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Spracherwerbstheorie. Der Einfluss der Muttersprache auf den Erwerb einer Fremdsprache

Title: Spracherwerbstheorie. Der Einfluss der Muttersprache auf den Erwerb einer Fremdsprache

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 18 Pages , Grade: 1.7

Autor:in: Justyna Andziak (Author)

Didactics for the subject German - German as a Foreign Language
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Spracherwerb ist der Vorgang des Erlernens einer Sprache. Es ist zu
unterscheiden zwischen Erstspracherwerb, d.h. Erwerb der Muttersprache und Zweitspracherwerb. Beim Zweitspracherwerb wird weiterhin zwischen einem Natürlichen und Gelenkten differenziert. Unter dem gelenkten Zweitspracherwerb
versteht man den schulischen bzw. institutionalisierten Sprachunterricht (Fremdsprachenunterricht), unter der natürlichen Aneignung einer Sprache ohne Unterricht. Nach dem "Lexikon der Sprachwissenschaft" ist Spracherwerb ein "Oberbegriff für ungesteuerten Erstspracherwerb, ungesteuerten Zweit- der
Mehrspracherwerb, gesteuerten Zweitspracherwerb und therapeutisch gesteuerten Erstspracherwerb". Noam Chomsky versteht unter diesem Begriff einen autonomen Reifungsprozess, der auf einem angeborenen Spracherwerbmechanismus
aufbaut; der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung der sprachlichen
Kompetenz. Klein kommt zu der Meinung, dass kein eindeutiger Unterschied zwischen Erstsprach- (L1) und Zweitspracherwerb (L2) existiert.
Beim Erwerbprozess kann man bestimmte Phasen identifizieren. Wenn ein Kind eine L1 und L2 gleichzeitig erlernt, dann liegt Bilingualismus vor. Erwirbt ein Kind eine L1 zwischen dem dritten und vierten Lebensjahr und der Pubertät, so ist die Rede
von Erwerb der L2 im Kindesalter. Der Erwerb der L2 nach der Pubertät wird als L2 Erwerb im Erwachsenalter verstanden. Zur dieser Teilung kommt nach Klein noch die Differenzierung zwischen gesteuertem und ungesteuertem L2-Erwerb.
Wenn eine L2 „ohne systematische intentionale Versuche“ nur „in der
alltäglichen Kommunikation“ erworben wird, so spricht man von ungesteuertem Zweitspracherwerb. Klein macht noch darauf aufmerksam, dass es unterschiedliche Arten des ungesteuerten L2 Erwerbs gibt, die natürlich Zweckgebunden
sind. Als mögliche Beispiele für solche zweckgebundenen Arten nennt er einerseits den L2-Erwerb eines Gastarbeiters, der einen begrenzten Kontakt zu Einheimischen hat und unter eingeschränkten Bleibeabsichten im Gastland arbeitet und lebt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Gliederung

2.Spracherwerb

3.Rolle der Muttersprache im Fremdsprachenerwerb

4.Der Transfer

4.1.Interferenz

4.2.Intralinguale Interferenz

5.Der Graf

6.Einfluß auf die Fremdsprache

6.1. Der Text

6.2. Phonemebene Türkisch–Deutsch

7. Zusammenfassende Betrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Muttersprache auf den Fremdsprachenerwerb und analysiert, inwiefern erstsprachliche Strukturen als Transfererscheinungen in die Zielsprache einfließen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie sich Interferenzfehler theoretisch einordnen lassen und welche Rolle sie im Lernprozess spielen.

  • Grundlagen des Spracherwerbs
  • Mechanismen des positiven und negativen Transfers
  • Theoretische Differenzierung von Interferenzformen
  • Analyse sprachlicher Interferenz am Beispiel Deutsch-Türkisch

Auszug aus dem Buch

4.1 Interferenz.

Laut JUHÁSZ kann man Interferenz ganz allgemein verstehen als :

„[...]: 1. die durch die Beeinflussung von anderen sprachlichen Elementen und Regeln verursachte Verletzung eines Sprachsystems oder einer sprachlichen Norm bzw.6 [...]: 2. Vorgang und Ergebnis jedes Kontaktes zwischen verschiednen Sprachen mit Prozess der gegenseitigen Beeinflussung“.7

Hier scheint mir, dass unterschiedliche Tatbestände bezeichnet worden sind, die allerdings miteinander in Verbindung stehen. Wenn nämlich ein Sprecher der unter dem Einfluss einer von ihm beherrschten Sprache L1 steht bei Benutzung der Sprache L2 gegen die Sprachnormen verstößt, ist dies zunächst ein einmaliger, spontaner Vorgang. Wenn dieser Vorgang sich bei einer großen Zahl von Sprechern über einen längeren Zeitraum wiederholt, kann es allerdings dazu kommen, dass sich mit einer Zeit die Sprache L2 unter der Sprache L1 wandelt.

Man unterscheidet verschiedene Formen der Interferenz. Die grundlegendste Differenzierung ist diejenige zwischen interlingualer und intralingualer Interferenz.8 Von interlingualer Interferenz spricht man, wenn die kontrastbedingte falsche Übertragung von bestimmten sprachlichen Regeln zwischen zwei (oder selten mehreren) Sprachen, in der Regel Mutter- und Zielsprache(n), stattfindet. Auch hier lassen sich wiederum zwei Richtungen differenzieren: Die eine meint eine Übertragung von der Muttersprache hin zur Zielsprache - proaktive interlinguale Interferenz, die andere hingegen bezieht sich auf eine Übertragung von der Zielsprache hin zur Erstsprache - retroaktive interlinguale Interferenz.9 Dieser zwischensprachliche Übertragungsprozess kann in beiden Richtungen auf nahezu allen Ebenen des sprachlichen Systems festgestellt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Gliederung: Übersicht über den Aufbau und die inhaltliche Struktur der Arbeit.

2.Spracherwerb: Definition des Begriffs Spracherwerb und Abgrenzung zwischen Erst- und Zweitspracherwerb sowie gesteuertem und ungesteuertem Lernen.

3.Rolle der Muttersprache im Fremdsprachenerwerb: Analyse der Prozesshaftigkeit des Spracherwerbs und der Bedeutung der Erstsprache für die Lernstrategien.

4.Der Transfer: Erläuterung des positiven und negativen Transfers sowie des Begriffs Interferenz als wesentliche Fehlerursache.

4.1.Interferenz: Detaillierte Untersuchung verschiedener Interferenzformen, insbesondere der interlingualen Ausprägungen.

4.2.Intralinguale Interferenz: Untersuchung von Fehlern, die auf lerninterne Schwierigkeiten wie Übergeneralisierung oder Vereinfachung zurückzuführen sind.

5.Der Graf: Grafische Zusammenfassung des theoretischen Modells der Transfer- und Interferenzerscheinungen.

6.Einfluß auf die Fremdsprache: Exemplarische Analyse eines Schülerbriefs hinsichtlich muttersprachlicher Einflüsse des Türkischen auf das Deutsche.

6.1. Der Text: Präsentation eines konkreten Textbeispiels eines türkischen Schülers zur Fehleranalyse.

6.2. Phonemebene Türkisch–Deutsch: Analyse der spezifischen Aussprache- und Schreibschwierigkeiten aufgrund phonemischer Unterschiede.

7. Zusammenfassende Betrachtung: Reflektion über die Rolle der Interferenz als natürliches Phänomen des Sprachkontakts und Schlussfolgerungen für den Unterricht.

Schlüsselwörter

Spracherwerb, Fremdsprachenerwerb, Erstsprache, Transfer, Interferenz, interlinguale Interferenz, intralinguale Interferenz, Übergeneralisierung, Fehleranalyse, Türkisch, Deutsch, kontrastive Linguistik, Lernstrategien, Phonemebene, Sprachkontakt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen des Fremdsprachenerwerbs und untersucht, wie die Muttersprache als Einflussfaktor bei der Aneignung einer neuen Sprache fungiert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf den Begriffen Transfer und Interferenz, der Unterscheidung zwischen gesteuertem und ungesteuertem Erwerb sowie der praktischen Analyse von Interferenzerscheinungen im Sprachenpaar Türkisch-Deutsch.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Einfluss der Muttersprache auf den Fremdsprachenerwerb wissenschaftlich darzulegen und aufzuzeigen, wie Transferprozesse systematische Fehler bei Lernenden erklären können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein theoretischer Rahmen der Kontrastivhypothese genutzt, kombiniert mit einer exemplarischen Fehleranalyse eines schriftlichen Textbeispiels einer Schülerin.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Kategorien (Transfer, Interferenzformen wie interlingual/intralingual) definiert und im Anschluss anhand türkischer Sprachstrukturen im Deutschen praktisch illustriert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Spracherwerb, Transfer, Interferenz, Fehleranalyse und die Kontrastivität zwischen Erst- und Zweitsprache.

Welche Rolle spielt das Türkische als Beispiel in dieser Arbeit?

Das Türkische dient als konkrete Erstsprache, an deren Strukturen (z.B. Kasussystem, Vokalharmonie, Hilfsverben) die Interferenzfehler im Deutschen beispielhaft nachgewiesen werden.

Was schlussfolgert die Autorin über den Einfluss der Muttersprache?

Die Autorin betrachtet Interferenz als natürliches und notwendiges Phänomen, das bei Lernenden auftritt, wenn sie die Zielsprache noch nicht vollständig beherrschen, und fordert eine gezielte Vermittlung der Sprachstrukturen.

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Details

Title
Spracherwerbstheorie. Der Einfluss der Muttersprache auf den Erwerb einer Fremdsprache
College
http://www.uni-jena.de/  (Auslandsgermanistik)
Course
Spracherwerbstheorie - eine Einführung
Grade
1.7
Author
Justyna Andziak (Author)
Publication Year
2002
Pages
18
Catalog Number
V12771
ISBN (eBook)
9783638185752
ISBN (Book)
9783656523413
Language
German
Tags
transfer interferenz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Justyna Andziak (Author), 2002, Spracherwerbstheorie. Der Einfluss der Muttersprache auf den Erwerb einer Fremdsprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12771
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