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»Ludwig van« - Zu Mauricio Kagels Beethoven-Film

Title: »Ludwig van« - Zu Mauricio Kagels Beethoven-Film

Thesis (M.A.) , 2004 , 109 Pages

Autor:in: Christian Brix (Author)

Musicology - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit wird das filmische Schaffen Mauricio Kagels am Beispiel seines 1969 entstandenen Films "Ludwig van" näher betrachtet. Was hierin klar werden soll, sind die unterschiedlichen Tendenzen, die Kagel mit seinem Film verfolgte. Ausgehend vom Jahr 1970 wird auf jene Wege zurückgeblickt, die Kagel bis hierher gegangen ist. Ebenso wird ein Blick nach vorn geleistet, der Reaktionen und Auswirkungen beleuchtet.
In zahlreichen Werken nimmt Mauricio Kagel Bezug auf bereits existierende Musik. In seinen Filmen bis hin zu "Ludwig van" verwendet er ausschließlich seine eigenen Kompositionen. Hier beschreitet Kagel gewissermaßen Neuland, wenn er die Musik Beethovens zur Grundlage der Filmmusik für "Ludwig van" macht. Tief in seinem Innern schlägt ein Komponistenherz.
Sein Filmschaffen ist durchaus mit einem Augenzwinkern zu sehen. Im Grunde ist Kagel ein Multitalent, ist Komponist und Filmemacher, Dirigent und Regisseur seiner eigenen Werke.
In jahrzehntelanger Auseinandersetzung mit Musik, Theater, Hörspiel, Oper, Film und bildender Kunst wuchs sein Werk zu einem gewaltigen Opus heran. Für Kagel steht eines bei all seiner schöpferischen Arbeit im Mittelpunkt: das Organisieren von Zeit.
Sein Werk ist geprägt vom Zweifel an der Gültigkeit ästhetischer Normen und Grenzen, die es für ihn beständig in Frage zu stellen und auszuloten gilt. Ästhetische und kompositorische Normen stellt er nahezu respektlos zur Diskussion.
Sein Schaffen ist getragen von Wandlungen und Umwälzungen, von Umkehrungen und Trugschlüssen, von Paradoxien und einem verschmitzt subtilen Humor. Das Verhüllende, nicht Präsente der Romantik dringt bei ihm aus allen Poren. Kagels »Liebeserklärung an Beethoven«, der Film Ludwig van, wurde zu einem Meilenstein seines filmischen Schaffens, an die seine späteren Produktionen innerhalb des Mediums Film in einer solch ausgeprägten Intensität und Komplexität nicht mehr heranreichten. In seinem labyrinthischen Œuvre ist Mauricio Kagel ein Wanderer zwischen den Medienwelten im 20. und 21. Jahrhundert geworden, und dabei ein Romantiker geblieben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

1. Komponist von Filmen, Regisseur von Musik

2. Fluxus oder Beethovens Geist aus Kagels Händen?

3. Wege zum Film

4. Kagels Musik-Licht-Spiele

II. Der Film Ludwig van – Ein Bericht

1. Zur Entstehung

2. Exkurs: Kagel – Burgess – Kubrick

3. Filmographie

4. Grundsätzliches, Inhalt, Sequenzfolge

III. Bild und Ton

1. Filmisch-Musikalisches

2. Gestaltungsmittel des Films

3. Metacollage

4. Kombination von Bild und Ton

5. Kagels Ästhetik des Apokryphen

IV. Distanz und Nähe: Kagels Verhältnis zur Musik der Vergangenheit

V. Beethoven redivivus: Zerrbilder zerschlagen

1. Demaskierung eines Kults

2. Beethoven heute – und nun?

VI. Abspann

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das filmische Schaffen von Mauricio Kagel, insbesondere im Hinblick auf seinen 1969 produzierten Film "Ludwig van". Ziel ist es, die vielschichtigen Intentionen des Komponisten bei der Auseinandersetzung mit der Tradition, der musikalischen Rezeption und der Verschränkung von Bild und Ton zu analysieren sowie Kagels Rolle als Regisseur von Musik zu beleuchten.

  • Die Analyse des Films "Ludwig van" als zentrale Fallstudie für Kagels Montage-Technik.
  • Die Untersuchung der Beziehung zwischen Bild und Ton sowie der Deformierung traditioneller musikalischer Werke.
  • Die Auseinandersetzung mit dem Beethoven-Kult und dessen demaskierende Darstellung durch Kagel.
  • Die Einordnung von Kagels Arbeit in den Kontext des instrumentalen Theaters und surrealistischer Einflüsse.

Auszug aus dem Buch

1. Komponist von Filmen, Regisseur von Musik

Es genügt schon, sich einen groben Überblick über seine Werke zu verschaffen, um festzustellen, dass Wiederholung nicht sein Metier ist. Einem Polyp gleich streckt er seine Arme in alle erdenklichen Richtungen aus, findet immer wieder neue Möglichkeiten, sich und seiner Musik neuen Raum und Ausdruck zu verleihen. Dies eröffnet schier unendliche Weiten seines Spektrums, in das er scheinbar zufällig eindringt, sich aber einem Universalgelehrten ähnlich alles zu eigen macht, und dieses In-sich-Aufnehmen schließlich mit der Komposition eines neuen Werkes ausdrückt, um anschließend einen neuen Arm in eine andere Richtung auszustrecken und ihm zu folgen.

»Faszinierend verrückt«, so beschreibt Werner Klüppelholz die Uraufführung seines Stückes Ornithologica multiplicata im Revolutionsjahr 1968. Diese Attribute gelten wohl auch für seinen Schöpfer. Betrachtet man das filmische Schaffen Kagels von seinen Anfängen bis in das Jahr 1968, so stellt sich die Frage, mit welchem Gegenstand man sich zu befassen hat: Sind es kurze Musikfilme, musikalische Kurzfilme oder filmische Kurzmusi-ken? Gleich zu Beginn der Auseinandersetzung mit dem Stück beginnen die Grenzen transparent zu werden. Hier sind die Wurzeln von Kagels Intermedialität schon vorhanden. Als Wanderer zwischen, nein, durch die Medien hindurch spiegelt er in seinen Werken nicht minder einen gewaltigen Gestaltwandel wider als sein selbst genannter Schöpfergeist Monteverdi und dessen Wandel von den madrigalistischen Formen der Hochrenaissance zur Monodie und zur konzertanten Kantate des Frühbarock. Kagel selbst beschreibt diese Entwicklung als Medienwechsel, bei dem Malerei zu Musik, Musik zu Theater, Theater zu Film und Film schließlich wieder zu Musik wird. Die Durchdringung von Film und Musik wird in dieser Arbeit ebenso eine Rolle spielen wie auch die Frage, wie aus einer musikalischen Form eine filmische und aus einer filmischen Form eine musikalische wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in Mauricio Kagels Biographie, seine Rolle als Komponist und Filmemacher sowie die Zielsetzung der Arbeit zur Analyse von "Ludwig van".

II. Der Film Ludwig van – Ein Bericht: Detaillierte Betrachtung der Entstehungsgeschichte, des theoretischen Hintergrunds und der inhaltlichen Struktur des Films.

III. Bild und Ton: Analyse der audiovisuellen Gestaltungsmittel, der Montage-Prinzipien und der spezifischen Kombination von Bild- und Tonebenen in Kagels Werken.

IV. Distanz und Nähe: Kagels Verhältnis zur Musik der Vergangenheit: Reflexion über Kagels Auseinandersetzung mit der Musiktradition und seinem Umgang mit historischen Komponisten.

V. Beethoven redivivus: Zerrbilder zerschlagen: Auseinandersetzung mit dem Beethoven-Kult, dessen Demaskierung im Film und der Kritik an der zeitgenössischen Rezeption.

VI. Abspann: Zusammenfassende Einordnung von Kagels filmischem Werk und seiner Bedeutung für die Musikwelt.

Schlüsselwörter

Mauricio Kagel, Ludwig van, Beethoven, Musiktheater, Filmkunst, Intermedialität, Montage, Collage, Instrumentales Theater, musikalische Tradition, Beethoven-Jahr 1970, Filmmusik, Bild-Ton-Beziehung, Apokryph, Dekomposition.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Mauricio Kagels Film "Ludwig van" (1969) als ein Schlüsselwerk, das die kritische Auseinandersetzung mit dem Beethoven-Kult und die Erneuerung musikalischer Ausdrucksformen durch filmische Mittel thematisiert.

Welche zentralen Themenfelder behandelt das Werk?

Zentrale Felder sind die Beziehung zwischen Musik und Bild, die Kritik am bürgerlichen Beethoven-Kult, das Prinzip der Collage sowie die Entwicklung des instrumentalen Theaters.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Tendenzen und Techniken zu entschlüsseln, die Kagel in seinem "Ludwig van"-Film verfolgt, um sowohl die historische Einordnung als auch die methodische Vorgehensweise des Komponisten in Bezug auf die Musiktradition zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine musikwissenschaftliche Analyse, die den Film anhand von Drehbuchskizzen, musiktheoretischen Diskursen und dem Vergleich mit anderen zeitgenössischen Werken strukturell aufschlüsselt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Entstehungsgeschichte des Films, die spezifischen Gestaltungsmittel der Bild-Ton-Kombination, die Demaskierung von Mythen und Kagels theoretisches Konzept des "Apokryphen" detailliert diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Mauricio Kagel, Beethoven, Collage, instrumentales Theater, Intermedialität und die filmische Umsetzung von musikalischen Vorlagen.

Wie bewertet Kagel den "Beethoven-Rummel" der 1970er Jahre?

Kagel steht diesem als eine Art "Anti-Kitsch-Regisseur" gegenüber; er nutzt den Film, um die Verlogenheit und Kommerzialisierung der Beethoven-Verehrung durch satirische Sketches und bizarre Collagen zu demaskieren.

Welche Rolle spielt die "Musikzimmer-Szene" im Film?

Sie gilt als einer der Kulminationspunkte des Films, in dem Kagel das Zimmer mit Notenpapier tapeziert, um eine visuelle Entsprechung zu schaffen, die von einem "Zufallsorchester" interpretiert wird.

Warum ordnet der Autor den Film als "Montage" ein?

Da der Film aus vielen verschiedenen, teils assoziativen Bruchstücken von Beethovens Musik und visuellen Elementen besteht, die Kagel gezielt neu kombiniert, um den Hörer zu einem aktiven, kritischen Hören zu bewegen.

Excerpt out of 109 pages  - scroll top

Details

Title
»Ludwig van« - Zu Mauricio Kagels Beethoven-Film
College
Free University of Berlin
Author
Christian Brix (Author)
Publication Year
2004
Pages
109
Catalog Number
V127897
ISBN (eBook)
9783640341146
ISBN (Book)
9783640337132
Language
German
Tags
Mauricio Kagels Beethoven-Film
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Brix (Author), 2004, »Ludwig van« - Zu Mauricio Kagels Beethoven-Film, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127897
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