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Sallusts Tendenz im Rededuell zwischen Caesar und Cato. Summum ius - summa iniuria?

Titel: Sallusts Tendenz im Rededuell zwischen Caesar und Cato. Summum ius - summa iniuria?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2020 , 23 Seiten , Note: 2.0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, welcher der magni viri aus Sicht Sallusts als Sieger des Rededuells gelten könne. Zu diesem Zweck beginnt die Hausarbeit mit einer allgemeineren Erläuterung der Quellenlage rund um die Verschwörung Catilinas. Dabei wird auch Sallust als Geschichtsschreiber und seine Methode betrachtet. Daraufhin sollen die Orationen Catos und Caesars untersucht werden. Zwei einzelne Kapitel widmen sich den Argumenten der Redner und bewerten ihre Überzeugungskraft. Nachfolgend beschäftigt sich ein Kapitel mit der Synkrisis und der Frage, welcher der Redner nach Sallust als Gewinner hervorgeht. Schließlich folgt eine Konklusion über die Erkenntnisse der Arbeit.

Der Umsturzversuch des Senators Lucius Sergius Catilinas ist ein Ausdruck der Erosion aristokratischer Ethik. Die hohen Schulden, die Einzelne zur Finanzierung ihrer politischen Karriere aufgenommen hatten, störten den Zusammenhalt der Nobilitas. Der Patrizier Catilina unterlag mehrfach in den Consularcomitien und suchte die begehrte politische Stellung 63 v. Chr. durch einen Umsturz gewaltsam zu erringen. Der Consul Cicero erfuhr von den Plänen Catilinas und stellte ihn in einer Rede bloß, sodass Catilina gezwungen war, Rom zu verlassen. Die Mitverschwörer wurden inhaftiert und am 5. Dezember eine Senatssitzung einberufen, um unter den Bedingungen eines Senatus consultum ultimum über das Schicksal der Gefangenen zu entscheiden. Consul Silanus beantragte die Todestrafe, der von Julius Caesar, der in der folgenden Debatte in popularer Tradition abgelehnt wurde, da er dafür plädierte die dignitas zu bewahren und zukünftige Präzedenzfälle zu meiden. Eine Antwort darauf gab Cato der Jüngere, der die Republik unter Gefahr sah.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Quellen

3. Caesars Rede

4. Catos Rede

5. Die Synkrisis und der Gewinner

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das berühmte Rededuell zwischen Caesar und Cato in Sallusts "Bellum Catilinae". Das primäre Ziel ist es, die politische Positionierung der beiden Kontrahenten aus Sicht des Historikers Sallust zu analysieren und zu klären, welcher Redner aus dessen Perspektive als "Gewinner" hervorgeht, wobei die moralischen Implikationen des Sittenverfalls der Römischen Republik im Zentrum der Betrachtung stehen.

  • Analyse der historischen und literarischen Quellenlage zur Catilinarischen Verschwörung.
  • Untersuchung der rhetorischen Argumentationsstrategien Caesars im Kontext von Rationalität und Milde.
  • Erörterung der Position Catos als kompromissloser Verteidiger aristokratischer Werte und senatorischer Traditionen.
  • Deskriptive Gegenüberstellung beider Redner in der Synkrisis zur Erschließung der Intentionen Sallusts.
  • Reflexion über die Darstellung des Sittenverfalls und die Krise der Republik bei Sallust.

Auszug aus dem Buch

3. Caesars Rede

Caesar als designierter Prätor plädierte dafür, bei Rechtsverletzungen keine härtere Strafe zu verhängen als die, die das Gesetz erlaubt. Dementsprechend wollte Caesar die zwei Gesetzesentwürfe der lex Sempronia (123 v. Chr.), die den Todesurteil römischer Bürger ohne Volksbeschluss erlaubte und der lex Valeria de provocatione (um 510/9 v. Chr.), die den Angeklagten die Befugnis gab, die Hinrichtung durch comitiae überprüfen zu lassen, nicht außer Acht lassen. Caesar argumentiert gegen die Todesstrafe damit, dass er auf den Tod als Erlösung von Leid hinweist, woraufhin er persönlich den Konsul Silanus in der Rede attackiert und sagt, dass Silanus sich bisher nie für die Todesstrafe entschieden habe, weil sie eben gegen das geltende Recht verstoße. Schließlich fragt er, warum Silanus nun beschloss die Gesetze zu ignorieren.

Grundsätzlich scheint die Rede Caesars eine eher philosophische zu sein. Beispielsweise kann erwähnt werden, dass Caesar nicht an die lex Porcia, sondern an die lex Sempronia erinnert, was damit zusammenhängt, dass Sallust ihn wie einen Stoiker argumentieren lässt. Caesar fordert die Senatoren letztendlich auf, dem Beispiel ihrer Ahnen zu folgen und ihren eigenen Ansprüchen eines guten, tugendhaften Menschen gerecht zu werden. Dabei wird eins bemerkbar: Caesars Argumente sind viel mehr als nur rein juristisch. Vor allem dadurch, dass er sich auf Rationalität beruft und mit dem Hinweis auf die maiores, die recte atque ordine fecere tritt Caesar in die politisch-ethische Dimension und greift einen Wertemaßstab auf, der viel höher steht als Gesetze.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Situation der Catilinarischen Verschwörung im Jahr 63 v. Chr. ein und begründet das wissenschaftliche Interesse an Sallusts Darstellung des Rededuells zwischen Caesar und Cato.

2. Quellen: Dieses Kapitel beleuchtet die historiographische Einordnung Sallusts als "moralischen" Geschichtsschreiber und thematisiert die Dekadenztheorie sowie die methodischen Herausforderungen bei der Analyse seiner unhistorischen Reden.

3. Caesars Rede: Die Analyse konzentriert sich auf Caesars Betonung von Rationalität, die Nutzung philosophischer Argumente und seine Appelle an die Bewahrung traditioneller römischer Gesetze zur Vermeidung von Präzedenzfällen.

4. Catos Rede: Hier wird der Fokus auf Catos kompromisslose Haltung und sein Festhalten an senatorischen Tugenden gelegt, durch die er als strenger Richter und Verteidiger der Republik auftritt.

5. Die Synkrisis und der Gewinner: Dieses Kapitel vergleicht Caesar und Cato unter Nutzung der Synkrisis-Methode, wobei Sallusts Intention, den Sittenverfall Roms durch das Gegenüberstellen zweier verschiedener Tugendbegriffe darzustellen, im Fokus steht.

6. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass Sallust beide Redner als Repräsentanten komplexer und ineinandergreifender moralischer Konzepte nutzt und eine einseitige Festlegung auf einen "Sieger" der historischen Komplexität nicht gerecht wird.

Schlüsselwörter

Sallust, Bellum Catilinae, Caesar, Cato der Jüngere, Römische Republik, Rededuell, Synkrisis, Sittenverfall, Nobilität, Rhetorik, Jurisprudenz, Moral, virtus, sapientia, Geschichtsschreibung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das literarische Rededuell zwischen Caesar und Cato, wie es der Historiker Sallust in seinem Werk "Bellum Catilinae" entworfen hat, um die dahinterliegenden politischen Tendenzen und moralischen Aussagen zu ergründen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die römische Geschichtsschreibung des Sallust, die juridische und philosophische Argumentationsweise in den Reden sowie die Konzepte von Ruhm, Tugend und politischer Führung in der spätkaiserlichen Krise.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Die zentrale Frage ist, welche Rolle Caesar und Cato in Sallusts Werk spielen und welcher der beiden "magni viri" nach Sallusts Verständnis als Sieger aus dem Rededuell hervorgeht.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung herangezogen?

Es wird eine literaturwissenschaftliche und historische Analyse der entsprechenden Kapitel in "Bellum Catilinae" durchgeführt, ergänzt durch eine kritische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Forschungsmeinungen und Sekundärliteratur zu Sallust.

Was genau wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Quellenkritik, eine detaillierte Inhaltsanalyse der jeweiligen Reden von Caesar und Cato sowie eine vergleichende Betrachtung in der sogenannten Synkrisis, um Sallusts methodisches Vorgehen aufzuzeigen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Publikation?

Die wichtigsten Schlagworte sind Sallust, Bellum Catilinae, Caesar, Cato, Römische Republik, Synkrisis, Sittenverfall, virtus und historische Politikanalyse.

Warum analysiert die Arbeit Caesars Rede als "eher philosophisch"?

Da Caesar in seiner Argumentation weniger auf rein juristische Bestimmungen, sondern auf stoische Konzepte von Rationalität, das Handeln der Ahnen und die langfristige Ethisch-Politische Dimension verweist, ordnet ihn die Autorin dem stoischen Denken zu.

Inwiefern beeinflusst der Begriff "virtus" die Argumentation der Redner?

Sallust verwendet den Begriff der "virtus" sowohl für altrömische Tapferkeit als auch für intellektuelle Überlegenheit, wodurch beide Redner den Anspruch auf Tugend erheben, jedoch aus unterschiedlichen sozialen und moralischen Perspektiven agieren.

Welche Bedeutung hat das "Ruhm"-Konzept bei Caesar und Cato?

Der römische Ruhmgedanke erfordert sowohl den Handelnden als auch die Sozietät, die den Ruhm verleiht; die Arbeit diskutiert, ob Sallust Caesars Streben nach Ruhm als Kritik oder bloße anthropologische Gegebenheit in der Krise darstellt.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Senats in den Reden?

Der Senat wird als mächtiges, aber in einer existentiellen Krise befindliches Organ begriffen, das durch die Rhetorik der Redner beeinflusst werden soll, wobei die Autorin betont, dass keiner der Redner allein die Macht zur Rettung der Republik besaß.

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Details

Titel
Sallusts Tendenz im Rededuell zwischen Caesar und Cato. Summum ius - summa iniuria?
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Note
2.0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
23
Katalognummer
V1281147
ISBN (PDF)
9783346736611
ISBN (Buch)
9783346736628
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sallusts tendenz rededuell caesar cato summum
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2020, Sallusts Tendenz im Rededuell zwischen Caesar und Cato. Summum ius - summa iniuria?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1281147
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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