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Die Araber in Ostafrika im 19. Jahrhundert. Herrschaft oder nur wirtschaftliche Interessen?

Title: Die Araber in Ostafrika im 19. Jahrhundert. Herrschaft oder nur wirtschaftliche Interessen?

Seminar Paper , 2002 , 18 Pages , Grade: 1.7

Autor:in: Stefan Zahnweh (Author)

History - Africa
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[...] Viele unterschiedliche Ansichten werden hierzu
von der Forschung vertreten. Oft genug erscheint Autoren die viele hundert Jahre
andauernde Zeit der arabischen Vorherrschaft über Ostafrika nur einige Seiten wert
zu sein. Dabei wird häufig übersehen, welch großen Einfluss die Araber auf die
Bevölkerung Ostafrikas hatten. Zwar nicht unbedingt in direkter Art und Weise, wie
ihn die späteren Kolonialherren hatten, doch teilweise in viel größerem Umfang als
vermutet – durch den Sklavenhandel, der letztlich zu einer Entvölkerung Ostafrikas in
schrecklichem Ausmaß führte, und bis weit ins 20. Jahrhundert hinein Auswirkungen
auf die Bevölkerungsstruktur Ostafrikas hatte. Zum Forschungsstand lässt sich sagen, dass zwar eine Reihe von Werken über die
Kolonialherrschaft in Ostafrika verfasst wurden, diese aber größtenteils älteren
Datums sind, und somit oft noch vor der Unabhängigkeit Tansanias, und der sich
damit veränderten Betrachtungsweise auf den Kolonialismus, geschrieben wurden.
Dadurch fehlen in vielen Werken kritische Töne zu den (britischen) Kolonialherren.
Desweiteren beschränkt sich die Forschung allzu oft auf die europäischen Herrscher,
und lässt die arabische Herrschaft außen vor. Diese Lücke wurde allerdings von
afrikanischen und anderen Autoren in den letzten Jahrzehnten verkleinert, wenn
auch noch viele Themen unerforscht bleiben. Die vorliegende Arbeit gliedert sich in zwei Teile. Der erste Teil beginnt mit einer
kurzen Darstellung der arabischen Geschichte in Ostafrika, und untersucht dann die
Auswirkungen des arabischen Wirtschaftstreibens auf die Bevölkerung. Im zweiten
Teil wird versucht, zu beantworten, was Herrschaft eigentlich bedeutet. Hierbei wird
bewußt Abstand genommen von den theoretischen Herrschaftsgebilden, welche
britische und französische Kolonialherrschaft unterscheiden.
Im Schlußteil wird schließlich versucht, die Frage zu beantworten, inwieweit die
arabischen Händler einen Einfluss auf die indigene Bevölkerung Ostafrikas hatten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung: Arabische Kolonialherrschaft?

1. Die Araber in Ostafrika

1.1 Geschichte bis ins 19. Jahrhundert

1.2 Der Aufstieg Seyyid Saids

1.3 Karawanenhandel

1.3.1 Ausweitung des Inlandhandels

1.3.2 Auswirkungen des Inlandhandels

1.3.3 Tippu Tip

2. Was ist Herrschaft?

2.1 Kolonialismus

2.2 informelle Herrschaft

Schlußbetrachtung: großer wirtschaftlicher Einfluss – aber kein Kolonialystem

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Natur der arabischen Präsenz in Ostafrika während des 19. Jahrhunderts und geht der zentralen Forschungsfrage nach, ob es sich hierbei um eine tatsächliche Herrschaft oder lediglich um wirtschaftlich motivierte Handelsinteressen handelte.

  • Analyse der historischen Rolle arabischer und Swahili-Händler in Ostafrika.
  • Untersuchung der wirtschaftlichen Dynamiken, insbesondere des Karawanenhandels und Sklavenhandels.
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff der "Kolonialherrschaft" im Kontext des 19. Jahrhunderts.
  • Bewertung des Einflusses arabischer Akteure auf die indigene Bevölkerungsstruktur.
  • Abgrenzung zwischen informeller ökonomischer Hegemonie und formellen kolonialen Herrschaftssystemen.

Auszug aus dem Buch

1.3.3 Tippu Tip

Vor diesem Hintergrund veränderten sich auch die arabischen Händler. Durch die enorme Größe der Karawanen konnten sie viel mehr Macht ausüben als früher. „The control, in fact, exercised by the Arab traders, though nearly always indirect, intermittent, and irregular or (so to speak) peripatetic, was none the less a real control.“ Die Araber waren in den Siedlungen und entlang den Karawanenrouten die Herren des Landes.

Der wohl erfolgreichste von ihnen war Tippu Tip. Geboren um das Jahr 1837 herum, als Sohn einer Händlerfamilie, drang er bereits auf seiner ersten Inlandsreise von ca. 1855-1860 weit in den Westen vor. Er vertrat den neuen Händlertypus, der seine Handelsprivilegien mehr und mehr durch Waffengewalt erzwang, und sich nicht scheute ihm unangenehme Häuptlinge zu bekämpfen. 1867 zog er mit einer 700 Mann starken Karawane durch das Land um die großen Seen. Er bekämpfte mehrere mächtige Häuptlinge und erhielt von ihnen Tribut. „Moreover, he established a more permanent political as well as commercial base in the country with a significant role in the political affairs in the region.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Arabische Kolonialherrschaft?: Diese Einleitung führt in die zentrale These ein, ob die arabische Präsenz in Ostafrika eine bloße Händleraktivität oder ein systematisches Herrschaftsgebilde war.

1. Die Araber in Ostafrika: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über die historische Entwicklung der Handelsbeziehungen und die Etablierung arabischer Siedlungen ab dem 7. Jahrhundert.

1.1 Geschichte bis ins 19. Jahrhundert: Hier werden die frühen Handelskontakte und die Entstehung der Swahili-Kultur als arabisch-afrikanische Mischkultur beschrieben.

1.2 Der Aufstieg Seyyid Saids: Kapitel 1.2 beleuchtet die strategische Verlagerung des Herrschaftssitzes nach Sansibar und die Etablierung als Handelszentrum unter Seyyid Said.

1.3 Karawanenhandel: Dieses Kapitel analysiert die Logistik und die Ausdehnung des Handelsnetzes tief in das afrikanische Hinterland.

1.3.1 Ausweitung des Inlandhandels: Hier wird der Anstieg des Handels mit Sklaven und Elfenbein sowie die Rolle der Völker wie der Nyamwezi thematisiert.

1.3.2 Auswirkungen des Inlandhandels: Dieser Abschnitt untersucht die sozioökonomischen Folgen, insbesondere die Brutalisierung durch Waffenhandel und die demografischen Auswirkungen des Sklavenhandels.

1.3.3 Tippu Tip: Das Unterkapitel 1.3.3 porträtiert den Aufstieg von Tippu Tip als einflussreichen Händler, der politische Macht mit kommerziellen Aktivitäten verknüpfte.

2. Was ist Herrschaft?: Kapitel 2 diskutiert theoretische Ansätze zur Definition von Kolonialismus und Herrschaftsstrukturen im historischen Kontext.

2.1 Kolonialismus: Hier werden Definitionen von Kolonialismus, u.a. nach Osterhammel, auf die arabische Expansion in Ostafrika angewendet.

2.2 informelle Herrschaft: Dieses Kapitel setzt sich mit der Theorie des "informellen Imperialismus" auseinander und überträgt diese auf die arabische Handelshegemonie.

Schlußbetrachtung: großer wirtschaftlicher Einfluss – aber kein Kolonialystem: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass die arabische Präsenz zwar enormen wirtschaftlichen Einfluss ausübte, jedoch mangels formaler Verwaltungsstrukturen kein klassisches Kolonialsystem darstellte.

Schlüsselwörter

Ostafrika, Araber, Sansibar, Seyyid Said, Karawanenhandel, Sklavenhandel, Swahili, Tippu Tip, Kolonialismus, informelle Herrschaft, Elfenbeinhandel, Handelsimperium, Imperialismustheorien, Nyamwezi, Wirtschaftseinfluss

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Natur der arabischen Präsenz in Ostafrika im 19. Jahrhundert und analysiert, ob es sich dabei um eine organisierte Kolonialherrschaft oder um ein rein ökonomisch getriebenes Handelsnetzwerk handelte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Geschichte des Karawanenhandels, die Rolle von einflussreichen Händlern wie Tippu Tip, die Auswirkungen des Sklavenhandels auf die Bevölkerung und die theoretische Einordnung der arabischen Macht unter den Begriffen Kolonialismus und informeller Imperialismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, den Charakter der arabischen Herrschaft kritisch zu hinterfragen und zu belegen, dass diese primär auf wirtschaftlichen Interessen basierte und sich grundlegend von der später etablierten europäischen Kolonialherrschaft unterschied.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellenanalyse und greift auf etablierte Theorien zur Kolonialgeschichte zurück, um das arabische Einflussmodell historisch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Darstellung der arabischen Expansion, eine Analyse des Karawanenhandels und der damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen sowie eine theoretische Reflexion über die Begriffe Herrschaft und Kolonialismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Ostafrika, Sansibar, Sklavenhandel, informelle Herrschaft und Handelsimperium geprägt.

Welche Rolle spielte Tippu Tip für das arabische Handelsimperium?

Tippu Tip fungierte als Schlüsselfigur, die den Übergang zu einem Händlertypus markierte, der seine Handelsinteressen durch den Aufbau privater, militärisch gestützter Organisationsstrukturen im Hinterland absicherte.

Warum wird die arabische Präsenz in Ostafrika nicht als klassischer Kolonialismus eingestuft?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass den arabischen Akteuren ein systematischer Verwaltungsapparat, eine staatliche Besteuerung und der missionarische Zivilisierungsanspruch fehlten, die für die Definition eines formellen Kolonialsystems notwendig wären.

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Details

Title
Die Araber in Ostafrika im 19. Jahrhundert. Herrschaft oder nur wirtschaftliche Interessen?
College
University of Freiburg  (Historisches Seminar)
Course
Proseminar: Ostafrika unter deutscher und britischer Herrschaft.
Grade
1.7
Author
Stefan Zahnweh (Author)
Publication Year
2002
Pages
18
Catalog Number
V12800
ISBN (eBook)
9783638186032
Language
German
Tags
Ostafrika Araber Kolonialismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Zahnweh (Author), 2002, Die Araber in Ostafrika im 19. Jahrhundert. Herrschaft oder nur wirtschaftliche Interessen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12800
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