In der vorliegenden Arbeit wird das Bilderbuch "Blumkas Tagebuch" auf das Thema des Erinnerns hin analysiert. Dabei wird neben dem Schrifttext auch der Bildtext und das Zusammenspiel beider Ebenen betrachtet und herausgearbeitet, wie der Gegenstand des Erinnerns in dem Werk auf vielfältige Weise reflektiert wird und von der Rezipientin entdeckt werden kann.
In der Arbeit wird der Frage nachgegangen, auf welche Weise die Künstlerin Iwona Chmielewska das Thema des Erinnerns in ihrem Werk, umsetzt. In Bezug auf die gewählte Vorgehensweise bei der Analyse des Bilderbuches ist an dieser Stelle auf Staiger (2019) und Kurwinkel (2020) zu verweisen.
Nachdem zunächst auf den Gegenstand der Analyse in Betreff seiner Produktion, Distribution und Rezeption eingegangen wird, folgt die eigentliche Analyse, die sich en détail mit der Umsetzung des Themas Erinnern auf verschiedenen Ebenen der Bild-Text-Narration befasst: Auf die Betrachtung der Handlung folgt die Untersuchung der Erzählstruktur und des Aufbaus, der Figuren und des Raumes der Erzählung; dabei wird der analysierende Blick stets auch auf die oben genannte Fragestellung hin fokussiert. Es folgt die Analyse des Themas in Bezug auf sein Eingewobensein in die Motive und anderen Themen des Bilderbuches. Der sich anschließende Abschnitt nimmt dann den Paratext in den Blick, bevor sich ein Kapitel gänzlich der Bild-Text-Interdependenzen widmet. Ein Fazit, das die Erkenntnisse prägnant zusammenfasst, die die vorangehenden Punkte in Bezug auf die Fragestellung ergeben haben, schließt die Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DAS BILDERBUCH „BLUMKAS TAGEBUCH“
2.1. Gattung
2.2. Produktion
2.3. Distribution
2.4. Rezeption
3. DIE ANALYSE
3.1. Handlung
3.2. Struktur und Aufbau der Erzählung
3.3. Figuren
3.4. Raum
3.5. Sprache
3.6. Motive und Themen
3.6.1. Motive
3.6.2. Themen
3.7. Paratextuelle Dimension
3.7.1. Epitext
3.7.2. Peritext
3.8. Bild-Text-Verhältnis
4. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Bilderbuch „Blumkas Tagebuch“ von Iwona Chmielewska hinsichtlich der künstlerischen Umsetzung des thematischen Komplexes des Erinnerns. Dabei steht die Analyse der narrativen Strategien und der Interdependenz von Bild und Text im Fokus, um aufzuzeigen, wie historische Fakten mit literarischer Fiktion verschränkt werden.
- Narrative Struktur und Erzählebenen
- Visualisierung von Erinnerung durch Collage-Techniken
- Die Darstellung von Janusz Korczak und den Kindern
- Das Zusammenspiel von Bild- und Schrifttext
- Intertextuelle Bezüge und historische Kontextualisierung
Auszug aus dem Buch
3.2. Struktur und Aufbau der Erzählung
Die Erzählung setzt sich aus zwei Erzählebenen zusammen: Exposition und Schluss der Erzählung werden durch einen näher charakterisierten extradiegetischen Erzähler geleistet und bildet somit die Rahmenerzählung, die die Rezipientin Blumka vorstellt und zum Schluss, nach Abbruch der Tagebuchaufzeichnung, die Geschichte beendet. Das kann die Binnenerzählung, Blumkas Tagebuchaufschriebe, nicht leisten, ohne Authentizität einzubüßen.
Die Rahmenerzählung ist im Hier und Jetzt verortet und führt in den Entstehungsort ein, sie sorgt außerdem für Distanz zum folgenden Inhalt, da sie das Geschriebene in die Vergangenheit stellt. Zum Schluss des Buches liefert sie einen Verweis auf das Schicksal der Tagebuchschreiberin, sie holt dadurch die Leserin wieder zurück aus der Lektüre des Tagebuchs und kommentiert den Sinn des Tagebuchschreibens. Zwischen den beiden rahmenden Abschnitten fügt sich die metadiegetische Binnenerzählung ein: der Inhalt von Blumkas Tagebuch.
Die Vernetzung dieser beiden Erzählebenen wird durch den Bildtext verdeutlicht: Auf der Seite des einleitenden Erzählabschnitts ist am oberen Rand der untere Teil eines geschlossenen Heftes zu sehen. Es wird dann aufgeschlagen mit der nächsten Seite, die im Bilderbuch umgeblättert wird, und so wie sich die Rezipientin durch das Bilderbuch blättert, so blättert sie auch durch Blumkas Tagebuch. Auf den Seiten des abschließenden Erzählteils ist dann die letzte Seite und das Vorsatzpapier des Heftes zu sehen, bevor es auf der letzten Seite geschlossen von der Rückseite dargestellt ist. Die Rahmenerzählung vollzieht das Öffnen und Schließen des Tagebuches, die Binnenerzählung steuert den Inhalt des Tagebuches bei.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung legt den theoretischen Rahmen sowie die Zielsetzung der Analyse der narrativen Darstellung des Themas Erinnern fest.
2. DAS BILDERBUCH „BLUMKAS TAGEBUCH“: Dieses Kapitel verortet das Werk hinsichtlich Gattung, Produktionshintergrund, Distribution und Rezeption als Crossover-Bilderbuch.
3. DIE ANALYSE: Im Hauptteil werden Handlung, erzählerische Struktur, Figurengestaltung, Raum, Sprache, zentrale Motive und Themen sowie die paratextuellen Komponenten detailliert untersucht.
4. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die gelungene Verschränkung von Bild und Text zur Darstellung kollektiven und individuellen Erinnerns hervor.
Schlüsselwörter
Blumkas Tagebuch, Iwona Chmielewska, Erinnerung, Janusz Korczak, Kinder- und Jugendliteratur, Holocaust, narratologische Analyse, Bilderbuchanalyse, Bild-Text-Verhältnis, Zeitgeschichte, Collage-Technik, Shoah, pädagogisches Handeln.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit analysiert das Bilderbuch „Blumkas Tagebuch“ unter dem zentralen Aspekt der Erinnerungsdarstellung.
Welche Themenfelder werden primär behandelt?
Zentrale Themen sind die Erinnerungsarbeit an Janusz Korczak und seine Waisenkinder, die Shoah und die filmische bzw. narrative Gestaltung durch das Bild-Text-Verhältnis.
Was ist die Forschungsfrage der Analyse?
Die Arbeit untersucht, auf welche Weise die Künstlerin Iwona Chmielewska das Thema Erinnern in ihrem Werk umsetzt und wie dies durch die narrative Struktur des Bilderbuchs unterstützt wird.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Analyse stützt sich auf eine detaillierte Untersuchung der erzähltheoretischen Ebenen (Rahmen- und Binnenerzählung) sowie eine bildanalytische Betrachtung der Collage-Technik.
Was steht im Zentrum des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Handlung, Struktur, Figurenspektrum, Raumkonzepten, sprachlichen Merkmalen sowie der inhaltlichen Ausarbeitung von Motiven und Themen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am treffendsten?
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Blumkas Tagebuch, Erinnern, Shoah, Interdependenz von Bild und Text sowie Janusz Korczak.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen Rahmenerzählung und Binnenerzählung?
Die Rahmenerzählung im Jetzt dient dazu, den historischen Kontext und Distanz zum Erzählten zu schaffen, während die Binnenerzählung die subjektive, assoziative Perspektive von Blumka darstellt.
Welche Bedeutung kommt dem Motiv des Tagebuchs im Buch zu?
Das Tagebuch fungiert als „Buch im Buch“, das durch seine physische und metaphorische Präsenz in der Bildsprache die Erinnerung an die verstorbenen Kinder konserviert und reflektiert.
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- Anne Maurer (Author), 2022, Das Thema des Erinnerns im Bilderbuch "Blumkas Tagebuch", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1280136