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Nationalsozialistische Staats- und Repräsentationsarchitektur. Interdependenz zwischen faschistischer Ästhetik und Ideologie am Beispiel der Neuen Reichskanzlei

Título: Nationalsozialistische Staats- und Repräsentationsarchitektur. Interdependenz zwischen faschistischer Ästhetik und Ideologie am Beispiel der Neuen Reichskanzlei

Tesis (Bachelor) , 2017 , 62 Páginas , Calificación: 1,6

Autor:in: Robert Samuel Langner (Autor)

Historia de Europa - Época de las guerras mundiales
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Diese Arbeit befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen der architektonischen Realisierung des neuen Reichskanzleigebäudes und der nationalsozialistischen Weltanschauung respektive ihres weltpolitischen Geltungsanspruches. Die zentralen Fragestellungen dieser Arbeit ergeben sich daraus, den Problemstellungen bezüglich der angeblichen Verwirklichung des Projektes von der offiziellen Auftragserteilung bis zur Fertigstellung in weniger als zwölf Monaten nachzugehen und die Behauptungen Speers und den Bauprozess der Neuen Reichskanzlei auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu Überprüfen.

Zudem soll ein Erklärungsansatz für die Interdependenz zwischen nationalsozialistischer Repräsentationsarchitektur und Ideologie herausgearbeitet werden. Außerdem soll Bezug auf die tatsächliche öffentliche Wahrnehmung der Neuen Reichskanzlei als Schauplatz staatspolitischen Treffens von Entscheidungen genommen werden. Es ist daher von Bedeutung der Frage nachzugehen, welche Prioritäten das Regime setzte und welchen Regierungsstil gemäß der Ortswahl es wählte. Wurde in der Neuen Reichskanzlei also wegweisende Politik gemacht oder diente sie vielmehr als Ort der Zurschaustellung von ritualisierten Zeremonien und der Selbstdarstellung, das heißt lediglich der Repräsentation der Staats- und Parteiführung und der Person Adolf Hitlers im Sinne der NS-Propaganda?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Relevanz

1.1.1 Fragestellung

1.1.2 Methodik

1.2 Stand der Forschung

2. Der Neoklassizismus

2.1 Der Neoklassizismus in Deutschland im Kontext nationalsozialistischer Architektur

2.2 Die Diversität und Uneinheitlichkeit der Architektur im Nationalsozialismus

3. Planung und Bau der Neuen Reichskanzlei

3.1 Die Planungsabsichten treten in ein konkretes Stadium

3.2 Das Vorhaben der Neugestaltung Berlins zur Welthauptstadt Germania

3.3 Die Bauausführung der Neuen Reichskanzlei

4. Einordnung des Gebäudes in die NS-Repräsentationsarchitektur und Ideologie

4.1 Die öffentliche Wahrnehmung der Neuen Reichskanzlei als politisches Machtzentrum des Reiches

5. Fazit

5.1 Ergebnisse der Untersuchungen und Beantwortung der Fragestellung

5.2 Bewertung von Quellenmaterial und Literatur

5.3 Mögliche Forschungsansätze, Potentiale und Desiderata

Zielsetzung und Themenbereiche

Die vorliegende Arbeit untersucht die Interdependenz zwischen nationalsozialistischer Architektur und Ideologie am Beispiel der Neuen Reichskanzlei von Albert Speer. Dabei wird die These hinterfragt, ob es sich bei dem Bau um ein bloßes Machtinstrument der nationalsozialistischen Staatsführung handelte und ob die propagandistisch beworbene Bauzeit der historischen Wahrheit entspricht.

  • Analyse des Neoklassizismus im Architekturkontext der NS-Zeit
  • Darstellung der Planungsphasen und der politischen Motivation hinter dem Bauprojekt
  • Untersuchung der tatsächlichen Bauausführung und Arbeitsbedingungen
  • Kritische Aufarbeitung der Rolle von Albert Speer und der Mythenbildung
  • Einordnung der Neuen Reichskanzlei als Repräsentationsarchitektur der Macht

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Folgender Bericht des, unter anderem am Bau der Neuen Reichskanzlei beteiligten, Künstlers und Bildhauers Arno Breker bietet stellvertretend für Hitlers persönliche Kunst- und Architekturauffassung einen aufschlussreichen Einblick darin, welche Funktion die Architektur im Dritten Reich einnehmen sollte. 1940 begleitete Breker Hitler in Paris bei einem Rundgang durch die Staatsoper und schildert das Erlebnis:

„Nach einem äußeren Rundgang betreten wir das Innere. Hitler scheint sich für diesen besuch vorbereitet zu haben. Er kennt den Grundriß, die genauen Ausmaße im großen wie im Detail, wie sie ausführlicher und präziser nicht im Baedeker¹ zu finden sind. [...] Wir gehen die Treppen hinauf und betreten den Zuschauerraum. Hingerissen von dem überwältigenden Eindruck [...], ruft Hitler aus, dies sei das schönste Theater der Welt. [...] In aufgeräumter Stimmung fordert er mich auf den Logenschließer zu sagen, er möchte uns den Weg zeigen, den der Präsident der Republik nehme, wenn er seine Loge aufsuche. (Dieser) geht [...] voraus, die monumentale Freitreppe meidend, über kleine, winklige Treppen und enge Flure bis zur versteckt liegenden Loge des Präsidenten. Hitler wirft noch einen letzten Blick in den Zuschauerraum, dann erkundigt sich er nach dem Empfangsraum des Präsidenten der Republik. Der (Logenschließer) kennt keinen solchen Raum. Ich animiere ihn nachzudenken, dann fällt ihm ein, daß sich hinter der Rückwand der Präsidentenloge ein Saal befindet, der aber dem Präsidenten nicht zur Verfügung steht. Hitler amüsiert die Auskunft, er sagt: ‚Sehen Sie meine Herren, das ist Demokratie.‘ Die von Hitler ironisch gemeinte Frage, wie sich der Präsident der Republik in der Staatsoper bewegen habe, zielte auf eine Bestätigung seiner Vermutungen. In dieser Prozedur sah er die Mißachtung der ersten Persönlichkeit des Staates [...]. Nach seiner Auffassung war der Präsident die zentrale Erscheinung und als solcher entsprechend zu würdigen und herauszustellen. Hier aber war er nicht mehr der Mittelpunkt des Geschehens, sondern bescheiden unauffällig zur Seite gerückt: man will ihn unter Kontrolle halten.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Verbindung von NS-Ideologie und Repräsentationsarchitektur ein und erläutert die Relevanz der Forschungsfrage.

2. Der Neoklassizismus: Das Kapitel definiert den Neoklassizismus als architektonische Stilrichtung und beleuchtet die Diversität der Bauformen im Nationalsozialismus.

3. Planung und Bau der Neuen Reichskanzlei: Hier wird der chronologische Prozess der Planung, die politische Zielsetzung Hitlers und die tatsächliche Bauausführung des Projekts analysiert.

4. Einordnung des Gebäudes in die NS-Repräsentationsarchitektur und Ideologie: Dieses Kapitel betrachtet die Funktion der Reichskanzlei als Kulisse für politische Inszenierung und deren Wirkung auf die Öffentlichkeit.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen, bewertet die verwendete Literatur und thematisiert zukünftige Forschungsdesiderata.

Schlüsselwörter

Neue Reichskanzlei, Albert Speer, Nationalsozialismus, Architektur, Ideologie, Repräsentationsarchitektur, Neoklassizismus, Machtanspruch, Staatsführung, NS-Propaganda, Baugeschichte, Bauausführung, Kunstauffassung, Machtdarstellung, Berlin

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die funktionale und ideologische Verbindung zwischen dem Bau der Neuen Reichskanzlei durch Albert Speer und dem Machterhaltungsanspruch des NS-Regimes.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Publikation?

Zentrale Themen sind die Rolle der Architektur als Mittel der Machtdemonstration, die widersprüchliche Ästhetik des NS-Regimes und die Entlarvung propagandistischer Mythen um Speers Bauprojekte.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, die Behauptungen über die "Rekordbauzeit" zu überprüfen und die Interdependenz zwischen nationalsozialistischer Ideologie und der architektonischen Realisierung der Neuen Reichskanzlei zu ergründen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit verfolgt einen kunsthistorischen und deskriptiven Ansatz, bei dem das Bauprojekt in zeithistorische Kontexte eingeordnet und quellenkritisch hinterfragt wird.

Welche Schwerpunkte liegen im Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung des Baustils, die konkrete Analyse von Planung und Bauabschluss sowie die inhaltliche Einordnung in das politische System.

Wodurch zeichnet sich die Arbeit aus?

Besonders hervorzuheben ist die quellenkritische Auseinandersetzung mit autobiografischen Erzählungen der beteiligten Akteure, insbesondere Albert Speers, und die Entlarvung historischer Legendenbildungen.

Welche Bedeutung hatte die Bezeichnung "Erweiterungsbau" für die Planung?

Der Begriff wurde von der NS-Führung bewusst gewählt, um das Projekt gegenüber der Öffentlichkeit und dem Ausland als Fortsetzung bestehender Bautätigkeiten zu tarnen und so von den tatsächlichen, imperial geprägten Expansionsplänen abzulenken.

Wie sicherte Hitler die privilegierte Stellung des Generalbauinspektors ab?

Hitler erließ Dekrete, die das Amt des Generalbauinspektors von üblichen verwaltungstechnischen Instanzen und kommunalen Zuständigkeiten entkoppelten und direkt seinem Willen unterstellten.

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Detalles

Título
Nationalsozialistische Staats- und Repräsentationsarchitektur. Interdependenz zwischen faschistischer Ästhetik und Ideologie am Beispiel der Neuen Reichskanzlei
Universidad
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (Lehrstuhl für Neuere Sozial- Wirtschafts- und Technikgeschichte)
Curso
Examensmodul
Calificación
1,6
Autor
Robert Samuel Langner (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
62
No. de catálogo
V1278580
ISBN (PDF)
9783346731050
ISBN (Libro)
9783346731067
Idioma
Alemán
Etiqueta
Nationalsozialismus Architekturgeschichte Repräsentationsarchitektur Baugeschichte Albert Speer Neue Reichskanzlei Neoklassizismus
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Robert Samuel Langner (Autor), 2017, Nationalsozialistische Staats- und Repräsentationsarchitektur. Interdependenz zwischen faschistischer Ästhetik und Ideologie am Beispiel der Neuen Reichskanzlei, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1278580
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