 1970er Jahren entwickelt hat. Vorab ist es wichtig zu erwähnen, dass ein leitendes Motiv Singers dabei stets die Aufwertung nicht menschlichen Lebens und nicht die Abwertung menschlichen Lebens darstellt. Es geht dementsprechend nicht darum, abzuwägen, ob nun Kleinkinder und Tiere den gleichen moralischen Status besitzen sollten, sondern lediglich um das gleichwertige Miteinbeziehen der Menschen sowie der Tiere in unserer Interessenabwägung.

Leseprobe


Inhaltsübersicht

Einleitung

1. Zum Begriff „Präferenzutilitarismus“

2. Die utilitaristische Bewertung der Nutzung von Tieren

2.1 Tiere als Nahrungsmittel

2.2 Tierversuche

3. Rückschluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht auf Basis des utilitaristischen Ethik-Konzepts von Peter Singer, inwieweit die Nutzung von Tieren durch den Menschen ethisch vertretbar ist, wobei der Fokus auf dem Prinzip der gleichen Interessenabwägung liegt.

  • Grundlagen des Präferenzutilitarismus nach Peter Singer
  • Die moralische Bedeutung der Empfindungsfähigkeit
  • Ethische Bewertung der Haltung von Tieren als Nahrungsmittel
  • Differenzierung der moralischen Legitimität von Tierversuchen
  • Interessenabwägung zwischen menschlichen Bedürfnissen und tierischem Wohlbefinden

Auszug aus dem Buch

2.2 Tierversuche

Besonders schwierig wird es, wenn eine Antwort auf die Frage nach der utilitaristischen Bewertung der Nutzung von Tieren in Tierversuchen generiert werden muss. Zuerst muss jedoch betrachtet werden, weshalb wir für etliche Versuche Tiere nutzen, anstatt Menschen. Auch, wenn, wie bereits erwähnt wurde, Singer sich gegen die Hinabstufung von menschlichen Leben ausspricht, da es ihm lediglich um die moralische Berücksichtigung der Tiere geht, muss diese Frage auf der rein platonischen Ebene betrachtet werden, um am Ende dieses Essays zu einem Ergebnis zu gelangen. Weshalb also nutzen wir Tiere anstatt Menschen für unsere Experimente, wobei Menschen als Testobjekte doch zu akkurateren Ergebnissen führen könnten?

Auf dem ersten Blick wirkt die Antwort eindeutig: Tiere haben kein Bewusstsein von sich selbst und können nicht wissen, was passiert, weshalb erstens die Furcht bei den Tieren geringer ausfallen würde als bei den Menschen und zweitens die Interessen des Menschen durch ihr Bewusstsein wesentlich komplexer und langfristiger sind, als die der Tiere. Berechtigt also die Tatsache, dass ein Wesen ein Bewusstsein von sich selbst hat, zu einer bevorzugten Berücksichtigung?

Die Behauptung, ihrer selbst bewusste Wesen hätten Anspruch auf mehr Berücksichtigung als andere, ist mit dem Prinzip der gleichen Interessenabwägung vereinbar, wenn damit lediglich gesagt wird, dass etwas, das selbstbewussten Wesen zustößt, ihren Interessen zuwiderlaufen kann, während ähnliche Geschehnisse den Interessen nichtselbstbewusster Wesen nicht zuwiderliefen. Dies mag so sein, weil das selbstbewusste Lebewesen ein größeres Bewusstsein davon hat, was geschieht; weil das Ereignis in den Gesamtzusammenhang einer längeren Dauer stellen kann, etwa weil es andere Wünsche hat usw.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Wende in der Tierethik durch die Abkehr von Kants anthropozentrischem Weltbild und führt Peter Singers Ansatz ein.

1. Zum Begriff „Präferenzutilitarismus“: Dieses Kapitel definiert Präferenzen und erläutert Singers Prinzip der gleichen Interessenabwägung als ethisches Fundament.

2. Die utilitaristische Bewertung der Nutzung von Tieren: Das Kapitel analysiert die Anwendung der utilitaristischen Theorie auf konkrete Nutzungsfelder wie Nahrungsmittelproduktion und medizinische Forschung.

2.1 Tiere als Nahrungsmittel: Hier wird diskutiert, ob Fleischkonsum in modernen Gesellschaften unter Berücksichtigung des Tierwohls noch moralisch gerechtfertigt werden kann.

2.2 Tierversuche: Dieses Kapitel hinterfragt die Legitimität von Tierversuchen, indem es kosmetische Tests von lebenswichtiger medizinischer Forschung abgrenzt.

3. Rückschluss: Der Rückschluss fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass jede Nutzung von Tieren einer individuellen moralischen Prüfung bedarf.

Schlüsselwörter

Präferenzutilitarismus, Peter Singer, Tierethik, Interessenabwägung, Empfindungsfähigkeit, Nutztierhaltung, Tierversuche, Veganismus, Moral, Ethik, Massentierhaltung, Leidvermeidung, Speziesismus, Lebensqualität, Anthropologische Differenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die ethische Problematik der Nutzung von Tieren durch den Menschen unter Berücksichtigung des von Peter Singer entwickelten Präferenzutilitarismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Grundlagen Singers, die Tierhaltung zur Nahrungsmittelgewinnung sowie die Durchführung von Tierversuchen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, inwieweit die Nutzung von Tieren zur Befriedigung menschlicher Interessen nach strengen utilitaristischen Kriterien vertretbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine ethische Analyse durchgeführt, die das Prinzip der gleichen Interessenabwägung konsequent auf verschiedene Anwendungsbeispiele der Tiernutzung anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil setzt sich detailliert mit den Präferenzen von Tieren, der Massentierhaltung, den ethischen Konflikten bei Tierversuchen und der Differenzierung nach deren Nutzen auseinander.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Präferenzutilitarismus, Interessenabwägung, Tierethik und Empfindungsfähigkeit umschreiben.

Warum unterscheidet Singer zwischen kosmetischen und medizinischen Tierversuchen?

Der Unterschied begründet sich im Nutzen: Während kosmetische Versuche lediglich oberflächlichen Interessen dienen, können medizinische Versuche lebenswichtige menschliche Leiden lindern, was eine andere Gewichtung der Interessen erfordert.

Wie bewertet der Präferenzutilitarismus den Fleischkonsum heute?

Da in modernen Gesellschaften Fleischkonsum nicht mehr zum Überleben notwendig ist, überwiegt das Leid des Tieres den Genuss des Menschen, weshalb er als ethisch nicht vertretbar eingestuft wird.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die utilitaristische Bewertung der Nutzung von Tieren
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Note
1,3
Autor
Jeannette Pfeiffer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
12
Katalognummer
V1276240
ISBN (PDF)
9783346728487
ISBN (Buch)
9783346728494
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Präferenzutilitarismus Tierethik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jeannette Pfeiffer (Autor:in), 2022, Die utilitaristische Bewertung der Nutzung von Tieren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1276240
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  12  Seiten
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