Ziele: Der Auszubildende soll das Herstellen von Bauteilen und Baugruppen beherrschen und soll Werkstücke durch manuelle und maschinelle Fertigungsverfahren herstellen.
Das Herstellen von Bohrungen in Werkstücke ist einer der täglichen Aufgaben des Industriemechanikers. Es ist daher ein sicherer Umgang mit der Bohrmaschine und den Hilfsmitteln notwendig. Für Übungszwecke soll mit der Standbohrmaschine 2 Löcher in 5 Flacheisen gebohrt werden. Es ist dabei sehr wichtig darauf zu achten, dass die Unfallverhütungsvorschriften eingehalten werden. Aus einer Fertigungszeichnung kann genau entnommen werden, wo die Bohrungen gefertigt werden. Bei der Auswahl des Bohrers muss darauf geachtet werden, dass der Bohrer nicht stumpf oder beschädigt ist. Das Flacheisen wird angerissen, gekörnt, eingespannt, gebohrt und entgratet. Wenn alle Arbeitsschritte erledigt sind, muss geprüft werden, ob die Bohrungsdurchmesser und die Positionen mit der Zeichnung übereinstimmen. Diese Aufgabe soll mein Auszubildender nach erfolgreicher Unterweisung übernehmen.
Inhaltsverzeichnis der Unterweisungsplanung
I. Formaler Teil
1. Thema der Unterweisung
2. Einbindung in einen Auftrags- oder Geschäftsprozess
3. Erläuterung zum Lerninhalt
4. Richtlernziel
5. Groblernziel
6. Feinlernziele
6.1 Psychomotorisches Lernziel
6.2 Kognitives Lernziel
6.3 Affektives Lernziel
7. Ausgangssituation
7.1 Beschreibung des Lehrlings/der Lehrlinge
7.2 Vorkenntnisse (kognitiv)
7.3 Fertigkeiten (psychomotorisch)
7.4 Rahmenbedingungen
7.5 Ausbildungsmittel
8. Geplante Dauer der Unterweisung
9. Methodenwahl/Didaktische Prinzipien
9.1 Begründung der Methodenwahl
9.2 Didaktische Prinzipien
9.2.1 Orientierung an Lernzielen
9.2.2 Aktivitätsförderung
9.2.3 Fasslichkeit
9.2.4 Individualisierung und Differenzierung
9.2.5 Lernerfolgssicherung und Transfer
10. Berufliche Handlungskompetenz
10.1 Fachkompetenz
10.2 Sozialkompetenz
10.3 Personalkompetenz
10.4 Methoden und Lernkompetenz
II. Inhaltlicher Teil
1. Motivationsphase (Vorbereiten und Motivieren)
2. Erarbeitungsphase (Vormachen und Erklären)
3. Übungsphase (Erste Ausführungsversuche, Nachmachen)
4. Kontrollphase (Beendigung von Lehr und Lernprozess)
Zielsetzung & Themenschwerpunkte
Ziel dieser Arbeit ist die strukturierte Planung und Durchführung einer fachpraktischen Unterweisung für Industriemechaniker im ersten Lehrjahr. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie der Prozess des Bohrens unter Einhaltung von Sicherheitsstandards und Qualitätsvorgaben mittels der 4-Stufen-Methode optimal vermittelt werden kann.
- Vermittlung fachpraktischer Fertigkeiten an der Standbohrmaschine
- Einhaltung von Unfallverhütungsvorschriften und Sicherheitsregeln
- Anwendung methodisch strukturierter Lernphasen
- Entwicklung von Fach- und Methodenkompetenz beim Auszubildenden
- Qualitätssicherung durch Messen und Prüfen
Auszug aus dem Buch
2. Erarbeitungsphase (Vormachen und Erklären)
In dieser Stufe wird der Ausbilder die geforderte Arbeit Schritt für Schritt ausführen und dabei detailliert seine Handgriffe erläutern. Der Auszubildende kann die Geschwindigkeit der Unterweisung bestimmen, in dem er nachfragt so bald etwas unklar ist oder er, auch durch das Vorgespräch schon, deutlich macht, dass er diverse Vorkenntnisse schon besitzt. Besonderes Augenmerk sollte bei diesem Schritt auf der Erläuterung von Sicherheitsbestimmungen liegen, um eine Verletzungsgefahr im nächsten Schritt der Unterweisung auszuschließen.
Der Ausbilder bereitet zunächst am Ort der Unterweisung die benötigten Werkzeuge und Werkstoffe vor, so dass die Unterweisung beginnen kann, sobald der Auszubildende eingetroffen ist. Sobald der Lehrling anwesend ist, wird er begrüßt und es findet ein kurzes Gespräch statt, in dem das Thema der Unterweisung erläutert und nach dem vorhandenem Wissen des Auszubildenden gefragt wird. Dadurch soll das Interesse des Auszubildenden geweckt werden und eventuell vorhandene Hemmungen werden so gemindert. Die 4-Stufen-Methode erfordert demnach von Anfang an eine aktive Teilnahme beider Parteien.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Formaler Teil: Dieses Kapitel definiert die Rahmenbedingungen der Unterweisung, inklusive der Lernziele, der Ausgangslage des Auszubildenden und der methodischen Begründung.
II. Inhaltlicher Teil: Dieser Teil beschreibt den konkreten zeitlichen und inhaltlichen Ablauf der Unterweisung in vier Phasen, von der Motivation bis hin zur Erfolgskontrolle.
Schlüsselwörter
Industriemechaniker, 4-Stufen-Methode, Standbohrmaschine, Unterweisung, Ausbildung, Arbeitssicherheit, Fachkompetenz, Handlungsfähigkeit, Werkstück, Bohren, Körnen, Fertigungszeichnung, Lernziel, Ausbildungsberufsbild, Qualitätssicherung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterweisungsplanung grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Planung einer praktischen Unterweisung für einen Industriemechaniker-Azubi im ersten Lehrjahr zum Thema „Bohren an der Standbohrmaschine“.
Was sind die zentralen Themenfelder der Unterweisung?
Die Kerngebiete umfassen Arbeitssicherheit, fachgerechte Bedienung von Maschinen, Lesen technischer Zeichnungen, Anreißen, Körnen sowie das Messen und Prüfen von Werkstücken.
Welches Lernziel verfolgt der Ausbilder primär?
Das Ziel ist, dass der Auszubildende nach der Unterweisung in der Lage ist, Bohrungen in Baustahl selbstständig, sicher und unter Einhaltung maßlicher Toleranzen durchzuführen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Vermittlung eingesetzt?
Es kommt die klassische 4-Stufen-Methode zum Einsatz, die den Prozess in Vorbereitung, Vormachen, Ausführungsversuch und Übungsphase gliedert.
Was behandelt der Hauptteil der Dokumentation?
Der Hauptteil gliedert sich in einen formalen Teil, der die pädagogische Planung und Rahmenbedingungen erläutert, und einen inhaltlichen Teil, der den Prozessschritt-für-Schritt darstellt.
Welche Kompetenzen sollen durch die Unterweisung gefördert werden?
Die Unterweisung zielt auf die Entwicklung der Fach-, Sozial-, Methoden- und Personalkompetenz ab.
Warum ist das Körnen für den Bohrvorgang so entscheidend?
Das Körnen ist notwendig, um dem Bohrer an der exakten Stelle eine Zentrierung zu geben, ohne die die geforderten Toleranzen des Werkstücks nicht eingehalten werden könnten.
Warum wird beim Bohren auf das Tragen von Handschuhen explizit verzichtet?
Das Tragen von Handschuhen an rotierenden Maschinen ist aufgrund der hohen Gefahr, dass sich der Stoff verfängt und den Auszubildenden in die Maschine einzieht, streng untersagt.
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- Nico Müller (Author), 2022, Das Bohren von Löchern mit einer Standbohrmaschine (Unterweisung Industriemechaniker/-in), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1280990