Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Frage zu beantworten, ob ausgewählte Aktien europäischer Fußballklubs eine attraktive Anlage für Finanzinvestoren darstellen und welche Gründe für deren eventuell mangelnde Attraktivität vorliegen. Hierzu folgt im Kapitel 2 die Analyse des Papiers von Prigge und Tegtmeier aus dem Jahr 2020. Dabei wird in den Unterkapiteln zunächst die Abgrenzung der Fußballaktien zu traditionellen Anlageklassen vorgenommen, anschließend erfolgt die theoretische und empirische Untersuchung ihrer Diversifikationseigenschaften und ihres Risiko-Rendite-Profils.
Außerdem wird die Frage beantwortet, ob ihre Hinzunahme zu einem diversifizierten Portfolio Vorteile bringt. Kapitel 3 analysiert die Fußballindustrie auf ihre Besonderheiten und listet einige bestehende Gründe auf, weshalb Fußballaktien als Finanzinstrumente eine mangelnde Attraktivität aufweisen und die Finanzinvestoren deshalb nicht interessiert daran sind, in diese Anlageklasse zu investieren. Im Fazit werden die wesentlichen Punkte nochmal kurz zusammengefasst: Es wird deutlich, auch wenn sich die Fußballindustrie weiterhin ökonomisch aktiv entwickelt, erweisen sich die Fußballaktien als eher weniger attraktiv für die professionellen Anleger.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2.1 Abgrenzung zu anderen Anlageklassen
2.2 Untersuchung der Diversifikationseigenschaften
3 Gründe für die mangelnde Attraktivität ausgewählter Fußballaktien für Finanzinvestoren
3.1 Unsicherheit bei der Berechnung des Grundwertes
3.2 Niedrige Profitabilität aufgrund des hohen Wettbewerbs
3.3 Irrationalität individueller Investoren
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Projektarbeit untersucht, ob Aktien europäischer Fußballklubs eine attraktive Anlageklasse für Finanzinvestoren darstellen und analysiert die Gründe für deren potenzielle mangelnde Attraktivität anhand bestehender wissenschaftlicher Erkenntnisse.
- Analyse der Attraktivität von Fußballaktien als alternative Anlageklasse
- Theoretische und empirische Untersuchung von Diversifikationseigenschaften und Risiko-Rendite-Profilen
- Bewertungsproblematik und Komplexität bei der Unternehmenswertermittlung von Fußballklubs
- Herausforderungen durch niedrige Profitabilität und hohen Wettbewerbsdruck in der Fußballindustrie
- Einfluss irrationaler Investoren auf Marktvolatilität und Unternehmensstrategien
Auszug aus dem Buch
3.2 Niedrige Profitabilität aufgrund des hohen Wettbewerbs
Mithilfe ökonometrischer Verfahren haben einige Wissenschaftler eine signifikante Korrelation zwischen Aktienrenditen und dem Finanzprofil der Fußballklubs bzw. deren Profitabilität feststellen können.36 Die niedrige Rendite der Fußallaktien kann auf die schlechte Finanzlage der Fußballklubs zurückgeführt werden: Auch wenn die Umsätze der europäischen Klubs in den letzten Jahren gestiegen sind, scheint die Profitabilität immer noch niedrig zu sein. Die besten italienischen und französischen Fußballklubs verzeichneten 2018/19 Betriebsverluste, während die Schuldenstände der Premier League Klubs zum ersten Mal seit mehreren Jahren die Höhe von 3.5 Milliarden Pfund Sterling erreichten.37 Der Grund dafür könnte die gewählte Strategie der europäischen und englischen Fußballklubs sein: Anstatt ihre Gewinne zu maximieren, priorisieren sie ihre Sporterfolge, was die Erklärung dafür sein könnte, warum gewinnmaximierende Anleger nicht bereit sind, in die Fußballaktien zu investieren.38 Theoretisch führen die Sporterfolge wie zu einem Umsatz- als auch zu einem Gewinnwachstum, jedoch zeigen die Wissenschaftler, dass die Fußballklubs, die die beste sportliche Leistung und deshalb die höchsten Umsätze aufweisen, i. d. R. Verluste verzeichnen, da sie die erwirtschafteten Einnahmen wieder in das Team investieren.39 Die offene Ligastruktur in Europa – die Möglichkeit zum Ab- und Aufstieg – verstärkt den Wettbewerb und setzt die Klubs unter Druck, in die Spielertalente zu investieren.40 Die Lohnkosten in den „Big-Five“-Ligen stiegen in 2018/19 um fast 1 Milliarde Euro, was 63 % ihrer Umsätze ausmacht.41 Mithilfe einer Korrelationsanalyse stellt Perechuda fest, dass die Gehälter der sensibelste Faktor der finanziellen Performance der Fußballklubs sind. Ihre Reduktion wird jedoch in der Realität nicht vorgenommen, obwohl es die beste Lösung wäre, um die Finanzlage einzelner Klubs zu verbessern.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die wachsende Kommerzialisierung der Fußballindustrie und leitet die Forschungsfrage nach der Eignung von Fußballaktien als attraktive Anlageklasse für Finanzinvestoren ab.
2.1 Abgrenzung zu anderen Anlageklassen: Dieses Kapitel prüft, ob Fußballaktien die Kriterien einer eigenständigen Anlageklasse erfüllen und analysiert deren Diversifikationspotenzial sowie Korrelation zu traditionellen Anlagen.
2.2 Untersuchung der Diversifikationseigenschaften: Hier wird anhand des Mean-Variance-Ansatzes empirisch untersucht, ob die Aufnahme von Fußballaktien in ein diversifiziertes Portfolio die Risiko-Rendite-Struktur objektiv verbessert.
3 Gründe für die mangelnde Attraktivität ausgewählter Fußballaktien für Finanzinvestoren: Der Hauptteil gliedert sich in drei Unterkapitel, die spezifische ökonomische und strukturelle Barrieren identifizieren, die eine Anlage in Fußballaktien aus Sicht professioneller Investoren erschweren.
3.1 Unsicherheit bei der Berechnung des Grundwertes: Untersuchung der Schwierigkeiten bei der Unternehmensbewertung, bedingt durch immaterielle Vermögenswerte und die Abhängigkeit von schwer planbaren Sporterfolgen.
3.2 Niedrige Profitabilität aufgrund des hohen Wettbewerbs: Analyse des Zielkonflikts zwischen kurzfristiger Gewinnmaximierung und der notwendigen Investition in Sporterfolge zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.
3.3 Irrationalität individueller Investoren: Beleuchtung der Rolle fanatischer oder strategischer Investoren, deren nicht-finanzielle Ziele die Volatilität der Aktienkurse erhöhen und eine disziplinierte Unternehmensführung verhindern.
4 Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse, wonach Fußballaktien aufgrund ihrer schwachen Performance und strukturellen Besonderheiten derzeit kein attraktives Investment für Finanzinvestoren darstellen.
Schlüsselwörter
Fußballaktien, Alternative Anlageklasse, Finanzinvestoren, Portfolio-Optimierung, Risiko-Rendite-Profil, Diversifikation, Unternehmensbewertung, Fußballindustrie, Profitabilität, Sporterfolge, Markteffizienz, Volatilität, Investorenmotivation, Kapitalmarkt, Börsennotierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob Fußballaktien europäischer Vereine für klassische Finanzinvestoren ein lohnenswertes Investment darstellen oder ob strukturelle Gründe gegen eine solche Anlage sprechen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Portfolio-Theorie im Kontext des Fußballs, Methoden der Unternehmensbewertung in der Fußballbranche und der Einfluss von Investorenmotiven auf die finanzielle Performance.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Fußballaktien eine attraktive Anlagemöglichkeit bieten und welche spezifischen Faktoren zu einer ggf. mangelnden Attraktivität für professionelle Anleger führen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen wissenschaftlicher Studien, darunter Untersuchungen von Prigge und Tegtmeier, sowie empirische Ansätze, wie den Mean-Variance-Ansatz zur Portfoliozusammensetzung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Abgrenzung der Fußballaktien von anderen Anlageklassen, die Herausforderungen bei der Wertermittlung, die geringe Profitabilität durch hohen Wettbewerbsdruck und die Auswirkungen irrationaler Investoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Fußballaktien, Diversifikation, Risiko-Rendite-Profil, Profitabilität, Volatilität, Unternehmensbewertung und Investorenmotivation.
Warum erschweren Sporterfolge die Bewertung von Fußballklubs?
Sporterfolge sind maßgeblich für die Einnahmen (TV-Rechte, Ticketverkäufe), aber aufgrund ihrer Unvorhersehbarkeit und Abhängigkeit von unkontrollierbaren Faktoren schwer diskontierbar, was die Unternehmenswertberechnung verkompliziert.
Was unterscheidet Fußballaktien von traditionellen Industrieaktien?
Im Gegensatz zu vielen profitorientierten Industriebetrieben priorisieren Fußballklubs oft sportliche Erfolge gegenüber der Gewinnmaximierung, was zusammen mit irrationalem Investorenverhalten zu einer schlechteren risikoadjustierten Performance und geringeren Dividendenausschüttungen führt.
- Arbeit zitieren
- Valerie Philipp (Autor:in), 2021, Fußballaktien als alternative Anlageklasse für Finanzinvestoren?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1278780