Stereotype Bilder von Frauen und Männern

Erwerb von Stereotypen


Seminararbeit, 2008
20 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist überhaupt ein Geschlechterstereotyp?

3 Ursprünge der Geschlechterstereotype

4 Inhalte der Geschlechterstereotype

5 Geschlechterrollen

6 Erwerb von Stereotypen
6.1 Märchen
6.2 Lehrwerke
6.3 Zeitschriften
6.4 Fernsehserien
6.5 Zeichentrickserien
6.6 Werbung
6.7 Lieder

7 Zusammenfassung

8 Abstract

9 Literaturliste

1 Einleitung

„Sei ein Mann!“ oder „Männer weinen nicht!“ hören die kleinen Buben schon im Kindergarten. „Mädchen klettern nicht auf die Bäume“ kennt fast jedes Mädchen. Die Mädchen spielen mit den Puppen, die Jungs mit den Autos. Ich habe immer in dem Sandbecken Pizza gemacht, mein Bruder ‚lieferte‘ sie mit seinem Fahrrad. Ich spielte immer Lehrerin und kümmerte mich um meine Puppen, mein Bruder war dagegen ein Soldat, der meine Puppen töten wollte. Woher wusste ich, dass es meine Aufgabe ist, die Puppen zu verteidigen? Wo kommt es her, dass der Papa ein Bier trinken kann und die Mama dagegen nicht? Wie soll die Mama sein und wie der Papa?

Stereotypisierten Bildern von Frauen und Männern begegnen wir jeden Tag. Was sind es aber Stereotype? Wie sind sie jetzt und wie waren sie vor Jahren? Ständig hören wir von der Gleichberechtigung der beiden Geschlechter und dass wir nicht stereotypisieren sollen. Die Frage ist aber: ist das möglich? Hat sich das Bild einer typischen Frau und eines typischen Mannes verändert? Was übte einen Einfluss darauf? Das Ziel dieser Arbeit ist es zu beantworten, was sind Stereotype, wie sollen die Frauen und die Männer sein, wie sollen sie sich benehmen, damit sie als Frauen oder Männer in der Gesellschaft akzeptiert werden? Reicht das biologische weibliche/ männliche Geschlecht (sex) aus, um als Frau/ Mann gesehen zu werden?

2 Was ist überhaupt ein Geschlechterstereotyp?

Bevor man zum Hauptpunkt dieser Arbeit übergeht, muss man sich dessen bewusst werden, was ist eigentlich ein „Geschlechterstereotyp“?

Zunächst muss man fragen, was überhaupt ein Stereotyp ist? Karsta Frank interpretiert dieses Wort, indem sie sich auf die Worte von Drever/ Fröhlich bezieht, folgendermaßen:

„im allgemeinen relativ überdauernde, starre Sichtweisen bzw. Überzeugungen in bezug auf Klassen von Individuen […]. Sie entstammen nicht der aktuellen Bewertung, sondern sind von vorn herein festgelegt.“[1]

Ein sehr wichtiger Aspekt ist, dass es sich nicht um eine aktuelle Bewertung handelt, das heißt Stereotypen sind nicht immer gegenwartsbezogen und sie spiegeln die Wirklichkeit nicht immer wider. Es ist dabei zu betonen, dass die Art und Weise, wie die anderen betrachtet werden, schwer zu verändern und tief verankert ist.

Bemerkenswert ist es, dass die Begriffe „Stereotyp“ und „Vorurteil“ nicht synonym behandelt werden dürfen. Das Wort „Vorurteil“ enthält in sich meist etwas Negatives und das Stereotyp muss nicht unbedingt diskriminierend sein. „Diskriminierendes Verhalten, das auf geschlechterstereotype Vorurteile zurückzuführen ist, wird als Sexismus bezeichnet“.[2]

Thomas Eckes definiert den Begriff „Geschlechterstereotype“ als

„kognitive Strukturen, die sozial geteiltes Wissen über die charakteristischen Merkmale von Frauen bzw. Männern enthalten.“[3]

Der komplizierte Ausdruck „kognitive Strukturen“ bezieht sich einfach auf die Präsentation von Frauen und Männern, die vom Gedächtnis abgerufen wird. „Das sozial geteilte Wissen“ sind Informationen, die ein Individuum sammelt, speichert und die ihm zur Verfügung stehen. Diese dagegen enthalten Hinweise auf „Persönlichkeitseigenschaften […], Merkmale der äußeren Erscheinung, Verhaltensweisen, Interessen, Hobbies, Einstellungen, Werte usw.“[4]

Das heißt, unser Gehirn speichert die gesammelten Informationen über das Verhalten, Aussehen usw. der Frauen und Männer und ordnet sie dem jeweiligen Geschlecht zu.

Eine Frau ist Frau nicht nur deswegen, weil sie Brüste hat. Einen Penis zu haben, ist auch dazu nicht erforderlich, ein Mann zu sein. Man muss zu einer sozialen Mitgliedschaft gehören und entsprechend handeln, um sich als Mann bzw. als Frau fühlen zu können. Das führt dann dazu, dass man bestimmte Erwartungen den Frauen und den Männern gegenüber hat, dass jedes Geschlecht eine andere Rolle zu spielen hat und eben diese werden dann als Stereotype dargestellt. Ein typisches Beispiel dazu ist, dass der Mann als Ernährer zur Arbeit geht, um das Geld zu verdienen, und die Frau zu Hause bleibt, sich um die Kinder und den Haushalt kümmert. Jeder Junge hat im Kopf „Jungen weinen nicht“ und jedes Mädchen weiß, dass es sich graziöser bewegen soll.[5]

Wo die Ursprünge der Stereotype sind, wird im nächsten Kapitel besprochen.

3 Ursprünge der Geschlechterstereotype

Die Existenz von den Geschlechterstereotypen ist vor allem darauf zurückzuführen, dass wir doch in der Welt leben, wo „in allen bekannten Nationen und Kulturen die Männer die dominante Gruppe sind“[6]. Nicht nur im öffentlichen Leben sondern auch oft im privaten. Leider existiert zur Zeit „eine Machtgleichgewicht der Geschlechter“ noch nicht. Was das private Leben betrifft, spricht man oft von der Partnerschaft, aber nie von der Unterordnung des Mannes der Frau.

Einfluss auf die Entstehung der Stereotype hat auch die geschlechtstypische Arbeitsteilung. Seit hunderten von Jahren, zur Zeit unserer Vorfahren war es so, dass der Mann auf die Jagd gegangen ist, und die Frau blieb zu Hause und kümmerte sich um es. Auch in der heutigen industriellen Gesellschaft ist es immer noch so, dass die Frauen vor allem eine dienende und pflegende Rolle zu spielen haben.

Aus der Tatsache, dass die Frau sich um die Kinder kümmert, resultiert, dass sie bestimmte Eigenschaften aufweist: Hilfsbereitschaft oder Empathiefähigkeit. Die Männer als Ernährer sind dagegen stark und verfügen über Durchsetzungsvermögen. So gesehen, bewegen wir uns in einem Teufelskreis, denn einerseits kommen die Stereotype aus der alltäglichen Rollenverteilung, andererseits, da den Frauen und Männern bestimmte Rollen zugeschrieben werden, werden die Stereotype durch diese Rollen gestützt.[7]

Was für die Männer und was für die Frauen typisch ist, welche Eigenschaften ihnen zugeschrieben werden, wird im nächsten Kapitel besprochen. Und im Weiteren wird genauer auf die Geschlechterrollen eingegangen, denn diese beiden stehen auch in einem engen Zusammenhang.

4 Inhalte der Geschlechterstereotype

Es wurde schon im vierten Kapitel erwähnt, dass die Geschlechterstereotype sich auf das von der Gesellschaft erwünschte Verhalten der Frauen und der Männer beziehen. Diese Rollen stellen allgemeine Vorstellungen dar, wie eine ideale Frau und ein idealer Mann sein sollen und sind nicht selten vorurteilsbeladen.[8]

Es wurden mehrere Untersuchungen durchgeführt, um die Merkmale zu identifizieren, die den Frauen und/ oder den Männern zugeschrieben werden.

In dieser Arbeit werden drei ausgewertet. Die erste wurde von Broverman u.a. 1972 unter 100 Studentinnen und Studenten durchgeführt. Die zweite Studie bezieht sich auf 25 Ländern, in denen die Menschen ca. 1990 nach den typisch männlichen und weiblichen Eigenschaften gefragt wurden und die dritte Umfrage wurde 2008 von der Verfasserin dieser Arbeit unter 40 Studentinnen und Studenten durchgeführt. Es wurden Umfragen aus verschiedenen Jahren genommen, um Entwicklungen beobachten zu können.

Bevor man die Studien zu beurteilen beginnt, muss man sich dessen bewusst werden, dass die Ergebnisse natürlich nicht für alle Menschen der Welt ausschlaggebend sein können. Die dargestellten Analysen wurden wahrscheinlich unter weißen, heterosexuellen, der Mittelklassen angehörenden Menschen durchgeführt. Um es zu belegen, bezieht sich Thomas Eckes z. B. auf die unter Menschen unterschiedlicher Hautfarbe von Landrine durchgeführten Untersuchungen, deren Ergebnisse zeigten, dass Afroamerikanerinnen aktiver und feindseliger als weiße Frauen seien. Homosexuellen Männern würden den Studien von Kite und Deaux nach mehrere weibliche Eigenschaften zugeschrieben.[9]

Die erste Studie wurde auf über 1000 Personen durchgeführt, die sich voneinander in dem Geschlecht, Alter, Familienstand, Bildungsgrad und der Konfession unterschieden haben. Sie sollten mit Hilfe von einer 60- Punkte- Skala den Grad bestimmen, in wie weit eines der Merkmale für eine typische Frau bzw. einen typischen Mann charakteristisch ist.[10]

[...]


[1] Frank, Karsta 1992: 77

[2] Vgl. Hilgers, Andrea 1994: 43

[3] Eckes, Thomas 1997: 17

[4] Vgl. Ebd. 17

[5] Vgl. Alfermann, Dorothee 1996: 7-9

[6] Vgl. Alfermann, Dorothee 1996: 20

[7] Vgl. Alfermann, Dorothee 1996, 20-24

[8] Vgl. Orlowsky, Ursula 1997: 80

[9] Vgl. Eckes, Thomas 1997:60

[10] Vgl. Frank, Karsta 1992: 77f

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Stereotype Bilder von Frauen und Männern
Untertitel
Erwerb von Stereotypen
Hochschule
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
20
Katalognummer
V128012
ISBN (eBook)
9783640357598
ISBN (Buch)
9783640357406
Dateigröße
642 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stereotype, Bilder, Frauen, Männern, Erwerb, Stereotypen
Arbeit zitieren
Marlena Biadala (Autor), 2008, Stereotype Bilder von Frauen und Männern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128012

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