Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der ertragsteuerlichen Behandlung von Kryptowährungen. Aufgrund der fehlenden Gesetzgebung und Rechtsprechung dazu soll die Ausarbeitung diesbezüglich einen Lösungsvorschlag bieten. Dabei geht es um die ertragsteuerliche Handhabung der Gewinne und Verluste aus dem Trading und Mining von Kryptowährungen sowie der weiteren Einkunftsmöglichkeiten Staking, Lending, Initial-Coin-Offering, Fork, Airdrop und Candy bzw. Bounty.
Zu Beginn der Arbeit wird an das Thema herangeführt, indem die historische Entwicklung des Geldes bis hin zur ersten Kryptowährung sowie die allgemeinen und technischen Grundlagen der digitalen Währungen aufgezeigt werden. Im dritten Kapitel wird anschließend erläutert, welche Optionen in der Kryptowelt zur Generierung von Einkünften bestehen. Das vierte Kapitel befasst sich daraufhin mit der ertragsteuerlichen Behandlung. Hierbei wird vorerst erläutert, wie Kryptowährungen im Ertragsteuerrecht zu kategorisieren sind. Weiter wird bei der Erläuterung der ertragsteuerlichen Handhabung jeweils auf die Einkunftsmöglichkeiten eingegangen sowie zwischen Privat- und Betriebsvermögen differenziert. Das fünfte Kapitel widmet sich schließlich der umsatzsteuerlichen Aspekte.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Vorgehensweise und Ziel der Arbeit
2 Entstehung und Grundlagen
2.1 Vom Warentausch zur Kryptowährung
2.1.1 Die Geschichte des Geldes
2.1.2 Digitale Währungssysteme
2.1.3 Beginn der Kryptowährung
2.2 Grundlagen
2.2.1 Definition
2.2.2 Technischer Hintergrund
2.2.3 Coins und Token
2.2.4 Die zehn größten Kryptowährungen nach Marktwert
3 Möglichkeiten der Einkünfteerzielung
3.1 Trading
3.2 Mining und Forging
3.2.1 Proof of Work
3.2.2 Proof of Stake
3.2.3 Pool- und Cloud-Mining
3.3 Staking
3.4 Lending
3.5 Initial-Coin-Offering und Initial-Token-Offering
3.6 Fork
3.7 Airdrops, Candys oder Bountys
4 Ertragsteuerliche Behandlung
4.1 Kategorisierung von Kryptowährungen
4.2 Einkünfte durch Trading (An- und Verkauf)
4.2.1 Abgrenzung private Vermögensverwaltung und Gewerbebetrieb
4.2.2 Reihenfolge der Verwendung
4.2.3 Privates Trading
4.2.3.1 Veräußerungsgewinn
4.2.3.2 Tausch einer Kryptowährung (Swap)
4.2.3.3 Verlustverrechnung
4.2.4 Gewerbliches Trading
4.3 Einkünfte durch Mining und Forging
4.3.1 Privates Mining
4.3.2 Gewerbliches Mining oder Forging
4.4 Einkünfte durch Staking
4.4.1 Privates Staking
4.4.2 Gewerbliches Staking
4.5 Einkünfte durch Lending
4.5.1 Privates Lending
4.5.2 Gewerbliches Lending
4.6 Einkünfte durch Initial-Coin-Offering und Initial-Token-Offering
4.7 Einkünfte aufgrund eines Hard Forks
4.7.1 Hard Fork im Privatvermögen
4.7.2 Hard Fork im Betriebsvermögen
4.8 Einkünfte aus Airdrops, Candys oder Bountys
4.8.1 Airdrops, Candys oder Bountys im Privatvermögen
4.8.2 Airdrops, Candys oder Bountys im Betriebsvermögen
4.9 Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit
4.10 Einkünfte aus Kapitalvermögen
5 Umsatzsteuerliche Aspekte
5.1 Aktueller Stand der umsatzsteuerlichen Behandlung
5.2 Trading
5.3 Mining
6 Fazit
6.1 Zielerreichung
6.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die ertragsteuerliche sowie umsatzsteuerliche Einordnung von Transaktionen mit Kryptowährungen unter Berücksichtigung der aktuellen Rechtslage und herrschenden Literatur, um einen Lösungsvorschlag für die steuerliche Handhabung zu bieten. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei insbesondere auf die Unterscheidung zwischen privater und gewerblicher Tätigkeit bei der Einkunftserzielung.
- Grundlagen und Entstehung digitaler Währungen und der Blockchain-Technologie
- Möglichkeiten der Einkünfteerzielung (Trading, Mining, Staking, Lending, ICOs)
- Ertragsteuerliche Kategorisierung und Behandlung unterschiedlicher Krypto-Aktivitäten
- Abgrenzung zwischen privater Vermögensverwaltung und gewerblichem Betrieb
- Umsatzsteuerliche Aspekte und derzeitiger Stand der Finanzrechtsprechung
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Technischer Hintergrund
Kryptowährungen basieren auf einer kryptografischen Verschlüsselungstechnologie. Das Wort Kryptografie kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie ‚Geheimschrift‘. Die meistgenutzte Verschlüsselungstechno-logie ist die sogenannte Blockchain, im Deutschen ‚Blockkette‘. Hierbei handelt es sich um eine dezentrale, das heißt auf verschiedenen Rechnern verteilte Datenbank, die auf der Distributed-Ledger-Technologie beruht. In dieser Datenbank sind alle Nutzer gleichgestellt, weshalb oft auch von einem Peer-to-Peer-Netzwerk gesprochen wird. Um Kryptowährungen zu erwerben, zu empfangen oder damit zu bezahlen, ist in der Regel eine virtuelle Geldbörse notwendig, ein sogenanntes Wallet. Letzteres kann meist kostenlos als App auf ein mobiles Endgerät heruntergeladen werden. Des Weiteren ist in der Blockchain jeder Nutzer anonym, da Transaktionen nicht über Kontonummern mit -inhabern erfolgen, sondern Adressen, die aus Buchstaben sowie Zahlen bestehen und keine personenbezogenen Daten beinhalten (sogenannte Puplic Keys). Signiert wird eine Transaktion in der Blockchain mit dem Private Key. Dieser ist öffentlich nicht einsehbar und nur dem jeweiligen Nutzer bekannt – er lässt sich demnach mit der TAN beim Onlinebanking vergleichen. In der Blockchain werden alle getätigten Transaktionen zwischen den Konten erst validiert und anschließend im nächsten Block der Kette dauerhaft festgehalten, der auf den vorherigen Block verweist. Es ist somit zu jeder Zeit nachvollziehbar, wie viele Coins jedem Puplic Key zugeordnet sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die zunehmende Etablierung von Kryptowährungen in der Gesellschaft und stellt die daraus resultierende Herausforderung für das Steuerrecht dar.
2 Entstehung und Grundlagen: Vermittelt die technologischen Basisinformationen zur Blockchain und definiert wichtige Begriffe wie Coins, Token und die gängigsten Währungen.
3 Möglichkeiten der Einkünfteerzielung: Erläutert die verschiedenen Methoden, mit Kryptowährungen Einnahmen zu generieren, unter anderem durch Trading, Mining, Staking und Lending.
4 Ertragsteuerliche Behandlung: Untersucht die steuerliche Einordnung der verschiedenen Einkunftsmöglichkeiten und differenziert dabei zwischen Privat- und Betriebsvermögen sowie Gewerblichkeit.
5 Umsatzsteuerliche Aspekte: Behandelt die umsatzsteuerlichen Konsequenzen von Krypto-Transaktionen auf Grundlage der EuGH-Rechtsprechung und BMF-Schreiben.
6 Fazit: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die derzeit ungeklärte Rechtslage und das strukturelle Vollzugsdefizit bei der steuerlichen Erfassung.
Schlüsselwörter
Kryptowährungen, Blockchain, Ertragsteuer, Einkommensteuergesetz, Mining, Staking, Lending, Trading, Privates Veräußerungsgeschäft, Gewerbebetrieb, Wallet, Token, Umsatzsteuer, Steuerrecht, Finanzinstrumente
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der steuerlichen Behandlung von Kryptowährungen in Deutschland, da bisher keine spezifische gesetzliche oder richterliche Regelung existiert.
Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?
Die zentralen Felder umfassen die technischen Grundlagen der Blockchain, die verschiedenen Arten der Einkunftserzielung sowie die differenzierte steuerliche Behandlung im Privat- und Betriebsvermögen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Der Autor möchte aufgrund der fehlenden Gesetzgebung eine strukturierte Einordnung der Einkünfte aus Krypto-Aktivitäten vornehmen und einen Lösungsvorschlag anbieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Ausarbeitung auf Basis der aktuellen Literatur, der Verwaltungsanweisungen des BMF sowie der relevanten Rechtsprechung.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der technischen Grundlagen, die Beschreibung der Ertragsmöglichkeiten (z.B. Mining, Trading, Lending) und deren detaillierte Analyse im Ertrag- und Umsatzsteuerrecht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Blockchain, Ertragsteuer, Mining, Staking, Lending, Trading und Steuerrecht geprägt.
Wann ist beim Trading von einer gewerblichen Tätigkeit auszugehen?
Eine gewerbliche Tätigkeit liegt vor, wenn eine selbstständige, nachhaltige Tätigkeit mit Gewinnerzielungsabsicht besteht, die über die reine private Vermögensverwaltung hinausgeht.
Wie werden Airdrops steuerlich behandelt?
Airdrops ohne wirtschaftlichen Zusammenhang zu einer erbrachten Leistung sind ertragsteuerlich meist nicht zu beachten; bei Verbindung mit einer Leistung können sie jedoch als Einkünfte aus sonstigen Leistungen steuerbar sein.
- Arbeit zitieren
- Vanessa Gottstein (Autor:in), 2022, Kryptowährungen im Steuerrecht. Aspekte der ertragsteuerlichen Behandlung von Kryptowährungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1277680