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Die Darstellung der Heiden in "König Rother". Ymelots Rolle und der Umgang der Christen mit den Heiden

Titel: Die Darstellung der Heiden in "König Rother". Ymelots Rolle und der Umgang der Christen mit den Heiden

Hausarbeit , 2019 , 13 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Tom Fohler (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Thema der Hausarbeit wird die Art und Weise der Darstellung der Heiden im König Rother sein. Genauer ist dies vor allem deren König Ymelot und sein Sohn Basilistium, gleichzeitig die einzigen beiden namentlich erwähnten heidnischen Charaktere. Gefragt wird dabei nach der Sichtweise des Erzählers als Vertreter der frühen literarischen Welt im mittelalterlichen Zentraleuropa auf den Charakter der Menschen außerhalb seines Kulturkreises. Wie menschlich werden die ‚Ungläubigen‘ dargestellt, wie nahe an den ‚Christenmenschen’ werden sie gesehen? Was wird mit ihnen assoziiert, welche Absichten unterstellt? Und vor allem: Welche Funktion nehmen sie in der Erzählung des König Rother ein? Welche unterschiedlichen erzählerischen Rollen spielt Ymelot als deren Vertreter im Text? Betrachtet werden vor allem die Teile des Textes, in denen die Heiden auch vorkommen. Nämlich für die Dauer der ersten Schlacht zwischen den Versen 2563 und 2816, sowie in Teilen der zweiten Brautfahrt mit der zweiten Schlacht in den Versen 3764 bis 4268.

Ich unterteile meinen Text in drei Hauptteile. Zuerst gehe ich auf die Einführung Ymelots im König Rother ein. In ihr ist bereits sehr viel enthalten, und ich analysiere hier die mittelhochdeutschen Signalbegriffe „vreisam“ und „vreislich“. Im zweiten Teil zeige ich die Rollen auf, die die Heiden im Text spielen. Dabei gehe ich auch erstmals auf Rother und sein Gefolge ein, da der Text einen christlichen Blickwinkel hat. Zum Schluss beschäftige ich mich noch stärker auf die Umgangsweise der christlichen Protagonisten mit den Heiden. Als Stellvertreter der christlichen Welt im Text ist sie zur Beantwortung der Fragestellungen wichtig. Es soll so Aufschluss über die zeitgenössische Sichtweise des Autors im zwölften Jahrhundert auf die außereuropäischen Nichtchristen im Kontext der Kreuzzugzeit gegeben werden. Denn die Art und Weise, wie sie in den Erzählungen und Mythen der Christen jener Zeit wiedergegeben und narrativ benutzt werden, sagt auch viel über sie selbst aus.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zusammenfassung des König Rother

3. Beschreibung von Ymelot

Ymelots Einführung

Analyse des Begriffspaares „vreisam“ und „vreislich“

4. Die Rollen der Heiden im Text

Ymelot als Feind Gottes

Ymelot als Rothers Gegenspieler

Positive Erwähnungen von Ymelot und seinem Gefolge

5. Der Umgang der Christen mit den Heiden

Verweise der Christen auf Gott vor zweiter Schlacht

Der Umgang der Christen mit den Heiden

Ymelots Ende

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Darstellung der heidnischen Charaktere, insbesondere von König Ymelot, in der mittelhochdeutschen Spielmannsdichtung „König Rother“. Dabei wird untersucht, welche erzählerischen Rollen den Heiden zugeschrieben werden, wie sie das christliche Weltbild des Autors reflektieren und welche Funktion sie als Gegenspieler für die christlichen Protagonisten einnehmen.

  • Darstellung von Ymelot als heidnischer Antagonist
  • Analyse mittelhochdeutscher Signalbegriffe wie „vreisam“
  • Die literarische Konstruktion von Feindbildern im Mittelalter
  • Die Rolle Gottes und christlicher Werte in der Kriegführung
  • Erzählerische Aufwertung des christlichen Helden durch seine Gegner

Auszug aus dem Buch

Analyse des Begriffspaares „vreisam“ und „vreislich“

Um solch eine Figur unmittelbar richtig einzuordnen zeigt der Erzähler dem Rezipienten sofort dessen wichtigste Charaktereigenschaft auf: „her was ein heidin vreisam.“ folgt im Text direkt auf Ymelots Einführung. Das mittelhochdeutsche „vreisam“ oder auch „vreislich“ assoziiert in erster Linie große Gefährlichkeit, eine Not, die die Menschen ängstigt. Impliziert werden dabei extreme Grausamkeit und eine rohe Wildheit. Das Gefühl von Schrecken und Furcht soll im Rezipienten geweckt werden.

Die Formulierung „vreisam“ und „vreislich“ wird im Text außerdem nur im Zusammenhang mit zwei Personenkreisen verwendet: Nämlich mit Ymelot und seinem Gefolge, sowie den Riesen im Gefolge Rothers. Aus Gründen des Umfangs soll hier nicht größer auf letztere eingegangen werden, sondern nur auf den Text „The Giant Hero in Medieval History“ von Tina Broyer verwiesen werden. Gemeinsam haben beide Gruppen, dass sie als einzige nicht Teil der christlichen, nach althergebrachten Rechtsgrundsätzen geregelten Ordnung in der Welt des Erzählers sind. Sie kommen von außen, räumlich und ideologisch. „Vreisam“ und alle seine Begriffe sind damit direkt konnotiert: Sie signalisieren die Bedrohung der bekannten und sicher geregelten Lebenswelt des Erzählers durch das, was Außerhalb ist, was von außen kommt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Fragestellung nach der Darstellung und Rolle der heidnischen Figuren Ymelot und Basilistium innerhalb der Erzählung.

2. Zusammenfassung des König Rother: Hier erfolgt ein Überblick über die Handlung der Spielmannsdichtung, von den Brautwerbungsfahrten bis hin zur finalen Auseinandersetzung zwischen Rother und Ymelot.

3. Beschreibung von Ymelot: Dieses Kapitel analysiert die Einführung des heidnischen Königs Ymelot und interpretiert die Signalbegriffe „vreisam“ und „vreislich“ als Indikatoren für seine Bedrohlichkeit.

4. Die Rollen der Heiden im Text: Hier wird untersucht, wie Ymelot als Feind Gottes und Gegenspieler Rothers fungiert und warum er trotz negativer Grundhaltung punktuell mit starken Attributen belegt wird.

5. Der Umgang der Christen mit den Heiden: Dieses Kapitel beleuchtet, wie die christlichen Protagonisten Gott als Unterstützung heranziehen, und stellt fest, dass statt einer Missionierung die physische Vernichtung der Heiden im Vordergrund steht.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Heiden ausschließlich als literarisches Podest dienen, um die christlichen Akteure im Sinne der mittelalterlichen Weltsicht aufzuwerten.

Schlüsselwörter

König Rother, Ymelot, Mittelalterliche Literatur, Spielmannsdichtung, Heidenbild, Christentum, Kreuzzugszeit, Mittelhochdeutsch, Vreisam, Interkulturalität, Literaturanalyse, Gott, Heroisierung, Feindbild, Erzählstruktur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung heidnischer Figuren im mittelalterlichen Epos „König Rother“, insbesondere mit Fokus auf deren Funktion als Gegenspieler des Helden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das mittelalterliche Heidenbild, die literarische Inszenierung von Konflikten zwischen Christen und Nichtchristen sowie die erzählerische Gestaltung von Machtverhältnissen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Rolle Ymelots zu verstehen und aufzuzeigen, wie der Autor durch die Charakterisierung der „Anderen“ die Identität und Sicherheit der christlichen Welt etabliert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die philologische Untersuchungen von Begriffsverwendungen (wie „vreisam“) mit narratologischen Aspekten verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Einführung Ymelots, seine Rolle als Antagonist Rothers und die spezifische Umgangsweise der christlichen Protagonisten mit ihren Feinden bis hin zu deren Vernichtung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie König Rother, Heidenbild, Vreisam, Christentum und literarische Feindbilder charakterisiert.

Warum wird Ymelot im Text als „vreisam“ bezeichnet?

Der Begriff signalisiert eine existenzielle Bedrohung für die geordnete christliche Welt, da Ymelot von außen kommt und die etablierte soziale Ordnung gefährdet.

Wie unterscheidet sich der Umgang der Christen mit den Heiden von einer typischen Missionierung?

Interessanterweise fehlt das Konzept der Missionierung vollständig; stattdessen steht die systematische und teils brutale Vernichtung der Nichtchristen im Vordergrund, was als Dienst an Gott legitimiert wird.

Welche Funktion hat die positive Beschreibung von Ymelot an einzelnen Stellen?

Diese Beschreibungen dienen als literarisches Stilmittel: Indem der Feind als mächtig und gefährlich dargestellt wird, werden der Sieg und die Tugend der christlichen Helden (Rother) erzählerisch aufgewertet.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Darstellung der Heiden in "König Rother". Ymelots Rolle und der Umgang der Christen mit den Heiden
Hochschule
Universität Konstanz  (Fachbereich Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Proseminar König Rother
Note
1,3
Autor
Tom Fohler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
13
Katalognummer
V1280930
ISBN (PDF)
9783346735577
ISBN (Buch)
9783346735584
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rother König Rother Heiden Religion Mittelalter Ymelot Muslime im Mittelalter Mediävistik Epik Spielmannsdichtung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tom Fohler (Autor:in), 2019, Die Darstellung der Heiden in "König Rother". Ymelots Rolle und der Umgang der Christen mit den Heiden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1280930
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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