Auswirkung des demographischen Wandels anhand der Marktform Polypol. Fitness- und Präventionsdienstleistungen an Älteren


Einsendeaufgabe, 2022

15 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Marktformen
1.1 Polypol
1.2 Kurzfristige Änderungen für ein einzelnes Unternehmen
1.3 Kurzfristige und langfristige Effekte
1.4 Langfristige Marktanpassung

2 Preis- und Nachfrageelastizität
2.1 Monopolistische Konkurrenz
2.2 Werbung in der monopolistischen Konkurrenz

3 Asymmetrische Informationen und Märkte
3.1 Asymmetrische Informationen
3.2 Signaling
3.3 Anwendung in der Praxis

4 Wettbewerbsstrategien

5 Literaturverzeichnis

6 Abbildungsverzeichnis

Marktformen

Der Markt ist der virtuelle Ort, an dem das Gesamtangebot und die Gesamtnachfrage zusammentreffen. Durch die verschiedenen Marktformen werden die Marktgegebenheiten gekennzeichnet. Anhand der Marktformen können die unterschiedlichen Verhaltensweisen der Marktteilnehmer, sowie die unterschiedlichen Vorgehensweisen in der Preisbildung beobachtet werden (Herdzina & Seiter, 2009, 150 ff.).

Das ausschlaggebende Kriterium zur Klassifizierung der Marktformen ist die „Anzahl der Anbieter auf dem Markt“ und die „Anzahl der Nachfrager auf dem Markt“ (Kortmann, 2006, 356 f.). Eine weitere Klassifizierung der Marktformen erfolgt in die Kategorien „Polypol“, „Oligopol“ und „Monopol“.

Im Folgenden wird anhand des Beispiels „Fitness- und Präventionsdienstleistungen an Älteren“ die Auswirkung des demografischen Wandels hinsichtlich der Marktform Polypol erläutert. Der demographische Wandel bezieht sich auf die steigende Zahl älterer Menschen in Fitness- und Gesundheitseinrichtungen.

1.1 Polypol

Die idealtypische Marktform Polypol ist charakterisiert durch die Gleichverteilung der Marktteilnehmer auf seitens des Anbieters einer Leistung und der Nachfrage einer Leistung (Kortmann, 2003, S. 385). Aufgrund eines demografischen Wandels in einer bestimmten Branche können sich die idealtypischen Markformen verändern.

Der Arbeitgeberverband deutscher Fitnessanlagen DSSV zählte Ende des Jahres 2017 rund 1,33 Millionen Frauen und Männer gehobenen Alters, welche Fitnessstudios regelmäßig aufsuchen. Das ist binnen vier Jahren (Vergleich zu 2013) ein Plus von fast 20 Prozent (DSSV, 2017).

Durch die stetige Zunahme älterer Menschen, welche Fitness- und Präventionsdienstleistungen in Anspruch nehmen, steigt die Nachfragekurve. Folglich steigen mit der Nachfragekurve auch die Preise der Fitnessanlagen. Aufgrund der hohen Nachfrage, sowie der Aussicht auf Gewinn, steigt ebenfalls die Angebotskurve, da neue Betreiber neuer Fitness- oder Gesundheitsstudios Leistungen für Ältere auf dem Markt anbieten. Die Marktform Polypol ändert sich aufgrund des beschriebenen Verlaufes kurzzeitig in Richtung des Oligopols. Der Anstieg neuer Fitness- und Gesundheitsstudiobetreiber auf dem Markt bleibt solange vorhanden, bis der ursprüngliche Anfangspreis wieder erreicht ist. Nach dem Anstieg der Preiskurve sinkt diese wieder, da die Betreiber konkurrenzfähig bleiben müssen und aus der Konkurrenz herausstechen wollen. Letztendlich bildet der Preis sich im Rahmen der Einstiegshöhe zurück.

1.2 Kurzfristige Änderungen für ein einzelnes Unternehmen

Der Markteintritt weiterer Unternehmen in die Fitness- und Gesundheitsbranche wirkt sich kurzfristig auf die Preisbildung aus. Auch der Gewinn einzelner Unternehmen der Branche verändert sich.

In der folgenden Abbildung 1 wird die steigende Nachfrage von D1 auf D2 am Markt dargestellt. Durch den Nachfrageüberschuss für Fitness- und Gesundheitsstudios von älteren Menschen steigt der Preis kurzfristig von P1 auf P2. Das einzelne Unternehmen erhöht die Gesamtmenge von Q1 auf Q2. Der Gewinn des Unternehmens erhöht sich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: kurzfristige Änderung der Preisbildung und Gewinn für ein Unternehmen (modifiziert nach Pindyck & Rubinfeld, 2005, S. 388).

1.3 Kurzfristige und langfristige Effekte

Wie in den vorherigen Kapiteln beschrieben, steigt aufgrund der hohen Nachfrage eines Produktes oder einer Dienstleistung die Angebotskurve. Hier kann zwischen der kurzfristigen und langfristigen Angebotsfunktion eines Unternehmens unterschieden werden. Das Unternehmen wählt in beiden Fällen die Gütermenge aus, bei welcher der Preis gleich den Grenzkosten gesetzt ist. Die kurzfristige Angebotsfunktion bietet jedoch nicht die Möglichkeit alle Produktionsfaktoren optimal anzupassen. Eine Erweiterung der Produktion bei steigendem Marktpreis verursacht höhere Grenzkosten, welche das Unternehmen langfristig akzeptieren müsste (Pindyck & Rubinfeld, 2009). Somit gibt die kurzfristige Marktangebotskurve die Gütermenge an, die zu jedem möglichen Preis kurzfristig von dem Unternehmen produziert werden kann.

Die kurzfristige Angebotskurve der einzelnen Unternehmen kann abgeleitet und durch die Addition der Angebotskurven der einzelnen Unternehmen errechnet werden. Bei der langfristigen Marktangebotskurve ist diese Ermittlung nicht möglich, da Unternehmen wechselnd auf dem Markt erscheinen und diesen wieder verlassen aufgrund der Marktpreisveränderung (Pindyck & Rubinfeld, 2009). Der Verlauf einer langfristigen Angebotskurve hängt von der Form und dem Ausmaß der Veränderung des Branchenoutputs auf die Preise ab, die von dem Unternehmen für die Produktionsinputs gezahlt werden müssen (Pindyck & Rubinfeld, 2013, S. 418).

Bei der kurzfristigen Gewinnmaximierung hat das Unternehmen eine fixe Kapitalmenge. Da die Kapitalmenge fix ist, müssen die Produktionsfaktoren gewinnmaximierend eingesetzt werden. Ein niedriger Output, aber auch hoher Output führt zu einem niedrigen Gewinn. Das Unternehmen kann kurzfristig mit einem Verlust arbeiten, wenn für die Zukunft ein Gewinn erwartet wird, der Preis seines Produktes steigt und die Produktionskosten sinken.

Bei der langfristigen Gewinnmaximierung wählt das Unternehmen ein Output, bei welchem der Preis gleich den langfristigen Kosten ist. Der Gewinn des Unternehmens ist umso höher, je höher der Marktpreis ist (Pindyck & Rubinfeld, 2009).

Die beschriebenen Effekte können ebenfalls auf das Beispiel der „Fitness- und Präventionsdienstleistungen an Älteren“ übernommen werden. Durch die erhöhte Nachfrage älterer Menschen an bestimmten präventiven Trainingsangeboten steigt kurzfristig der Preis für dieses Angebot. Gleichzeitig steigt auch der Preis der Produktionsfaktoren, da neue Geräte, mehr Personal und Ausstattung benötigt wird. Schlussendlich steigt die Angebotskurve, da neue Unternehmen in den Markt eintreten und der Output wird erhöht.

Die langfristigen Effekte spiegeln sich in der Senkung des Preises für das präventive Training älterer Menschen wider, da die Unternehmen weiterhin am Markt existieren wollen. Durch die Senkung der Preise mindert das einzelne Unternehmen sein Gewinnniveau. Unternehmen, welche die finanzielle Situation auf dem Markt nicht tragen können und dementsprechend keine Gewinne erzielen, verlassen den Markt der „Fitness- und Präventionsdienstleistungen an Älteren“ wieder.

1.4 Langfristige Marktanpassung

Die langfristige Marktanpassung sorgt auf dem Arbeitsmarkt für eine erhöhte Nachfrage an Fitnessfachkräften. Die einzelnen Unternehmen sind auf ausgebildete Fachkräfte angewiesen, vor allem im Bereich des Gesundheits- und Präventionstraining für ältere Menschen. Durch die erhöhte Nachfrage der Arbeitgeber am Markt ist nur ein begrenztes Angebot an qualifizierten Arbeitnehmern vorhanden. Das Eintreten neuer Unternehmen auf dem Markt sorgt für eine Erhöhung des Outputs und der Menge. Somit erhöhen sich in Bezug auf die Produktionsfaktoren die Preise. Die Kosten für das qualifizierte Personal werden sich erhöhen.

2 Preis- und Nachfrageelastizität

Nicht nur die Art einer Veränderung des Angebotes oder der Nachfrage ist entscheidend, sondern auch das Ausmaß dieser Veränderung. Das Veränderungsausmaß wird als Elastizität bezeichnet. Diese Elastizität misst die Empfindlichkeit einer Variablen im Hinblick auf eine andere Variable (Pindyck & Rubinfeld, 2013, S. 65).

2.1 Monopolistische Konkurrenz

Nach Stiglitz und Walsh (2010, S.315) wird eine Marktstruktur als monopolitische Konkurrenz bezeichnet, bei welcher die Anzahl der Anbieter größer sind als im Oligopol, aber noch zu gering für eine vollständige Konkurrenzsituation. Markenrechte, oder auch Patentrechte, schützen den Monopolisten vor Anbietern eines identischen Produktes. Allerdings ist die Marktmacht des Monopolisten dadurch auch begrenzt. Die Kunden würden nur bei einem sehr großen Preisunterschied zur Konkurrenz wechseln. Einige Käufer finden jedoch bei der Konkurrenz ein ähnliches Produkt und würden nach dem Preis entscheiden. Die Preiselastizität der Nachfrager wird umso größer, je mehr ähnliche bzw. zu ersetzende Produkte und Dienstleistungen auf dem Markt existieren.

Nimmt ein Unternehmen eine erhebliche Senkung des Preises vor, werden die Kunden auf die Senkung des Preises reagieren und die Nachfrage steigt. Auch die Absatzmenge erhöht sich. Jedoch ist zu beachten, dass die erhebliche Senkung der Preise auch zu einer Erhöhung der Durchschnittskosten führt.

Bei einer erheblichen Erhöhung des Preises werden die Kunden zur Konkurrenz abwandern und der Absatz sinkt auf null (Kortmann, 2006, S. 516).

Wenig gesenkte Preise und minimal erhöhte Preise führen zu keinerlei großer Veränderung der Preiselastizität.

2.2 Werbung in der monopolistischen Konkurrenz

Bei vollkommener Konkurrenz auf einem Markt, auf welchem viele identische Produkte angeboten werden, würde es sich nicht lohnen als Anbieter Werbung über die Vorteile seines Produktes zu kreieren. Im Gegensatz hierzu fördert Werbung bei unvollständigem Wettbewerb die Nachfrage nach den jeweiligen Produkten eines Unternehmens. Die Werbung fördert folglich in diesem Fall den Wettbewerb (Stiglitz & Walsh, 2010, S. 401).

Wie in der folgenden Abbildung 2 aufgeführt, spielt Werbung für die Marktform der monopolistischen Konkurrenz eine wichtige Rolle.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Werbung für die Markform der monopolistischen Konkurrenz, Einfluss auf Nachfragekurve (modifiziert nach Stiglitz & Walsh, 2010, S. 402)

Die Abbildung von Stiglitz und Walsh (2010, S. 402) zeigt die Bedeutung der Werbung für ein Unternehmen in der monopolistischen Konkurrenz. Aufgrund des Einsatzes von Werbung kann das Unternehmen die bisherige Menge zu einem höheren Preis (P1 auf P2) verkaufen. Der Umsatz wird durch die ursprüngliche Absatzmenge Q1 multipliziert mit der Preisänderung von P3 statt P1 erhöht. In der Abbildung wird dies durch die Fläche ABCD dargestellt (Schlaffke & Plünnecke, 2017).

Die Nachfragekurve und die Grenzerlöskurve verschieben sich nach oben. Dies führt zu einer Erhöhung der Absatzmenge. Damit der Output von Q1 auf Q2 steigt, werden die Grenzkosten dem Grenzerlös gleichgesetzt. Der Umsatz wird durch die Fläche zwischen dem Grenzerlös und der Grenzkostenkurve von Q1 und Q2 gemessen. Die Fläche EFG kennzeichnet den Gewinn.

Es besteht somit ein Nettozuwachs der Fläche ABCD und der Fläche EFG. Hierbei müssen noch die Werbekosten subtrahiert werden (Stiglitz & Walsh, 2010, S.402).

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Auswirkung des demographischen Wandels anhand der Marktform Polypol. Fitness- und Präventionsdienstleistungen an Älteren
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
1,0
Jahr
2022
Seiten
15
Katalognummer
V1278542
ISBN (Buch)
9783346731265
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Marktformen, Preis-und Nachfrageelastizität, Asymmetrische Informationen und Märkte, Wettbewerbsstrategien
Arbeit zitieren
Anonym, 2022, Auswirkung des demographischen Wandels anhand der Marktform Polypol. Fitness- und Präventionsdienstleistungen an Älteren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1278542

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