Ziel dieser Arbeit ist die Auswertung einer Studie, die im Rahmen der Dachevaluation der gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie 2015 durchgeführt wurde. In dieser Arbeit werden spezifische Daten der Studie dahingehend ausgewertet, ob es Unterschiede in Abhängigkeiten und Zusammenhänge zwischen Belastung (sowohl physischen als auch psychischen) und Beschäftigungsvariablen der Branchengruppen („Landwirtschaft und Produktion“, „Dienstleistungen“, sowie „nicht eindeutig zuordenbaren“) gibt. Zum anderen soll analysiert werden, ob innerbetriebliche gesundheitsfördernde Aktivitäten angeboten und genutzt werden und ob diese Unterschiede auf berufsbedingte gesundheitliche Beschwerden nehmen. Dabei sollen, wenn es Unterschiede gibt, diese dargestellt und beschrieben werden. Darüber hinaus soll die Wirksamkeit von Gesundheitsförderungsmaßnahmen evaluiert werden, indem deren Einfluss auf die Häufigkeit berufsbedingter gesundheitlicher Beschwerden getestet wird. Mittels verschiedener deskriptiver und inferenzstatistischer Verfahren werden die Ergebnisse anschließend dargestellt und interpretiert.
Die aus Fehlbelastungen resultierenden psychischen und physischen Folgen beinhalten unter anderem Medikamenten- und Alkoholmissbrauch, höhere Krankenstände, Fehlzeiten, Fluktuation und Kündigungen. Konsequenzen, die für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber unterwünscht sind, die durch ein betriebliches Gesundheitsmanagement ausgeschlossen oder zumindest vermindert werden sollen. Dabei stellt sich die Frage, ob sich ein betriebliches Gesundheitsmanagement auf verschiedene Branchen sowohl für psychische als auch physische Belastungen verallgemeinern lassen oder ob zwischen verschiedenen Branchengruppen signifikante Unterschiede zu bedenken sind. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob berufsbedingte gesundheitliche Beschwerden in Korrelation mit dem An-gebot von Gesundheitsförderungsmaßnahmen und deren Nutzung stehen. Dies beinhaltet auch die Fragestellung, inwiefern physische und psychische Belastungen damit zusammenhängen, in welchem Umfang Mitarbeiter berufsbezogenes Präventionsverhalten durchführen. Ohne eine ausreichende Beantwortung dieser Fragestellungen könnten der individuelle Arbeitsschutz und die gesundheitsfördernden Maßnahmen in Unternehmen nicht überprüft und eventuell die Maßnahmen nicht zielgerichtet angepasst werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Physische und physische Belastungen der Gesundheit am Arbeitsplatz
2.2 Branchenunterschiede in Bezug auf Belastungen
2.3 Berufsbezogenes Präventionsverhalten und Arbeitsschutz
2.4 Zusammenfassung und Ableitung der Fragestellungen
3 Methodik
3.1 Charakterisierung des Analysematerials
3.2 Beschreibung der Stichprobe
3.3 Operationalisierung der Variablen
3.4 Vorgehen der systemgestützten Datenanalyse
3.4.1 Varianzanalyse
3.4.2 Mann-Whitney-U-Test
3.4.3 Pearson Korrelation
4 Ergebnisse
4.1 Fragestellung 1: Varianzanalyse
4.2 Fragestellung 2: Mann-Whitney-U-Test
4.3 Fragestellung 3: Pearson Korrelation
5 Diskussion
5.1 Interpretation der Ergebnisse
5.2 Kritische Bewertung des Vorgehens – Gütekriterien
5.3 Schlussfolgerungen für die Praxis und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit analysiert quantitativ Daten aus der Dachevaluation der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie 2015, um Zusammenhänge zwischen Branchenzugehörigkeit, physischen sowie psychischen Belastungen und der Wirksamkeit von Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements zu untersuchen.
- Untersuchung branchenspezifischer Unterschiede bei Belastungen
- Analyse des Einflusses von BGM-Angeboten auf gesundheitliche Beschwerden
- Testung von Zusammenhängen zwischen Präventionsverhalten und Belastungsgraden
- Überprüfung der Wirksamkeit bisheriger Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen
Auszug aus dem Buch
2.1 Physische und physische Belastungen der Gesundheit am Arbeitsplatz
Nach der Satzung der WHO ist Gesundheit „[…] a state of complete physical, mental and social well-being and not merely the absence of disease or infirmity“ (1946, S. 1). Nach dieser Definition werden sowohl psychische als auch physische Aspekte berücksichtigt und Gesundheit als komplexes Konstrukt ersichtlich. Die Gesundheit wird dabei durch verschiedene Faktoren, auch durch die Teilnahme am Arbeitsleben, negativ wie positiv beeinflusst, wobei es zwischen Arbeit und Gesundheit mehrere bidirektionale Zusammenhänge gibt. Arbeit hat zum einen spezifische Auswirkungen auf die Gesundheit und zum anderen ist Gesundheit eine Voraussetzung, um arbeitsfähig zu sein. Darüber hinaus kann Arbeit auch ein Bestandteil zur Aufrechterhaltung der Gesundheit sein (Latocha, 2015, S. 30). Grundlegend ist, dass die meisten Menschen am Berufsleben teilnehmen und demnach die Belastungen, die ein Individuum am Arbeitsplatz erfährt, einen signifikanten Einfluss auf andere Bereiche des Lebens haben kann und die Arbeitsfähigkeit und -qualität beeinflusst (Riedel-Heller, Stengler & Seidler, 2012, S. 103). Arbeit kann im Zusammenhang mit gesundheitlichen Beschwerden wie Rücken oder Kopfschmerzen stehen und auf der anderen Seite zu einem positiven Wohlbefinden beitragen. Beispielsweise indem die Arbeit Möglichkeiten zur persönlichen Weiterentwicklung liefert, sowie Erfüllung und Selbstausdruck ermöglicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung der Gesundheit am Arbeitsplatz im gesellschaftlichen Kontext dar und leitet die Problemstellung sowie die Zielsetzung der Arbeit aus der Dachevaluation der GDA ab.
2 Theoretische Grundlagen: Das Kapitel erläutert Konzepte von physischen und psychischen Belastungen, branchenspezifische Unterschiede sowie Instrumente und Ziele des betrieblichen Gesundheitsmanagements als theoretischen Rahmen.
3 Methodik: Hier werden der Datensatz der Beschäftigtenbefragung, die Operationalisierung der Variablen und die angewandten statistischen Verfahren wie Varianzanalyse, Mann-Whitney-U-Test und Pearson-Korrelation detailliert beschrieben.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistischen Auswertungen zu den drei Fragestellungen und prüft die aufgestellten Nullhypothesen anhand der berechneten Daten.
5 Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse interpretiert, kritisch hinsichtlich der wissenschaftlichen Gütekriterien reflektiert und Handlungsempfehlungen für die Praxis abgeleitet.
Schlüsselwörter
Betriebliches Gesundheitsmanagement, Arbeitsschutz, Physische Belastung, Psychische Belastung, Präventionsverhalten, Gesundheitsförderung, Quantitative Datenanalyse, SPSS, Branchenunterschiede, Arbeitsfähigkeit, Employability, Berufsbedingte Beschwerden, Varianzanalyse, Korrelation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie sich die Arbeitsbedingungen in verschiedenen Branchen auf die physische und psychische Gesundheit von Arbeitnehmern auswirken und welchen Einfluss betriebliche Präventionsmaßnahmen darauf haben.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die zentralen Themen sind physische und psychische Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz, die Wirksamkeit von betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM) und das individuelle Präventionsverhalten der Beschäftigten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel besteht darin, auf Basis empirischer Daten der GDA-Dachevaluation signifikante Unterschiede in der Belastung zwischen Branchengruppen zu identifizieren und den Zusammenhang zwischen BGM-Angeboten und der Reduktion gesundheitlicher Beschwerden zu prüfen.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Es werden deskriptive und inferenzstatistische Analysen durchgeführt, namentlich eine einfaktorielle Varianzanalyse, der Mann-Whitney-U-Test und die Pearson-Korrelation unter Nutzung der Software SPSS.
Was deckt der Hauptteil der Arbeit ab?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen zum Belastungs-Beanspruchungs-Modell, die methodische Beschreibung der Datenanalyse sowie die explizite Darstellung der Ergebnisse zu den sechs aufgestellten Hypothesen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Betriebliches Gesundheitsmanagement, physische und psychische Belastung, Arbeitsschutz sowie quantitative statistische Analyseverfahren.
Was ergaben die Analysen zu den Branchenunterschieden?
Die Analysen zeigten signifikante Unterschiede in der Belastung zwischen den Branchengruppen (Landwirtschaft/Produktion, Dienstleistungen, sonstiges), wobei insbesondere die Gruppe "Landwirtschaft und Produktion" höhere physische Belastungen aufwies.
Ist ein Zusammenhang zwischen BGM-Angeboten und Beschwerden erkennbar?
Die Untersuchung ergab, dass Mitarbeiter, denen innerbetriebliche Maßnahmen zur Gesundheitsförderung angeboten werden, seltener von gesundheitlichen Beschwerden berichten als Mitarbeiter in Betrieben ohne entsprechende Angebote.
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- Anonym (Author), 2022, Belastungen, Beschwerden und Gesundheitsverhalten von Arbeitnehmern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1278148