Das Verhältnis von Journalismus und Public Relations. Determinationsthese und Intereffikationsmodell


Hausarbeit, 2022

14 Seiten, Note: 1.0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Methodisches Vorgehen

2. Journalismus
2.1 Definition
2.2 Funktionen und Aufgaben des Journalismus

3. Public Relations
3.1 Definition
3.2 Funktionen und Aufgaben der Public Relations
3.3 Abgrenzungsversuch zum Journalismus

4. Intersystembeziehungen zwischen Journalismus und Public Relations
4.1 Determinationsthese
4.2 Intereffikationsmodell

5. Fallbeispiel: Deutsche Bahn

6. Fazit

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Mit fortschreitender Digitalisierung hat sich die Welt der Medien drastisch verändert. Dabei hat sich das Informationsmedium zu einem sozialen Kommunikationsmedium entwickelt. In der heutigen Gesellschaft wird die Wahrnehmung immer häufiger von der Medienrealität bestimmt (vgl. Berger/ Luckmann 1977: 18). Die Medienrealität und die öffentlich preisgegebene Meinung wird durch den Journalismus und durch die Public Relations, kurz PR, erzeugt. Public Relations hat sich zu einem Bestandteil der Medienwelt entwickelt. Dabei ist die Frage, ob Public Relations den Journalismus verdrängt, noch offen. Schon seit etlichen Jahren versuchen Wissenschaftler mit unterschiedlichen Theorien das Verhältnis von Journalismus und Public Relations zu beleuchten.

„Journalisten und PR-Fachleute essen irgendwie aus demselben Teller, aber sie wünschen sich häufig, ohne es zu sagen, dass das Essen in dem Hals des anderen stecken bleibt“ (Szambolics 2015: 47).

In einer Studie von Julia Szambolics haben Experten versucht das Verhältnis von Journalismus und Public Relations metaphorisch zu beschreiben. Eine Antwort ist das oben genannte Zitat. Der Experte verweist hier auf den vorhandenen Machtkampf, die Spannung und auf die Schwierigkeit das Verhältnis von Journalismus und PR zu beschreiben. Dem Journalismus wird eine große Bedeutung bei der Verbreitung der öffentlichen Meinung zugeteilt und infolgedessen kann jeder Einfluss auf den Journalismus auch unmittelbar als Gefahr für die Öffentlichkeit angesehen werden. Angesichts der Tatsache, dass Forscher und Experten seit etlichen Jahren versuchen das Verhältnis von Journalismus und Public Relations voneinander abzugrenzen und zu definieren, ist diese beschriebene Thematik ein interessantes Forschungsfeld.

Das Ziel der Arbeit ist es herauszufinden in welchem Verhältnis Public Relations und Journalismus zueinanderstehen und inwiefern sie voneinander beeinflusst werden.

1.2 Methodisches Vorgehen

Im Verlauf der Arbeit wird das Verhältnis von Journalismus und Public Relations behandelt. Angefangen wird mit einem theoretisch deskriptiven Teil, in dem die Begriffe Journalismus und Public Relations definiert und ihre Aufgaben und Ziele beschrieben werden. Hierbei soll ebenso versucht werden die beiden Begriffe voneinander abzugrenzen. Im nächsten Teil erfolgt das Verhältnis von Journalismus und Public Relations. Hierbei liegt der Fokus auf theoretischen Modellen, die das Verhältnis analysieren und darstellen können. Für den beschriebenen Teil ist zunächst eine Literaturrecherche vorgesehen, um im Anschluss hinsichtlich der theoretischen Modelle, welche das Verhältnis von Journalismus und PR schildern, analytisch behandeln zu können. Um im nächsten Teil den Wettbewerb analysieren zu können und Fallbeispiele erläutern zu können, ist ein qualitatives und quantitatives Verfahren von Bedeutung. Hierbei werden Berichte und Erfahrungen betrachtet, um eine verstärkte Einsicht in die Thematik zu erhalten. Im letzten Abschnitt erfolgt das Fazit, in dem schließlich die Forschung zusammengefasst wird. Ein Fazit und ein kurzer Ausblick auf das Verhältnis und inwiefern eine Beeinflussung erfolgt, beschließen die Projektdokumentation.

2. Journalismus

2.1 Definition

Für den Journalismus bestehen zahlreiche Definitionen, welche auf unterschiedliche theoretische Ansatzpunkte basieren. Die grundlegende Funktion besteht darin, Informationen zu beschaffen und zu verbreiten mit dem Ziel an dem Meinungsbild der Leser mitzuwirken. Laut Wessler kann der Journalismus in drei Ebenen unterteilt werden. Die Mikroebene beinhaltet das journalistische Handeln und sagt aus, dass der Journalismus als das definiert werden kann, was ein Journalist tut. Dabei wird nicht der Mensch selbst betrachtet, sondern seine Rolle als Journalist. Die zweite Ebene ist die Mesoebene und diese sagt aus, dass Journalismus das ist, was intern und extern in Organisationen, die sich auf Journalisten spezialisiert haben, geschieht. Dabei steht nicht mehr die Rolle des Journalisten als einzelne Person im Zentrum, sondern die gesamte Organisation. In der dritten Ebene, die Makroebene, wird der Journalismus als ein Teilsystem der Gesellschaft definiert (vgl. Jarren/ Wessler 2002: 26). Kunczik und Zipfel definieren Kriterien, nach welchen ein Mensch als Journalist gilt. Diese Kriterien besagen, dass Menschen, die in einem Medienunternehmen arbeiten oder sich mit Informationen, Meinungen und Recherchen beschäftigen als Journalisten bezeichnet werden können. Hier muss erwähnt werden, dass laut Kunczik und Zipfel die Definition von Journalismus stets im Wandel ist. Dies lässt sich mit der stetig verändernden Gesellschaft und der wachsenden Medienwelt begründen (vgl. Kunzcik/ Zipfel 2005: 129). Ein weiterer Ansatzpunkt lässt sich auf die Definition von Weischenberg zurückgreifen. Weischenberg sagt, Journalismus hat die Funktion „Themen aus den diversen sozialen Systemen zu sammeln, auszuwählen, zu bearbeiten und dann diesen sozialen Systemen als Medienangebote zur Verfügung zu stellen.“ (Weischenberg 2005: 54). Laut Weischenberg arbeiten die Journalisten in Bereichen wie in der Presse, in Nachrichtenagenturen und im Rundfunk (vgl. Weischenberg 1981: 96).

2.2 Funktionen und Aufgaben des Journalismus

Laut Bosshart ist die Hauptfunktion des Journalismus das Beschaffen und Verbreiten von Informationen (vgl. Bosshart 2016: 74). Bosshart ist davon überzeugt, dass eine Gesellschaft eine komplexe Situation nur durch ausreichende Information, welche neu und wahr sind, bewältigen kann (vgl. ebd: 80). Der Journalismus hat eine erhebliche Funktion in der Gesellschaft. Dabei werden Geschehnisse erläutert, Missverständnisse aufgedeckt und Kritik ausgeübt. Die Presse wird bereits seit dem 19. Jahrhundert als eine vierte Gewalt im Staat bezeichnet. In der Gesellschaft wird die Rolle des Journalismus häufig aufgrund der Selbstverständlichkeit übersehen, jedoch hat die Welt ohne den Journalismus schreckliche Folgen. Ein Beispiel dafür sind die Handlungen im nationalsozialistischen Deutschland im Jahre 1933. Es war Journalisten nicht erlaubt Inhalte zu veröffentlichen, welche nicht im Sinne der Nationalsozialistischen Partei gewesen sind. Somit sind nur Propaganda-Artikel an die Öffentlichkeit geraten (vgl. Die Zeit 2010: 146). Im Jahre 2009 hat Disselhof zahlreiche Funktionen des Journalismus formuliert. Laut Disselhof ist die Hauptfunktion, dass spezielle Thematiken das Interesse der Öffentlichkeit erzielen. Zudem ist eine Funktion die soziale Orientierung. Durch die Verbreitung und Auseinandersetzung von Thematiken wird ein eigenes Meinungsbild bei der Öffentlichkeit gefördert (vgl. Rankl 2014: 17).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Kernfunktion des Journalismus (Eigene Darstellung)

Dem Journalismus könne drei Funktionen zugewiesen werden. Die Informationsfunktion beinhaltet die Verbreitung von Informationen wie beispielsweise Informationen über Konsumgüter oder politische Programme. In der Meinungsbildungsfunktion geht es um freie und offene Argumentationen für die Gesellschaft. Diese soll zu einer Meinungsbildung der Gesellschaft beitragen. Die letzte und somit dritte Funktion ist die Kontrollfunktion. Journalisten üben eine gewisse Kritik und Kontrolle aus und berichten über Missstände. Die Bereiche sind hierbei die Politik, die Wirtschaft, die Kultur und das Soziale (vgl. Bundeszentrale für politische Bildung 2016).

3. Public Relations

3.1 Definition

Die Deutsche Public Relations Gesellschaft (kurz: DPRG) definiert das Berufsbild von Public Relations (kurz: PR) wie folgt: „Public Relations vermittelt Standpunkte und ermöglicht Orientierung, um den politischen, den wirtschaftlichen und den sozialen Handlungsraum von Personen oder Organisationen im Prozess öffentlicher Meinungsbildung zu schaffen und zu sichern“ (Hoffmann/ Müller 2008: 15). Laut DPRG liegt der Kommunikationsprozess zwischen der Person bzw. der Organisation mit der Zielgruppe im Zentrum. Es besteht eine zahlreiche Anzahl von Definitionen des Begriffes Public Relations. Bereits im Jahr 1976 hat der amerikanische PR-Wissenschaftler Rex Harlow über 500 Definitionen aufgestellt. Harlow sieht Public Relations als eine Managementfunktion, die die wechselseitige Kommunikation zwischen einer Organisation und seiner angesprochenen Gruppe sichert. Public Relations ist ein interdisziplinärer Bereich und dieser wird durch die Kommunikationswissenschaft und durch die Soziologie beeinflusst (vgl. Jorzig/ Ruisinger 2021: 19). Sie vertritt die Interessen der Zielgruppe mit zahlreichen wahrheitsgemäßen und kompetenten Informationen mit dem Ziel Vertrauen aufzubauen und eine Kommunikation zwischen der Person oder der Organisation und der Zielgruppe zu sichern. Grunig und Hunt spezialisieren sich bei der Definition von PR auf den Managementaspekt und definieren PR als Management der Kommunikation zwischen einer Organisation und seinem Publikum in der Öffentlichkeit (vgl. Rennhak/ Schmidt 2020: 9). Aus diesem Grund ist im Deutschen der Begriff Öffentlichkeitsarbeit ein Synonym zu PR. Grunig und Hunt haben ein Modell zur Definition von PR erstellt. In der Abbildung 1 wird das Modell der PR-Definition dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: PR-Modell von Grunig und Hunt (Eigene Darstellung)

Die Forscher Grunig und Hunt erstellen ein Modell, um Public Relations in verschiedenen Stufen zu beschreiben. In der Ein-Weg-Kommunikation geht es in der ersten Stufe grundlegend darum, Aufmerksamkeit zu erzielen. Ein Beispiel dafür ist Porsche, die 2007 mit einem Plakat die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit gewonnen haben. In der nächsten Stufe kommen die Informationen dazu. Diese Informationen müssen der Wahrheit entsprechen. Das Ziel ist dabei die Informationsvermittlung für die Kunden. Bei der Ein-Weg-Kommunikation entsteht kein Dialog. Es geht lediglich um die Aufmerksamkeit und die Informationsvermittlung, um die Bekanntheit zu steigern. In der dritten Stufe wird die asymmetrische Kommunikation behandelt. Das Ziel ist hier die Öffentlichkeit zu überzeugen und ein Feedback zu erhalten. Ein Beispiel für eine asymmetrische Kommunikation ist eine Onlinebefragung. Die Organisationen benutzten die direkte Rückmeldung von der Öffentlichkeit, um auf die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden einzugehen. In der letzten Stufe erfolgt der Dialog auf Augenhöhe zwischen der Öffentlichkeit und der Organisation. Durch eine direkte und offene Kommunikation wird das Feedback der Öffentlichkeit in Handlungen umgesetzt (vgl. Scheidtweiler PR o.D.).

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Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Das Verhältnis von Journalismus und Public Relations. Determinationsthese und Intereffikationsmodell
Hochschule
Technische Hochschule Mittelhessen
Note
1.0
Jahr
2022
Seiten
14
Katalognummer
V1280874
ISBN (Buch)
9783346737342
Sprache
Deutsch
Schlagworte
PR, Public Relations, Journalismus, Werbung
Arbeit zitieren
Anonym, 2022, Das Verhältnis von Journalismus und Public Relations. Determinationsthese und Intereffikationsmodell, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1280874

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