Ziel dieser Arbeit soll es sein, beim Leser ein Verständnis darüber zu wecken, wie genau sich Fußballvereine im Profibereich finanzieren. Dabei sollen Einnahmen und Ausgaben, aber auch regulatorische Rahmenbedingungen dargestellt und kritisch analysiert werden. Ferner soll ebenfalls die Frage geklärt werden, ob sportlicher Erfolg von wirtschaftlichem Erfolg abhängt. Betrachtungsgegenstand wird hierbei, aus Gründen des Umfangs, vornehmlich der deutsche Profifußball. An geeigneten Passagen wird jedoch auch ein internationaler Vergleich gezogen oder der Fußballsport als Gesamtkonstrukt betrachtet.
„In der Fußball-Welt zählen nur drei Dinge: Geld, Geld, Geld“, so wird Sportpolitik-Experte Thomas Kistner von der Süddeutschen Zeitung zitiert. Ein Kommentar, welcher die aktuelle Entwicklung des Fußballs erschreckend treffend beschreibt. Der Nationalsport der Deutschen scheint tatsächlich immer mehr der Kommerzialisierung zu verfallen, denn das Phänomen Fußball wird über die Jahre hinweg zu einem lukrativen Geschäft für Investoren und Unternehmen. Erst jüngst bricht der FC Bayern München einen Transferrekord innerhalb der höchsten deutschen Fußball-Liga (Bundesliga) und bezahlte für einen neuen Spieler satte 80 Mio. €.
Dies ist nur eines von vielen Beispielen, die zeigen, in welch unvorstellbaren finanziellen Dimensionen sich der moderne Fußballsport befindet. Berechtigterweise stellt sich als Fan als auch als Außenstehender die Folgefrage: Wo kommt das ganze Geld der Vereine her und wie finanzieren sie solch hohe Millionenbeträge?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Wissenschaftliches Vorgehen
2 Innenfinanzierung
2.1 Definition: Innenfinanzierung
2.2 Arten der Einnahmen
2.2.1 Einnahmen aus dem Spielbetrieb
2.2.1.1 Ticketing
2.2.1.2 TV-Gelder
2.2.2 Einnahmen aus dem Sponsoring
2.2.3 Einnahmen aus dem Merchandising
2.2.4 Einnahmen aus Transfererlösen
3 Außenfinanzierung
3.1 Definition: Außenfinanzierung
3.2 Aufnahme von Eigenkapital
3.2.1 Finanzinvestoren
3.2.1.1 Mäzen
3.2.1.2 Scheichs
3.2.2 Der Börsengang
3.3 Aufnahme von Fremdkapital
3.3.1 Die klassische Fan-Anleihe
3.3.2 Mittelstandsanleihen
3.3.3 Sonderfinanzierungsarten
4 Kostenseite von Fußballvereinen
4.1 Aufwendungen für Spielergehälter
4.2 Personal- und Verwaltungsaufwendungen
4.3 Transferaufwendungen
4.4 Sonstige Aufwendungen
5 Regulatorische Rahmenbedingungen der Finanzierung
5.1 Regelungsumfeld durch FIFA & UEFA
5.2 Financial Fairplay Regelung der UEFA
5.3 Die 50+1-Regel des DFB
6 Vereinsmodell am Beispiel Borussia Dortmund
6.1 Der Verein
6.2 Geschäftsberichtsdarstellung 2020/2021
7 Sonderthemen
7.1 Auswirkungen der Corona-Pandemie
7.2 Sanktionen gegen russische Oligarchen im Fall Abramowitsch und FC Chelsea
8 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht die Finanzierungsstrukturen von Fußballvereinen im deutschen Profifußball, analysiert Einnahmequellen wie Ticketing, Sponsoring und Transfererlöse sowie die Kostenseite und beleuchtet kritisch die regulatorischen Rahmenbedingungen sowie aktuelle Herausforderungen wie die Corona-Pandemie.
- Analyse der Innen- und Außenfinanzierung im Profifußball
- Die Rolle von Finanzinvestoren und Börsengängen bei Fußballvereinen
- Regulatorische Rahmenbedingungen (50+1-Regel, Financial Fairplay)
- Kostentreiber und das Verhältnis von sportlichem zu wirtschaftlichem Erfolg
- Fallstudie: Finanzierungsmodell von Borussia Dortmund
- Auswirkungen externer Krisen auf die wirtschaftliche Stabilität von Vereinen
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Einnahmen aus dem Sponsoring
Der Begriff des Sponsorings ist nicht mehr aus dem modernen Fußball weg zu denken. Über die Jahre ist es zu einer der wichtigsten Instrumentarien zur Beschaffung von Kapital geworden. Neben dem Fußball wird die Finanzierungsmöglichkeit des Sponsorings auch in diversen anderen Bereichen zur Förderung genutzt, wie beispielsweise im Kultursektor oder auch in den Medien.
Allgemein bedeutet Sponsoring, dass unter vertraglicher Regelung Geld oder geldähnliche Mittel zur Verfügung gestellt werden, um den Sponsoringnehmer zu fördern und gleichzeitig die Marketingziele des Sponsoringgebers zu erreichen. Dementsprechend wird von einem Sponsorship gesprochen, wenn sich „Sponsor und Gesponserter dahingehend geeinigt haben, ein konkretes Projekt in einem festgelegten Zeitraum unter bestimmten Bedingungen gemeinsam durchzuführen“.
Am besten lässt sich das Sponsoring im Fußball verdeutlichen, wenn man sich die Vorderseite eines offiziellen Fußballtrikots anschaut. Dort lässt sich in den allermeisten Fällen der Hauptsponsor eines Fußballvereins wiederfinden. Ein prominentes Beispiel ist die Deutsche Telekom, welche seit 2002 kontinuierlich das Trikot des FC Bayern München ziert. Eine Anfang 2022 neu verhandelte Vertragsverlängerung bis 2026 bedeutet, dass die Telekom dem FC Bayern München ab der Saison 2022/23 jedes Jahr 50 Mio. € in die Kassen spült, um weiterhin Hauptsponsor zu bleiben. Ein Sponsoringvertrag beruht somit stets auf gegenseitigen Erfolgsabsichten. Für den FC Bayern München bedeutet dieser Vertrag eine hohe und konstante Einnahmequelle, mit dessen Erlösen sie beispielsweise ihren Spielerkader oder die Infrastruktur des Vereins stärken können. Für die Telekom eröffnet sich hierbei ein riesiges Marketingpotenzial, da sie die Möglichkeit bekommen auf den offiziellen Trikots des erfolgreichsten deutschen Fußballvereins zu stehen.
Neben dem Hauptsponsor schließen Vereine auch viele Verträge mit Nebensponsoren ab, die dann beispielsweise auf den Trikotärmeln gezeigt oder auf andere Weise durch den Fußballverein präsentiert werden. Nebensponsoren sind dabei jedoch von untergeordneter finanzieller Bedeutung. Ein weiteres hohes Absatzpotenzial bietet der Verkauf der Namensrechte am eigenen Fußballstadion. Abermals ist FC Bayern München ein prominentes Beispiel. Der Verein verkaufte im Jahre 2014 seine Namensrechte an die Versicherungsfirma Allianz.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Kommerzialisierung des Fußballs ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit, die Finanzierung im Profifußball kritisch zu analysieren.
2 Innenfinanzierung: Dieses Kapitel erläutert Einnahmequellen, die direkt aus dem Spielbetrieb des Vereins stammen, inklusive detaillierter Analysen zu Ticketing, TV-Geldern, Sponsoring, Merchandising und Transfererlösen.
3 Außenfinanzierung: Hier werden externe Möglichkeiten zur Kapitalbeschaffung wie Eigenkapital (Finanzinvestoren, Börsengänge) sowie Fremdkapital (Fan-Anleihen, Mittelstandsanleihen) und Sonderfinanzierungsformen untersucht.
4 Kostenseite von Fußballvereinen: Dieses Kapitel widmet sich den Ausgabenseiten eines Fußballvereins, insbesondere den Spielergehältern, Verwaltungsaufwendungen, Transferausgaben und sonstigen Kosten.
5 Regulatorische Rahmenbedingungen der Finanzierung: Hier werden die regulatorischen Instanzen wie FIFA und UEFA sowie deren Reglements wie das Financial Fairplay und die deutsche 50+1-Regel vorgestellt und kritisch eingeordnet.
6 Vereinsmodell am Beispiel Borussia Dortmund: Anhand des an der Börse notierten Vereins Borussia Dortmund wird ein transparenter Einblick in ein konkretes Finanzierungsmodell und dessen Geschäftsberichterstattung gegeben.
7 Sonderthemen: Dieses Kapitel behandelt externe Einflüsse auf die Finanzwelt des Fußballs, darunter die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie und die Auswirkungen politischer Sanktionen am Beispiel des FC Chelsea.
8 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse ab und betont die Notwendigkeit, eine gesunde Balance zwischen Einnahmen und Ausgaben für einen nachhaltigen Erfolg zu finden.
Schlüsselwörter
Profifußball, Finanzierung, Innenfinanzierung, Außenfinanzierung, Sponsoring, Transfereinnahmen, 50+1-Regel, Financial Fairplay, Börsengang, Fan-Anleihen, Borussia Dortmund, Corona-Pandemie, Spielergehälter, Kommerzialisierung, Wirtschaftsführung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die verschiedenen Methoden und regulatorischen Rahmenbedingungen, wie sich Profifußballvereine finanzieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Der Fokus liegt auf den Einnahmequellen (Innen- und Außenfinanzierung) sowie den Ausgabenseiten und den Auswirkungen von Regulierungen und externen Krisen auf die finanzielle Stabilität der Vereine.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, beim Leser ein Verständnis für das Finanzmanagement von Fußballvereinen zu wecken und aufzuzeigen, wie diese ihre Erlöse und Ausgaben steuern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden eine theoretische Auseinandersetzung mit der Finanzierungsliteratur sowie eine fallbezogene Analyse der deutschen Bundesliga und spezifisch von Borussia Dortmund herangezogen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden Einnahmen, Kostenseiten, regulatorische Rahmenbedingungen sowie die Finanzierungsmodelle einzelner Vereine detailliert dargestellt und kritisch hinterfragt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Aspekte umfassen Finanzierung, Sponsoring, 50+1-Regel, Financial Fairplay, Transfermarkt und wirtschaftliche Stabilität im Profifußball.
Welche Rolle spielt die 50+1-Regel in dieser Arbeit?
Die 50+1-Regel wird als zentrales regulatorisches Hindernis gegen die vollständige Übernahme durch Investoren in Deutschland diskutiert.
Wie beeinflussen externe Ereignisse wie die Corona-Pandemie die Finanzierung?
Die Arbeit zeigt, dass externe Krisen wie Lockdowns Einnahmesäulen wie den Spielbetrieb massiv wegbrechen lassen und Vereine zu einer anpassungsfähigen Finanzstrategie zwingen.
- Arbeit zitieren
- Ilir Gashi (Autor:in), 2022, Finanzierung von Vereinen im Profifußball. Finanzierungsarten von Fußballvereinen mit Fokus auf die deutschen Profi-Ligen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1277682