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Mythos und Aufklärung. Die "Dialektik der Aufklärung" und Barthes’ "Mythen des Alltags"

Titel: Mythos und Aufklärung. Die "Dialektik der Aufklärung" und Barthes’ "Mythen des Alltags"

Hausarbeit , 2022 , 17 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Leon Maack (Autor:in)

Philosophie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Zwei bedeutende Werke der Kulturtheorie des 20. Jahrhunderts haben den Mythos nicht als archaische Vorstufe, sondern als andere und allgegenwärtige Form abendländischer Rationalität begriffen. Unter dem Gesichtspunkt ihrer funktionalen Bestimmung von Sinn zielen viele Mythen auf Legitimation ab, so sollen Machtansprüche und Besitzverhältnisse beglaubigt und gerechtfertigt werden. Sowohl die Sozialphilosophen Max Horkheimer und Theodor Adorno als auch Roland Barthes waren als Gesellschaftskritiker, in den Worten Norbert Elias, „Mythenjäger“, also „auf der Jagd nach sozialen Mythen und Mystifizierungsprozessen.“ In der Dialektik der Aufklärung von Horkheimer und Adorno wie auch in Barthes’ Mythen des Alltags wird eine materialistische und unorthodox marxistische Kritik der bürgerlichen Gesellschaft, ihrer kapitalistischen Produktionsweise und den Mythen formuliert, die den universellen „Verblendungszusammenhang“ dieser Gesellschaftsformation aufrechterhalten. Die Kritische Theorie Horkheimers und Adornos sowie Barthes’ Mythenkritik zeigen, dass Mythologie seit jeher ein integraler Bestandteil von Herrschaftsausübung und -legitimierung ist, die modernen Mythen aber nicht jenseits der Kritisier- und Veränderbarkeit liegen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Ein kritisches Verhältnis zum Mythos

2. Der Begriff der Aufklärung und des Mythos in der Dialektik der Aufklärung

3. Das bürgerliche Subjekt und Homers’ Odyssee

4. Der Mythosbegriff in Barthes’ Mythen des Alltags

5. Fazit: Mythenforschung in der Gegenwart und die Möglichkeit der Veränderung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht das ambivalente Verhältnis zwischen Mythos und Aufklärung, indem sie die kritische Gesellschaftstheorie der Frankfurter Schule (insbesondere Horkheimer und Adorno) mit der semiologischen Mythenkritik von Roland Barthes in Beziehung setzt, um Herrschaftsstrukturen in der modernen Gesellschaft aufzuzeigen.

  • Die dialektische Verschränkung von Aufklärung und Mythos in der Kritischen Theorie.
  • Die Analyse von Herrschaft, Arbeit und Entfremdung am Beispiel von Homers Odyssee.
  • Roland Barthes’ semiologische Dekonstruktion von Alltagsmythen.
  • Die Ideologiekritik des zeitgenössischen Kapitalismus und seiner Repressionsmechanismen.
  • Die Bedeutung von Aufklärung als notwendige, aber kritisch zu reflektierende emanzipatorische Praxis.

Auszug aus dem Buch

3. Das bürgerliche Subjekt und Homers’ Odyssee

In Homers Odyssee „als einem der frühesten repräsentativen Zeugnisse bürgerlich-abendländischer Zivilisation“ sehen Horkheimer und Adorno emblematisch „die Verschlingung von Mythos, Herrschaft und Arbeit aufbewahrt.“

Im homerischen Epos finden sich bereits Anzeichen der bürgerlichen Gesellschaft: in Gastgeschenken kündigt sich „das Prinzip des Äquivalents an“, das über zwei Jahrtausende später für die kapitalistische Ökonomie grundlegend sein und die bürgerliche Gesellschaft beherrschen wird. In der Figur des Odysseus bahnt sich schon der homo oeconomicus und in seiner „List als Mittel eines Tausches, wo alles mit rechten Dingen zugeht, wo der Vertrag erfüllt wird und dennoch der Partner betrogen“ der formal freie, aber auf ungerechten Eigentumsverhältnissen beruhende Austausch von Arbeitslohn gegen Arbeitskraft unter dem Regime der kapitalistischen Produktionsweise an.

Das Epos hat Herrschaft und Ausbeutung mit dem Mythos gemein: Odysseus, „der Grundherr, der die anderen für sich arbeiten läßt“, verstopft in der Erzählung von den Sirenen seinen Gefährten vor der Vorbeifahrt an den Fabelwesen die Ohren mit Wachs, um zu verhindern dass sie deren betörendem Gesang verfallen. Wie beim modernen arbeitenden Subjekt sind die Gefährten dazu angehalten, ihre ganze Aufmerksamkeit ihrer produktiven Tätigkeit, dem Rudern, zu widmen; Zerstreuung und Ablenkung sind nicht nur unerwünscht, sondern werden gezwungenermaßen sublimiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Ein kritisches Verhältnis zum Mythos: Der Mythos wird als ein sowohl in der Antike als auch in der Moderne präsentes Phänomen eingeführt, das oft der Legitimation von Machtansprüchen dient und von der Kritischen Theorie einer marxistisch beeinflussten Materialismus-Kritik unterzogen wird.

2. Der Begriff der Aufklärung und des Mythos in der Dialektik der Aufklärung: Horkheimer und Adorno problematisieren das Scheitern des Aufklärungsprojekts, das in einen neuen Faschismus umschlagen konnte, da es die mythische Denkform der instrumentellen Vernunft und Naturbeherrschung nie vollständig überwunden hat.

3. Das bürgerliche Subjekt und Homers’ Odyssee: Anhand des Epos von Homer wird aufgezeigt, wie bereits in der Antike Ursprünge für bürgerliche Herrschaftsverhältnisse, Arbeitsteilung und die Disziplinierung des Körpers zu finden sind.

4. Der Mythosbegriff in Barthes’ Mythen des Alltags: Roland Barthes wird als Mythenforscher eingeführt, der mittels einer semiologischen Analyse des Alltagslebens aufzeigt, wie Geschichte in Natur umgewandelt und damit ideologisch neutralisiert wird.

5. Fazit: Mythenforschung in der Gegenwart und die Möglichkeit der Veränderung: Das Fazit skizziert eine aktuelle Mythenforschung, die über Horkheimer, Adorno und Barthes hinausgeht und postkoloniale sowie marxistisch-feministische Perspektiven integriert, um die Notwendigkeit emphatischer Selbstreflexion zur gesellschaftlichen Veränderung zu betonen.

Schlüsselwörter

Mythos, Aufklärung, Kritische Theorie, Dialektik der Aufklärung, Horkheimer, Adorno, Roland Barthes, Ideologiekritik, Instrumentelle Vernunft, Kapitalismus, Herrschaft, Semiologie, Entpolitisierung, Mythenforschung, Emanzipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das komplexe Wechselspiel zwischen Mythos und Aufklärung. Sie analysiert, wie moderne Gesellschaften mythische Strukturen nutzen, um Machtverhältnisse zu stabilisieren und wie die Kritische Theorie dies demaskiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Dialektik der Aufklärung, die soziologische Analyse des Alltagslebens, die Entstehung des bürgerlichen Subjekts, marxistische Ideologiekritik und die ethische Dimension der Wissenschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, die verborgenen Mythen in der modernen Zivilisation aufzuzeigen und zu verstehen, warum das Projekt der Aufklärung in ein System der Unterdrückung umschlagen konnte, statt zur Befreiung zu führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit bedient sich einer interdisziplinären Mischung aus kulturwissenschaftlicher Analyse, philosophischer Immanenzkritik, historischem Materialismus und strukturalistischer Semiologie nach Roland Barthes.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Dialektik der Aufklärung von Horkheimer und Adorno analysiert, der Ursprung des bürgerlichen Subjekts in Homers Odyssee nachgezeichnet und die semiologische Mythenkritik von Barthes detailliert dargestellt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind das Konzept der instrumentellen Vernunft, die Verwandlung von Geschichte in Natur, der Verblendungszusammenhang, sowie die Kritik an der Kulturindustrie.

Wie interpretieren die Autoren das Werk von Homer im Kontext der Moderne?

Die Arbeit sieht in der Odyssee eine frühe Repräsentation bürgerlicher Herrschaftsstrukturen, in denen der Held Odysseus die Gefährten zur Arbeit diszipliniert, was als Vorläufer der modernen kapitalistischen Arbeitsmoral gedeutet wird.

Welches Potenzial schreibt die Arbeit der Aufklärung für die Zukunft zu?

Trotz der pessimistischen Befunde zur instrumentellen Vernunft schließt die Arbeit mit der Forderung nach einer emphatischen Selbstreflexion. Nur dadurch könne der Fortschritt, der bisher Unterdrückung mit sich brachte, in eine tatsächliche emanzipatorische Freiheit umgewandelt werden.

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Details

Titel
Mythos und Aufklärung. Die "Dialektik der Aufklärung" und Barthes’ "Mythen des Alltags"
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,0
Autor
Leon Maack (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
17
Katalognummer
V1277745
ISBN (PDF)
9783346721723
ISBN (Buch)
9783346721730
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mythos aufklärung dialektik barthes’ mythen alltags
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Leon Maack (Autor:in), 2022, Mythos und Aufklärung. Die "Dialektik der Aufklärung" und Barthes’ "Mythen des Alltags", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1277745
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Leseprobe aus  17  Seiten
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