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Genrekonventionen in "New Adult"-Romanen und Heftromanen

Titel: Genrekonventionen in "New Adult"-Romanen und Heftromanen

Masterarbeit , 2022 , 89 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Julia Ziegert (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Arbeit ist es, die Genrekonventionen von Heft- und New Adult-Romanen herauszuarbeiten. Gleichzeitig wird nachgewiesen, dass sowohl triviale Liebesromane als auch New Adult-Romane sich den gleichen genretypischen Konventionen bedienen. Zudem soll aufgezeigt werden, wie Film, soziale Medien sowie moderne Kommunikationsformen den modernen Unterhaltungsroman beeinflussen. Hier zeigen Parallelen zu Drehbuchtheorien eine Erklärung auf, wieso New Adult-Romane leicht verfilmbar sind.

Im Vordergrund dieser Arbeit stehen die Genrekonfigurationen beider Genres. Die Arbeit untersucht, welche konstituierenden Faktoren in Heftromanen und New Adult-Romanen bedient werden, um eine Identifikationsfläche für die Leser:innen zu schaffen, und welche stilistischen Besonderheiten vorliegen. Im praktischen Teil der Arbeit werden die herausgearbeiteten Genrekonfigurationen innerhalb der ausgewählten Primärtexte, u.a. 'Someone to stay' von Laura Kneidl, analysiert und miteinander verglichen, insbesondere in Bezug auf Fragen, die junge Frauen in der Gegenwart beschäftigen, darunter nach Identität, Selbstbild sowie feministischen Standpunkten. Die inhaltliche Analyse der Primärtexte zeigt darüber hinaus aktuelle soziokulturelle Problematiken auf.

In den vergangenen Jahren zeigte sich auf dem internationalen Buchmarkt das junge Literaturgenre ‚New Adult‘ als besonders beliebt bei den Leser:innen. Dabei handelt es sich um Romane, die sich vorwiegend an junge Erwachsene richten und deren Protagonist:innen am Beginn eines eigenständigen Lebens stehen. Dabei werden insbesondere die Themen Liebe, Vertrauen sowie körperlicher Anziehungskraft behandelt. Neben den inhaltlichen Aspekten eint diese Romane, dass diese Liebesromane zum größten Teil von Frauen geschrieben werden und an den bunten, oft in Pastelltönen gehaltenen Covern zu erkennen sind.

Auch wenn das Genre seine Ursprünge in den USA hat, hat sich mittlerweile auch in Deutschland eine große Autor:innenschaft konstituiert, die mit Titeln wie "Save me", "Kiss me now" oder "Westwell – Heavy & Light" ihre Leser:innen fesselt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Heftroman und New Adult-Roman: Definitionen und Genrekonfigurationen

1.1. Begriffsbestimmung: Trivial- und Unterhaltungsliteratur

1.2. Die Entwicklung des Heftromans

1.3. Die Anti-Schund-Bewegung

1.4. Der Heftroman als Teil der Trivialliteratur

1.5. New Adult-Romane als Teil der Unterhaltungsliteratur

2. Genrekonventionen in Heft- und New Adult-Romanen

2.1. Themen und thematische Restriktionen

2.2. Gruppen-, Rollen- und Geschlechterbilder

2.3. Serialität und Reihenzugehörigkeit

2.4. Narratives Storytelling

3. Analyse der Genrekonventionen von New Adult-Romanen und Heftromanen anhand der Beispiele Someone to Stay von Laura Kneidl und Ein Mann wie ein Erdbeben von Karen Sanders aus der Reihe Silvia-Schicksal

3.1. Die psychophysische Konstruktion der Heldin

3.2. Die psychophysische Konstruktion des Helden

3.3. Themen, Konflikte und Lösungsstrategien

3.4. Liebe, Sexualität und sexualisierte Gewalt

3.5. Diversität

3.6. Erzählstruktur und Sprache

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Genrekonventionen von Heftromanen und New Adult-Romanen, um deren Ähnlichkeiten und Unterschiede aufzuzeigen sowie deren systematische Einordnung in die Unterhaltungsliteratur zu analysieren. Dabei steht insbesondere die Frage im Fokus, wie diese Romane trotz ihrer Trivialität Identifikationsflächen für junge Frauen schaffen und welche Rolle dabei moderne Einflüsse wie Soziale Medien oder filmische Dramaturgien spielen.

  • Vergleichende Analyse von Heftromanen und dem New Adult-Genre
  • Untersuchung der strukturellen und inhaltlichen Genrekonventionen
  • Einfluss von Drehbuchtheorien auf die erzählerische Gestaltung
  • Rolle von Identifikation, Rollenbildern und Sexualität in der Erzählweise
  • Bedeutung von Serialität und medialer Kontextualisierung für den Erfolg beider Gattungen

Auszug aus dem Buch

3.1. Die psychophysische Konstruktion der Heldin

Das Äußere der Liebesromanheldin ist strengen Regeln unterworfen.309 Die Protagonistin des vorliegenden Heftromans bildet hier keine Ausnahme. Ganz im Sinne der normativen Genrekonventionen ist Christina außergewöhnlich schön. Sie hat ein „schönes Gesicht“ (Silvia 33) und ist von kleiner, zarter Gestalt mit voller Oberweiter, einer schlanken Taille und sanft geschwungenen Hüften (vgl. Silvia 5). Ihre „unschuldigen Augen“ (Silvia 33) sind „so tief und blau“, dass Jack glaubte „in den Himmel zu sehen“ (Silvia 15). Ihre langen, blonden Haare (vgl. Silvia 5) und „zart gebräunten Arme“ (Silvia 3) runden ihre „aparte Erscheinung“ (Silvia 3) ab. Auch olfaktorisch sticht Christina hervor und duftet „nach Wind und Blüten“ (Silvia 52).

Grundsätzlich geht aus den Beschreibungen deutlich hervor, dass es sich bei der Protagonistin um keinen gewöhnlichen Menschen handelt, und sie sich – zumindest durch ihr Äußeres – von ihrer Umgebung abhebt.310 Wenn die oder der Autor:in auf eine exakte Beschreibung des Äußeren verzichtet, werden jedoch andere Mittel gewählt, die äußeren Attribute der Heldin hervorzuheben und zu beschreiben. So wird z.B. durch die Reaktion anderer Romanfiguren oder deren Äußerungen deutlich, wie übermäßig schön die Heldin ist.311 So stellt Christinas Tante Roswitha fest, dass sich Christina „zu einer wahren Schönheit gemausert“ (Silvia 14) hat. Und auch Jack erkennt, dass „alles an ihr zart und erlesen“ (Silvia 14) wirkt. Dabei legen die Heldinnen – zumindest im Heftroman – traditionell großen Wert auf ihr äußeres Erscheinungsbild, was zwei Attribute besonders hervorheben soll: Reichtum und Schönheit. 312

Zusammenfassung der Kapitel

1. Heftroman und New Adult-Roman: Definitionen und Genrekonfigurationen: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Begriffsbestimmung der untersuchten Literaturformen und beleuchtet deren historische Entwicklung sowie die Debatte um ihre Einordnung als Trivialliteratur.

2. Genrekonventionen in Heft- und New Adult-Romanen: Hier werden die wiederkehrenden strukturellen Merkmale, thematischen Vorgaben und Erzählformen, wie Serialität und Dramaturgie, analysiert, die beide Genres charakterisieren.

3. Analyse der Genrekonventionen von New Adult-Romanen und Heftromanen anhand der Beispiele Someone to Stay von Laura Kneidl und Ein Mann wie ein Erdbeben von Karen Sanders aus der Reihe Silvia-Schicksal: Im praktischen Teil werden die zuvor erarbeiteten theoretischen Konventionen an zwei konkreten Primärtexten detailliert auf ihre Anwendung und Ausgestaltung hin untersucht.

Schlüsselwörter

Heftroman, New Adult, Trivialliteratur, Unterhaltungsliteratur, Genrekonventionen, Serialität, Drehbuchtheorie, Liebesroman, Frauenbild, Heldenreise, Psychophysische Konstruktion, Identifikation, Klischees, Narrative Struktur, Konsumentenerwartung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die inhaltlichen und strukturellen Konventionen von Heftromanen sowie New Adult-Romanen und untersucht deren Gemeinsamkeiten hinsichtlich der Unterhaltungsliteratur.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Kategorisierung von Unterhaltungsliteratur, die Bedeutung von Genrekonventionen, Geschlechterrollen, die Nutzung von filmischen Dramaturgien und das Bedürfnis nach Eskapismus sowie Identifikation bei der Leserschaft.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass sich beide Genres trotz unterschiedlicher Wahrnehmung derselben genretypischen Konventionen bedienen, um das Bedürfnis der Leserschaft nach einer "heilen Welt" und Unterhaltung zu befriedigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin nutzt eine vergleichende Literaturanalyse, kombiniert mit theoretischen Ansätzen aus der Medienwissenschaft, Filmtheorie (insbesondere Drehbuchtheorien) und der Trivialliteraturforschung.

Welche Schwerpunkte hat der Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in einer theoretische Abhandlung zu Definitionen und Konventionen sowie in eine konkrete Analyse der zwei ausgewählten Romane "Someone to Stay" und "Ein Mann wie ein Erdbeben".

Welche Rolle spielen die gewählten Primärtexte in der Analyse?

Sie dienen als empirische Analyseobjekte, um Merkmale wie die psychophysische Charakterzeichnung, den Umgang mit Konflikten, die Sexualisierung und das Familienbild direkt am Text zu belegen und zu vergleichen.

Inwiefern beeinflussen Filmtheorien die Erzählweise dieser Romane?

Die Arbeit legt dar, dass sowohl Heft- als auch New Adult-Romane häufig klassischen Hollywood-Dramaturgien folgen, was die Übertragbarkeit in filmische Formate erleichtert und die Leserschaft durch bekannte Schemata an die Texte bindet.

Was unterscheidet das Frauenbild in den analysierten Genres?

Während in New Adult-Romanen zunehmend berufliche Ambitionen und eine gewisse Unabhängigkeit thematisiert werden, bleibt das Frauenbild im klassischen Heftroman deutlich traditioneller, passiver und stark auf die Partnerschaft fokussiert.

Ende der Leseprobe aus 89 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Genrekonventionen in "New Adult"-Romanen und Heftromanen
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Note
2,0
Autor
Julia Ziegert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
89
Katalognummer
V1280936
ISBN (PDF)
9783346735522
ISBN (Buch)
9783346735539
Sprache
Deutsch
Schlagworte
New Adult Genrekonvention Pulp Fiction Heftromane Laura Kneidl Genre Unterhaltungsliteratur moderne Unterhaltungsliteratur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Ziegert (Autor:in), 2022, Genrekonventionen in "New Adult"-Romanen und Heftromanen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1280936
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  89  Seiten
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