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Sprachliche Höflichkeit. Ein universelles Konzept für eine gelingende Partnerschaft?

Analyse anhand des Höflichkeitskonzepts von Brown und Levinson sowie der Ratgeberlektüre von Paarpsychologen

Titel: Sprachliche Höflichkeit. Ein universelles Konzept für eine gelingende Partnerschaft?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2022 , 19 Seiten , Note: 2,8

Autor:in: Tina Aff (Autor:in)

Germanistik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im ersten Teil dieser Arbeit erfolgt zunächst ein kurzer Abriss über die Wirkung von Sprache, mit der unabwendbar das Thema Höflichkeit einhergeht. Angrenzend erfolgt eine ausführliche Darstellung dieses Themenkomplexes, aus dem hervorgeht, was unter sprachlicher Höflichkeit zu verstehen ist. In diesem Zusammenhang erscheint es nötig die elementare Hypothese der Linguistik, welche außerdem den begrifflichen Bezugsrahmen für die vorliegende Untersuchung bildet, vorzustellen: Das Höflichkeitsmodell von Brown und Levinson aus dem Jahre 1987, das bis dato als einflussreichstes Konzept zur Erforschung von sprachlicher Höflichkeit gilt.

Nachdem das Fundament dieser Arbeit theoretisch gesichert ist, widmet sich das 3. Kapitel den psychologischen Erkenntnissen der Partnerschaftsforschung, um die Ursachen für Beziehungsstörungen im Bereich der Sprache zu systematisieren. Im Interesse liegt hierbei die Betrachtung der sprachlichen Mittel, die eine Beziehung ruinieren können. An ausgewählten konkreten Beispielen, die hauptsächlich zwei bekannten Eheratgebern entnommen sind, wird geprüft, welches linguistische Anwendungspotenzial den Ratgebern zugrunde gelegt werden kann. Mit der Darlegung, inwiefern sich sprachliche Fehlgriffe auf das Selbstbild eines Menschen auswirken können, lässt sich schließlich die Frage beantworten, ob sprachliche Höflichkeit als universelles Konzept für eine gelingende Partnerschaft Geltung hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Höflichkeit

2.1. Begriffsbestimmung

2.2. Das Höflichkeitskonzept nach Brown und Levinson

2.2.1. Das positive und das negative Gesicht als Bedürfnis

2.2.2. Gesichtsbedrohende Akte

3. Gründe für das Scheitern von Paarbeziehungen

3.1. Sprachliche Merkmale von Vorwürfen

3.2. Linguistische Bewertung von Vorwürfen

4. Anleitungen für ein gelungenes Gespräch

4.1. Positive und negative Höflichkeit

4.2. Vermeidung von Kritik

4.3. Konkrete Umsetzungstipps

4.3.1. Fertigkeiten des Sprechers

4.3.2. Fertigkeiten des Zuhörers

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den engen Zusammenhang zwischen sprachlicher Höflichkeit und der Stabilität von Paarbeziehungen. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob sprachliche Höflichkeit als ein universelles Konzept für eine gelingende Partnerschaft fungieren kann, indem analysiert wird, wie Vorwürfe und Kritik das Selbstbild beziehungsweise das "Gesicht" der Partner verletzen.

  • Die psychologischen und soziolinguistischen Grundlagen von Höflichkeit nach Brown und Levinson.
  • Die Auswirkungen von Kommunikationsfehlern wie Kritik, Generalisierungen und Drohungen auf die Ehestabilität.
  • Die Bedeutung des face-Konzepts (positives und negatives Gesicht) im interaktiven Kontext einer Partnerschaft.
  • Praktische Kommunikationsstrategien zur Vermeidung von Gesichtsverletzungen (z. B. Ich-Botschaften).
  • Die Analyse der Rolle von Gesprächsfertigkeiten des Sprechers und des Zuhörers für eine konstruktive Konfliktbewältigung.

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Das positive und das negative Gesicht als Bedürfnis

In Brown und Levinsons Höflichkeitstheorie (1987) steht der von Goffman entlehnte Terminus face im Mittelpunkt, welcher aus linguistischer Sicht nicht etwa das Gesicht als solches beschreibt, sondern „das öffentliche Selbstbild“, auf das jeder Mensch Anspruch erhebt (Brown/Levinson 2007, S. 59). Höflichkeit sehen Brown und Levinson in der face-bezogenen Einstellung des Sprechers und damit als Produkt einer imagewahrenden Gesprächshaltung. Ein Sprecher, der sich um das face des Hörers bemüht, versucht all die sprachlichen Handlungen zu vermeiden bzw. in ihrer Wirkung zu mildern, die in die Handlungsfreiheit des anderen eingreifen oder dessen Selbstwertgefühl beeinträchtigen können.

Brown und Levinsons face-Begriff vereinbart also zwei unterschiedliche Aspekte in sich: Einerseits das `positive Gesicht` (positive face), bei dem es dem Individuum um die Anerkennung, Unterstützung und Wertschätzung durch Andere geht und andererseits das `negative Gesicht` (negative face), bei dem vor allem der Wunsch nach Individualität und Handlungsfreiheit im Vordergrund steht (Vgl. Brown/Levinson 2007, S. 59).

Das `positive Gesicht` des Hörers beschreibt dabei sein Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, Zuwendung, Bestätigung, Anerkennung oder auch Bewunderung. Auf das `negative Gesicht` des Hörers zu achten, bedeutet, dessen Selbstbestimmungsrecht zu akzeptieren, ihn nicht zu bevormunden, seine Handlungsfreiheit nicht einzuschränken und ihn in seiner Persönlichkeitsentfaltung nicht zu behindern. (Vgl. ebd.)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der alltäglichen Beziehungsstreitigkeiten ein und verdeutlicht anhand aktueller Scheidungszahlen sowie psychologischer Forschung die herausragende Bedeutung der Kommunikationskompetenz für die Partnerbindung.

2. Höflichkeit: Hier werden die linguistischen Grundlagen der Höflichkeit erarbeitet, insbesondere das einflussreiche Modell von Brown und Levinson, welches das soziale Selbstbild (face) als Kernaspekt menschlicher Interaktion definiert.

3. Gründe für das Scheitern von Paarbeziehungen: In diesem Kapitel werden typische kommunikative Fehlgriffe wie Kritik, Generalisierungen und Schuldzuweisungen analysiert und deren destruktive Wirkung auf das partnerschaftliche Miteinander aufgezeigt.

4. Anleitungen für ein gelungenes Gespräch: Dieser Abschnitt bietet konkrete Strategien zur konstruktiven Kommunikation, wobei der Fokus auf dem Einsatz von Ich-Botschaften und spezifischen Fertigkeiten für Sprecher und Zuhörer liegt, um das gegenseitige Gesicht zu wahren.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass sprachliche Höflichkeit zwar kein alleiniges Patentrezept für eine glückliche Ehe ist, der gesichtswahrende Umgang aber eine essenzielle Basis für eine langfristig stabile und respektvolle Partnerschaft darstellt.

Schlüsselwörter

Höflichkeit, Paarkommunikation, Gesichtswahrung, Brown und Levinson, Eheglück, Ehestabilität, Konfliktbewältigung, Kritik, Vorwürfe, Kommunikationspsychologie, Ich-Botschaften, Selbstbild, Beziehungsarbeit, Gesprächsführung, Soziolinguistik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den essenziellen Zusammenhang zwischen der Art und Weise, wie Paare miteinander kommunizieren, und der langfristigen Stabilität oder dem Scheitern ihrer Beziehung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft linguistische Höflichkeitstheorien, wie das Modell von Brown und Levinson, mit psychologischen Erkenntnissen der Paartherapie, um destruktive Kommunikationsmuster zu identifizieren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob sprachliche Höflichkeit als ein universelles Konzept zur Sicherung einer gelingenden, stabilen Partnerschaft dienen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin bedient sich einer literaturgestützten, theoretischen Analyse, die linguistische Konzepte (face-work) auf konkrete, aus Eheratgebern entnommene Bespiele partnerschaftlicher Kommunikation anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Beziehungskrisen durch "gesichtsbedrohende Akte" (wie Kritik oder Drohungen) und stellt dem konstruktive Kommunikationsfertigkeiten, wie Ich-Botschaften und aktives Zuhören, gegenüber.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Höflichkeit, face-Konzept, Paarkommunikation, Ehestabilität, Konfliktbewältigung und konstruktive Kommunikationsstrategien.

Warum reicht Höflichkeit allein laut Fazit nicht aus?

Sprachliche Höflichkeit kann durch nonverbale Signale (Mimik, Tonfall) entwertet werden, und das Gelingen einer Partnerschaft hängt zusätzlich von vielen weiteren Faktoren wie gemeinsamen Werten, Zielen und Interessen ab.

Wie genau definiert das Modell von Brown und Levinson das "Gesicht"?

Das Konzept beschreibt das öffentliche Selbstbild, das jedes Individuum besitzt, unterteilt in ein "positives Gesicht" (Bedürfnis nach Anerkennung) und ein "negatives Gesicht" (Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit).

Warum führt Kritik in einer Beziehung so oft zur Eskalation?

Kritik wird meist als Angriff auf das "positive Gesicht" des Partners empfunden, was eine Trotzreaktion oder Verteidigungshaltung auslöst, anstatt dass das zugrunde liegende Anliegen inhaltlich gelöst wird.

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Details

Titel
Sprachliche Höflichkeit. Ein universelles Konzept für eine gelingende Partnerschaft?
Untertitel
Analyse anhand des Höflichkeitskonzepts von Brown und Levinson sowie der Ratgeberlektüre von Paarpsychologen
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Germanistik)
Veranstaltung
Sprache und Handeln
Note
2,8
Autor
Tina Aff (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
19
Katalognummer
V1277509
ISBN (eBook)
9783346722010
ISBN (Buch)
9783346722027
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Höflichkeit Sprache Kommunikation Wirkung Partnerschaft Ehe Brown & Levinson Sprachliches Handeln Pragmatik Eheratgeber Höflichkeitskonzept
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tina Aff (Autor:in), 2022, Sprachliche Höflichkeit. Ein universelles Konzept für eine gelingende Partnerschaft?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1277509
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Leseprobe aus  19  Seiten
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