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Beziehungsgestaltung in der Jugendhilfe. Umgang mit Nähe und Distanz von Sozialarbeiter*innen im betreuten Einzelwohnen in Berlin

Title: Beziehungsgestaltung in der Jugendhilfe. Umgang mit Nähe und Distanz von Sozialarbeiter*innen im betreuten Einzelwohnen in Berlin

Seminar Paper , 2022 , 42 Pages

Autor:in: Sarah Sucher (Author)

Social Work - Child and Youth Welfare
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Die Praxisarbeit setzt sich mit folgender Forschungsfrage auseinander: Welche Mittel und Wege nutzt die stationäre Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung zur Korrektur negativer Bindungserfahrungen von Kindern und Jugendlichen?

Kinder und Jugendliche können aus unterschiedlichen Gründen entweder phasenweise oder dauerhaft nicht in ihrer Herkunftsfamilie leben, sie werden mit fremden Erwachsenen konfrontiert, die stellvertretend kleinere oder größere Teile der Erziehungs- und Beziehungsarbeit übernehmen. Einige dieser Kinder und Jugendlichen haben in ihrer früheren Kindheit Mangelerfahrungen erlebt, indem Bindungsbedürfnisse wie Nähe und Schutz in extremem Ausmaß nicht passend, ungenügend oder widersprüchlich beantwortet wurden oder der Wunsch nach Distanz nicht gewahrt wurde. Diese Erfahrungen können Kinder und Jugendliche im Grundvertrauen erschüttern und zur Entwicklung einer Bindungsstörung führen. Diese können unterschiedliche Formen annehmen und verschiedene Problematiken mit sich bringen.

Trotz dieser Verbreitung von Bindungsstörungen unter den platzierten Kindern und Jugendlichen steht das Störungsbild nur in einem geringen Fokus der Sozialpädagogik und zählt häufig nur als Begleitdiagnose bei einer psychiatrischen Abklärung. Anhand des SGB VIII werden geregelte Leistungen und Maßnahmen zur Förderung der Entwicklung und zur Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit von Kindern und Jugendlichen für die Kinder- und Jugendhilfe niedergelegt. Wodurch die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen primär einen Erziehungsauftrag bei Kindern und Jugendlichen erfüllen.

Hinsichtlich Bindungsstörungen besteht ein signifikanter Handlungsbedarf durch die sozialpädagogische Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen, um eine Bindungsfähigkeit aufzubauen und sie zur eigenverantwortlichen Persönlichkeit zu ermächtigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Forschungsstand

2.1 Bindungstheoretische Grundlagen

2.1.1 Bindungsbegriff

2.1.2 Bindungsentwicklung nach Mary Ainsworth

2.1.3 Bindungstheorie

2.1.4 Bindungsqualitäten

2.2 Bindungsstörungen

2.2.1 Diagnostik von Bindungsstörungen nach dem ICD-10

2.2.2 Ätiologie von Bindungsstörungen

3 Korrektur negativer Bindungserfahrungen in der stationären Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung

4 Beziehungsgestaltung in der Jugendhilfe - Eine qualitative Studie

4.1 Fragestellung

4.2 Empirische Forschungsmethode

4.3 Datenanalyse und -auswertung

4.4 Ergebnisse

4.5 Limitationen

5 Resümee

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, welche pädagogischen Mittel und Wege Sozialarbeiter in einer stationären Jugendhilfeeinrichtung nutzen, um bei betreuten Kindern und Jugendlichen negative Bindungserfahrungen zu korrigieren und eine vertrauensvolle Beziehungsgestaltung zu fördern.

  • Grundlagen der Bindungstheorie und Bindungsentwicklung
  • Klinische Diagnostik und Ätiologie von Bindungsstörungen
  • Methoden der Bindungskorrektur im pädagogischen Alltag
  • Qualitative Analyse der beruflichen Beziehungsgestaltung
  • Spannungsfeld zwischen Nähe und professioneller Distanz

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Bindungsbegriff

„Bindung kann definiert werden als das gefühlsmäßige Band, welches eine Person [...] zwischen sich selbst und einem bestimmten anderen knüpft – ein Band, das sie räumlich verbindet und das zeitlich andauert. Kennzeichnend für die Bindung ist ein Verhalten, das darauf ausgerichtet ist, einen bestimmten Grad an Nähe zu einem Objekt der Bindung herzustellen und aufrechtzuerhalten, was, je nach Umständen, von nahem körperlichem Kontakt bis zur Kommunikation und größere Entfernungen reichen kann“ (Grossmann & Grossmann, 2003, S. 147).

Bowlby ist der Meinung, dass sich dieses emotionale imaginäre Band der Bindung in der Kindheit entwickelt, sowie alle daraufufolgenden Entwicklungsphasen des Menschen einen Einfluss hat. Die Bindung stellt für ihn eine emotionale Basis dar, welche bis ins hohe Alter hinein andauert. Außerdem sieht er die Bindung als ein natürliches Überlebensmuster, welches jedoch vom Nahrungs- und Sexualtrieb abgegrenzt werden muss (vgl. Bowlby, 2014, S. 21). Des Weiteren äußert Bowlby, dass Bindungen signifikant für die emotionale und kognitiv-kulturelle Entwicklung eines jeden Menschen ist, um die Herstellung psychischer Sicherheit und für seine Entwicklung als engagiertes Mitglied in seiner Kultur, zu gewährleisten.

Die Bindung nach Brisch (2015, S. 35) ist als ein selbst regulierendes System zu verstehen, bei dem die Teilnehmer*innen des Systems, beispielsweise Kind und Bindungsperson, in einer Wechselwirkung miteinander agieren. Bindungen werden als Teil eines sehr komplexen Beziehungssystems verstanden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der pädagogischen Arbeit mit bindungsgestörten Kindern in der stationären Jugendhilfe ein und verdeutlicht den Handlungsbedarf.

2 Forschungsstand: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Bindungstheorie, die Entwicklung nach Ainsworth sowie die medizinische Diagnostik und Ätiologie von Bindungsstörungen detailliert dargelegt.

3 Korrektur negativer Bindungserfahrungen in der stationären Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung: Dieses Kapitel erläutert die Möglichkeiten und Anforderungen an die pädagogische Fachkraft, um im stationären Setting korrigierende Beziehungserfahrungen zu ermöglichen.

4 Beziehungsgestaltung in der Jugendhilfe - Eine qualitative Studie: Dieser Hauptteil beschreibt die qualitative Untersuchungsmethode und stellt die Ergebnisse der Befragung von Sozialarbeitern bezüglich ihres professionellen Umgangs mit Bindungsproblematiken dar.

5 Resümee: Das Schlusskapitel fasst die theoretischen Erkenntnisse und die Ergebnisse der qualitativen Analyse zusammen und reflektiert die Limitationen der vorliegenden Studie.

Schlüsselwörter

Bindungstheorie, Bindungsstörungen, Kindheit, Jugendhilfe, Beziehungsgestaltung, Sozialpädagogik, Bindungskorrektur, Nähe und Distanz, ICD-10, Mary Ainsworth, John Bowlby, pädagogische Fachkraft, Fachliche Distanz, Fallarbeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit beleuchtet den Umgang von Sozialarbeitern mit negativen Bindungserfahrungen bei Kindern und Jugendlichen in einer stationären Einrichtung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Bindungstheorie, die Diagnostik von Bindungsstörungen sowie Strategien zur Gestaltung pädagogischer Beziehungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Mittel und Wege zu identifizieren, mit denen pädagogische Fachkräfte im Alltag Bindungsprozesse positiv beeinflussen können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wurde eine qualitative, halbstrukturierte schriftliche Befragung von Fachkräften durchgeführt, deren Ergebnisse inhaltsanalytisch ausgewertet wurden.

Was steht im Zentrum des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung und die empirische Analyse der Interviews zur Beziehungsgestaltung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Begriffe Bindungsfähigkeit, professionelle Distanz, korrigierende Erfahrung und emotionale Sicherheit stehen im Mittelpunkt.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Nähe und Distanz?

Die Arbeit betont, dass Nähe Vertrauen schafft, während die professionelle Distanz die Fachkraft handlungsfähig hält und den Jugendlichen abgrenzt.

Welche Rolle spielt das ICD-10 in der Arbeit?

Die ICD-10-Klassifikation dient als Grundlage, um die unterschiedlichen Formen von Bindungsstörungen sachlich einzuordnen.

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Details

Title
Beziehungsgestaltung in der Jugendhilfe. Umgang mit Nähe und Distanz von Sozialarbeiter*innen im betreuten Einzelwohnen in Berlin
College
Internationale Berufsakademie der F+U Unternehmensgruppe gGmbH
Author
Sarah Sucher (Author)
Publication Year
2022
Pages
42
Catalog Number
V1277681
ISBN (PDF)
9783346731234
ISBN (Book)
9783346731241
Language
German
Tags
beziehungsgestaltung jugendhilfe umgang nähe distanz sozialarbeiter*innen einzelwohnen berlin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Sucher (Author), 2022, Beziehungsgestaltung in der Jugendhilfe. Umgang mit Nähe und Distanz von Sozialarbeiter*innen im betreuten Einzelwohnen in Berlin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1277681
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