Über den Roman "Trou de mémoire" von Hubert Aquin

Die "écriture éclatée" und die Bedeutung der Gewalt gegen Frauen im Kontext der nationalen Identitätssuche


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

29 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Präliminarien

2. Die narrative Struktur des Romans
2.1 Die Veränderung des Erzählsystems als Ausdruck des sozial-historischen Kontextes
2.2 Die «écriture éclatée»
2.2.1 Die Diskontinuität des Romanaufbaus
2.2.2 Die Diskontinuität, Überlagerung und Pluralisierung der Erzählstimme
2.2.3 Die Diskontinuität des Wahrnehmungsfokus
2.2.4 Die Diskontinuität des Ortes und der Zeit
2.3 Die Politisierung der «écriture éclatée»

3. Die Figurenkonzeption
3.1 Die männlichen Figuren
3.1.1 Pierre Xavier Magnant alias Charles-Éduard Mullahy
3.1.2 Olympe Ghezzo-Quénum
3.2 Die weiblichen Figuren
3.2.1 Joan Ruskin
3.2.2 Rachel Ruskin

4. Die Figurenkonstellation

5. Das Gewaltverhältnis zwischen Männern und Frauen als Teil der Identitätssuche

6. Resümee

7. Bibliographie

Primärliteratur:

Sekundärliteratur:

Internet:

1. Präliminarien

«Et quand tout éclate dans une société, il est peut-être prévisible et même normal que la littérature éclate en même temps et se libère de toute contrainte formelle ou sociale.»[1] In dieser Äußerung Hubert Aquins spiegelt sich der grundlegende Zusammenhang zwischen Literatur und Politik wider, der für Leben und Werk des umstrittenen Quebecer Schriftstellers, Herausgebers und Essayisten konstitutiv geworden ist. Aquin (1929-1977), der vor allem aufgrund seiner politischen Aktivitäten und radikalen Haltung während der Révolution tranquille in den 60er und 70er Jahren in Quebec immer wieder Thema zahlreicher Debatten in der Öffentlichkeit gewesen ist[2], reflektiert in dieser Aussage aus dem Jahr 1968[3], dass der durch die stille Revolution in Quebec ausgelöste und bis heute andauernde Reformprozess im wirtschaftlichen, sozialen und politischen Bereich auf allen Ebenen zu einer fundamentalen Erneuerung der Quebecer Gesellschaft geführt hat und bis in den kulturell-literarischen Bereich hineinwirkte. Von der Révolution tranquille, forciert durch die seit den 50er Jahren immer stärker aufstrebende Unabhängigkeitsbewegung Quebecs, geht gleichzeitig ein Impuls zur Konstituierung einer neuen frankokanadischen Identität aus. Dieser hat viele Quebecer Künstler wie Marie-Claire Blais und Réjean Ducharmes inspiriert und dazu geführt, dass sie sich von neuen literarischen Strömungen beeinflussen ließen und als Zeichen einer veränderten kulturellen und nationalen Identität mit avantgardistischen Ausdrucksformen experimentierten. Aquin muss in den Kontext dieser neuen Quebecer Künstlergeneration eingebettet werden. Wie das Eingangszitat zeigt, reagiert er in seinen Werken ebenfalls auf den gesellschaftlichen Umbruch, indem er das Konzept einer «écriture éclatée»[4] entwickelt. Das Spezifische an Aquin ist, dass sein literarisches Werk ohne diesen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Hintergrund Quebecs nur schwer zu verstehen ist. Seine Texte bedürfen einer Kontextualisierung, wobei vor allem Ansätze einer soziologisch orientierten Literaturwissenschaft fruchtbar gemacht werden können.

Aquin hat sich selbst als engagierter Schriftsteller verstanden und Literatur als ein Medium aufgefasst, politische Ziele transparent werden zu lassen und als Beitrag zur gesellschaftlichen Veränderung begriffen. Sie illustrieren das Unbehagen am gesellschaftlichen Zustand, der als ein zu verändernder dargestellt wird. Seine Texte lassen sich deswegen im Hinblick auf das Verhältnis von Literatur und Politik lesen, wobei besonders zu fragen ist, wie Aquin dieses Unbehagen in den literarischen Text übersetzt, welche Erzählstrategien und Stilmittel er verwendet, die einerseits das Spezifische seiner politischen Literatur ausmachen und andererseits immer in Bezug zu der besonderen Situation der Frankokanadier in Quebec stehen.

Im Folgenden werde ich daher in einer kontext- und soziologisch orientierten Analyse und Interpretation von Aquins zweitem Roman Trou de mémoire aus dem Jahr 1968 darauf eingehen, welche formal neuen Aspekte er in den frankokanadischen Roman einführt und wie er diese auf den spezifischen politischen Kontext in Quebec der 60er Jahre bezieht und damit im Rahmen der nationalen Identitätssuche politisiert. Ich werde mich dabei zunächst auf die narrative Struktur des Romans beschränken in dem Bewusstsein, dass die Untersuchung der Erzähltechnik in der Aquinforschung inzwischen zum klassischen Bestandteil der Textanalyse geworden ist. Wobei ich mich explizit nicht mit vorhandenen Parallelen zwischen Aquins Erzählweise und dem des Nouveau Roman in Frankreich beschäftigen möchte, da es sich dabei um eine sehr heterogene Gruppe von Autoren handelt, die gemeinsam den traditionellen Roman ablehnen, aber für sich jeder einen anderen Ansatz verfolgen und hier demnach nur ein Vergleich zwischen Aquin und einem einzelnen Nouveau Romancier aus Frankreich sinnvoll wäre.[5] Mich interessiert daher vielmehr, wie man anhand neuerer Erzähltheorien (Genette/Martinez/Scheffel) den spezifischen Zusammenhang zwischen Erzähltechnik und dem sozial-historischen Kontext in Quebec erörtern kann. Anschließend werde ich auf die Figurenkonzeption und -konstellation des Romans eingehen. Dabei werde ich vor allem der jüngeren feministischen Aquin-Forschung[6] folgen. Es wird sich herauskristallisieren, dass in Aquins Roman das Geschlechterverhältnis und die Gewalt gegen Frauen im Rahmen der Identitätssuche der Protagonisten und des Verwirrspiels mit der Identität eine Besonderheit des frankokanadischen Romans ausmacht.

2. Die narrative Struktur des Romans

2.1 Die Veränderung des Erzählsystems als Ausdruck des sozial-historischen Kontextes

Ertler weist in seiner Studie über den frankokanadischen Roman darauf hin, dass „die ‚stille’ Revolution [...] ausreichende Energien [barg] für eine profunde Reflexion im Bereich der künstlerischen Formen und Inhalte, so da[ß] sich auf allen Ebenen – mit mehr oder minder großem Nachdruck – ein reicher Bestand an innovativen Kunstwerken herausbilden konnte.“[7] Um dies zu verstehen muss darauf insistiert werden, dass die Bewegung für die Unabhängigkeit Quebecs als ein wesentlicher Motor für die Reformen in den 60er Jahren nicht nur ein Kampf um politische Unabhängigkeit war, sondern auch um eine neue Quebecer Identität. Es ging darum sich von den alten, antimodernen, katholisch-paternalistischen Traditionen zu trennen und eine moderne, ausgeprägt linguistisch-kulturelle Identität anzunehmen. Im Zuge dieser Identitätssuche kam es im literarischen Bereich zu einem „Umbruch im frankokanadischen Erzählsystem“[8]. Dieser besteht vor allem im Übergang von der auktorialen Erzählsituation zur Ich-Erzählsituation, wie sie auch im Ich-fokussierten Roman Trou de mémoire angewendet wird.[9] Auch Paterson/Randall weisen auf den Zusammenhang zwischen der Révolution tranquille und den literarischen Veränderungen in Frankokanada hin:

Les années soixante représentent en effet un nouveau moment dans l’histoire littéraire au Québec. La mutation profonde dans la société donne lieu à une révolution littéraire sans pareille. De nombreux auteurs remettent en questions les institutions traditionelles tout en explorant des formes nouvelles. Iconoclastes et innovateurs, Aquin, Bessette, Blais, Ducharme, Godbout, Jasmin, Martin, Renaud – pour nommer les plus connus – transforment de façon radicale les codes et les significations romanesques.[10]

Sie betonen den engen Zusammenhang zwischen dem sozial-historischen Kontext und dem Roman: «La relation entre le roman et le contexte sociohistorique de production est capitale dans le cas d’Aquin, car il accordait une grande importance à l’histoire.»[11] und heben hervor, dass «[l]a question des rapports entre la vie et l’art a toujours été au cœur de la pensée d’Aquin.»[12] Trotz anderer methodischer Ansätze[13] verstehe ich die Veränderung des Erzählsystems, die in Aquins Roman vollzogen wird, als Ausdruck der gesellschaftlichen Umbrüche und der Frage nach der nationalen Identität der Quebecer. Dabei ist der Hinweis auf die Genese des Romans sinnvoll, da diese einerseits parallel mit Aquins zunehmender Radikalisierung vom Wort zur Tat, andererseits mit dem Anwachsen der Unabhängigkeitsbewegung in Quebec verläuft. Aquin beginnt bereits 1962[14] mit der Arbeit am Roman. Eine Zeit, in der er nicht nur bei der für die Unabhängigkeitsbewegung bedeutenden Zeitschrift Liberté arbeitet und dort im Mai 1961 seinen wichtigsten politischen Artikel La fatigue culturelle du Canada français publiziert[15] sondern durch den Beitritt zur Rassemblement pour l’Indépendance Nationale (R.I.N.) auch zur politischen Praxis übergeht. So werden zum Beispiel bestimmte Schlagwörter oder Begrifflichkeiten des Revolutionsdiskurses im Quebec der 60er Jahre im Roman aufgegriffen: «Mais justement, ce pays n’a rien dit, ni rien écrit: il n’a pas produit de conte de fée, ni d`épopée pour figuerer, par tous les artifices de l’invention, son fameux destin de conquis: mon pays reste et demeurrera longtemps dans l’infra-littérature et dans la sous-histoire.»[16] Diese Äußerung des Protagonisten Magnant ist eine Allusion auf die Aussage von Lord Durham, laut derer die Frankokanadier ein Volk ohne Geschichte seien. Wichtig ist, dass diese pejorativ konnotierte Parole von der Unabhängigkeitsbewegung positiviert wurde, d.h. dass sie jene zum Ausgangspunkt ihrer Begründung für eine Revolution umgedeutet haben. Gerade weil die Frankophonen unterdrückt werden, waren sie selbst nie die geschichtsschreibenden Akteure. Dies solle sich nun ändern.[17] Bereits im Inhalt des Romans spiegeln sich die politischen Auffassungen und Argumentationen Aquins in dieser Zeit wider.[18] Durch die Dopplung der Handlungsebenen, die Frage nach der Identität der Figuren und die Einführung eines Afrikaners als exemplarische Figur eines Kolonisierten und Revolutionärs, komprimiert er im Roman den politisch-revolutionären Diskurs der 60er Jahre, der sich um Identität, Kolonialisierung und Sprache zentrierte.[19]

Aquin entwickelt als Reaktion auf die gesellschaftlichen Umbrüche der 60er Jahre und des erwachenden Identitätsbewusstseins der Frankophonen die sog. «écriture éclatée», die sich nicht nur durch den Übergang zur Ich-Form auszeichnet, sondern darüber hinaus durch «dédoublement des personnages et des thèmes, fragmentation des récits, instabilité de la voix narrative et parodie du discours éditorial»[20] charakterisiert wird. Diese Technik ist im Roman Trou de mémoire derart verdichtet und zugespitzt, dass damit wohl einer der komplexesten frankokanadischen Romane entstanden ist. Im Folgenden soll dies besonders anhand der Zersplitterung der Romanform und der Narration aufgezeigt werden.

2.2 Die «écriture éclatée»

2.2.1 Die Diskontinuität des Romanaufbaus

Die Erzähltechnik Aquins impliziert, wie in dem Roman Trou de Mémoire deutlich wird, nicht nur eine narrative sondern auch eine formale Diskontinuität, in welcher sich die Zersplitterung des Erzählens widerspiegelt.

Anhand der Makrostruktur, d.h. dem Aufbau des Romans, zeigt sich die Zersplitterung der Narration und das den Roman strukturierende Prinzip der Unterbrechung. Der Roman ist in 17 Kapitel untergliedert, die mit einem Titel versehen, aber nicht fortlaufend nummeriert sind.

Die Kapiteltitel fungieren als Paratext im Sinne einführender Vorausdeutungen[21]. Das Besondere im Fall von Aquins Roman besteht darin, dass die Kapiteltitel sich nicht auf den Inhalt der einzelnen Kapitel beziehen, sondern auf die Struktur bzw. die Form dieser und des Romans insgesamt. Zu dieser Ansicht kommt auch Françis Favreau, die in ihrem Artikel den Zusammenhang zwischen Dispositiv und Fußnote untersucht: «La référence à la forme et non au contenu est privilégiée: ‚avant-propos’, ‚récit’, ‚note’, ‚cahier’, ‚journal’, et ces nombreuses ‚suites’. Les titres mettent en lumière l’expression et non le fond diégétique.»[22] Durch die Gliederung des Romans werden die unterschiedlichen epischen Genres (Brief, Tagebuch, Szene, Bericht) in denen der Roman sich fortschreibt, betont. Dieses intertextuelle Experimentieren mit der literarischen Form des Romans, die typisch für Aquin und die junge Schriftstellergeneration Quebecs in den 60er Jahren ist[23], stellt den Versuch der Entgrenzung und Überschreitung der Gattungsnorm dar. Hinzu kommt, dass die von unterschiedlichen Personen verfassten Kapitel nicht dementsprechend linear aufeinanderfolgen.[24]

Dies führt zur Zersplitterung, zur Diskontinuität des Romans, der bei Aquin zunehmend zur Verwilderung tendiert.[25] Die Struktur von Trou de mémoire zeichnet sich außerdem durch die Unterbrechungen, Brüche und Leerstellen[26] aus, die nur zum Teil mit dem Inhalt korrespondieren. So können zum Beispiel die Kapitel 3-7 auch als ein durchgehend kontinuierlicher Text aufgefasst werden, d.h. dass man den autobiographischen Bericht Magnants auch anders hätte gliedern können. Somit kommt es zu einer ironischen Brechung zwischen Kapiteltitel und dem inhaltlichen Fortschreiben, wie Favreau bemerkt: «Il s’y cache une ironie romanesque structurante: dire suite pour Aquin, c’est entendre rupture, syncope, hiatus, trou mais s’en délivrer en même temps par une magie performative du verbe: il écrit suite, et écrire s’ensuit – il écrit suite et la suite s’écrit.»[27] Durch die unterschiedliche, nicht proportionale Kapitellänge und die Art der Gliederung in Kapitel wird eine diskontinuierliche Struktur des Romans konstituiert, die sich bereits im Romantitel als vorausdeutender Paratext ankündigt. Die Diskontinuität der Romanstruktur, seine Brüchigkeit, ist Ausdruck der ambivalenten Sehnsucht der Protagonisten nach dem Vergessen[28] und dem Erinnern[29].

2.2.2 Die Diskontinuität, Überlagerung und Pluralisierung der Erzählstimme

Die Art der Einteilung in Kapitel und deren Überschriften verweisen darauf, dass mehrere Erzählschichten übereinandergelegt sind bzw. sich überschreiben. Während zum Beispiel Kapitel 13 laut Titel bereits das Ende des Romans ankündigt, kommt es erst in Kapitel 17 zur «Note Finale»[30], wobei durch die Emphase «Tout a une fin. Le texte s’arrête ici [...].»[31] und die Wiederholung des Wortes «FIN»[32] betont wird, dass es sich nun erst um das definitive Ende des Textes handelt. Daran und an den zahlreichen Fußnoten zeigt sich, dass an diesem Roman mehrere fiktive Autoren und Herausgeber gearbeitet und geschrieben haben. Wenn ich im Folgenden von Autor spreche, dann ist damit weder der empirische Autor Aquin noch der permanent vorhandene implizite Autor des Textes gemeint. Mein Begriff rekurriert auf den fiktiven Autor, der als Figur im Text in Erscheinung tritt.[33] Dabei handelt es sich in dem Roman Trou de mémoire um Pierre X. Magnant, der autobiographisch den Mord an Joan Ruskin erzählt[34] und in gewisser Hinsicht auch um Rachel Ruskin, die vorgibt das Manuskript gelesen, redigiert, angeordnet und als letzte herausgegeben zu haben.[35]

Der Romanaufbau zeugt also von der Spannung zwischen Autor- und Herausgeberfiktion und spielt mit den verschiedenen Textkonstituenten Autor, Erzähler und Herausgeber. Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass sie sich trotzdem, sowohl Magnant als Autorfigur und Herausgeber unter dem Pseudonym Charles-Édouard Mullahy als auch Ruskin als Herausgeberin, stets im Rahmen der Fiktionalität bewegen. Auch wenn die Herausgeber scheinbar den Eindruck von Authentizität und Überlegenheit gegenüber dem fiktiven Text evozieren, sind sie im Roman stets Teil der fiktionalen Welt.

[...]


[1] Aquin, Hubert: Littérature et alinéation. In: Blocs erratiques. p.135. Zitiert nach: Paterson/Randall: Présentation. In: Aquin, Hubert: Trou de mémoire.Édition critique établie par Janet M. Paterson et Marilyn Randall. Tome III, vol. IV. Québec 1993. p.XXVIII. [Im Folgenden: Paterson/Randall: Présentation]

[2] Ein Beispiel dafür ist die immer noch anhaltende Debatte um den würdigen Umgang mit seinen literarischen Texten angesichts seiner militanten Ansichten. Vgl. http://www.vigile.net/pol/culture/tassinariaquin.html

[3] Vgl. Favreau, Francis: La note et le chapitre: lecture du dispositif de « Trou de mémoire » d’Hubert Aquin. http://profs.cegepsth.qc.ca/ffavreau/projetspersonnels/note_chapitre.htm

[4] Vgl. De Lafontaine, Gilles: Hubert Aquin et le Québec. Les Éditions Parti pris 1977.p.20.

[5] Vgl.: Wilhelm, Kurt: Der Nouveau Roman. Ein Experiment der französischen Gegenwartsliteratur. Herausgegeben von Walter Stolz. Berlin 1969. S.12.

[6] Vgl. Paterson/Randall: Présentation. p.XXVIII.

[7] Ertler, Klaus-Dieter: Kleine Geschichte des franko - kanadischen Romans. Tübingen 2000.S.168.

[8] Ebd.

[9] Vgl. Rogers-Bischof, J.-E.: Frauen-Bilder im frankokanadischen Roman der Gegenwart. FaM-Bern-Cirencester/U.K. 1981.S.45.

[10] Paterson/Randall: Présentation. p.XXIX.

[11] Ebd., p.X.

[12] Ebd., p.IX.

[13] Favreau zum Beispiel interpretiert die Struktur des Romans im Sinne einer Karnevalisierung der Literatur und als Ausdruck der Kontinuität der komisch-ernsten Gattung und begründet damit die narrative und formale Diskontinuiät des Romans: «Au terme de cette analyse, il semble clair que, par le biais de son dispositif, ce sont ses contraintes génériques, celles de la littérature comico-sérieuse, qui se révèlent fructueuses pour l’étude de ce roman, et moins le contexte socio-historique.» Favreau, Françis: La note et le chapitre: lecture du dispositif de « Trou de mémoire » d’Hubert Aquin. http://profs.cegepsth.qc.ca/ffavreau/projetspersonnels/note_chapitre.htm

[14] Vgl. Paterson/Randall: Présentation. p. XX.

[15] Vgl. LaFontaine, Gilles de: Hubert Aquin et le Québec. Les Éditions Parti pris 1977.p.14.

[16] Aquin, Hubert: Trou de mémoire. Édition critique établie par Janet M. Paterson et Marilyn Randall. Tome III, vol. IV. Québec 1993. p.58. [Im Folgenden: Aquin: Tdm ]

[17] Vgl. Aquin, Hubert: La fatigue culturelle du Canada française. In: Pleau, Jean-Christian: La Révolution québécoise. Hubert Aquin et Gaston Miron au tournant des années soixante. Québec: Éditions Fides, 2002. p.197-233.

[18] Der frankophone Apotheker Pierre Xavier Magnant aus Montréal tötet seine Geliebte, die anglophone Biologin Joan Ruskin, und beginnt im Sinn der myse-en-abyme-Technik einen autobiographischen Roman zu schreiben. Auf einer zweiten Handlungsebene geht es um die Flucht des Afrikaners Olympe Ghezzo-Quénum mit seiner Freundin Rachel Ruskin, die Schwester von Joan, auf der sich beide von Magnant verfolgt und bedroht fühlen. Magnant vergewaltigt schließlich Rachel während ihrer Reise durch die Schweiz. In Montréal angekommen, sterben Olympe und Magnant, der eine neue Identität als Herausgeber namens Mullahy angenommen hat, auf mysteriöse Weise. Rachel, die von Magnant schwanger ist, beginnt ein neues Leben.

[19] Vgl.: Pleau, Jean-Christian: La Révolution québécoise. Hubert Aquin et Gaston Miron au tournant des années soixante. Québec: Éditions Fides, 2002.

[20] Paterson/Randall: Présentation.p. XXIX.

[21] Vgl. Eberhart Lämmert: Bauformen des Erzählens. Stuttgart 1955.

[22] Favreau, Françis: La note et le chapitre: lecture du dispositif de « Trou de mémoire » d’Hubert Aquin.

http://profs.cegepsth.qc.ca/ffavreau/projetspersonnels/note_chapitre.htm

[23] Vgl. Ertler, Klaus-Dieter: Kleine Geschichte des franko - kanadischen Romans. Tübingen 2000.S.167ff.

[24] Vgl. Übersicht zum Romanaufbau im Anhang.

[25] Interessant ist dieser Aspekt im Hinblick darauf, dass die Gattung des Romans nicht Teil des antiken Formenkanons ist und demnach in seiner Gattungsgeschichte stets eher zur Verwilderung und Anarchie neigte als die Lyrik oder Dramatik. Vgl. Wölfel, Kurt: Roman. In: Meid, Volker: Literaturlexikon. Begriffe, Realien, Methoden. Bd.14 Les-Z. Gütersloh/München 1993. S.302-309.

[26] Der Begriff der Fortsetzung impliziert, dass es vorher eine Unterbrechung gegeben haben muss.

[27] Favreau, Françis: La note et le chapitre: lecture du dispositif de « Trou de mémoire » d’Hubert Aquin.

http://profs.cegepsth.qc.ca/ffavreau/projetspersonnels/note_chapitre.htm

[28] Magnant schreibt, um den Mord an Joan Ruskin zu vergessen. Vgl. Aquin: Tdm. p.34.

[29] Ghezzo-Quénum möchte, dass sich Rachel Ruskin an die Vergewaltigung erinnert und ihm davon erzählt. Vgl. Aquin: Tdm. p.195.

[30] Aquin: Tdm. p.225.

[31] Ebd.

[32] Ebd., p.237.

[33] Vgl. Eicher/Wiemann: Arbeitsbuch Literaturwissenschaft. 3. Auflage. Paderborn-München-Wien-Zürich: Schöningh 2001.S.89-100.

[34] Vgl. Textstelle, in der Magnant innehält, um den eigenen Schreibprozess zu reflektieren. Aquin: Tdm. p.57.

[35] Aquin: Tdm. p.233-234.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Über den Roman "Trou de mémoire" von Hubert Aquin
Untertitel
Die "écriture éclatée" und die Bedeutung der Gewalt gegen Frauen im Kontext der nationalen Identitätssuche
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für Romanistik)
Veranstaltung
Hauptseminar Die frankophone Literatur Kanadas
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
29
Katalognummer
V127768
ISBN (eBook)
9783640353385
ISBN (Buch)
9783640353293
Dateigröße
551 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Roman, Trou, Hubert, Aquin, Bedeutung, Gewalt, Frauen, Kontext, Identitätssuche
Arbeit zitieren
Janin Taubert (Autor), 2005, Über den Roman "Trou de mémoire" von Hubert Aquin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127768

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