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Der sprachliche Aspekt der Entdeckung der Neuen Welt bei Christoph Columbus

Titel: Der sprachliche Aspekt der Entdeckung der Neuen Welt bei Christoph Columbus

Hausarbeit , 2020 , 21 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Romanistik - Hispanistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Entdeckung eines neuen, zuvor unbekannten Landes gehört zu einem enormen Erfolg eines Reisenden, vor allem wenn diese unerwartet und beinahe durch einen Zufall erfolgt. Christoph Columbus war ein hervorragender Seemann, der aber nie erfahren hat, welche Größe und Bedeutung seine vermeintliche Reise nach Indien hatte. Zudem konnte er nicht mitbekommen, welcher Ruhm seinem Namen zugeschrieben wurde. Der italienische Reisende starb mit der Überzeugung ein Land in Asien entdeckt zu haben. Jedoch wie es Klaus Bürger in seinem Buch über Christoph Columbus zusammenfasst, das Irrtum „[…] schmälert jedoch keinesfalls seine wissenschaftliche Leistung als Geograph und Nautiker. Er unterstreicht nur einmal mehr die altbekannte Tatsache, dass für die Beurteilung eines Forschers primär immer von Bedeutung ist, was er erreicht hat, und nicht, was er wollte“ (1983). Zweifellos hat die Reise in die Neue Welt von dem genuesischen Admiral den Weg für weitere Entdecker geebnet, jedoch konnte er durch seine eigenen Fehler die Bedeutung und das Ausmaß seiner Entdeckung niemals erfahren.

Wie konnte es aber dazu kommen, dass ein Seemann mit einer großen Erfahrung ein solches Fehlurteil treffen konnte? Man könnte behaupten, dass es fehlenden Kenntnissen der Geographie, Kommunikationsproblemen mit der Schiffsbesatzung oder sprachlichen Missverständnissen mit den Einheimischen geschuldet war. Zweifellos hat Columbus einen sehr großen Wert auf die Sprache gelegt, was sich in seinem Reisebuch widerspiegelt. Auch seine Begeisterung für andere Sprachen und der Wille diese zu lernen, wird in seinen Biographien dargestellt. Es ist aber fraglich, weswegen er sich weigerte die Sprache der Bevölkerung der sogenannten Neuen Welt zu erforschen. Stattdessen wollte er dieser sofort die spanische Sprache beigebringen. Einerseits konnte dies an den Befehlen des spanischen Königreiches, unter dessen Columbus, die Entdeckungsreise nach Indien geführt hat, liegen. Anderseits könnte es aber an dem mangelnden Interesse der sprachlichen sowie kulturellen Aspekte des neu entdecken Landes liegen, da die Erforschung der dortigen Reichtümer im Vordergrund stand.
[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Leben und Bildung von Columbus

2.1 Columbus‘ Verhältnis zu der Sprache

3. Die Entdeckung der Neuen Welt

3.1 Der Hintergrund und Verlauf der Reise

4. Reisen und Schreiben von Columbus

4.1 Die Kommunikation in der Neuen Welt

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den sprachlichen Aspekt und die Rolle der Kommunikation während der Entdeckungsreisen von Christoph Columbus. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Columbus’ festgefahrene Überzeugungen und sein eurozentrisches Weltbild die Begegnung mit der indigenen Bevölkerung prägten und trotz mehrsprachiger Kompetenz zu massiven Missverständnissen und einer Instrumentalisierung der Sprache führten.

  • Analyse der sprachlichen Bildung und Mehrsprachigkeit von Christoph Columbus.
  • Untersuchung der Bedeutung der Schiffstagebücher als ethnographisches Forschungsinstrument.
  • Darstellung der Kommunikationsprobleme und nonverbalen Verständigungsversuche mit der indigenen Bevölkerung.
  • Kritische Betrachtung der kolonialen Motivation und der Überlagerung von Tatsachen durch vorgefertigte Wunschvorstellungen.
  • Aufzeigen der Zusammenhänge zwischen Machtanspruch, Missionierung und dem persönlichen Irrtum Columbus’.

Auszug aus dem Buch

2.1 Columbus‘ Verhältnis zu der Sprache

Zunächst muss das Verhältnis Columbus’ zur Sprache näher in Betracht gezogen werden. Erstens wird seine Bildung und Sprachaneignung kurz angeschnitten und dann seine Schiffstagebücher kontextualisiert. Christoph Columbus wurde „als Genuese und als Jude, als Mallorquiner und als Portugiese, ja sogar als Schweizer reklamiert […]. Denn er war gewiss kein Spanier und war auch gewiss des Spanischen nicht wie einer Muttersprache mächtig, verstand es aber bravourös, als ein Europäer die Hypothese seiner verschiedenen Herkünfte vor allem für seine Laufbahn, für seine Zukünfte nutzbar zu machen“ (Ette 2020:260). Wie eben beschrieben, beherrschte Columbus, neben Italienisch, seiner Muttersprache, Latein, Portugiesisch und natürlich Spanisch. Außerdem anhand der Randbemerkungen Columbus’ in dem Bericht von Marco Polo, lässt Ette schließen, dass der Genuese „[…] mediterran geprägt [war], sein Italienisch war rein mündlich und genuesisch gefärbt, sein Latein war von Lusitanismen durchdrungen, sein Kastilisch war fehlerhaft und portugiesisch, so wie sein Portugiesisch andalusisch war“ (2020:274). Man kann also zweifellos sagen, dass Columbus mehrsprachig war und sich in seinem Leben mit vielen Sprachen und Kulturen auseinandergesetzt hat.

Im Schriftverkehr benutzte Cristobal meistens die latinisierte Fassung seines Namens – Colombo. Diese benutzte er hauptsächlich in dem Kommunikationsaustauch mit Gelehrten (vgl. Bürger 1983:10). Auch die Bücher von Marco Polo hat Columbus in der lateinischen Ausgabe gelesen. Außerdem notierte Columbus am Rande seine Bemerkungen und hob Passagen, die auf Gold oder andere Reichtümer Asiens hindeuteten, hervor. Interessanterweise wurden auch die genauen Beschreibungen der Gebräuche und Kulturen der Einheimischen von Christoph markiert (vgl. 2020:274f.). Man könnte also meinen, dass durch die ausführliche Studie der Aufzeichnungen von Marco Polo, Columbus davon überzeugt war hervorragend auf die Reise nach Asien vorbereitet zu sein. So „phantasierte [er] die asiatische Inselwelt des Marco Polo mitten hinein in die amerikanische Inselwelt, die er durchkreuzte, ohne freilich zu ahnen, dass es sich um eine den Europäern noch gänzlich unbekannte Welt handelte“ (Ette 2020:275 f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Kontext von Columbus als Entdecker und führt in die zentrale Problematik seiner sprachlichen und kulturellen Fehleinschätzungen bei der Reise in die Neue Welt ein.

2. Das Leben und Bildung von Columbus: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg, die Ausbildung und die seemännischen Erfahrungen von Columbus nach, die seine spätere navigatorische Expertise und seine religiöse Prägung begründeten.

2.1 Columbus‘ Verhältnis zu der Sprache: Hier wird die Mehrsprachigkeit des Admirals analysiert und aufgezeigt, wie er diese Kompetenzen zwar für seine Laufbahn nutzte, jedoch bei der Begegnung mit fremden Sprachen an eigene starre Vorurteile stieß.

3. Die Entdeckung der Neuen Welt: Das Kapitel beschreibt den historischen Ablauf der Reise, die zufällige Kursänderung durch die Beobachtung von Vögeln und die daraus resultierende forsche Inbesitznahme des Landes für das spanische Königreich.

3.1 Der Hintergrund und Verlauf der Reise: Hier werden die wirtschaftlichen und politischen Beweggründe wie der Goldrausch und die Suche nach einem alternativen Seeweg nach Asien und die Ausbreitung des Christentums erläutert.

4. Reisen und Schreiben von Columbus: Dieses Kapitel analysiert das Schiffstagebuch als zentrales Dokument der Entdeckungsreise und untersucht, wie Columbus darin eine eigene, durch Wunschvorstellungen geprägte Welt konstruierte.

4.1 Die Kommunikation in der Neuen Welt: Es wird erörtert, warum der Versuch einer sprachlichen Kommunikation mit den Indios aufgrund von Columbus' Überlegenheitshaltung und seiner einseitigen Fixierung auf Gold scheiterte.

5. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass Columbus’ Unfähigkeit zur wahren Kommunikation und sein hartnäckiger Irrtum, in Indien gelandet zu sein, auf einer tief verwurzelten Missachtung für das kulturelle Anderssein beruhten.

Schlüsselwörter

Christoph Columbus, Neue Welt, Entdeckungsreise, Kommunikation, Sprachaneignung, Reisebericht, Schiffstagebuch, Indigene Bevölkerung, Eurozentrismus, Goldrausch, Missionierung, Interkulturelle Begegnung, Kulturtheorie, Kolonisation, Fehlkommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den sprachlichen Aspekt der ersten Reise von Christoph Columbus in die von ihm so genannte Neue Welt, insbesondere seinen Umgang mit der Sprache und Kommunikation im Kontext kolonialer Expansionsinteressen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Mehrsprachigkeit von Columbus, die Analyse seiner Schiffstagebücher als Konstruktionsort seiner persönlichen Weltsicht sowie das Spannungsfeld zwischen interkultureller Begegnung und der daraus resultierenden Fehlkommunikation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist aufzuzeigen, inwiefern Columbus’ vorgefertigte Überzeugungen und sein eurozentrisches Weltbild ein echtes Verständnis der indigenen Kulturen und Sprachen verhinderten und zu einem systematischen Missverstehen führten.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Quellen (Schiffstagebücher, Randbemerkungen) und setzt diese in Bezug zu theoretischen Ansätzen, insbesondere der kultur- und literaturtheoretischen Forschung (z.B. von Tzvetan Todorov und Ottmar Ette).

Was wird im Hauptteil der Untersuchung explizit behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl die biographischen Grundlagen von Columbus als auch der Reiseverlauf beleuchtet. Besonders intensiv wird die Rolle der Kommunikation und Übersetzung kritisch hinterfragt, wobei die Instrumentalisierung der Sprache für koloniale Ziele im Vordergrund steht.

Wodurch lässt sich die vorliegende Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit zeichnet sich durch eine kritische Dekonstruktion des historischen Bildes von Columbus aus, wobei der Fokus gezielt auf dem sprachlichen und kulturellen Versagen des Entdeckers liegt, anstatt nur die navigatorischen Leistungen zu würdigen.

Warum konnte Columbus die Sprache der Einheimischen trotz seiner eigenen Mehrsprachigkeit nicht verstehen?

Columbus betrachtete die Sprachen der amerikanischen Völker nicht als gleichwertig. Da er die Indios von Beginn an als inferioren Dienern einstufte, fehlte ihm das ernsthafte Interesse an einem tatsächlichen Dialog, weshalb er Kommunikation überwiegend durch die Projektion eigener Wunschvorstellungen in Zeichen und Mimik ersetzte.

Welche Rolle spielte der Goldrausch für die von Columbus dokumentierten Reiseergebnisse?

Der Goldrausch wirkte als Filter für seine Wahrnehmung. Er interpretierte Zeichen der Einheimischen ausschließlich im Sinne seiner Erwartungen und dokumentierte in seinem Tagebuch eher das, was er finden wollte, anstatt die tatsächlichen kulturellen oder linguistischen Gegebenheiten vor Ort objektiv zu erfassen.

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Details

Titel
Der sprachliche Aspekt der Entdeckung der Neuen Welt bei Christoph Columbus
Hochschule
Universität Potsdam  (Romanistik)
Note
2,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
21
Katalognummer
V1278175
ISBN (PDF)
9783346723109
ISBN (Buch)
9783346723116
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Columbus Reisen Spanische Literatur Die Neue Welt Colon Sprache und die Neue Welt Sprache Kommunikation Christoph Columbus Entdeckung der Neuen Welt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2020, Der sprachliche Aspekt der Entdeckung der Neuen Welt bei Christoph Columbus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1278175
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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