Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Business economics - Accounting and Taxes

Die körperschaft- und gewerbesteuerliche Organschaft

Die Ertragsbesteuerung der Gesellschaften

Title: Die körperschaft- und gewerbesteuerliche Organschaft

Seminar Paper , 2009 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Andreas Lang (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Bei Kapitalgesellschaften im deutschen Steuerrecht erfolgt die Besteuerung grundsätzlich nach dem Trennungsprinzip (Einzelbesteuerung), auch wenn die Unternehmen unter einheitlicher Leitung geführt werden und somit wirtschaftlich unselbständig sind. Das Aktiengesetz kennt hingegen für solche verbundenen Unternehmen den Begriff des „Konzerns“ (§18 AktG). Vor dem Hintergrund, dass diese wirtschaftliche Verbundenheit im Steuerrecht nicht beachtet wird, wurden die Regelungen zur Organschaft in den §§14 - 19 KStG eingeführt, mit dem Ziel, eine Besteuerung wie bei einem einheitlichen Unternehmen zu erreichen. Die Unternehmen bleiben hierbei weiterhin rechtlich selbständig und auch weiterhin selbst körperschaftsteuerpflichtig, jedoch wird das Einkommen der Organgesellschaft (beherrschtes Unternehmen) dem Organträger (beherrschendes Unternehmen) zugerechnet und von diesem versteuert (Zurechnungstheorie). Die Organgesellschaft hat somit ein eigenes Einkommen von null.
Im Rahmen der Gewerbesteuer kommt die so genannte Betriebstättenfiktion
nach §2 II Nr.2 GewStG zum Tragen, wonach die Organgesellschaft als Betriebstätte des Organträgers gilt, wenn die Voraussetzungen der körperschaftsteurlichen Organschaft nach den §§14 - 19 KStG gegeben sind. Das bedeutet, dass bei Vorliegen einer körperschaftsteuerlichen auch zwingend eine gewerbesteuerliche Organschaft gegeben ist.

Im deutschen Steuerrecht allgemein kommt der Organschaft sehr unterschiedliche Bedeutung zu. Das Umsatzsteuerrecht zieht aus dem Vorliegen einer Organschaft noch strengere Konsequenzen als das Körperschaft- und das Gewerbesteuerrecht. In den übrigen Teilen des Steuerrechts, bspw. im Erbschaft- oder Grundsteuerrecht, ist eine Organschaft gänzlich unbekannt.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit den allgemeinen Voraussetzungen zur Begründung einer ertragsteuerlichen Organschaft, der periodischen Besteuerung und ausführlich mit den Besonderheiten, die bei einer körperschaft- oder gewerbesteuerlichen Organschaft auftreten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Voraussetzungen für die Begründung einer ertragsteuerlichen Organschaft

2.1. Voraussetzungen der Organgesellschaft

2.2. Voraussetzungen des Organträgers

2.3. Finanzielle Eingliederung der Organgesellschaft in den Organträger

2.4. Gewinnabführungsvertrag zwischen den beteiligten Unternehmen

3. Steuerliche Wirkungen der Organschaft

3.1. Einkommensermittlung der Organgesellschaft

3.2. Einkommensermittlung des Organträgers

3.3. Besonderheiten bei der körperschaftsteuerlichen Organschaft

3.3.1. Ausnahmen von den allgemeinen Einkunftsermittlungsmethoden

3.3.2. Die Zinsschranke im Organkreis

3.3.3. Verdeckte Gewinnausschüttung

3.3.4. Steuerabzug und besondere Tarifvorschriften (§19 KStG)

3.3.5. Organschaftliche und vororganschaftliche Mehr- bzw. Minderabführungen

3.3.6. Thesaurierungsbegünstigung gem. § 34a EStG

3.4. Besonderheiten bei der gewerbesteuerlichen Organschaft

4. Bewertung der ertragsteuerlichen Organschaft

5. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die allgemeinen Voraussetzungen sowie die steuerlichen Konsequenzen einer ertragsteuerlichen Organschaft im deutschen Steuerrecht. Ziel ist es, die Zurechnungstheorie und die betriebsstättenähnliche Fiktion bei der Gewinnermittlung zu untersuchen und die Besonderheiten bei der körperschaft- und gewerbesteuerlichen Behandlung kritisch zu beleuchten.

  • Allgemeine Voraussetzungen zur Begründung einer Organschaft
  • Einkommensermittlung bei Organgesellschaft und Organträger
  • Spezielle Regelungen wie Zinsschranke und Thesaurierungsbegünstigung im Organkreis
  • Behandlung von verdeckten Gewinnausschüttungen und Ausgleichsposten
  • Bewertung der steuerlichen Vor- und Nachteile sowie Ausblick auf die Konzernbesteuerung

Auszug aus dem Buch

3.3.2. Die Zinsschranke im Organkreis

Laut Gesetzgeber sollte die Einführung der Zinsschranke (§4h EStG) grundsätzlich keine Auswirkungen auf die Organschaft haben. Dennoch regelt §15 S.1 Nr.3 KStG, dass die Zinsschranke bei der Organgesellschaft nicht anzuwenden sei, sondern Organträger und Organgesellschaft als ein Betrieb gelten (sog. Betriebsfiktion). Die Zinsaufwendungen und Zinserträge werden organschaftsweit dem Zinssaldo des Organträgers hinzugerechnet (Fortentwicklung des Gedankens der Bruttomethode).

Besonderheiten ergeben sich bei Anwendung der Zinsschranke im Organschaftsfall zum einen daraus, dass die Freigrenze von 1 Mio. € (§4h II S.1 Buchst. a EStG) nur einmal - nämlich auf Ebene des Organträgers - gewährt wird. Die zweite Besonderheit besteht darin, dass die Organschaft als solche grundsätzlich den Regelungen der Zinsschranke dadurch entgehen kann, dass sie als ein Betrieb und nicht als Konzern gilt (sog. „Konzern-Klausel“ §4h II S.1 Buchst. b EStG). Hierzu ist jedoch anzumerken, dass die Überprüfung der Konzernzugehörigkeit jeweils auf Ebene des Organträgers und der Organgesellschaften sowie auf Ebene der Gesellschafter des Organträgers stattzufinden hat. Sind diese nicht konzernzugehörig, so kommt die Zinsschranke nicht zur Anwendung.

Greift die „Konzern-Klausel“ nicht, bleibt noch die Möglichkeit durch die „Escape-Klausel“ (§4h II S.1 Buchst. c EStG) der Zinsabzugsbeschränkung zu entgehen. Hier ergibt sich im Organschaftsfall der Vorteil, dass die Beteiligungsbuchwertkürzung bei der Eigenkapitalermittlung leerläuft, da diese im Teilkonzernabschluss nicht mehr enthalten sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Trennungsprinzips im Steuerrecht und Einführung in die Ziele sowie die Zurechnungstheorie der Organschaft.

2. Voraussetzungen für die Begründung einer ertragsteuerlichen Organschaft: Erläuterung der Kriterien für Organgesellschaft und Organträger sowie der Anforderungen an die finanzielle Eingliederung und den Gewinnabführungsvertrag.

3. Steuerliche Wirkungen der Organschaft: Detaillierte Analyse der Einkommensermittlung beider Parteien sowie spezieller steuerlicher Besonderheiten wie Zinsschranke und Ausgleichsposten.

4. Bewertung der ertragsteuerlichen Organschaft: Diskussion der Vor- und Nachteile, insbesondere hinsichtlich der Verlustverrechnung und Doppelbesteuerungsvermeidung.

5. Ausblick: Kritische Würdigung der bestehenden Regelungen vor dem Hintergrund aktueller Forderungen nach einer umfassenden Konzernbesteuerung und der EuGH-Rechtsprechung.

Schlüsselwörter

Organschaft, Organgesellschaft, Organträger, Gewinnabführungsvertrag, Zurechnungstheorie, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Zinsschranke, Thesaurierungsbegünstigung, Betriebsfiktion, Verlustverrechnung, verdeckte Gewinnausschüttung, Ausgleichsposten, Steuerplanung, Konzernbesteuerung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die steuerlichen Aspekte und Wirkungen der Organschaft im deutschen Körperschaft- und Gewerbesteuerrecht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Voraussetzungen für die Begründung einer Organschaft, die Zurechnung von Einkommen, die Handhabung der Zinsschranke sowie die Behandlung von Ausgleichsposten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Erläuterung, wie die Organschaft eine Besteuerung wie bei einem einheitlichen Unternehmen erreicht, obwohl die Beteiligten rechtlich selbstständig bleiben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine systematische juristisch-steuerwissenschaftliche Analyse auf Basis der geltenden Gesetze, Verwaltungsanweisungen und der einschlägigen Rechtsprechung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Einkommensermittlung, Besonderheiten bei der Besteuerung, die Zinsschranke, Thesaurierungsfragen sowie die gewerbesteuerliche Organschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Organschaft, Zurechnungstheorie, Gewinnabführungsvertrag und Konzernsteuerrecht definieren.

Was bedeutet die Betriebsfiktion im Kontext der Gewerbesteuer?

Die Organgesellschaft wird im Rahmen der Gewerbesteuer als Betriebsstätte des Organträgers behandelt, was zu einer einheitlichen steuerlichen Erfassung führt.

Warum ist die Unterscheidung zwischen einer Kapitalgesellschaft und einer Personengesellschaft als Organträger wichtig?

Die Rechtsform des Organträgers beeinflusst maßgeblich die Anwendbarkeit von Tarifermäßigungen und die steuerliche Behandlung von Teilwertabschreibungen.

Welche Rolle spielt der Fünf-Jahreszeitraum bei Gewinnabführungsverträgen?

Ein Gewinnabführungsvertrag muss auf mindestens fünf Jahre abgeschlossen und tatsächlich durchgeführt werden, um die steuerliche Anerkennung der Organschaft zu gewährleisten.

Excerpt out of 28 pages  - scroll top

Details

Title
Die körperschaft- und gewerbesteuerliche Organschaft
Subtitle
Die Ertragsbesteuerung der Gesellschaften
College
University of Hohenheim  (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Prüfungswesen)
Course
Seminar für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre - Die Ertragsbesteuerung der Gesellschaften
Grade
1,3
Author
Andreas Lang (Author)
Publication Year
2009
Pages
28
Catalog Number
V127992
ISBN (eBook)
9783640344338
ISBN (Book)
9783640344185
Language
German
Tags
Organschaft Organkreis Organgesellschaft Organträger Zinsschranke Konzernbesteuerung Mehrabführungen Minderabführungen gewerbesteuerliche Organschaft körperschaftsteuerliche Organschaft ertragsteuerliche Organschaft Marks & Spencer Bruttomethode Betriebsstättenfiktion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Lang (Author), 2009, Die körperschaft- und gewerbesteuerliche Organschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127992
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  28  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint