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Professionalisierung durch Lehr-Lern-Labore. Strukturelle und konzeptionelle Merkmale

Titel: Professionalisierung durch Lehr-Lern-Labore. Strukturelle und konzeptionelle Merkmale

Examensarbeit , 2022 , 135 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christopher Schmidt (Autor:in)

Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit versucht zur Klärung des Professionalisierungspotentials durch Lehr-Lern-Labore beizutragen, indem zunächst empirisch bestimmte Merkmale dieses Formates vorgestellt werden und ihr möglicher Beitrag zur Professionalisierung erläutert wird. Anschließend werden die aussagekräftigsten Studien zur Professionalisierung durch Lehr-Lern-Labore dargestellt, um den Beitrag zur Professionalisierung Studierender durch dieses Format besser einschätzen zu können. Darauffolgend wird ein Überblick über die Entwicklung des Formates, vor allem in Bezug auf die Anpassungsprozesse durch die Corona-Pandemie, gegeben. Zunächst soll jedoch eine Begriffsbestimmung von Lehr-Lern-Laboren sowie eine Abgrenzung zu verwandten praxisorientierten Lehrformaten vorgenommen werden, da sich dadurch die Differenzen, die für die Professionalisierungsprozesse vorteilhaft sein können, abzeichnen lassen. Abschließend soll basierenden auf den präsentierten Ergebnissen eine Einschätzung dazu vorgenommen werden, inwieweit dieses Format in der Lage ist, dem Wunsch nach mehr und vor allem einer zur Professionalisierung beitragenden Praxis nachzukommen und welches Potential besteht, den negativen Erfahrungen des teilweise irritierenden Berufseintrittes entgegenzuwirken.

Ein Lehrformat, welches der Theorie-Praxis-Verknüpfung versucht nachzukommen, ist das Lehr-Lern-Labor. Dieses Format entwickelte sich als Antwort auf die Forderungen nach mehr Praxis bereits zum Beginn des Studiums, um die Ausbildung angehender Lehrkräfte zu verbessern und so einem, sich eventuell manifestierenden, Praxisschock entgegenzuwirken. Das Lehr-Lern-Labor gibt den Studierenden deshalb die Möglichkeit, ihr Lehrhandeln in realen, aber komplexitätsreduzierten Lehr-Lern-Settings zu erproben und dieses basierend auf der, in dem Format vorgenommenen, Reflexion zu adaptieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung: Lehr-Lern-Labore

2.1 Abgrenzung der Formate Lehr-Lern-Labor, Schülerlabor und Studienwerkstatt

3. Lehr-Lern-Labore: Vielfalt der Konzeptionen, Merkmale und ihr Beitrag zur Professionalisierung

3.1 Konzeptionsmodelle: Zyklischer Prozesse im Lehr-Lern-Labor

3.2 Strukturelle und konzeptionelle Merkmale von Lehr-Lern-Labor-Veranstaltungen und ihr Beitrag zur Professionalisierung

3.2.1 Tätigkeit der Studierenden in Lehr-Lern-Laboren

3.2.2 Lehrziele von Lehr-Lern-Laboren

3.2.3 Umfang, Dauer, Turnus und die Verortung von Lehr-Lern-Laboren im Curriculum

3.2.4 Lernorte

3.2.5 Studierendenanzahl und Schüler*inneneinbindung

3.2.6 Komplexitätsreduktion in Lehr-Lern-Laboren

3.2.7 Reflexion in Lehr-Lern-Laboren

3.2.8 Forschendes Lernen in Lehr-Lern-Laboren

3.2.9 Verknüpfung von Theorie und Praxis in Lehr-Lern-Laboren

3.2.10 Zwischenfazit zur Vielfalt der Konzeptionen, Merkmalen und ihr Beitrag zur Professionalisierung

4. Professionalisierung durch Lehr-Lern-Labore

4.1 Begriffsbestimmung: Profession und Professionalisierung

4.2 Beitrag der Lehr-Lern-Labore zur Professionalisierung Studierender

4.2.1 professionelle Unterrichtswahrnehmung

4.2.2 professionelle Handlungskompetenz

4.2.3 Diagnosekompetenz

4.2.4 Reflexionskompetenz

4.2.5 Fachdidaktisches Wissen und Fachwissen

4.2.6 Selbstwirksamkeitserwartung und professionelle Identität

4.2.7 Wahrnehmung der Lehr-Lern-Labore durch Studierende

4.2.8. Professionalisierung durch Lehr-Lern-Labore außerhalb der MINT-Fächer

4.2.9 Neueste Entwicklungen des Formates Lehr-Lern-Labor

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Professionalisierungspotenzial von Lehr-Lern-Laboren (LLL) für Lehramtsstudierende. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie dieses Lehrformat dazu beitragen kann, die Theorie-Praxis-Verknüpfung in der Ausbildung zu verbessern, den sogenannten Praxisschock zu präventionieren und essenzielle berufsbezogene Kompetenzen zu fördern.

  • Empirische Fundierung der Begriffsbestimmung und Merkmale von Lehr-Lern-Laboren.
  • Analyse des zyklischen Lernprozesses und der Komplexitätsreduktion als zentrale Gestaltungselemente.
  • Evaluation des Beitrags von LLL zur Förderung professioneller Kompetenzen wie Unterrichtswahrnehmung, Diagnosekompetenz und Selbstwirksamkeit.
  • Untersuchung der Transferierbarkeit des LLL-Formats auf unterschiedliche Fachrichtungen und digitale Lehr-Lernszenarien.

Auszug aus dem Buch

3.1 Konzeptionsmodelle: Zyklischer Prozesse im Lehr-Lern-Labor

Lehr-Lern-Labore und die dazugehörigen Lehr-Lern-Labor-Seminare sind ein Lehrformat, das versucht dem oft geäußerten Wunsch nach mehr Praxiserfahrungen während der universitären Ausbildung von Lehrkräften nachzukommen (vgl. Makrinus, L., 2013). Von vorne herein muss jedoch gesagt werden, dass es auf Grund der Neuheit dieses Formates aber auch der großen Variation hinsichtlich Zielsetzungen und Konzeptionen, kein sicheres Patentrezept für eine erfolgreiche Planung und Durchführung von Lehr-Lern-Laboren und den dazugehörigen Seminaren gibt (vgl. Weusmann, B., et al., 2020).

Dennoch gibt es seit längerer Zeit Versuche den Ablauf sowie die Ziele von Lehr-Lern-Laboren und Lehr-Lern-Labor-Seminaren in Modellen abzubilden. So entwickelten Nordmeier et al. das Modell des Zyklischen Forschenden Lernens, welches sie basierend auf der Arbeit von Hornung und Schulte (2011) entwickelten. Die darin enthaltenen Arbeitsprozesse sollen zyklisch sein, weshalb das Seminar einen sich wiederholenden Charakter aufweist, der es den Studierenden ermöglicht ihr Lehrhandeln zu erproben, zu reflektieren und zu adaptieren. Das Lernen darin soll forschend sein (vgl. Nordmeier et al. 2014; Hornung, M., Schulte, C., 2011).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die Forderung nach einer stärkeren Praxisorientierung in der deutschen Lehrerbildung und identifiziert das Lehr-Lern-Labor als ein vielversprechendes Format zur Theorie-Praxis-Verknüpfung.

2. Begriffsbestimmung: Lehr-Lern-Labore: Hier werden die Grundbausteine des Lehr-Lern-Labors definiert und eine Abgrenzung zu anderen Formaten wie Schülerlaboren und Studienwerkstätten vorgenommen.

3. Lehr-Lern-Labore: Vielfalt der Konzeptionen, Merkmale und ihr Beitrag zur Professionalisierung: Dieses Kapitel erörtert die Vielfalt an Konzeptionen sowie die zentralen Merkmale wie Tätigkeit, Lehrziele, Lernorte und Komplexitätsreduktion, die zur Professionalisierung beitragen.

4. Professionalisierung durch Lehr-Lern-Labore: Dieser Teil betrachtet den aktuellen Forschungsstand zu verschiedenen Kompetenzkonstrukten wie Unterrichtswahrnehmung, Diagnosekompetenz und Selbstwirksamkeit, die durch das LLL gefördert werden können, inklusive neuerer digitaler Entwicklungen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet das Lehr-Lern-Labor als ein geeignetes Format ein, um die Praxisphasen im Lehramtsstudium durch eine fundierte Theorie-Praxis-Verknüpfung bedeutungsvoller zu gestalten.

Schlüsselwörter

Lehr-Lern-Labor, Professionalisierung, Lehramtsausbildung, Theorie-Praxis-Verknüpfung, Forschendes Lernen, Reflexion, Komplexitätsreduktion, Unterrichtswahrnehmung, Handlungskompetenz, Diagnosekompetenz, Selbstwirksamkeitserwartung, Lehrerbildung, MINT-Fächer, Digitale Lehre.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit exploriert das Potenzial von Lehr-Lern-Laboren als Lehrformat in der universitären Lehramtsausbildung, um angehende Lehrkräfte bereits während ihres Studiums effektiv zu professionalisieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die theoretische Fundierung des LLL-Konzepts, die Analyse der verschiedenen methodischen Ausgestaltungen und die empirische Überprüfung seiner Wirksamkeit in Bezug auf die Professionalisierungsziele von Studierenden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es zu klären, inwieweit Lehr-Lern-Labore tatsächlich zur Professionalisierung von Lehramtsstudierenden beitragen können, indem empirisch bestimmte Merkmale und Wirkungsweisen des Formats analysiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Arbeit, welche den aktuellen Stand der Forschung durch Literaturanalyse sowie die Auswertung diverser empirischer Studien zu Lehr-Lern-Laboren synthetisiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Begriffsbestimmung, eine detaillierte Auseinandersetzung mit den strukturellen und konzeptionellen Merkmalen des Formats (wie Reflexion, Forschendes Lernen, Komplexitätsreduktion) sowie eine umfassende Betrachtung der empirischen Forschungsergebnisse zu verschiedenen Kompetenzkonstrukten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Typische Begriffe sind Lehr-Lern-Labor, Professionalisierung, Lehramtsausbildung, Theorie-Praxis-Verknüpfung, Forschendes Lernen, Reflexion und Kompetenzentwicklung.

Warum spielt die Komplexitätsreduktion eine so entscheidende Rolle in Lehr-Lern-Laboren?

Sie dient dazu, angehende Lehrkräfte in geschützten Settings in kleinen Schritten an die volle Komplexität des Lehrerberufs heranzuführen, um so einer kognitiven Überforderung und der damit verbundenen Senkung der Selbstwirksamkeit entgegenzuwirken.

Wie unterscheidet sich das Lehr-Lern-Labor von klassischen Schülerlaboren?

Der zentrale Unterschied liegt in der Verknüpfung der Ausbildung Studierender mit der Förderung der Schüler*innen; das LLL ist primär ein Ort für Lerneffekte der Studierenden, nicht allein eine außerschulische Lernstätte für Schülerkader.

Ende der Leseprobe aus 135 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Professionalisierung durch Lehr-Lern-Labore. Strukturelle und konzeptionelle Merkmale
Hochschule
Universität Kassel
Note
1,0
Autor
Christopher Schmidt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
135
Katalognummer
V1280156
ISBN (PDF)
9783346734075
ISBN (Buch)
9783346734082
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Professionalisierung Lehr-Lern-Labore Forschungsstand Studienanalyse Lehrerbildung Lehrkräftebildung Kompetenzen Theorie-Praxis-Verknüpfung Lehrformat Profession Ausbildung Hochschulbildung Lehramt Lehramt Pädagogik Bildungswissenschaften Kernstudium Examensarbeit Praxiserfahrung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christopher Schmidt (Autor:in), 2022, Professionalisierung durch Lehr-Lern-Labore. Strukturelle und konzeptionelle Merkmale, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1280156
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