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Zur Norm in den Vorwörtern der Wörterbücher der Académie française

Title: Zur Norm in den Vorwörtern der Wörterbücher der Académie française

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 26 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Janine Kapol (Author)

French Studies - Linguistics
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In der vorliegenden Arbeit soll aufgezeigt werden, wie sich die Normgebung in den Vorwörtern der Wörterbücher der Académie äußert und welche zum Teil subtilen normativen Setzungen sich hinter deskriptivem Anspruch verbergen. Dazu zunächst einige erläuternde Anmerkungen zum Normbegriff. Ich begrenze mich dabei auf die für diese Arbeit einzig relevanten Sprachnormen, die einen Teil der sozialen Normen bilden. Sprachnormen umfassen alle Regeln, ob bewusst oder unbewusst, die wir in einer Kommunikationssituation anwenden und die das gegenseitige Verständnis gewährleisten. Der Spracherwerb erfolgt vor allem anhand von impliziten Normen; wir lernen sozusagen unbewusst, in erster Linie durch sprachliche Vorbilder in unserer Umgebung. Die der Sprache zugrunde liegenden Regulierungen lassen aufgrund ihrer Komplexität nur im bestimmten Maße ein Lernen durch explizit formulierte Normen zu.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Erläuterung des Normbegriffs

2. Die Académie und Vaugelas’ „Remarques“

3. Zur Norm in den einzelnen Vorwörtern

3.1 1. Vorwort

3.2 2. Vorwort

3.3 3. Vorwort

3.4 4. Vorwort

3.5 5. Vorwort

3.6 6. Vorwort

3.7 7. Vorwort

3.8 8. Vorwort

3.9 9. Vorwort

4. Schlusswort

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der normativen Sprachauffassung der Académie française durch eine Analyse der Vorwörter ihrer neun Wörterbuchausgaben. Dabei wird insbesondere beleuchtet, wie die Institution zwischen deskriptiven Ansprüchen und subtilen normativen Setzungen navigiert und wie sich das Verständnis des „bon usage“ über die Jahrhunderte im Kontext politischer und gesellschaftlicher Veränderungen gewandelt hat.

  • Die historische Evolution des „bon usage“ und dessen normativer Charakter.
  • Die Rolle der Académie française als Sprachinstanz und deren Autoritätsanspruch.
  • Die Behandlung von Sprachwandel, Neologismen und Fachtermini in den Wörterbuchvorwörtern.
  • Das Spannungsfeld zwischen mündlicher Sprachrealität und schriftlicher Fixierung.
  • Die methodische Analyse der Vorwörter als Spiegel des Zeitgeistes und der Sprachpolitik.

Auszug aus dem Buch

3.1 1. Vorwort

1694 ist das Jahr, in dem der erste dictionnaire der l’Académie française veröffentlicht wurde. Zu diesem Zeitpunkt befand diese sich bereits seit 22 unter dem Protektorat Ludwigs des XIV. Seinen Einfluss hat er durchaus zu nutzen gewusst und nicht zuletzt wegen ihm konnten sich einige progressivere Stimmen in der Académie erst viele Jahre später Gehör verschaffen.

Bevor wir im Vorwort erfahren, was den bon usage, also die Norm ausmacht, wird zunächst erklärt, für wen diese Norm als Richtschnur dienen soll: Le dictionnaire de l’Académie ne sera pas moins utile, tant à l’esgard des Estrangers qui aiment nostre Langue, qu’à l’esgard des François mesmes qui sont quelquefois en peine de la veritable signification des mots, ou qui n’en connoissent pas le bel usage, & qui seront bien aises d’y trouver des esclaircissements à leurs douces.

Die Nützlichkeit des Wörterbuchs für Ausländer wird verständlicherweise nicht näher ausgeführt, wohingegen für den Muttersprachler deutlich hervorgehoben wird, dass auch er an seiner Sprache arbeiten muss. Kurzum, das Wörterbuch richtet sich an alle Liebhaber der französischen Sprache.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Erläuterung des Normbegriffs: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung der Académie française ein und definiert die für die Arbeit relevanten Sprachnormen sowie das Verständnis von Sprachpflege.

2. Die Académie und Vaugelas’ „Remarques“: Das Kapitel erläutert den maßgeblichen Einfluss von Vaugelas auf das französische Normverständnis und definiert den Begriff des „bon usage“ als soziale und sprachliche Referenz.

3. Zur Norm in den einzelnen Vorwörtern: Eine detaillierte chronologische Analyse der Vorwörter der neun Wörterbuchauflagen, die Veränderungen im Umgang mit Fachbegriffen, Rechtschreibung und dem normativen Anspruch der Académie aufzeigt.

3.1 1. Vorwort: Betrachtung der ersten Ausgabe von 1694, die den Grundstein für die normative Tätigkeit der Académie legte und sich primär an Liebhaber der französischen Sprache richtete.

3.2 2. Vorwort: Analyse der zweiten Ausgabe, die einen gewachsenen Autoritätsanspruch der Académie widerspiegelt und die alphabetische Ordnung einführt.

3.3 3. Vorwort: Untersuchung der Ausgabe von 1740, die Fortschritte in der Rechtschreibung zeigt, während sie gleichzeitig an traditionellen Prinzipien festhält.

3.4 4. Vorwort: Fokus auf die Ausgabe von 1762, die eine verstärkte normative Kraft der Institution durch eine präzisere Wortwahl und Definition darstellt.

3.5 5. Vorwort: Diskussion der politisch stark beeinflussten fünften Ausgabe, die in einer Zeit entstand, in der die Existenz der Académie bedroht war.

3.6 6. Vorwort: Analyse der Ausgabe von 1835, die das Ziel verfolgte, die traditionelle Ordnung wiederherzustellen und sich kritisch von der Revolutionsausgabe abgrenzte.

3.7 7. Vorwort: Betrachtung der siebten Auflage von 1878, die eine verstärkte Integration der Sprachgeschichte in das Normverständnis zeigt.

3.8 8. Vorwort: Untersuchung der Revision von 1932, die die Schwierigkeiten im Umgang mit einer sich schnell verändernden Sprache und neuen Fachbegriffen thematisiert.

3.9 9. Vorwort: Analyse der aktuellen Ausgabe, die den Spagat zwischen Tradition und der Notwendigkeit versucht, die rasante sprachliche Entwicklung des 20. Jahrhunderts abzubilden.

4. Schlusswort: Das Fazit fasst die abnehmende Autorität der Académie zusammen und plädiert für eine stärkere Berücksichtigung der mündlichen Sprachwirklichkeit im heutigen Normideal.

Schlüsselwörter

Académie française, Sprachnorm, bon usage, Wörterbuchvorwörter, Vaugelas, Sprachpflege, Französisch, Sprachwandel, Normierung, Lexikographie, Rechtschreibung, Sprachgeschichte, Sprachpolitik, Fachtermini, Normbewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die sprachnormative Tätigkeit der Académie française anhand der Vorwörter ihrer Wörterbücher von 1694 bis zur neunten Ausgabe, um zu verstehen, wie die Institution Sprachnormen definiert und über die Zeit hinweg anpasst.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung abgedeckt?

Die zentralen Themen umfassen den Begriff des „bon usage“, das Spannungsfeld zwischen deskriptivem und präskriptivem Sprachanspruch sowie den historischen Wandel in der Bewertung von Neologismen, Fachtermini und Rechtschreibung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie sich die normative Setzung der Académie in den Vorwörtern über Jahrhunderte hinweg verändert hat und inwiefern ein latenter Diskrepanz zwischen traditionellem Normideal und sprachlicher Wirklichkeit besteht.

Welche methodische Vorgehensweise wählt die Autorin?

Die Arbeit folgt einer strukturierten Analyse der Vorwörter, unterteilt in Einführung, Kategorisierung unerwünschter Wörter, Rechtschreibung und sonstige Bemerkungen, um Konsistenzen und Wandel identifizieren zu können.

Was wird im umfangreichen Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung jedes der neun Wörterbuchvorwörter. Er analysiert, wie jede Ausgabe den autoritativen Anspruch der Académie festigt, reformiert oder auf externe gesellschaftliche Einflüsse wie die Französische Revolution reagiert.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Sprachnormierung, Bon usage, Institutionelle Sprachpflege, historische Lexikographie und die Spannweite zwischen mündlicher und schriftlicher Sprachauffassung geprägt.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der „vieux mots“ in den Wörterbüchern?

Die Arbeit zeigt, dass die Académie „vieux mots“ (alte Wörter) einerseits ausschließen wollte, um die Sprache zu reinigen, andererseits aber Konzessionen machte, um das Verständnis älterer Literatur zu gewährleisten, wobei die Umsetzung dieser Kennzeichnung oft lückenhaft blieb.

Inwiefern hat die Französische Revolution das Vorwort zur fünften Ausgabe beeinflusst?

Das Vorwort der fünften Ausgabe gilt als das politischste; es wurde in einer Zeit verfasst, in der die Académie offiziell gar nicht existierte, und spiegelt den Versuch wider, trotz politischer Umbrüche die Kontinuität sprachlicher Normen zu bewahren.

Wie unterscheidet sich die Haltung der Académie zur Orthographie im Laufe der Zeit?

Während die Académie anfangs sehr konservativ agierte und die Rechtschreibung als festes Symbol der Tradition sah, musste sie später durch den Druck der Moderne und die Sprachgesetze des 20. Jahrhunderts Anpassungen vornehmen, wobei sie ihren autoritativen Anspruch in diesem Bereich sukzessive verlor.

Warum wird im Schlusswort eine Neubewertung des Normideals gefordert?

Die Autorin stellt fest, dass die Kluft zwischen der in den Wörterbüchern fixierten Norm und der gelebten mündlichen Kommunikation in Frankreich zu groß geworden ist, weshalb eine stärkere Integration der tatsächlichen „langue commune“ notwendig sei.

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Details

Title
Zur Norm in den Vorwörtern der Wörterbücher der Académie française
College
RWTH Aachen University
Grade
2,3
Author
Janine Kapol (Author)
Publication Year
2007
Pages
26
Catalog Number
V128075
ISBN (eBook)
9783640352074
ISBN (Book)
9783640351961
Language
German
Tags
Norm Vorwörtern Wörterbücher Académie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janine Kapol (Author), 2007, Zur Norm in den Vorwörtern der Wörterbücher der Académie française, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128075
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