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Gerhard Richters Auffassung von Landschaft und Natur. Schöne Landschaft vs. grausame Natur?

Title: Gerhard Richters Auffassung von Landschaft und Natur. Schöne Landschaft vs. grausame Natur?

Seminar Paper , 2020 , 28 Pages , Grade: 1

Autor:in: Anonym (Author)

Art - History of Art
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Gerhard Richters Bilder beginnen dort, wo die begriffliche Sprache an ihre Grenzen stößt. Kaum eine Werkgruppe spiegelt das mannigfaltige Spektrum von Gerhard Richters Oeuvre so gut wider wie seine Landschaften. Seit Mitte der 1960er Jahre bildet ihr Sujet eine wichtige Grundlage, auf die der Künstler wiederkehrend und in variierender formaler und stilistischer Umsetzung zurückgreift.

Doch was veranlasst den Künstler, in einer solchen Kontinuität und Varietät auf ein längst als unzeitgemäß angesehene Gattung zurückzugreifen? Um dies besser zu verstehen, soll in vorliegender Arbeit Gerhard Richters Auffassung von Natur und Landschaft näher untersucht werden. Welche Idee von Landschaft und Natur sich in seinen Werken nachvollziehen lassen, welche Bedeutung und Qualitäten von Natur und Landschaft sich in seiner Kunst wiederfinden lassen und worin sie sich unterscheiden, bilden dabei die zu erörternden Hauptfaktoren.

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Inhaltsverzeichnis

1. DIE WELT (BE)GREIFEN

1.1. ZIELSETZUNG

1.2. WERKVERSTÄNDNIS

1.3. RICHTERS LANDSCHAFTEN IN EXPOSITION UND FORSCHUNG

1.4. THEMENÜBERBLICK UND METHODEN

2. LANDSCHAFT

2.1. ROMANTISCHE LANDSCHAFTEN – BILDER DER SEHNSUCHT

2.2. UNGREIFBARKEIT VON LANDSCHAFT

2.3. LANDSCHAFTSAUSSCHNITTE

STRATEGIEN DER WIRKLICHKEITSBEWÄLTIGUNG

2.4. ÄSTHETISCHE WAHRNEHMUNG VON LANDSCHAFT

3. NATUR

3.1. NATUR ALS WAHRNEHMUNGSMODELLE

3.2. NATUR UND WIRKLICHKEIT

4. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Gerhard Richters Auffassung von Natur und Landschaft und analysiert, welche Bedeutungen und Qualitäten diese Motive in seinem künstlerischen Werk einnehmen. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie Richter das Spannungsverhältnis zwischen der bildnerischen Darstellbarkeit und der faktischen Unbegreifbarkeit von Natur und Wirklichkeit thematisiert und durch seine Malerei zu überwinden versucht.

  • Die Romantik als Ausgangspunkt und Sehnsuchtsbild bei Richter
  • Die Problematik der Wahrnehmung und bildnerischen Repräsentation von Natur
  • Die Funktion von Unschärfe und Ausschnitthaftigkeit als Strategien der Wirklichkeitsbewältigung
  • Das Verhältnis von Kunst, Abstraktion und der (un)greifbaren Natur

Auszug aus dem Buch

2.2. Ungreifbarkeit von Landschaft

Wenngleich seine Landschaften das Gefühl von Sehnsucht wecken, so unmittelbar folgt diesem Empfinden die wehmütige Erkenntnis des Scheins. Die innere Haltung, die es vermag die Bilder emotional aufzuladen, ist dabei der ausschlaggebende Punkt, um Bilder überhaupt wahrzunehmen. Wahrnehmung und Sehen stehen indes in starker Abhängigkeit von unserer kulturellen Prägung. 1993 stellte Gerhard Richter in diesem Sinne fest: „Wir machen uns die Natur, weil wir sie immer so sehen wie sie uns kulturell entspricht. Wenn wir Berge schön finden, die ja nichts andres [sic.] als blöde, hinderliche Steinhaufen sind, oder dieses dumme Kraut da draußen, das wir als schönen Strauch sehen, der sich sanft im Winde wiegt. Das sind doch nur unsere Projektionen, die weit über praktische Nutzwerte hinausgehen.“ Dabei handelt es sich bei den Motiven von Richters Landschaftsmalerei nicht um die Natur, sondern vielmehr um das Bild der Natur, welches wir uns von ihr machen, was Hans Dickel 2006 als Ikonographie zweiten Grades beschreibt. Demzufolge sind seine Landschaften nichts weiter als Illusionen oder wie Richter selbst zu bezeichnen mag „Kuckuckseier“ – ein schöner Schein, ein „Traum nach klassischer Ordnung und heiler Welt“, den es doch zu überwinden gilt. In einer gewissen Widersprüchlichkeit hat es sich Gerhard Richter in seinen Landschaften zur Aufgabe gemacht, einerseits „einen Traum zurückzuholen“, andererseits strebt der Künstler nach eben jener Wahrheit die er in einer jenseits unserer Projektionen, Sehnsüchte, Emotionen und Ideologien liegenden Natur zu finden glaubt. Zur Überwindung dieser subjektivistischen Sehweise bedient sich der Künstler, wie bei all seinen figurativen Werken, bei den Landschaften vermeintlich objektivierender fotografischer Vorlagen, die er, ‚ungeschönt‘ und unter teilweiser Kenntlichmachung der Vorlagequelle auf den Bildträger überträgt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. DIE WELT (BE)GREIFEN: Einleitung in die Thematik, welche die Zielsetzung der Arbeit, das Verständnis von Richters Werk und den Forschungsstand zur Landschaftsmalerei des Künstlers skizziert.

2. LANDSCHAFT: Analyse der Landschaftsdarstellungen als romantische Sehnsuchtsbilder, deren Unbegreifbarkeit und die ästhetische Wahrnehmung durch den Betrachter.

3. NATUR: Untersuchung des Naturbegriffs bei Richter, wobei Natur als Wahrnehmungsmodell fungiert und in ein komplexes Verhältnis zur Wirklichkeit gesetzt wird.

4. FAZIT: Zusammenfassende Betrachtung der Erkenntnisse über das Spannungsfeld zwischen bildnerischer Illusion und dem Versuch, die Unbegreifbarkeit der Natur darzustellen.

Schlüsselwörter

Gerhard Richter, Landschaftsmalerei, Natur, Romantik, Unschärfe, Wirklichkeitsbewältigung, Wahrnehmung, Physis, Bildtheorie, Repräsentation, Sehnsucht, Kuckuckseier, Abstraktion, Fotovorlage, ästhetische Erfahrung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der künstlerischen Auseinandersetzung Gerhard Richters mit den Sujets Natur und Landschaft und analysiert, wie diese als fiktive Modelle der Wirklichkeit fungieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen das Spannungsverhältnis zwischen subjektiver Projektion und objektiver Realität, die Rolle der Romantik sowie die methodische Behandlung von Natur als etwas Unbegreifbarem.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Gründe für Richters langanhaltende Beschäftigung mit Landschaft und Natur zu verstehen und zu ergründen, welche Bedeutung seine spezifische Darstellungsweise für unser Verständnis von Wirklichkeit hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt kunsthistorische Analysemethoden, indem sie Richters eigene Aussagen den Bildanalysen gegenüberstellt und den theoretischen Diskurs um Realitätskonstruktion in der zeitgenössischen Kunst einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Landschaftsmalerei unter dem Aspekt der Sehnsucht und Unschärfe sowie in die philosophische Auseinandersetzung mit dem Naturbegriff und seiner notwendigen Abstraktion.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem die „Ungreifbarkeit“, „Kuckuckseier“ (als Metapher für den Schein), die „ästhetische Wahrnehmung“ sowie das Verhältnis von „Natur, Welt und Wirklichkeit“.

Wie bewertet Richter laut der Arbeit das Verhältnis von „schön“ und „wahr“?

Richter betrachtet Schönheit oft als kulturell geprägte Sehnsucht, die jedoch in Distanz zur unbegreiflichen „grausamen“ und „geistlosen“ Natur steht, die er als das „totale Gegenteil“ des Menschen definiert.

Welche Funktion hat die „Unschärfe“ in Richters Landschaften?

Die Unschärfe dient als künstlerisches Mittel, um die Distanz zum Betrachteten zu wahren und die Unmöglichkeit einer vollkommenen Abbildung der Wirklichkeit zu verdeutlichen, womit sie zur „Strategie der Wirklichkeitsbewältigung“ wird.

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Details

Title
Gerhard Richters Auffassung von Landschaft und Natur. Schöne Landschaft vs. grausame Natur?
College
Free University of Berlin
Grade
1
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2020
Pages
28
Catalog Number
V1277978
ISBN (PDF)
9783346731401
ISBN (Book)
9783346731418
Language
German
Tags
Gerhard Richter Natur Landschaft Ästhetik Abstraktion Fotorealismus Wahrnehmung Wirklichkeit Landschaftsbilder Malerei Romantik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2020, Gerhard Richters Auffassung von Landschaft und Natur. Schöne Landschaft vs. grausame Natur?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1277978
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