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Der mythische und der moderne Dracula - Vampirismus bei Bram Stoker's "Dracula" und in dem Fall Fritz Haarmann, dem "Vampir von Hannover", im Vergleich

Title: Der mythische und der moderne Dracula - Vampirismus bei Bram Stoker's "Dracula" und in dem Fall Fritz Haarmann, dem "Vampir von Hannover", im Vergleich

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 37 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Kristina Hötte (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Die „Welt birgt viele gute Menschen, auch wenn sie Ungeheuern Raum gewährt.“ (Bram Stoker: Dracula)
In unserem Sprachgebrauch definieren wir das Ungeheuerliche als etwas anormales, der Gesellschaft nicht inhärentes. Das Ungeheuer ist für die Menschen nicht fassbar und ruft Gefühle der Angst und des Abscheus hervor. Als nicht menschliche Gestalt hebt es sich klar in seiner Wesenhaftigkeit ab. Doch was ist, wenn sich das Ungeheuer als Mensch tarnt und unauffällig in der Gesellschaft lebt, bis der Wolf seinen Schafspelz abwirft und seine Opfer findet und tötet?
In dieser Arbeit soll es um zwei historische Figuren gehen, deren augenscheinlichste Verbindung zunächst in der Art und Weise liegt, wie sie ihre Opfer töten: dem Vampirbiss.
Dracula, die Romanfigur, die von Bram Stoker erfunden wurde, stellt dabei einen Schwerpunkt der Arbeit dar, fußt unsere heutige Vorstellung vom Vampir doch hauptsächlich auf der literarischen Darstellung des Klassikers aus dem 19. Jahrhundert.
Den extremen Gegensatz dazu bildet die Person des Fritz Haarmann, der von den Medien im Deutschland der 20er Jahre, als „Vampir von Hannover“ tituliert wurde.
In dieser Arbeit sollen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem Blutsauger Dracula und dem Massenmörder Haarmann herausgearbeitet werden. Dabei sollen sowohl ihr Charakter, als auch die gesellschaftlichen Bedingungen analysiert werden, sowie die Bedeutung der Religion und der Medien.
Den Schluss bildet die Auseinandersetzung mit dem Thema des Mythos um den Vampir und inwieweit durch den Fall Haarmann eine Entmythisierung stattfindet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Vergleich von Dracula mit dem „Vampir von Hannover“

1. Einleitung

2. Der Vampir als Advokat vs. Die Schlichtheit des Anthropophagen

2.1. Figurenstudie Dracula – der aristokratische Blutsauger

2.2. Personenstudie Haarmann – der „Vampir von Hannover“

2.3. Der Vampir mit der irdischen Hülle – der Mensch mit dem tödlichen Biss: Unterschiede und Parallelen

3. Die Wahl und die Bemächtigung der Opfer

3.1. Jungfräuliches Blut für Dracula

3.2. „Och, sind ja doch bloß Puppenjungen“ – Haarmanns Opfer

4. „Jeder tötet, was er liebt.“ – Der Todeskuss im Zeichen der Leidenschaft

4.1. Dracula als Inbegriff der männlichen Brutalität & Sexualität

4.2. Die „Bluthochzeit“ zur Überwindung von Grenzen

4.3. Kastration des Vampirs – Zurückgewonnene Potenz

4.4. Der Todeskuss des Fritz Haarmann – Liebesbemächtigung durch Vernichtung

5. Der viktorianische Dämon vs. der Teufel der goldenen 20er Jahre

5.1. Der Aberglauben der slawischen Bevölkerung in Dracula

5.2. Nachkriegsdeutschland im Blutrausch

5.3. Der Himmel über Fritz Haarmann

5.4. Die Bedeutung der Medien – Der Hype um die „blutige Dame“ und den Massenmörder Haarmann

6. Die formale Umsetzung von Dracula und den Haarmann-Protokollen

7. Rezeption

7.1. Dracula – Die Lust am Grusel

7.2. Die Haarmann-Protokolle – Der unangenehme Grusel

II. Mythos Dracula vs. die Entmythisierung durch den „Vampir von Hannover“ – Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Vergleich zwischen der literarischen Vampirfigur Bram Stokers und dem historischen Massenmörder Fritz Haarmann, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Darstellung, den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und der Rolle des Mythos herauszuarbeiten.

  • Analyse der Charaktereigenschaften von Dracula und Haarmann.
  • Untersuchung der Opferauswahl und Tötungsmethoden.
  • Erforschung der Bedeutung von Religion, Aberglauben und Medienpräsenz.
  • Vergleich der sexuellen Subtexte und psychologischen Dimensionen der Taten.
  • Diskussion der Entmythisierung durch die historische Realität des Falls Haarmann.

Auszug aus dem Buch

2.1. Figurenstudie Dracula – der aristokratische Blutsauger

Als Gast in einem fremden Land, dessen Kultur und Bewohner man nicht versteht und einschätzen kann, fühlt man sich unbehaglich und wünscht sich einen Fremdenführer, der einem sowohl in der Kunde des anderen Landes überlegen, als auch im Wissen um die eigene Sprache und Kultur ebenbürtig ist. Für Jonathan Harker repräsentiert Graf Dracula diese gastfreundliche polyglotte Bezugsperson, in einem Transsilvanien, das sich nicht nur bezüglich seiner Natur von dem England, in dem Harker lebt, unterscheidet, sondern auch in dem Aberglauben der Bevölkerung. Mit einer selten erlebten Höflichkeit und in perfektem Englisch heißt Dracula Harker Willkommen und spielt ihm gleich zu Beginn Wohlgesinntheit vor. „Das Licht, die Wärme und des Grafen herzlicher Willkommensgruß hatten alle meine Zweifel und Befürchtungen zerstreut.“ Das Auftreten Draculas täuscht Harker zunächst über den ersten Eindruck von Trostlosigkeit und Verfall hinweg, den die wilde Landschaft und das menschenleere Schloss auf ihn gemacht hatten. Später im Roman wird Harker dann deutlich, dass die Einsamkeit und Ungebundenheit des Schlosses die ideale Brutstätte für das Schmieden und Reifen von Draculas teuflischen Plänen ist.

Doch Verlassenheit meint nicht nur, dass diese Stätten von Menschen verlassen wären, sondern auch: verlassen von Liebe, von Glauben, von Hoffnung, von Jugend, von Freiheit, von Vielfalt, von guten Geistern. An deren Stelle findet sich hier ein ‚Reichtum’ an Abhängigkeit, Gleichgültigkeit und schlechten Träumen, denn ein solches Vakuum zieht beinahe magisch andere Kräfte an.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die beiden zentralen Figuren vor und skizziert die Fragestellung, inwieweit Haarmann den Vampirmythos durch seine reale Existenz entmystifiziert.

2. Der Vampir als Advokat vs. Die Schlichtheit des Anthropophagen: Dieses Kapitel vergleicht den aristokratischen Vampir Dracula mit dem als „Vampir von Hannover“ titulierten Menschenmörder Haarmann.

3. Die Wahl und die Bemächtigung der Opfer: Es wird analysiert, wie beide „Jäger“ ihre Opfer nach bestimmten Kriterien auswählen und in ihre Macht bringen.

4. „Jeder tötet, was er liebt.“ – Der Todeskuss im Zeichen der Leidenschaft: Die Untersuchung konzentriert sich auf die sexuelle Symbolik und den Todeskuss als Verbindung von Aggression und Verlangen.

5. Der viktorianische Dämon vs. der Teufel der goldenen 20er Jahre: Gegenüberstellung des Aberglaubens im 19. Jahrhundert mit der gesellschaftlichen Situation im Nachkriegsdeutschland der 1920er Jahre.

6. Die Formale Umsetzung von Dracula und den Haarmann-Protokollen: Analyse der unterschiedlichen erzählerischen Struktur: literarische Fiktion in Briefform versus dokumentarische Protokolle.

7. Rezeption: Betrachtung der Wirkung auf den Leser bzw. Zuschauer, unterteilt in die Faszination für das Unheimliche bei Dracula und das Unbehagen beim Fall Haarmann.

II. Mythos Dracula vs. die Entmythisierung durch den „Vampir von Hannover“ – Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung, die den Mythos vom Vampir als kulturelles Konstrukt gegen die nüchterne Realität eines modernen Massenmörders stellt.

Schlüsselwörter

Dracula, Fritz Haarmann, Vampir, Vampirmythos, Entmythisierung, Vampir von Hannover, Kannibalismus, Literaturwissenschaft, Sexualität, Horror, viktorianisches Zeitalter, Nachkriegsdeutschland, Medienwirkung, Psychopathologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Parallelen und Unterschiede zwischen der fiktiven literarischen Figur Dracula und dem historischen Serienmörder Fritz Haarmann.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit thematisiert Vampirismus, Mythenbildung, gesellschaftliche Bedingungen, Sexualität und die Rolle der Medien bei der Konstruktion von „Monstern“.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu analysieren, ob durch die historische Person Haarmann eine Entmythisierung des Vampirmotivs stattfindet.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche vergleichende Analyse, die sowohl den Roman von Bram Stoker als auch historische Protokolle und psychiatrische Gutachten einbezieht.

Was steht im Hauptteil der Untersuchung im Fokus?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit Charakteranalysen, Tötungstechniken, den soziokulturellen Kontexten der Entstehung beider „Vampir“-Bilder sowie deren medialer Rezeption.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Vampirismus, Mythos, Entmythisierung, Anthropophagie, psychologische Projektion und Medialisierung beschreiben.

Inwiefern unterscheidet sich die Tötungssituation bei Dracula und Haarmann?

Während Dracula den Biss als Akt der Transformation und des sexuellen Austausches zelebriert, tötete Haarmann im Rausch eines sexuellen Aktes, wobei die Tötung für ihn ein ambivalentes Ergebnis der „Puppenjungs“-Begegnungen darstellte.

Welche Rolle spielt die Religion in der Arbeit?

Die Arbeit beleuchtet, wie christliche Symbole und Glaubensrituale im Kampf gegen das „Böse“ in Dracula instrumentalisiert werden, während bei Haarmann eine naive, kindliche Vorstellung von Erlösung im Himmel entgegensteht.

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Details

Title
Der mythische und der moderne Dracula - Vampirismus bei Bram Stoker's "Dracula" und in dem Fall Fritz Haarmann, dem "Vampir von Hannover", im Vergleich
College
University of Paderborn
Course
Ästhetik und Psychologie des Unheimlichen
Grade
1,7
Author
Kristina Hötte (Author)
Publication Year
2008
Pages
37
Catalog Number
V127974
ISBN (eBook)
9783640345311
ISBN (Book)
9783640345151
Language
German
Tags
Dracula Vampir Mythos Stoker Horror Sexualität Kannibalismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kristina Hötte (Author), 2008, Der mythische und der moderne Dracula - Vampirismus bei Bram Stoker's "Dracula" und in dem Fall Fritz Haarmann, dem "Vampir von Hannover", im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127974
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