Der Tod - Untersuchung des Textes von Thomas Nagel


Seminararbeit, 2006

15 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung

II. Gibt es ein Leben nach dem Tod? Und was ist der Tod?
II.1 Das Leib-Seele-Problem
II.1.2 Der Dualismus
II.2 Der Hirntod

III. Welche Einstellung sollte man zu seinem eigenen Tod haben?

IV. Euthanasie
IV.1 Arten von Euthanasie
IV.2 Probleme der Euthanasie

V. Fazit

VI. Quellen

I. Einleitung

Der Tod ist der unumkehrbare Verlust, der für ein Lebewesen typischen und wesentlichen Lebensfunktionen und damit das Lebensende. In unserer Gesellschaft ist der Tod ein Tabuthema. Wenn von ihm gesprochen wird, dann oft mit euphemistischen Ausdrücken. Viele Schriftsteller wie Albert Camus[1] und Thomas Mann[2] haben sich mit dem Mythos Tod auseinandergesetzt. Oft wird der Tod als Stadium zwischen Leben und Jenseits angesehen. Doch gibt es überhaupt ein Jenseits? Was ist der Tod überhaupt? Sieht man wirklich ein weißes Licht am Ende eines langen Tunnels? Wann bin ich tot?

Im folgenden soll nun anhand eines Kapitels von Thomas Nagel in seinem Werk „Was bedeutet das alles?“[3] dem Begriff Tod auf den Grund gegangen werden. Das Kapitel behandelt zwei wesentliche Fragestellungen: (1) Gibt es ein Leben nach dem Tod? und (2) Welche Einstellung sollten wir zum Tod haben? Ist er etwas Gutes oder etwas Schlechtes?

II. Gibt es ein Leben nach dem Tod? Und was ist der Tod?

Im ersten Teil erläutert Nagel zum einen, wie man sich den eigenen Tod vorstellen kann und die Thematik des Zustandes nach dem Tod.

Was ist der Tod eigentlich. Auch wenn jeder einmal sterben muss, ist man sich doch nicht einig darüber, was der Tod eigentlich ist, so Nagel. Es gibt den Glauben, dass man nach dem Tod nur seine sterbliche Hülle verlässt und in den Himmel oder die Hölle fährt oder an sonst einen Ort, abhängig von der jeweiligen Religion. Andere sind der Meinung, sie würden gänzlich aufhören zu existieren und einige von ihnen finden diese Vorstellung schrecklich, andere nicht.

Nagel stellt fest, dass sich niemand diese Nichtexistenz aus seiner Innenperspektive vorstellen kann. Natürlich ist es nicht möglich sich ein Bild davon zu machen, wie es ist, vollkommen ausgelöscht zu sein. Nagel vergleicht es mit der Bewusstlosigkeit, die man sich ja ebenso wenig vorstellen kann. Doch diese Tatsache, dass es einem nicht möglich ist, sich seine eigene Nichtexistenz denken zu können, heißt nicht, dass man sich den Tod überhaupt nicht vorstellen kann. Als Problemlösung schlägt Nagel vor, dass man sich aus der Außenperspektive betrachtet und sich vorstellt, dass man in einem tiefen Schlaf läge.

Um sich den Tod vorstellen zu können, muss man sich aus der Außenperspektive sehen, dass heißt, man denkt an den Körper der Person, die man selber ist. Und aus diesem Körper ist sämtliches Leben entwichen und jegliches Empfinden ist zu Ende gegangen. Nagel geht nun soweit, dass er konstatiert, dass man sich das eigene Begräbnis nicht aus der Innenperspektive vorstellen kann, soll heißen, man kann nicht bei seinem eigenen Begräbnis anwesend sein, sondern, um sich diese Situation vorstellen zu können, muss man den Blickpunkt einer anderen anwesenden Person einnehmen, also eine Zuschauerrolle ausfüllen.

Bei der Debatte um die Frage des Lebens nach dem Tod kann auf die Erörterung des Leib-Seele-Problem nicht verzichtet werden.

II.1 Das Leib-Seele-Problem

Der Kern der Philosophie des Geistes ist das Leib-Seele-Problem, das manchmal auch "Körper-Geist-Problem" genannt wird. Es entsteht durch die Frage, wie sich die mentalen Zustände (oder der Geist, das Bewusstsein, das Psychische, die Seele) zu den physischen Zuständen (oder dem Körper, dem Gehirn, dem Materiellen, dem Leib) verhalten.

Die erste klassische Formulierung des Leib-Seele-Problems stammt von René Descartes. Doch das Nachdenken über den Zusammenhang zwischen Körper und Geist geht bis in die Antike zurück. Platon vertritt etwa einen expliziten Dualismus, was sich in seiner Argumentation für die Seelenwanderung zeigt: Kann die Seele den Tod des Körpers überleben, so muss sie etwas anderes als der Körper sein. Bei Aristoteles sieht dies anders aus. Zwar postuliert Aristoteles ein „Pneuma“, das als Prinzip des Lebens allen Lebewesen eigen ist, doch das Pneuma wird der materiellen und körperlichen Welt nicht entgegen gesetzt. Im christlichen Mittelalter ist die Unterscheidung zwischen Körper und immaterieller Seele wiederum Grundlage des Philosophierens. Der Einfluss der mittelalterlichen Philosophie ist in Descartes Formulierung des Dualismus unverkennbar.

Die meisten Menschen empfinden intuitiv eine Kluft zwischen mentalen und physischen Phänomenen. Dies hat dazu geführt, dass lange Zeit dualistische Standpunkte in der Philosophie des Geistes vorherrschend waren. Heute ist jedoch der Materialismus die Position der Mehrheit der Philosophen. Mit dem Materialismus ist man jedoch verpflichtet, zu erklären, wieso sogenannte mentale Zustände in Wahrheit materielle Zustände sind.

II.1.2 Der Dualismus

Der Dualismus reagiert auf die intuitive Kluft zwischen dem mentalen Innenleben und der physischen Realität wie folgt: Er behauptet, dass hier zwei grundsätzlich verschiedene Entitäten im Spiel sind - eben mentale und physische Entitäten. Je nachdem, wie die Entitäten weiter spezifiziert werden und wie man sich das Verhältnis von mentalen und physischen Entitäten vorstellt, kann man zu sehr verschiedenen Arten von Dualismus kommen. An dieser Stelle sei auf die vielfältige einschlägige Literatur verwiesen, da weitergehende Ausführungen den Rahmen dieser Arbeit sprengen würden.

(vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Leib-Seele-Problem)

Wenn wir jetzt wieder auf Nagels Ausführungen bezüglich des Leib-Seele-Problems blicken, dann ist festzustellen, dass er verschiedene Gedankenexperimente durchleuchtet. Er unterscheidet primär die Prämisse (1) der Dualismus sei wahr und (2) der Dualismus sei nicht wahr.

Unter Prämisse (1) lässt sich nach Nagel ausmalen, wie ein Leben nach dem Tode (a) möglich sein könnte, da ja jede Person aus einer eigenständigen Seele und einem mit ihr verbundenen Körper besteht.

(a1) Wenn die Seele nur allein existieren würde, und auch ohne den Körper ein inneres Leben haben könnte, bestünde die Möglichkeit, dass sie den Körper verlässt, wenn dieser stirbt und in diesem Fall würde die Seele nicht zerstört werden, sondern in irgendeiner Form fortbestehen. Die Seele wäre zwar nicht in der Lage ein psychisches Leben des Handelns und der sinnlichen Wahrnehmung zu haben, da sie keinen zugehörigen Körper mehr hat, aber es gäbe womöglich ein Innenleben anderer Art, das dementsprechend von anderen Ursachen und Einflüssen abhinge. Denkbar wäre nach Nagel die direkte Kommunikation mit anderen Seelen.

(a2) Auf der anderen Seite bestünde die Möglichkeit, dass sich die Seele mit einem anderen Körper verbindet, wodurch ihr die Eigenschaften des psychischen Handelns und der Wahrnehmung wieder verliehen würden. Interessant wäre zu untersuchen, wie sich die Seele mit einem Körper verbindet.

Ebenso wie ein Leben nach dem Tod möglich sein könnte, könnt er auch (b) unmöglich sein, da das Überleben der Seele und ihr fortlaufendes Bewusstsein vom Beistand und der Einwirkung des Körpers abhinge, in welchem sie wohnt. Dementsprechend wäre es unmöglich diesen Körper zu wechseln.

Unter der Prämisse (2) der Dualismus wäre nicht wahr, also psychische Vorgänge wären lediglich neurologische Abläufe, wäre ein Leben nach dem Tod nicht möglich. Dazu wäre nach Nagel eine Wiederherstellung eines biologischen, körperlichen Lebens erforderlich, d.h. der Körper müsste wieder leben. Der physische Tod eines Menschen und somit auch der Tod des Gehirns dieser Person bedeutet, dass es keine Gehirnvorgänge mehr gibt und ergo keine Seele mehr, die irgendwo weiterlebt.

In diesem Fall haben wir das Problem, wie man denn feststellen kann, dass der Mensch „wirklich“ tot ist. Wie bereits erwähnt, wir der Tod des Gehirns als Kriterium für der wirklichen, vollkommenen Tod des Menschen herangezogen. Aber bei Komatösen ist es schwierig, die Entscheidung über tot oder lebendig zu treffen.

[...]


[1] Camus, Albert: „Der glückliche Tod“

[2] Mann. Thomas: „Der Tod in Venedig.“ wichtige Novelle im Werk Thomas Manns. zentrales Thema: Konflikt zwischen dem Dionysischen und dem Apollinischen, zwischen Leidenschaft und Selbstbeherrschung, letztlich Leben und Tod.

[3] Nagel, Thomas (2004): „Was bedeutet das alles?“. Stuttgart. Reclam. S.74-79.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Der Tod - Untersuchung des Textes von Thomas Nagel
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
15
Katalognummer
V127862
ISBN (eBook)
9783640354528
ISBN (Buch)
9783640354825
Dateigröße
459 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tod, Nagel
Arbeit zitieren
Sven Zoeller (Autor), 2006, Der Tod - Untersuchung des Textes von Thomas Nagel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127862

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Der Tod - Untersuchung des Textes von Thomas Nagel



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden