Der stetige Anstieg der Lebenserwartung und eine anhaltend niedrige Geburtenzahl haben über Jahrzehnte den Prozess des demografischen Wandels vorangetrieben.
Für die Gesundheitswissenschaften kristallisiert sich hierbei vor allem ein positives Bild in Form der „jungen“ Alten heraus, die diesem Wandel „entspringen“ und mit gängigen defizitären Rollenbildern vom Alter nicht mehr zu erfassen sind.
Dieses Bild vom „neuen“ Alter unterstreichen auch die neuesten Internetnutzerzahlen, in denen die „Generation 60+“ sogar die größten Zuwachsraten verbuchen kann.
Die Auseinandersetzung mit dieser Thematik aus Public Health-Sicht bietet sich geradezu an. So offeriert das Internet der zukünftig größten Bevölkerungsgruppe Hilfestellung sowohl bei physischen Einschränkungen als auch bei der Wahrung der psychischen Gesundheit.
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The constant rise of life expectancy and a continuously low birth rate advanced the process of demographic change over decades.
To Public Health this change appears as a positive picture in terms of the so-called „young“ elderly who rise from this change and can no longer be specified with usual stereotypes.
The latest internet user numbers also underline this picture of the „new“ old age, in which the “generation 60+” can even score the largest growth rates.
Dealing with this topic almost presents itself to Public Health. The internet eventually offers assistance to the forthcoming largest subpopulation in case of physical restrictions as well as for the keeping of psychological health.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Demografischer Wandel & alternde Gesellschaft
2.1 Anstieg der Lebenserwartung
2.2 Rückgang der Fertilität
2.3 Entwicklung der Alters- und Bevölkerungsstruktur
3. Die neue soziale Gruppe der „jungen Alten“
3.1 Begriffsbestimmung
3.2 Relativität des Alters
3.3 „Verjüngung“ des Alters
3.4 Älterwerden und allgemeine Lebenszufriedenheit
3.5 Alte als „Wirtschaftsfaktor“
4. 60+ im Internet
4.1 Nutzungsverhalten und Motivation für die Internet-nutzung
4.2 Barrieren & Chancen
5. Konsequenzen aus Sicht der Public-Health-Perspektive
5.1 Medienkompetenz und Antonovsky
5.2 Mögliche Auswirkungen auf Lebensqualität und Selbstwertgefühl
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht den demografischen Wandel und die Entstehung der sozialen Gruppe der „jungen Alten“. Das primäre Ziel ist es, den Public-Health-Bezug herzustellen und zu analysieren, welche Rolle das Internet für diese Zielgruppe spielt, insbesondere im Hinblick auf Prävention, Gesundheitsförderung und gesellschaftliche Teilhabe.
- Analyse der demografischen Entwicklung und deren Folgen für die Gesellschaft.
- Charakterisierung der neuen sozialen Gruppe der „jungen Alten“ und deren Abgrenzung von traditionellen Altersbildern.
- Untersuchung des Internetnutzungsverhaltens und der Motivationen der Generation 60+.
- Verbindung von Medienkompetenz und dem salutogenetischen Modell zur Ableitung von Gesundheitsressourcen.
Auszug aus dem Buch
3.1 Begriffsbestimmung
Im alltäglichen Sprachgebrauch hat sich zur Bezeichnung älterer Mitbürger das Wort „Senioren“ etabliert. Hierbei macht man (unbewusst) lediglich Aussagen anhand der demographischen Variable „Alter“, was eine allgemeingültige Definition des Begriffes von vornherein erschwert, wenn nicht sogar unmöglich macht.
Wo bzw. wann also die Lebensphase Alter beginnt, ist folglich in der Fachliteratur nicht einheitlich dargestellt (Thieme 2007, S. 35).
Einblicke in den Bereich der Marktforschung, die den „Seniorenmarkt“ schon längst erkannt hat, jedoch ebenfalls kein einheitliches Verständnis hinsichtlich der genauen Altersabgrenzung weder hervorbringen noch manifestieren konnte, bestätigen dies.
So zählt zum Beispiel die Gong-Gruppe (Gong, Super TV, Die Aktuelle) bereits Menschen in den 40ern zur Gruppe der Senioren, während die Gesellschaft für Innovative Marktforschung das 50. Lebensjahr und amerikanische Untersuchungen in vielen Fällen das 55. Lebensjahr als Beginn des Seniorenalters angeben (Ochel 2003, S. 5 f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Motivation der Themenwahl aus einem Praxissemester und stellt Thesen zur demografischen Veränderung sowie der zunehmenden Bedeutung des Internets für Senioren auf.
2. Demografischer Wandel & alternde Gesellschaft: Dieses Kapitel analysiert die Ursachen des demografischen Wandels, wie den Anstieg der Lebenserwartung und den Geburtenrückgang, und visualisiert die resultierenden Strukturveränderungen.
3. Die neue soziale Gruppe der „jungen Alten“: Hier wird das neue, positive Altersbild definiert, die Relativität des Alters hinterfragt und die Rolle der „jungen Alten“ als Wirtschaftsfaktor beleuchtet.
4. 60+ im Internet: Es werden empirische Daten zum Nutzungsverhalten von Senioren im Netz präsentiert und die Barrieren sowie Chancen digitaler Medien für diese Altersgruppe erörtert.
5. Konsequenzen aus Sicht der Public-Health-Perspektive: Dieses Kapitel schlägt eine Brücke zum salutogenetischen Modell und untersucht, wie Medienkompetenz die Lebensqualität und psychische Gesundheit im Alter beeinflussen kann.
6. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass die demografische Entwicklung nicht aufzuhalten ist, das Internet jedoch ein wesentliches Instrument für Teilhabe und Prävention bei der Generation 60+ darstellt.
Schlüsselwörter
Demografischer Wandel, junge Alte, Generation 60+, Internetnutzung, Public Health, Salutogenese, Medienkompetenz, Lebensqualität, Altersstruktur, Bevölkerungsentwicklung, Digitalisierung, Prävention, Gesundheitsförderung, Kohärenzgefühl, Seniorenmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der gesellschaftlichen Herausforderung des demografischen Wandels und der Rolle, die moderne Medien, insbesondere das Internet, für die neue soziale Gruppe der „jungen Alten“ spielen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Kernbereichen gehören der demografische Wandel, die Definition und Eigenschaften der Generation 60+, die Internetnutzung älterer Menschen sowie die Public-Health-Implikationen für Gesundheit und Prävention.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Gruppe der „jungen Alten“ zu lokalisieren, ihre Trends im Internetverhalten aufzuzeigen und einen Public-Health-Bezug herzustellen, der die Relevanz dieser Thematik rechtfertigt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung empirischer Daten und Statistiken (z.B. (N)Onliner-Atlas, Rentenversicherungsberichte), um den Zusammenhang zwischen Altern und Medienkompetenz theoretisch zu untermauern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die demografischen Grundlagen, die soziologische Charakterisierung der „jungen Alten“, die empirische Analyse des Internetverhaltens und die theoretische Verknüpfung mit dem salutogenetischen Modell.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte umfassen Demografischer Wandel, junge Alte, Public Health, Internetnutzung, Medienkompetenz und Salutogenese.
Warum wird das Internet als „Chance“ für Senioren betrachtet?
Das Internet bietet Möglichkeiten zur sozialen Vernetzung, zur Pflege von Kontakten und zur Erledigung von Alltagsaufgaben, was Isolation verhindert und einen Beitrag zur Erhaltung der psychischen Gesundheit leisten kann.
Inwiefern beeinflusst das Modell nach Antonovsky die Betrachtung der Mediennutzung?
Antonovskys Modell des Kohärenzgefühls wird genutzt, um Medienkompetenz als Widerstandsressource zu begreifen, die es dem Individuum ermöglicht, das Internet als handhabbar und sinnvoll zu erfahren.
- Citar trabajo
- B.A. Simon Rohlfs (Autor), 2008, Demografischer Wandel und Folgen für die Gesellschaft, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127938