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Prototypensemantik - ein Überblick

Title: Prototypensemantik - ein Überblick

Seminar Paper , 2002 , 20 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Christine Lindengrün (Author)

German Studies - Linguistics
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Die Prototypensemantik spielt seit der Mitte der 70er Jahre eine Rolle in der Linguistik. Die zugrundeliegende Prototypentheorie entstammt der kognitiven Psychologie und beruht auf der Beobachtung, dass die Vertreter einer Kategorie eine hierarchische Ordnung aufweisen, was ihre Typizität für diese Kategorie betrifft. Diese Ordnung ist interindividuell relativ stabil: Auf die Aufforderung, eine Wiesenblume zu nennen, antworten 60 von 100 Leuten mit "Gänseblümchen".
Im Rahmen der kognitiven Wende erfolgte auch in der Linguistik eine Abkehr vom
Behaviorismus und eine Konzentration auf die mentalen Vorgänge bei der Produktion und
Rezeption von Sprache. Im Bereich der lexikalischen Semantik galt nun das Interesse den
mentalen Vorgängen bei der Erfassung und Kategorisierung von Bedeutungen. So wurde
die Prototypentheorie von der Linguistik aufgegriffen. Sie schien geeignet, alle bis dahin in
der lexikalischen Semantik auftretenden Probleme lösen zu können.
Inwieweit sich diese Hoffnungen erfüllt haben, bzw. welche Fragen bis heute offen
geblieben sind, soll in vorliegender Arbeit dargestellt werden.
Nach einer grundlegenden Begriffsklärung wird zunächst gezeigt, wie Kategorien in der
Prototypensemantik sich vom klassisch-strukturalistischen Kategoriebegriff unterscheiden.
Danach werden die Möglichkeiten der empirischen Ermittlung prototypischer Kategorien
vorgestellt. Eigene Kapitel behandeln die Kontextabhängigkeit und die allgemeinen
Eigenschaften von Prototypen. Anwendungsgebiete der Prototypentheorie werden
vorgestellt. Der Großteil der Arbeit ist jedoch den Streitfragen in der Prototypensemantik
gewidmet, mit denen sich die neuere Literatur beschäftigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Grundlagen

Kategorien, allgemein

Prototypen und prototypische Kategorien

Prototypensemantik vs. klassisch-strukturalistische Semantik

Methodik

Prototypen und Kontext

Eigenschaften von Prototypen

Anwendungsgebiete der Prototypentheorie

Lexikalische Semantik und Lexikographie

Semanische Makrostrukturen

Phonologie, Morphologie, Syntax, Textlinguistik

Probleme und offene Fragen in der Prototypensemantik

Grenzen von Kategorien

Kategorien ohne Prototyp

Darstellung prototypischer Strukturen

Grundsatzfrage: Ist Prototypizität überhaupt ein linguistisches Phänomen?

Zusammenfassung

Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Prototypensemantik innerhalb der Linguistik, hinterfragt ihre Abgrenzung zur klassisch-strukturalistischen Sichtweise und analysiert die empirische Validität der Prototypentheorie sowie die damit verbundenen ungelösten Problemstellungen.

  • Grundlagen der Kategorisierung und Prototypenbildung
  • Gegenüberstellung von klassischer Semantik und Prototypensemantik
  • Methoden der empirischen Ermittlung prototypischer Strukturen
  • Kontextabhängigkeit und Eigenschaften von Prototypen
  • Kritische Diskussion der kategorialen Grenzen und offener Forschungsfragen

Auszug aus dem Buch

Prototypen und prototypische Kategorien

In der Prototypensemantik weist jede Kategorie prototypische Vertreter auf.

Der Begriff Prototyp stammt aus der kognitiven Psychologie. Die erste Definition stammt von Eleanor ROSCH. Sie führte in den 70er Jahren zahlreiche Tests durch, die ihre Hypothese bestätigten, dass nämlich in natürlichen Kategorien nicht alle Mitglieder den gleichen Status haben. Manche sind "bessere Beispiele" für die Kategorie als andere. Welche Mitglieder die besseren Beispiele sind, darüber herrscht in einer Sprachgemeinschaft ein relativ hoher Grad an Übereinstimmung. ROSCH nennt diese best examples oder clearest cases Prototypen und definiert 1978 Prototyp als die zentrale Instanz einer Kategorie.

ROSCH wandte in der Folge ihre Thesen auch auf semantische Kategorien an und stellt fest, dass auch diese prototypisch strukturiert sind. Diese Erkenntnis widersprach den bis dahin in der Psychologie und Linguistik geltenden Vorstellungen.

Mit der Festlegung des Prototyps als Kernbedeutung einer Kategorie ist das Zentrum einer Kategorie festgelegt. Die Stellung nicht-prototypischer Mitglieder in der Kategorie ergibt sich aus ihrer mehr oder weniger großen Ähnlichkeit zum Prototyp. Je geringer diese ist, desto weiter liegt der Vertreter an der Peripherie der Kategorie.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel verortet die Prototypensemantik historisch und erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie den Übergang von behavioristischen Modellen zu kognitiv geprägten Ansätzen.

Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe definiert und die fundamentale Unterscheidung zwischen klassischen Kategorien und prototypisch strukturierten Kategorien herausgearbeitet.

Methodik: Das Kapitel erläutert die empirischen Verfahren zur Ermittlung prototypischer Strukturen, etwa durch Befragungen oder Reaktionszeitmessungen.

Prototypen und Kontext: Es wird untersucht, inwiefern kulturelle, individuelle und sprachliche Kontexte die menschliche Kategorisierung beeinflussen können.

Eigenschaften von Prototypen: Hier werden die charakteristischen Merkmale von Prototypen, wie ihre Wohlgeformtheit und ihre Konstitution als mentale Instanzen, dargelegt.

Anwendungsgebiete der Prototypentheorie: Dieses Kapitel fasst den Nutzen der Theorie für verschiedene linguistische Disziplinen, insbesondere die Lexikographie, zusammen.

Probleme und offene Fragen in der Prototypensemantik: Das Kapitel diskutiert kritisch die Herausforderungen der Theorie, insbesondere hinsichtlich der Abgrenzung von Kategorien und der Existenz von Kategorien ohne Prototyp.

Zusammenfassung: Ein abschließender Überblick, der den aktuellen Stellenwert der Prototypensemantik innerhalb der kognitiven Sprachwissenschaft resümiert.

Schlüsselwörter

Prototypensemantik, Prototypentheorie, Kognitive Linguistik, Lexikalische Semantik, Kategorisierung, Familienähnlichkeit, Prototyp, Strukturalismus, Sprachwissenschaft, Kategorien, Semantik, kognitive Wende, Wortbedeutung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Prototypensemantik, ihre theoretischen Ursprünge in der kognitiven Psychologie und ihre Anwendung in der modernen Linguistik zur Beschreibung von Wortbedeutungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Abgrenzung zur klassischen strukturalistischen Semantik, die Rolle von Prototypen innerhalb von Kategorien sowie die kritische Auseinandersetzung mit der Kontextabhängigkeit und den Grenzen dieser Konzepte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es darzustellen, inwieweit die Prototypentheorie die Hoffnungen erfüllen konnte, bisherige Probleme der lexikalischen Semantik zu lösen, und welche Fragen dazu bis heute offen geblieben sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die linguistische Literatur analysiert, Forschungsergebnisse wie die von Eleanor Rosch diskutiert und verschiedene methodische Ansätze der empirischen Prototypenbestimmung vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der theoretischen Grundlagen, die empirischen Methoden der Ermittlung, die Rolle von Kontextfaktoren sowie eine intensive Auseinandersetzung mit den Problemen und Streitfragen der Theorie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Prototypensemantik, Kategorisierung, kognitive Wende, Wortbedeutung, Familienähnlichkeit und strukturalistische Semantik charakterisieren.

Warum ist die Abgrenzung von Kategorien ein so zentrales Problem?

Da die Prototypentheorie keine scharfen Grenzen ziehen kann, ist unklar, wann eine Kategorie exakt endet und eine andere beginnt, was im Widerspruch zu klassischen Definitionen steht.

Was bedeutet der Begriff Familienähnlichkeit in diesem Zusammenhang?

Er beschreibt Kategorien, die keinen zentralen Prototyp besitzen, sondern bei denen sich die Mitglieder durch überlappende Ähnlichkeitsbeziehungen miteinander verbinden, wie dies am Beispiel von "Spielen" erläutert wird.

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Details

Title
Prototypensemantik - ein Überblick
College
University of Vienna  (Institut für Sprachwissenschaft)
Course
Seminar Kognitive Semantik
Grade
sehr gut
Author
Christine Lindengrün (Author)
Publication Year
2002
Pages
20
Catalog Number
V12782
ISBN (eBook)
9783638185868
ISBN (Book)
9783656204138
Language
German
Tags
Prototypen-Prototypentheorie- Kognitive Semantik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christine Lindengrün (Author), 2002, Prototypensemantik - ein Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12782
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